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Kooperationen als Folge des Strukturwandels im Automobilhandel

Kooperationen als Folge des Strukturwandels im Automobilhandel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars-Henrik Russmeyer
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 551,1 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7187-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7187-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7187-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Russmeyer, Lars-Henrik Februar 2003: Kooperationen als Folge des Strukturwandels im Automobilhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strukturveränderungen, Gruppenfreistellungsverordnung, Kooperationsformen, Ford AG

Diplomarbeit von Lars-Henrik Russmeyer

Einleitung:

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels sollen im Rahmen dieser Diplomarbeit Potenziale einer Kooperation im Automobilhandel aufgezeigt sowie Risiken und Probleme analysiert werden. Zunächst wird der Strukturwandel im Automobilhandel dargestellt bevor Kooperationen allgemein vorgestellt werden. Danach werden Kooperationen im Automobilhandel vorgestellt. Hierfür wurden Interviews mit Mitgliedern der Automobilgruppe Nord AG (ANAG) geführt, um ihre Erfahrungen mit Kooperationen im Autohandel aufzuzeigen. Nachdem die Chancen und Risiken erläutert wurden, wird zum Schluss der Arbeit die ANAG als Beispiel für eine Kooperation im Automobilhandel vorgestellt.

Der Strukturwandel zeichnet sich vor allem durch die neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) aus, die den Autohandel liberalisiert. Aber auch die Händlernetzrestrukturierungen, die strukturellen Ertragsprobleme der Autohändler, der Rückgang des Servicemarktvolumens und neue Anbieter, die in fast allen Geschäftsfeldern eines Autohauses in die Märkte treten, spielen eine Rolle.

Kooperationen von Unternehmen gewinnen bei der Wertschöpfung aus unterschiedlichen Gründen immer mehr an Bedeutung. Vor allem mittelständischen Unternehmen wird durch Kooperationen die Möglichkeit geboten, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Dabei lassen sich Kooperationen in die Dimensionen Richtung, zeitliche Dauer, Bindungen, Intensität, geographischer Bereich und Funktion charakterisieren. Zusätzlich existieren zahlreiche unterschiedliche Formen von Kooperationen, wie z.B. strategische Allianzen, Joint Ventures, strategische Netzwerke, Konsortien, Genossenschaften, Kartelle, virtuelle Unternehmen, Lizenzierungen, Franchising usw. Die Motive von Kooperationen reichen von der Erzielung von Kostensenkungspotenzialen über die Realisierung von Zeitersparnissen und dem Zugang zu Know-how bis hin zur Erschließung neuer Märkte.

Zur Zeit stellen Kooperationen im Automobilhandel eher eine Ausnahme dar, doch kleine und mittlere Automobilhändler können mit Kooperationen schlagkräftig in die Zukunft gehen. Mögliche Formen der Kooperation im Automobilhandel sind die punktuelle, geschäftsfeldbezogene und die geschäftsfeldübergreifende Kooperation.

Die Motive der Automobilhändler für Kooperationen im Automobilhandel sind vielfältig und Kooperationen sollten für alle Beteiligten solche Vorteile bringen, die als einzelner Betrieb nicht erreichbar wären. Die Ursachen für das häufige Scheitern von Kooperationen sind zahlreich. Risiken bestehen beispielsweise in der Größe einer Kooperation, dem fehlenden professionellen Aufbau oder den unterschiedlichen Kulturen der Unternehmen.

Im Gegensatz dazu bestehen in Kooperationen erhebliche Potenziale, um Synergien und Vorteile für die einzelnen Autohäuser realisieren zu können. Dafür sind selbstverständlich alle Kooperationspartner gefordert ihre Mitarbeit und ihr Know-how in die Kooperation mit einzubringen. Die einzelnen Autohäuser können durch die Kooperation ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stärken, ihre Renditen steigern und ihre Kosten senken.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 2
2. Strukturwandel im Automobilhandel 3
2.1 Aktuelle Marktsituation des Automarktes in Deutschland 4
2.2 Strukturveränderungen im Automobilhandel 6
2.2.1 Neugestaltung der Vertriebsstrukturen im Automobilhandel 6
2.2.2 Senkung der Vertriebskosten 7
2.2.3 Strukturelle Ertragsprobleme des Handels 8
2.2.4 Entbündelung der Funktionen des traditionellen Autohauses 11
2.2.5 Rückgang des Servicemarktvolumens 11
2.2.6 Neue Anbieter 13
2.2.7 Gruppenfreistellungsverordnung 17
2.2.7.1 Alte Gruppenfreistellungsverordnung Nr. 1475/95 18
2.2.7.2 Neue Gruppenfreistellungsverordnung Nr. 1400/2002 19
2.2.7.3 Vergleich der alten und neuen Gruppenfreistellungsverordnung 22
2.2.7.4 Zusammenfassung und Auswirkungen der neuen GVO 23
3. Kooperationen 25
3.1 Trend zur Kooperation 25
3.2 Begriff und Definition der Kooperation 27
3.3 Charakterisierung der Kooperation 30
3.3.1 Dimensionen von Kooperationen 30
3.3.1.1 Richtung 30
3.3.1.2 Zeitliche Dauer 31
3.3.1.3 Bindungen 32
3.3.1.4 Intensität 33
3.3.1.5 Geographischer Bereich 33
3.3.1.6 Funktion 34
3.3.2 Kooperationsformen 35
3.3.2.1 Joint Venture 35
3.3.2.2 Strategische Allianzen 36
3.3.2.3 Strategische Netzwerke 38
3.3.3 Kooperationsmotive 40
3.3.3.1 Erzielung von Kostensenkungspotenzialen 40
3.3.3.2 Realisierung von Zeitersparnissen 42
3.3.3.3 Zugang zu Know-how 43
3.3.3.4 Erschließung neuer Märkte 44
3.4 Überblick 46
4. Kooperationen im Automobilhandel 47
4.1 Formen von Kooperationen im Automobilhandel 47
4.1.1 Punktuelle Kooperation 48
4.1.2 Geschäftsfeldbezogene Kooperation 48
4.1.2.1 Vertriebsgemeinschaft 49
4.1.2.2 Vertriebsgesellschaft 50
4.1.3 Geschäftsfeldübergreifende Kooperation 51
4.1.3.1 Holding 51
4.1.3.2 Fusion 52
4.2 Forschungsmethodik 53
4.2.1 Empirische Sozialforschung 54
4.2.2 Qualitative Forschung 54
4.2.3 Methodik 55
4.2.3.1 Form des Interviews 55
4.2.3.2 Vorgehen 57
4.2.3 Unternehmensbeschreibung 58
4.3 Kooperationsmöglichkeiten und –bereiche im Automobilhandel 59
4.3.1 Motive für Kooperationen im Automobilhandel 59
4.3.2 Vorteile und Synergien durch Kooperationen 59
4.3.3 Marketing und Vertrieb 62
4.3.4 Gebrauchtwagen 63
4.3.5 Neuwagen 64
4.3.6 Ersatzteile 65
4.3.7 Service 66
4.3.8 Großkundenbetreuung 67
4.3.9 Verwaltung 67
4.3.10 Strategie 68
4.3.11 Strukturen 70
4.3.12 Ergebnisauswertung und Darstellung von Zusammenhängen 71
4.4 Chancen und Ziele von Kooperationen im Automobilhandel 75
4.5 Mögliche Risiken und Probleme bei Kooperationen im Automobilhandel 76
4.6 Automobilgruppe Nord AG als Beispiel für eine Kooperation im Automobilhandel 78
4.6.1 Vorstellung der Automobilgruppe Nord AG 78
4.6.2 Ziele 79
4.6.3 Entwicklungspotenziale 81
4.6.4 Strategie 81
5. Schlussbetrachtung 83
Literaturverzeichnis 85
Gespräch 91

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.3.3.3 Zugang zu Know-how Ein besonders wichtiges Motiv zur Gründung von Kooperationen besteht in dem Teilen von Know-how mit einem Partner, um die Unternehmensdynamik zu erhöhen. Durch technologischen Wandel oder Veränderungen auf dem Markt, gelingt es einem einzelnen Unternehmen selten, sich diesen Veränderungen alleine zu stellen. Die sich daraus ergebenden Chancen alleine zu verwerten und frühzeitig die benötigten Ressourcen sowie Kompetenzen zu generieren, gestaltet sich für ein einzelnes Unternehmen meist als schwierig.211 Zudem ermöglichen die Kostenintensität und das Risiko oft keinen Alleingang.212 Mit Know-how können Wettbewerbsvorteile erlangt werden. Problematisch ist es, wenn Know-how generell existiert, jedoch nicht im eigenen Unternehmen, sondern in externen Quellen, wie z.B. beim Konkurrenten. Der Erfolg eines Unternehmens am Markt ist neben den Faktoren Geschwindigkeit und Intensität abhängig davon, in welchem Umfang der Zugang zu diesem Know-how und dessen Transfer bewältigt wird.213 Eine geeignete Möglichkeit des Transfers von Know-how ist die Kooperation. Auch wenn explizites Wissen, z.B. in Form von Veröffentlichungen, Dokumenten und Patenten, über Markttransaktionen erworben werden kann, ist durch die Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen ein meist schnellerer und kostengünstigerer Zugriff auf gewünschtes Wissen möglich. Neben der Gelegenheit durch Partner an neue Informationen und Fähigkeiten zu gelangen, ermöglicht das Zusammenfassen von bestehenden komplementären Kenntnissen und Fertigkeiten in Kooperationen, dass die Mitarbeiter kreativer werden und sich den partizipierenden Unternehmen neue Perspektiven bieten können. So ist es möglich, durch eine Bündelung des Know-hows eine neue Technologie zu entwickeln. Damit verbunden ist die Erneuerung und Weiterentwicklung bereits bestehenden Know-hows und die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen.214 Hierbei spielt der Erfolgsfaktor Mitarbeiter eine ganz entscheidende Rolle. Das Knowhow ist meistens in den Köpfen der Mitarbeiter eines Unternehmens vorhanden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Transparenz und die Beteiligung der Mitarbeiter an [...]

3.3.3.2 Realisierung von Zeitersparnissen Sowohl das Nachfrageverhalten der Konsumenten als auch die Umwelt ändern sich immer rasanter. Der Verbraucher legt immer mehr Wert auf Qualität und erwartet von den Herstellern eine immer größer werdende Innovationsfähigkeit. Um im Wettbewerb noch mithalten zu können, müssen die Hersteller in der Lage sein auf diese Nachfrageverschiebungen zügig zu reagieren,203 denn neben den Erfolgsfaktoren Qualität und Kosten spielt auch die Zeit eine besondere Rolle im Hinblick auf Wettbewerbsvorteile.204 Aufgrund von Kooperationen kann ein zeitlicher Vorteil in nahezu allen Funktionsbereichen, wie z.B. Planung, Forschung und Entwicklung, Produktion, Distribution und Vermarktung, realisiert werden. Als Folge des technischen Fortschritts werden die Marktund Produktlebenszyklen immer kürzer, so dass die Unternehmen möglichst schneller als ihre Wettbewerber neue Produkte entwickeln und auf den Markt bringen müssen, bevor es durch ähnliche oder Substitutionsprodukte zu sinkenden Verkaufspreisen kommt. Dieses wird auch als ‚economies of speed’ bezeichnet.205 Durch Verteilung der gesamten Aufgabenstellung auf die kooperierenden Unternehmen kann eine zeitverkürzende Parallelisierung von Arbeitsabläufen erreicht werden.206 Infolge von Synergieeffekten können kürzere Entwicklungs-, Produktions- und Vermarktungszeiten erzielt werden, so dass die Unsicherheit der Zeit abnimmt.207 Hieraus wird deutlich, dass ein Alleingang eines Unternehmens zu viele Ressourcen in Anspruch nehmen würde und das Risiko einer alleinigen Etablierung auf dem Markt zu groß sein würde,208 da durch den Zugriff auf Ressourcen und Kapazitäten des Partnerunternehmens Zeitvorteile ermöglicht werden.209 Kritisch anzumerken ist, dass Zeiteffekte auch ohne Kooperationen möglich sind, was aber mit einer wesentlich höheren Bindung von Ressourcen verbunden ist. Kooperatio201 202 [...]

gressionen (‚economies of scale’) und Lernkurveneffekte kommt, die durch einen gemeinsamen Einkauf und durch einen gemeinsamen Zugriff auf Ressourcen entstehen können. Es können sich auch positive Skaleneffekte ergeben, indem ein Unternehmen einen Teil seiner Produktion an einen Kooperationspartner abgibt, der somit seine Kapazitäten weiter auslasten kann. So können Kosten gespart werden.195 Innerhalb einer Kooperation können ‚economies of scope’196 durch die Zusammenführung komplementärer Leistungen auf verschiedenen Wertschöpfungsstufen realisiert werden. So ergeben sich beispielsweise durch auf anderen Gebieten genutztes technologisches Know-how, Distributionskanäle oder auch das Image auf einigen Märkten des Kooperationspartners unternehmensübergreifende Verbundvorteile.197 Rationalisierungspotenziale können aus der Bündelung von einzelnen Funktionsbereichen resultieren.198 So können in einer Kooperation beispielsweise Betriebsgebäude, Läger, Fertigungsanlagen, Verwaltungseinrichtungen usw. gemeinschaftlich genutzt werden. Dieses resultiert aus der Tatsache, dass viele Aufgaben in den Verwaltungen der einzelnen Unternehmen identisch sind. So liegt es nahe, bei Kooperationen die Verwaltungsaufgaben zusammenzufassen oder einzelne Aufgaben auf verschiedene Unternehmen zu verteilen. Die dadurch erreichte Kostenersparnis ermöglicht es den kooperierenden Unternehmen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren.199 Aber nicht nur die Fixkosten, sondern auch die immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen sind problematisch. Durch die immer schnellere und intensivere Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren müssen die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Sachanlagen in immer kürzeren Zeiträumen amortisiert werden. Dieses kann wiederum nur durch die Ausweitung der Absatzmenge oder durch Losgrößenvorteile bzw. Erfahrungskurveneffekte geschehen.200 Für den Produktionsbereich eignet sich dafür am besten ein Joint Venture, in welchem Produkte gemeinsam entwickelt und produziert werden. Jeder Gesellschafter hat aber die Möglichkeit die gemeinsam produzierten Produkte mit seinem Markennamen sowie seinem Design zu versehen und dann zu vertreiben. So können durch eine Kooperation erhebliche Fixkostendegressionen erreicht werden. Kostenvorteile ergeben sich durch eine gemeinsame [...]

Arbeit zitieren:
Russmeyer, Lars-Henrik Februar 2003: Kooperationen als Folge des Strukturwandels im Automobilhandel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strukturveränderungen, Gruppenfreistellungsverordnung, Kooperationsformen, Ford AG

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