Konzipierung und Realisierung einer Ethernet-Anbindung für OFDM-Funkübertragungssysteme
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ronny Zavrtak
- Abgabedatum: Februar 2005
- Umfang: 67 Seiten
- Dateigröße: 703,6 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Westsächsische Hochschule Zwickau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8998-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8998-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8998-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zavrtak, Ronny Februar 2005: Konzipierung und Realisierung einer Ethernet-Anbindung für OFDM-Funkübertragungssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: FPGA, VHDL, MAC, Gigabit, IP-Cores
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Diplomarbeit von Ronny Zavrtak
Einleitung:
Diese Arbeit wurde im Institut für angewandte Funksystemtechnik (IAF) in Braunschweig im Zeitraum von September 2004 bis Januar 2005 angefertigt. Die Firma IAF führt anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der digitalen Funkübertragung durch.
Für den Aufbau von Experimentalsystemen für Forschungszwecke im Bereich Orthogonal Frequency Division Multiplex (OFDM) Funkübertragungssysteme wurde eine universelle Field Programmable Gate Array (FPGA) Plattform entwickelt. Diese Plattform basiert auf Bausteinen der Firma Xilinx. Im Rahmen zukünftiger Projekte sollen sowohl der Media Access Control (MAC)-Layer als auch der Physical (PHY)-Layer für ein Ethernet Interface implementiert werden. Der Focus soll verstärkt auf integrierbare Lösungen, wie IP Cores, gelegt werden. Dabei wird die nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zweckmäßigste Lösung gesucht.
Konzeption und Integration eines Ethernet Interface in einen Virtex2Pro FPGA auf dem vorhandenen Prototyping-Board unter Abwägung der Nutzung eines Intelectual Property (IP) Core, der die Aufgabe des Netzwerkcontroller mit MAC- und PHY- Funktionen übernimmt, gegenüber einer Hardwarelösung auf einer Aufsteckplatine. Das Entwicklungsboard der Firma IAF soll als OFDM-Modem für Forschungszwecke eingesetzt werden. Die Ethernetschnittstelle stellt dann die Verbindung zur Außenwelt her.
Mit Hilfe der Schnittstelle kann das Board von einem gewöhnlichen Rechner mit 100MBit/s Ethernetanbindung Daten über UTP Cat.5 Kabel empfangen und senden. Dabei ist es möglich, alle Daten transparent weiterzuleiten. So kann bei der Kopplung zweier Boards eine Ende-zu-Ende-Verbindung zweier Rechner hergestellt werden, die beispielsweise IP-Daten austauschen sollen. Die Daten werden dafür im Full-Duplex-Mode übertragen.
Gang der Untersuchung:
Das zweite Kapitel beschreibt das vorwiegend für Netzwerkkommunikation verwen-dete Open Systems Interconnection (OSI) Referenz Modell (RM) und die in dieser Arbeit relevanten Schichten. Ausserdem wird der Bezug zum Standard IEEE 802.3 hergestellt. Darauf aufbauend werden Realisierungsvarianten für die Integration der Ethernetschnittstelle mit ihren Unterschieden aufgezeigt.
In Kapitel 3 wird konkret eine Umsetzungsvariante bestimmt, die nachfolgend reali-siert wird. Dazu erfolgt die Auswahl der Hard- und Firmware. Kapitel 4 enthält die methodische Vorgehensweise bei der Entwicklung eines HDL Modells anhand der verwendeten Hilfsmittel und Werkzeuge. Kapitel 5 macht die Umsetzung des Designs und die Erstellung der Testumgebung am erstellten Design deutlich. Dabei werden die in Kapitel 4 erörterten Schritte abgearbeitet.
Kapitel 6 stellt die Ergebnisse der Simulation, Implementation und Validierung dar. Kapitel 7 beinhaltet eine Zusammenfassung der Ausführungen und gibt einen Aus-blick auf weitere Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Selbstständigkeitserklärung | III | |
| Bilderverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | IX | |
| Verzeichnis verwendeter Abkürzungen | X | |
| Verzeichnis der Begriffe und Definitionen | XIII | |
| 1. | Einleitung | 16 |
| 1.1 | Motivation | 16 |
| 1.2 | Ziel | 16 |
| 1.3 | Generelle Herangehensweise | 17 |
| 1.4 | Abgrenzung | 17 |
| 2. | Ethernet | 18 |
| 2.1 | Überblick über IEEE 802.3 und OSI-Modell | 19 |
| 2.1.1 | Das OSI Referenz Modell | 19 |
| 2.1.2 | Logical Link Control | 20 |
| 2.1.3 | Medium Access Control | 20 |
| 2.1.4 | Physical Layer | 21 |
| 2.2 | Die IEEE 802 Standards und ihre Beziehung zu OSI | 22 |
| 2.2.1 | IEEE 802.3 Carrier Sense Multiple Access/ Collision Detection | 22 |
| 2.2.2 | IEEE 802.3x Full Duplex/ Flow Control | 24 |
| 2.3 | Die Schnittstellen in IEEE 802.3 | 25 |
| 2.3.1 | Das Medium Independent Interface | 25 |
| 2.3.2 | Das Gigabit Medium Independent Interface | 25 |
| 2.4 | Auswahlkriterien für den Übertragungsstandard | 26 |
| 2.4.1 | Lösungsansätze | 26 |
| 2.4.2 | Berechnung der Übertragungsbandbreite | 27 |
| 2.5 | System on Chip (SoC) | 28 |
| 2.5.1 | Intelectual Property (IP) | 28 |
| 2.5.2 | On-Chip-Bussysteme | 28 |
| 3. | Auswahl des Standards und der Hardware | 29 |
| 3.1 | Überblick über mögliche Standards und Hardware | 29 |
| 3.2 | Entscheidung für eine Realisierungsvariante | 30 |
| 3.3 | Umsetzung in die Hardware | 31 |
| 4 | Methodische Vorgehensweise | 32 |
| 4.1 | Struktureller Entwurf mit Komponenten | 32 |
| 4.2 | Entwurfsablauf | 33 |
| 4.2.1 | Bedarfsanalyse | 34 |
| 4.2.2 | Bedarfsspezifikation | 34 |
| 4.2.3 | Designplanung | 34 |
| 4.2.4 | Designeingabe | 35 |
| 4.2.5 | RTL Simulation | 35 |
| 4.2.6 | Synthese | 36 |
| 4.2.7 | Platzieren und Routen | 37 |
| 4.2.8 | Timing Analyse | 37 |
| 4.2.9 | Gate Level Simulation | 37 |
| 4.2.10 | Validierung | 37 |
| 5. | Implementierung | 38 |
| 5.1 | Designplanung | 38 |
| 5.1.1 | Modul U01 Syscon | 40 |
| 5.1.2 | Modul U02 Ethernet Master | 40 |
| 5.1.3 | Modul U03 Ethernet IP Core | 47 |
| 5.1.4 | Modul U04 Memory | 48 |
| 5.2 | Designeingabe | 49 |
| 5.3 | RTL Simulation | 50 |
| 5.3.1 | Top-Level-Testbench | 51 |
| 5.3.2 | PHY-Chip-Modell | 51 |
| 5.3.3 | Modem-Modell | 52 |
| 5.3.4 | LVDS-Testbench | 52 |
| 5.3.5 | Simulation der Teststrecke | 52 |
| 5.4 | Synthese | 53 |
| 5.4.1 | Bausteinwahl | 53 |
| 5.4.2 | Optimierungskriterien | 53 |
| 5.5 | Platzieren und Routen | 54 |
| 5.6 | Statische Timing Analyse | 54 |
| 5.7 | Validierung | 54 |
| 6. | Ergebnisse | 55 |
| 6.1 | Simulationsergebnisse | 55 |
| 6.1.1 | Simulation verschiedener Modi | 55 |
| 6.1.2 | Senden und Empfangen von Paketen verschiedener Größe | 56 |
| 6.2 | Synthesereport | 57 |
| 6.3 | Place&Route-Report | 58 |
| 6.4 | Timing Ergebnisse nach dem Platzieren und Routen | 58 |
| 6.5 | Validierungsergebnisse | 59 |
| 7. | Schlussbetrachtung | 61 |
| 7.1 | Zusammenfassung | 61 |
| 7.2 | Ausblick | 62 |
| Quellenverzeichnis | LXIII | |
| Anhang | LXV | |
| A.1 | Schaltungsdesign Ethernetschnittstelle | LXVI |
| A.2 | Stückliste | LXVII |
Bevor das Design synthetisiert werden kann, muss ein Device, also ein konkreter FPGA, ausgewählt werden, sofern das nicht schon an früherer Stelle geschehen ist. Die Entscheidung für einen FPGA hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es erscheint oft schwierig, vorab zu entscheiden, welche Geschwindigkeit (Speedgrade) und welche Anzahl Logikzellen benötigt werden. Deshalb kann es hilfreich sein, anfangs einen möglichst großen FPGA zu wählen und dann den Synthesereport als Entscheidungshilfe heranzuziehen. Tabelle 7 zeigt verschiedene funktionale und nichtfunktionale Eigenschaften eines FPGA. Funktionale Eigenschaften Hard Blocks (Processor, Arithmetic Units) Speicher (Größe und Typ) Nichtfunktionale Eigenschaften Package (Größe, Lötbarkeit, Leistungsabgabe) Größe (Anzahl von Logikblöcken) Geschwindigkeit (Routing Ressourcen, Maximum Speed Grade) Anzahl I/O Zellen I/O-Spannungslevel (LVTTL, LVDS) Spannungsversorgung Leistungsaufnahme Preis [...]
Simulation auf Register Transfer Ebene wird als RTL Simulation bezeichnet. Zur Kontrolle der Funktion des Designs können die Module einzeln mit dem Simulator getestet werden. Damit kann die Fehlerfreiheit einzelner Blöcke sichergestellt werden, was die Fehlersuche im Gesamtsystem vereinfacht. Es ist wichtig, zwischen funktionaler Simulation und RTL Simulation zu unterscheiden, weil es Konstrukte gibt, die zwar in der funktionalen Simulation das gewünschte Verhalten zeigen, aber nicht synthetisierbar sind. Günstig erscheint hierbei, die Module vollsynthetisierbar zu gestalten und mittels Testbenches zu simulieren. Die Testbenches stellen dabei funktionale Modelle dar. Es kann sinnvoll sein, Teile der Testbench ebenfalls synthetisierbar zu gestalten, um Testroutinen übernehmen zu können, die im FPGA ausgeführt werden sollen. Abbildung 12 stellt eine mögliche Testumgebung dar. [...]
Der Entwurf von digitalen integrierten Schaltungen hat sich im Lauf der Zeit wesentlich verändert. Aufgrund der Komplexität heutiger Schaltungen ist es nicht mehr möglich diese als Prototypen auf Transistorebene aufzubauen. Vielmehr bedient man sich automatisierten Werkzeugen, so genannten Electronic Design Automation (EDA) Tools. Mit Hilfe dieser Werkzeuge ist es möglich den Entwurfsprozess auf verschiedene Abstraktionsebenen aufzuteilen, was für mehr Übersicht im Design sorgt. Ausserdem lässt sich der Entwurf simulieren, was den Aufbau teurer Prototypen erspart. Der Entwurfsprozess für hierarchisch strukturierte Systeme kann mittels BottomUp- bzw. Top-Down-Methode umgesetzt werden. Bei der ersteren Methode werden Strukturen auf unterster Ebene zusammengesetzt und auf höheren Ebenen immer komplexer. Vorteilhaft ist dabei, dass fertige Substrukturen simuliert und verifiziert werden können. Allerdings kann dieses Verfahren schnell an Übersichtlichkeit verlieren, wenn das Design an Komplexität gewinnt. Beim Top-DownVerfahren geht man von einem Gesamtsystem aus und konkretisiert beim Schritt in die jeweils nächst tiefere Ebene die vorerst nur von ihrer groben Funktionalität definierte Substruktur, wodurch wieder neue Substrukturen entstehen /13/. [...]
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