Konzeptionsentwicklung im Treasury-Management für Banken
Unter besonderer Berücksichtigung der Zinsbuchsteuerung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Denise Manns / Fähnrich, Christian, Christian Fähnrich
- Abgabedatum: September 2007
- Umfang: 119 Seiten
- Dateigröße: 845,2 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Koblenz Deutschland
- Originaltitel: Entwicklung eines Konzeptes zum Treasury-Management für Banken als wesentliches Instrument der ertrags- und risikoorientierten Gesamtbanksteuerung unter Berücksichtigung der Ansätze zum Asset Allocation
- Bibliografie: ca. 26
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0673-8
- ISBN (CD) :978-3-8366-0673-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Denise Manns / Fähnrich, Christian, Christian Fähnrich September 2007: Konzeptionsentwicklung im Treasury-Management für Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zinsbuchsteuerung, Risikosteuerung, Asset-Liability Management, Anlagestrategien, Treasury-Konzepte
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Diplomarbeit von Denise Manns / Fähnrich, Christian, Christian Fähnrich
Problemstellung:
Aktuell befindet sich die Bankenwelt in einem geschäftspolitischen Umbruch. Nach dem grundlegenden Wandel in den achtziger Jahren, der von den Wachstumsphilosophien der sechziger Jahre hin zu einer ertragsorientierten Banksteuerung geführt hat, erfolgt nun eine erneute Anpassung der Geschäftspolitik.
Ausgelöst durch den starken Margendruck im Kundengeschäft versuchen die Banken zusätzliche neue attraktivere Geschäftsfelder zu erschließen. Unterstützt wird dieser Veränderungsprozess durch aufsichtsrechtliche Anforderungen, wie z.B. MaRisk und Basel II. Als Resultat dieser Veränderungen erfolgte eine stärkere Fokussierung auf ein adäquates Treasury-Management in den Kreditinstituten, welches zur Gesamtbanksteuerung und zum Gesamtbankrisikomanagement eingesetzt wird. Die gerade skizzierte Entwicklung der Kreditinstitute aufgrund von Gesetzesänderungen und Marktentwicklung machen ein Treasury in einem Kreditinstitut von entsprechender Größe (wie z.B. der Commerzbank) unabdingbar, da die Geschäfte im Eigenhandel und die bearbeiteten Märkte zu komplexe Strukturen aufweisen. Folglich werden für diese Bereiche Spezialisten benötigt, welche gemäß MaRisk vom Risikocontrolling organisatorisch streng getrennt sein müssen.
Somit steht nicht mehr so sehr das Streben nach größeren Marktanteilen im Vordergrund, sondern eine stärkere Rentabilitätsorientierung unter Beachtung des jeweiligen Risikos (Triade des Bankmanagements). Dies hat zur Folge, dass in vielen Bankhäusern eine wertorientierte zweidimensionale Risk-Return-Steuerung mit Benchmarks zur Risikoidentifizierung und -bewertung eingesetzt wird. Um die vorhandenen Ertragspotentiale nutzen zu können, sind die Kreditinstitute heutzutage bereit in einem kalkulierbaren Rahmen Risiken (Zins-, Aktien- und Währungsrisiken) einzugehen. Eine der zentralen Aufgaben des Treasury-Managements ist die Steuerung dieser Risiken.
Gang der Untersuchung:
Nach einem einführenden ersten Kapitel werden im zweiten Kapitel zunächst die theoretischen Grundlagen im Hinblick auf die Struktur des deutschen Bankensystems, sowie die Grundlagen der Struktursteuerung, erläutert Weiterhin beschäftigt sich das Kapitel mit den Instrumenten des dualen Steuerungsmodells, darauf aufbauend wird in die risiko- und ertragsorientierte Gesamtbanksteuerung eingeführt.
Nachdem die allgemeinen Grundlagen der Gesamtbanksteuerung erläutert wurden, folgt die Darstellung der Bankbilanz. Aus der Erklärung der Gesamtbankbilanz wird der Eigenkapitalbegriff speziell herausgegriffen und im darauf folgenden Kapitel, aufgrund seiner Bedeutung in der Bankenwelt, explizit erläutert. Vom Eigenkapitalbegriff wird dann auf die rechtlichen Grundlagen zum Führen von Bankgeschäften übergeleitet. So wird zunächst im Rahmen der rechtlichen Grundlagen auf Basel II eingegangen, dabei ist den MaRisk in diesem Zusammenhang ein eigenes Kapitel gewidmet, da sie eine besondere Bedeutung für das Treasury bzw. Risikomanagement haben. Anschließend werden die einzelnen Risikokategorien erläutert, welche bei einer Geschäftstätigkeit im Bankensektor auftreten können.
Das dritte Kapitel führt in das Treasury-Management ein. Zuerst ein kurzer historischer Blick auf die Entwicklung des Treasury, darauf folgend eine Definition als Basis einer organisatorischen Einordnung bzw. Abgrenzung innerhalb der Gesamtbankorganisation. Durch die Differenzierung von Risikomanagement und -controlling, werden auch die MaRisk in die theoretische Erläuterung des Treasury eingebunden.
Im anschließenden Kapitel werden zunächst die grundsätzlichen Steuerungskonzeptionen erläutert, da diese einen wesentlichen Einfluss auf die organisatorischen Strukturen des Treasury hat. Aufbauend auf den Steuerungskonzeptionen des Treasury werden die grundsätzlichen organisatorischen Strukturen einer Treasury-Abteilung dargestellt. Ein eigener Abschnitt beschäftigt sich mit der Bedeutung des Strukturausschusses im Rahmen der Organisation des Treasury. Im abschließenden Abschnitt der Einführung in das Treasury, informiert dieses Buch über die grundlegenden Basisvoraussetzungen, die in einem Kreditinstitut für den sinnvollen Einsatz eines Treasury gegeben sein müssen.
Die Funktionen und Aufgaben des Treasury-Management sind Gegenstand des vierten Kapitels dieses Buches. In diesem Zusammenhang wird vertieft auf die spezifischen Risiken im Treasury-Management eingegangen. Dies wird gefolgt von einer intensiven Betrachtung der einzelnen Funktionen und deren Aufgaben im Rahmen des Treasury-Managements. In diesem Zusammenhang werden die Treasury-Bereiche Handel, Liquiditätssteuerung, Research, Unterstützungsfunktion und Asset-Liability-Management untersucht.
Ein intensiver Blick auf die Buchsteuerung gewährt der darauf folgende Abschnitt 4.3, so wird zum einen ein Überblick über die verschiedenen Buchtypen gegeben und zum anderen eine Differenzierung zwischen strategischen und operativen Büchern getroffen. Welche Möglichkeiten ein Kreditinstitut im Zusammenhang mit dem Risikomanagement hat, ist Gegenstand des abschließenden Abschnitts dieses Kapitels.
Das fünfte Kapitel bildet den Abschluss des theoretischen Teils dieser Buches. Darin werden die einzelnen Prozessschritte zur Einführung einer Treasury-Abteilung hergeleitet.
Aufbauend auf dem theoretischen Abschnitt dieses Buches erfolgt im sechsten Kapitel eine Fallstudie, die den Aufbau einer Treasury-Abteilung am Beispiel der Alpha-Bank eG zeigt. Die dargestellte Bank basiert auf verfremdeten Praxisdaten. Um dem Leser zunächst einen Einblick in die Alpha-Bank eG zu geben, wird diese vorgestellt. Im zweiten Unterkapitel des praktischen Beispiels erfolgt eine Herleitung der Risikotragfähigkeit der Alpha-Bank eG, gepaart mit den theoretischen Aspekten der Risikotragfähigkeit.
Aufbauend auf der Ermittlung der Risikotragfähigkeit beschreibt der nachfolgende Abschnitt das Limitsystem der Alpha-Bank eG. Das vierte Unterkapitel im Rahmen des Praxisfalls stellt die gewählten Benchmarks der Alpha-Bank eG umfassend dar. Nachdem alle relevanten Daten vorgestellt wurden, beschreibt das nachfolgende Unterkapitel Wege zur Verbesserung der Zinsstruktur. Die letzte Passage im Rahmen der Vorstellung beschäftigt sich mit den Cash-Flows der Alpha-Bank eG, ebenfalls gepaart mit den theoretischen Grundlagen einer Cashflow-Generierung innerhalb eines Kreditinstituts.
Im siebten Kapitel wird sich mit dem Einführungskonzept für eine Treasury-Abteilung in der Alpha-Bank eG beschäftigt. In diesem Zusammenhang werden die einzelnen Schritte von der Planung bis zur Funktionsprüfung des Treasurys umfassend dargestellt.
Abgeschlossen wird das Buch mit dem achten Kapitel, indem ein allgemeines Fazit gezogen wird, sowie ein Ausblick über die zukünftige Entwicklung der Alpha-Bank eG und deren Treasury-Abteilung gegeben werden.
Zusammenfassung:
Dieses Buch soll dem Leser zunächst die Grundlagen des Treasury-Managements nahe bringen um im weiteren Verlauf eine Konzeption einer Treasury-Abteilung kennen zu lernen. Die Entwicklung des Treasury-Managements konzentriert sich vor allem auf das strategische Zinsbuch, da dieses für den genossenschaftlichen Banksektor besonders relevant ist.
In der praktischen Umsetzung soll der Leser die im theoretischen Teil erwähnten Grundlagen wieder finden und ein Beispiel für eine Realisierung in der Praxis vorfinden. Weiterhin soll dem Leser am Beispiel der Alpha-Bank eG die Umsetzung in Projektform näher gebracht werden; dies beinhaltet den Planungs-, Umsetzungs- und dauerhaften Überprüfungsprozess.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einführung in die Thematik | 1 |
| 1.2 | Aufbau des Buches | 2 |
| 1.3 | Ziel des Buches | 4 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Struktur des deutschen Bankensystems | 5 |
| 2.2 | Grundsatz Struktursteuerung | 5 |
| 2.3 | Instrumente des Dualen Steuerungsmodells | 7 |
| 2.4 | Risiko- und Ertragsorientierung | 9 |
| 2.4.1 | Risikoorientierung | 10 |
| 2.4.2 | Ertragsorientierung | 11 |
| 2.5 | Bankbilanz | 13 |
| 2.6 | Der Eigenkapitalbegriff | 14 |
| 2.7 | Basel II | 15 |
| 2.8 | MaRisk | 18 |
| 2.9 | Risikokategorien | 19 |
| 2.9.1 | Finanzrisiken vs. operationelle Risiken | 20 |
| 2.9.2 | Transaktionsrisiken vs. Positionsrisiken | 21 |
| 2.9.3 | Erfolgsrisiken vs. Liquiditätsrisiken | 22 |
| 2.9.4 | Gegenparteirisiken vs. Marktrisiken | 22 |
| 2.9.5 | Liquiditätsrisiken | 24 |
| 2.9.6 | Einzelgeschäfts- vs. geschäftsstrukturbezogenen Risiken | 26 |
| 2.9.7 | Systematische vs. unsystematische Risiken | 26 |
| 3. | Einführung in das Treasury-Management | 27 |
| 3.1 | Historische Entwicklung des Treasury-Management | 27 |
| 3.2 | Definition des Treasury | 28 |
| 3.3 | Einordnung des Treasury in die Gesamtbankorganisation | 29 |
| 3.4 | Unterscheidung Risikomanagement und -controlling | 33 |
| 3.5 | Steuerungskonzeptionen des Treasury-Management | 34 |
| 3.6 | Organisatorischer Aufbau der Treasury-Abteilung | 35 |
| 3.7 | Strukturausschuss | 38 |
| 3.8 | Basisvoraussetzung für ein Treasury-Management | 38 |
| 4. | Funktionen und Aufgaben des Treasury-Management | 40 |
| 4.1 | Risiken im Treasury-Management | 40 |
| 4.2 | Funktionen/Aufgaben des Treasury | 46 |
| 4.2.1 | Handel | 46 |
| 4.2.1.1 | Philosophien von Handelsgeschäften | 47 |
| 4.2.1.2 | Handelsstrategien | 49 |
| 4.2.2 | Liquiditätssteuerungsfunktion | 50 |
| 4.2.3 | Research | 52 |
| 4.2.4 | Unterstützungsfunktion | 54 |
| 4.2.5 | Asset-Liability-Management | 57 |
| 4.2.6 | Strategische Asset Allocation | 59 |
| 4.2.6.1 | Assetklassen | 61 |
| 4.2.6.2 | Benchmarks in der strategischen Asset Allocation | 64 |
| 4.3 | Buchsteuerung | 66 |
| 4.3.1 | Strategisches Zinsbuch | 68 |
| 4.3.2 | Strategisches Aktienbuch | 68 |
| 4.3.3 | Strategisches Währungsbuch | 69 |
| 4.3.4 | Handelsbücher | 70 |
| 4.4 | Grundlagen der modernen Portfoliotheorie | 70 |
| 4.5 | Methoden zum Risikomanagement | 72 |
| 4.5.1 | Eigenmanagement von Risiken | 72 |
| 4.5.2 | Fremdmanagement von Risiken | 73 |
| 5. | Umsetzungsschritte zur Einführung eines Treasury | 76 |
| 6. | Fallstudie: Konzeptentwicklung der Alpha-Bank eG | 80 |
| 6.1 | Vorstellung der Alpha-Bank eG | 80 |
| 6.2 | Bestimmung der Risikotragfähigkeit der Alpha-Bank eG | 81 |
| 6.3 | Limitsystem | 84 |
| 6.4 | Benchmarkmodel der Alpha-Bank eG | 89 |
| 6.5 | Wege zur Verbesserung des Alpha-Bank-Portfolios | 91 |
| 6.6 | Entwicklung der Cashflows | 93 |
| 6.6.1 | Grundlagen der Cashflow-Generierung | 93 |
| 6.6.2 | Die Cashflow-Struktur der Alpha-Bank eG | 95 |
| 7. | Entwicklung eines Treasurykonzeptes | 100 |
| 7.1 | Planung des Projektes "Treasury-Abteilung" | 101 |
| 7.2 | Umsetzung der Soll-Konzeption in der Alpha-Bank eG | 104 |
| 7.2.1 | Allgemeine Umsetzungsschritte des Soll-Konzeptes | 104 |
| 7.2.2 | Umsetzung des Sollkonzeptes in Eigenanlageprodukten | 106 |
| 7.3 | Überprüfung des Soll-Konzeptes im laufenden Geschäft | 111 |
| 8. | Fazit und Ausblick | 113 |
| Anhangverzeichnis | 116 | |
| Glossar | 134 | |
| Abbildungsverzeichnis | 140 | |
| Literaturverzeichnis | 142 |
Textprobe:
Kapitel 4.2, Funktionen/Aufgaben des Treasury:
Handel:
Für die Abgrenzung des Bereichs Handel vom ALM ist es zunächst notwendig, eine Unterscheidung zwischen dem Handels- und Anlagenbuch vorzunehmen. Im Handelsbuch werden alle Geschäfte erfasst, bei denen das Kreditinstitut durch Ausnutzung kurzfristiger Marktschwankungen einen Eigenhandelserfolg erzielt. Beispielhaft können für Handelsbuchgeschäfte der Kauf und Verkauf von Staatsanleihen, Aktien, Terminkontrakten, OTC und EUREX-Optionen aufgeführt werden. Zudem wird das Handelsbuch zur Sicherung der ständigen Handlungsfähigkeit im Kundengeschäft genutzt. Das Anlagenbuch hingegen, erfasst alle Geschäfte, die nicht dem Handelsbuch zuzuordnen sind.
Weiterhin ist zu klären, was in der Bankenwelt unter dem Begriff „kurzfristig“ zu verstehen ist. In einer Bank wird ein Zeitraum zwischen einem Tag und sechs Monaten als kurzfristig bezeichnet. Sollten Handelsbuchgeschäfte jedoch über diesen Zeitraum hinaus noch im Portfolio vorhanden sein, ist durch den Gesamtvorstand über die zukünftige Zuordnung der Geschäfte zu entscheiden und dieses schlüssig zu dokumentieren.
Den Abschluss von Handelsgeschäften führt das Treasury, im Rahmen der vom Strukturausschuss beschlossenen Limite, eigenverantwortlich durch. Eine Ausnahme bilden Geschäfte, die mit Adressausfallrisiken behaftet sind, für diese muss vor dem Geschäftsabschluss ein genehmigtes Limit hinsichtlich des Emittenten-, Erfüllungs- und Wiedereindeckungsrisikos vorliegen.
Philosophien von Handelsgeschäften:
Für das Betreiben von Eigengeschäften können in der Bank drei Philosophien unterschieden werden, das Trading, Hedging und die Arbitragegeschäfte, welche nachfolgend erläutert werden.
Im Rahmen des Trading werden vom Kreditinstitut Kurs- bzw. Marktschwankungen ausgenutzt um einen zusätzlichen Erfolg zu erzielen. Dabei ist es für das Trading typisch, dass die Banken bewusst offene Positionen (Risiken) eingehen um einen zusätzlichen Ertrag zu erwirtschaften. Eine Möglichkeit ein Trading durchzuführen bietet die Spekulation mit Zinsfutures. In der einfachsten Form kann die Spekulation mit Zinsfutures durch den Kauf (Long-Future) oder den Verkauf (Short-Future) von Kontrakten betrieben werden. Jedoch sollte das Kreditinstitut beim Betreiben derartiger Geschäfte fortwährend darauf achten, dass eine zuverlässige Zins- bzw. Kursvorhersage möglich ist um z.B. entsprechende Kontrollen hinsichtlich der Triade des Bankmanagements (Vgl. Abbildung 2) durchführen zu können.
Sollte die Bank eine Long-Position eingehen, rechnet sie damit, dass die Kurse steigen und die Renditen sinken. Im Falle einer Short-Position wird damit gerechnet, dass die Kurse fallen und die Renditen steigen. Das Abschließen der Futurekontrakte eröffnet dem Kreditinstitut, gegenüber normalen Kassatransaktionen (Basiswerte), größere Renditechancen aufgrund der Hebelwirkung des Produktes, allerdings erhöht ein solches Geschäft auch das Verlustrisiko. Das Verlustrisiko kann jedoch bis zu einem gewissen Punkt, durch das Setzen von Stop-Orders begrenzt werden. Daher wird beispielsweise bei Long-Positionen in Futures häufig eine Stop-Sell-Order eingerichtet, die bei Erreichen eines bestimmten Kurswertes den Verkauf des Futures auslöst und so die Position schließt.
Bei Arbitragegeschäften versucht der Trader unterschiedliche Preise zwischen ähnlichen Produkten oder auch zwischen Future- und Kassamärkten auszunutzen. So ergibt sich bei einem Financial Future häufig ein zusätzlicher Ertrag durch hohe Preisunterschiede zwischen dem Kassa- und dem Terminmarkt. Die Arbitrage kann sich ebenfalls durch Preisdifferenzen an zwei verschiedenen Börsenplätzen ergeben, so derselbe Future an beiden Börsen gleichzeitig gehandelt wird. In diesem Fall wird der Future am Handelsplatz mit dem niedrigern Preis gekauft und am Anderen mit dem höheren Preis verkauft. Wesentlich häufiger ergibt sich das Arbitragegeschäft jedoch aus den Kursungleichgeweichten zwischen dem jeweiligen Future und dem zugrunde liegenden Basiswert. Hier werden zwei Arbitrageformen unterschieden, die Cash-and-carry-Arbitrage und die Reverse-cash-and-carry-Arbitrage. Im ersten Fall ist der aktuelle Terminkurs höher/niedriger als der errechnete, die so genannte Fair Value. In einem solchen Fall werden die Marktteilnehmer, je nach Position (Short, Long), den Basiswert kaufen/verkaufen und den Terminkontrakt (Future) verkaufen/kaufen. Die dabei entstehende Differenz wird somit als Gewinn realisiert, d.h. es ist günstiger den Basiswert zu halten, als den Erlös aus dem Future am vereinbarten Erfüllungstag abzuwarten. Im umgekehrten Fall ist der Future unterbewertet und es wird die so genannte Reverse-cash-and-carry-Arbitrage von den Marktteilnehmern betrieben. In diesem Fall wird der Future gekauft und gleichzeitig ein Leerverkauf der Kassaposition durchgeführt.
Die letzte Art von Handelsgeschäften ist das Hedging. Dabei dienen die Handelsaktivitäten als reine Absicherung bestehender oder noch im Aufbau befindlicher Positionen. Durch derartige Aktivitäten möchte sich das Kreditinstitut gegen ungewünschte Marktentwicklungen durch das Eingehen einer offenen Position absichern.
Handelsstrategien:
Um eine Strategieempfehlung für den Eigenhandel abgeben zu können, ist es zunächst notwendig, dass man den Zeithorizont der Aktivitäten bestimmt. Dabei wird in der Praxis zwischen mittelfristigen, kurzfristigen und sehr kurzfristigen Eigenhandelsaktivitäten unterschieden.
Für mittelfristige Eigenhandelsaktivitäten, die über einen Zeitraum von sechs Monaten bis ein Jahr reichen, kann beispielsweise das Trading-System der Genossenschaftsbanken „Trend Consult“ verwendet werden. Mit Hilfe dieses Systems werden auf Basis des deutschen Rentenmarktes Kauf- und Verkaufsignale gegeben. Die jeweiligen Signale werden auf Basis der Analyse eines optimierten gleitenden Durchschnitts gegeben. Mit dieser Analyse ist es möglich Kauf- und Verkaufsempfehlungen für den fünf- und zehnjährigen Laufzeitbereich zu erteilen. Die jeweiligen Kauf- und Verkaufsignale sind dann für einen Zeitraum von vier Wochen bis zu drei Monaten zu erwarten. Diese Strategie hat den Vorteil, dass sie aufgrund der EDV Unterstützung, mit einem relativ geringen Zeit- und Personalaufwand verbunden ist.
Bei den kurzfristigen Handelsaktivitäten erhöht sich der personelle und zeitliche Aufwand im Vergleich zu den mittelfristigen Aktivitäten, auch tritt die technische Analyse mehr in den Vordergrund. Außerdem kommt den derivativen Produkten eine größere Bedeutung zu, so erfolgt hier der Handel vorwiegend mit Futures im Intra-Day-Trading. Um diese Form des Handels erfolgreich betreiben zu können, ist es notwendig, dass vor Ort eigene Informationsmedien vorhanden sind. Zur Ausnutzung von Kursschwankungen, die innerhalb eines Tages auftreten, ist es notwendig, dass man direkt an die entsprechenden Informationssysteme des Handelsplatzes, wie z.B. Realtime-Kurse, angeschlossen ist. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die jeweilige Position ständig überwacht wird. Entsprechend ist dies mit einem sehr hohen zeitlichen und personellen Aufwand verbunden.
Unabhängig von den Handelsstrategien und dem personellen Aufwand ist das Betreiben von Handelsaktivitäten mit diversen Risiken verbunden (Vgl. Abbildung 12), beispielhaft seien hier das Aktien-, Währungs- und Zinsänderungsrisiko genannt. Mit welchen Risiken das jeweilige Handelsgeschäft behaftet ist, hängt logischerweise vom gehandelten Produkt ab. So beinhalten z.B. Aktienwerte in Fremdwährung neben dem Aktienkursrisiko, auch noch zusätzlich ein Fremdwährungsrisiko.
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http://www.diplom.de/ean/9783836606738
Arbeit zitieren:
Denise Manns / Fähnrich, Christian, Christian Fähnrich September 2007: Konzeptionsentwicklung im Treasury-Management für Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
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Zinsbuchsteuerung, Risikosteuerung, Asset-Liability Management, Anlagestrategien, Treasury-Konzepte



