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Kooperationsformen von Segelsport und Industrie

Kooperationsformen von Segelsport und Industrie
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Thomas Rüdiger Müller
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 190 Seiten
  • Dateigröße: 7,1 MB
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2016-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2016-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2016-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Thomas Rüdiger Januar 1998: Kooperationsformen von Segelsport und Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sport, Kooperation, Industrie, Segeln

Dissertation / Doktorarbeit von Thomas Rüdiger Müller

Einleitung:

Der Sport wird heute vermehrt mit kommerziellen Attributen wie "Vermarktungsfähigkeit" und "Einschaltquoten" in Verbindung gebracht. Nachdem eine Sättigung auf vielen Gebrauchs- und Konsumgütermärkten zu verzeichnen ist, erlebt der Freizeitmarkt einen Boom wie nie zuvor. Werbestrategen haben erkannt, daß sich Werbebotschaften in Verbindung mit dem Sport einfacher vermarkten lassen. Die Sportler ihrerseits verdienen mehr Geld mit der kommerziellen Nutzung ihrer Sportart oder werden dadurch besser gefördert. Auf der Strecke bleibt dabei ein Gedanke, der hinter der Ausübung des Sports stand - einen Ausgleich zum Berufsalltag zu bieten und die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu finden. Die Aspekte ökonomische Rationalität, Gesetze des Marktes und die Vermarktung des Sports als Ware standen dabei außerhalb seines Selbstverständnisses.

Diejenigen, die diesen vergangenen Idealen nachtrauern, übersehen oft, daß mit dieser Entwicklung auch Vorteile verbunden sind. Sportarten, die früher nur Minderheiten vorbehalten waren, werden bekannt und für jeden erreichbar. Der Sport ist keine statische Einheit, sondern eine bewegliche Masse geworden. Jeder verfolgt sie in dem Maße, wie er es für richtig hält. Staatliche, regulierende Kräfte greifen nur selten ein. Dies ist erst dann der Fall, wenn sich Zuschauer oder Sportler, wie jüngst im Fußball geschehen, in ihren Grundrechten beeinträchtigt fühlen. Es stellt sich die Frage, wieso ein Eingriff, der in allen anderen Marktsystemen in Deutschland alltäglich ist, soviel Aufmerksamkeit erregt. In vielen Sportarten formieren sich derzeit Marktkräfte, und Vermarktungsstrategien bilden sich neu. Sportarten wie Fußball, Tennis oder Radsport sind hier anderen Sportarten wie Rudern, Hockey oder Segeln in der Nutzung von Vermarktungsstrategien weit voraus.

Gehört eine Sportart nicht zu den in der Entwicklung führenden Sportarten, so sollte sie dies zu ihrem Vorteil nutzen. Funktionäre und Sportler haben die Möglichkeit, die Entwicklung anderer Sportarten zu betrachten und aus ihr zu lernen. Von den gewonnenen Erkenntnissen kann dann ein entscheidender Einfluß auf die Vermarktungsstrategie einer Sportart ausgehen. Der Bestand und der Erfolg einer Sportart hängt nicht nur von Sportlern und Zuschauern ab, sondern in hohem Maße von seinen Helfern und Funktionären. Was Sportler und ihre Manager bzw. Funktionäre neben dem sportlichen Erfolg bieten müssen, ist eine professionelle Zusammenarbeit in der Vermarktung. Mit größeren Etats und höheren Anforderungen an ihre Professionalität müssen sich ihre Qualifikationen und Kenntnisse verbessern. Steigender Kostendruck und Erfolgsorientierung machen es notwendig, die ökonomischen Potentiale einer Sportart voll auszuschöpfen.

Gegenstand dieser Arbeit ist es, Strategien aufzuzeigen, die dies ermöglichen. Nur durch die Modernisierung der Strukturen kann eine erfolgreiche Teilnahme an den veränderten Märkten erfolgen. Da Stiftungen und Mäzenatentum nicht mehr dem Charakter der Zeit entsprechen, muß über neue Instrumente der Verwaltung und Förderung einzelner Sportarten nachgedacht werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis X
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Vorgehensweise 5
1.3 Expertengespräche und qualitative Methoden der Befragung 6
1.4 Stand der Forschung 7
1.5 Organisationstheoretischer Ansatz 9
1.6 Der Kooperationsbegriff 10
1.7 Abgrenzung zu anderen Begriffen 12
1.8 Sponsoring Definition 13
1.9 Abgrenzung gegenüber Spendenwesen und Mäzenatentum 13
2. Aufbau des Segelsportes 14
2.1 Weltweit 14
2.1.1 Die ISAF 15
2.1.2 Nationale Verbände 18
2.2 Die Wettkämpfe 18
2.3 Werbungsvorschriften für Deutschland 19
2.4 Der Olympische Segelsport 20
2.5 Segelsport in Deutschland 22
2.5.1 Aufbau des DSV 22
2.5.2 Segeln als Breitensportart 24
2.5.2.1 Begriffserklärungen 24
2.5.2.1.1 Definition Leistungssport 24
2.5.2.1.2 Definition Breitensport 25
2.5.2.1.3 Definition Freizeitsport 25
2.5.2.1.4 Breitensport im Segelsport 25
2.5.2.2 Ist Segelsport Breitensport ? 25
2.5.3 Zugang zum Sport 27
2.5.4 Segelsport als Schulsport 27
2.5.5 Sportlerentwicklung 28
2.5.6 Regattasegeln 28
2.5.7 Reviere 29
2.5.8 Ranglistensysteme 29
3. Der Segelsport als Sponsoringobjekt 30
3.1 Gründe für die Zusammenarbeit 30
3.1.1 Angebote des Segelsports an die Industrie 30
3.1.1.1 Imageziele 32
3.1.1.2 Verbesserung des Bekanntheitsgrades 34
3.1.1.3 Schaffung von Goodwill 35
3.1.1.4 Kontaktpflege 36
3.1.1.5 Mitarbeitermotivation 36
3.1.1.6 "Indirekte" Produktinformation 37
3.1.2 Sponsoring Zielausrichtung 37
3.1.3 Struktur der Segelsportler 38
3.2 Werbemaßnahmen im Segelsport 45
3.2.1 Werbung mit dem Segelsport 45
3.2.1.1 TV und Print Werbung 45
3.2.1.2 Incentives 46
3.2.2 Werbung im Segelsport 47
3.2.2.1 Medienwerbung 47
3.2.2.2 Berichterstattung 50
3.2.2.3 Markenplazierung 51
3.2.2.4 Veranstaltungsorte 54
3.2.2.5 Produktwerbung 56
3.2.2.6 Begleitveranstaltungen 56
3.2.2.7 Herstellerregatten 58
4. Kooperationsmodelle für den Segelsport 59
4.1 Rahmenbedingungen 59
4.1.1 Der Markt 60
4.1.1.1 Die Leistungen und Marktteilnehmer 62
4.1.1.2 Die Nachfrager 66
4.1.1.3 Die Anbieter 67
4.1.1.4 Das Gleichgewicht 69
4.1.2 Die Motivation 70
4.1.3 Die Mitarbeiter 72
4.1.4 Die Rechtsform 73
4.1.4.1 Die NPO 74
4.1.4.2 Die FPO 76
4.2 Kooperationsstellen 78
4.2.1 interne Kooperationsstelle 79
4.2.1.1 Aufbau 79
4.2.1.2 Wirkungsweise 79
4.2.1.3 Kosten 80
4.2.1.4 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile 80
4.2.1.5 VKE e.V. 84
4.2.2 Amateurkooperationsstelle 85
4.2.2.1 Aufbau 85
4.2.2.2 Wirkungsweise 86
4.2.2.3 Kosten 86
4.2.2.4 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile 87
4.2.3 Profikooperationsstelle 91
4.2.3.1 Aufbau 91
4.2.3.2 Wirkungsweise 92
4.2.3.3 Kosten 93
4.2.3.4 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile 93
4.2.3.5 Die Leichtathletik Förder GmbH des DLV 96
4.2.4 Industriekooperatiosstelle 98
4.2.4.1 Aufbau 98
4.2.4.2 Wirkungsweise 98
4.2.4.3 Kosten 99
4.2.4.4 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile 99
4.2.4.5 Das Konzept Aero-Sail 102
4.2.4.6 Sportmarketingagenturen 104
4.2.4.7 Der BWVS 105
4.2.4.8 Illbruck-Pinta 107
4.2.5 Kooperationsstelle mit Marktlenkung 109
4.2.5.1 Grundmodell 109
4.2.5.2 Aufbau 111
4.2.5.2.1 Anteile 111
4.2.5.2.2 Voraussetzungen 111
4.2.5.2.3 Anteilsemission 112
4.2.5.2.4 Anteilshandel 113
4.2.5.2.5 Eigenschaften der Anteile 113
4.2.5.2.6 Die Börse 115
4.2.5.2.7 Der Anteilswert 115
4.2.5.3 Wirkungsweise 116
4.2.5.4 Kosten 116
4.2.5.5 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile 116
4.3 Netzwerke 120
4.3.1 Voraussetzungen für eine Netzwerkkooperation 121
4.3.1.1 Bereitschaft zur Zusammenarbeit 121
4.3.1.2 Notwendigkeit von Sachverstand 122
4.3.1.3 Notwendigkeit finanzieller Ressourcen und Risikoteilung 122
4.3.1.4 Notwendigkeit effizienter Anpassungsfähigkeit 123
4.3.2 Operationalisierung 123
4.3.3 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile 125
5. Vergleich und Diskussion der Kooperationsmodelle 127
5.1 Parität 128
5.2 Sportliche Effizienz 129
5.3 Unabhängigkeit 130
5.4 Kommerzielle Effizienz 132
5.5 Ressourceneffizienz 134
5.6 Motivationseffizienz 136
5.6.1 Extrinsische Motivation 137
5.6.2 Intrinsisch Motivation 138
5.7 Kosten 139
5.7.1 Kosten der Ingangsetzung 139
5.7.2 Kosten der Unterhaltung und Finanzierungsmöglichkeiten 141
5.8 Gesamtbetrachtung 144
5.9 Realisation 150
6. Resümee 150
6.1 Untersuchungsergebnisse 150
6.2 Ausblick 151
6.2.1 Bedeutung ökonomischer Ansätze 151
6.2.2 Einfluß der Europäischen Union auf den Sport 153
Literaturverzeichnis XII
Abbildungsverzeichnis (Anhang) XXII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Basierend auf den in den Abschnitten 4.1.1-4.1.4 erläuterten Rahmenbedingungen werden nun die einzelnen Modelle von Kooperationsstellen vorgestellt. Die zu bildenden Kooperationsstellen können auf den unterschiedlichsten Ebenen von Segelsportorganisationen und Industrieunternehmen angesiedelt werden. Ebenso variabel ist der strukturelle Aufbau der ihnen zu Grunde liegt. Oberstes Ziel ist es, eine praktikable Lösung zu schaffen, die eine Zusammenarbeit zwischen Segelsport und Industrie optimieren kann. Gewahrt bleiben muß dabei die Identität der Bereiche und die Abgrenzung von Wirtschaft und Sport. Im Folgenden werden, zur besseren Darstellung, Kooperationsstellen mit der Hilfe von Unternehmensformen beschrieben. Der Vergleich mit Unternehmensformen soll den Aufbau der Kooperationsstelle deutlich machen. Die gewählte rechtliche Gesellschaftsform ist nicht zwingend [...]

Seit 1997 hat der Gesetzgeber hier eine wesentliche Erleichterung zur Förderung des Sports eingebracht. Aufwendungen des Sponsors sind als Betriebsausgaben absetzbar, wenn der Sponsor wirtschaftliche Vorteile, die in der Sicherung oder Erhöhung seines unternehmerischen Ansehens liegen, erreichen kann.242 Dies macht es für Unternehmen einfacher, auf diesem Sektor tätig zu werden. Eine gleichzeitig damit verbundene Besteuerung der Einnahmen auf der Seite des Gesponsorten ist zur Zeit umstritten. Das professionelle Vermarkten des Sports in einer Unternehmensform wird seit einigen Jahren von Fitnesscentern betrieben. Die Dienstleistung Sport wird dort von Firmen angeboten. Der Erfolg dieses Angebotes wird zusätzlich noch durch den allgemeinen Trend weg vom Verein und hin zur Individualisierung unterstützt.243 4.2 Kooperationsstellen [...]

Segelschulen zu wesentlich günstigeren Preisen innerhalb des Vereines. Dieser Vorteil macht die Marktsituation nach Ansicht der Industrie zu einem unfairen Wettkampfschauplatz. NPO´s nehmen staatliche Steuerförderung bzw. Begünstigungen in Anspruch, um mit FPO´s zu konkurrieren.239 Da zahlreiche Organisationen hier eine Grauzone zur zusätzlichen Gewinnerzielung festgestellt haben werden diese Privilegien ausgenutzt. Für eine Kooperationsstelle, die diese Organisationsform wählt, ergibt dies eine Einschränkung im Bereich der Motivation der Mitarbeiter durch finanzielle Anreize. Anzusiedeln ist der Verein zwischen Personen- und Kapitalgesellschaft. Er ist wie die OHG ein Zusammenschluß von mehreren Personen, verfügt wie die GmbH oder AG über eine eigene Rechtspersönlichkeit. 4.1.4.2 Die FPO Als Gesellschaftsformen für die FPO kommen alle Gesellschaftsformen in Frage, die eine eigene Rechtspersönlichkeit ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, damit der Fortbestand der Kooperationsstelle auch dann gewährleistet ist, wenn sich der Personalbestand ändert. Relevant sind demnach die GmbH, die AG und der Verein. [...]

Arbeit zitieren:
Müller, Thomas Rüdiger Januar 1998: Kooperationsformen von Segelsport und Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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