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Konzeptionierung einer Verbrauchssteuerung bei vernetzten Prokuktionsabläufen

Konzeptionierung einer Verbrauchssteuerung bei vernetzten Prokuktionsabläufen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars Vollmer
  • Abgabedatum: November 1996
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 6,5 MB
  • Note: 0,7
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0871-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0871-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0871-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vollmer, Lars November 1996: Konzeptionierung einer Verbrauchssteuerung bei vernetzten Prokuktionsabläufen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Praxisbeispiel, Bestandssenkung, Auslegung der Parameter, Kanbau-Steuerung, Liefertermineinhaltung

Diplomarbeit von Lars Vollmer

Problemstellung:

Die Zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen! Die ständig wachsende Dynamik des unternehmerischen Umfeldes verlangt heute mehr denn je auch ein Wandel individueller Zielsetzungen und Gewohnheiten. Ein starre autoritäre Denkweise in linearen Wirkungsketten verliert vor dem Hintergrund permanenter Steigerung der betrieblichen Komplexität zunehmend an Bedeutung. So sind Verfahren gefordert, die es auf Basis selbstregelnder Prozesse und dezentraler Strukturen ermöglichen, das unternehmerische Bestreben nach Schnelligkeit und Flexibilität umzusetzen.

Infolge stetig wachsenden Kostendruckes und der weitestgehenden Erschöpfung technologischen Potentials, beherrschen logistische Ansätze das Bild der modernen Produktionstechnik. Ein Unternehmen, das in der heutigen Zeit weiterhin Existenzsekurität und Rentabilitätssteigerung anstrebt, kommt nicht umhin, moderne schlagwortartige Konzepte wie "Just-in-Time-Production", "modulare-", "fraktale-" und "holonische" Ablauforganisation, "Shop Floor Management" und ähnliches in betriebliche Denkprozesse miteinzubeziehen.

Einer der wesentlichen Ansätze ist die Verschiebung der unternehmerischen Orientierung in Richtung des Kunden. Dabei wird der reinen Technologieausrichtung und der Optimierung der Maschinenauslastung der Rücken gekehrt (Bild 1.1). Das Ziel einer produktionsorientierten Bestandsminimierung rückt damit in greifbare Nähe.

Als Folge der Verschiebung des unternehmerischen Zielsystems ergeben sich bedeutende Veränderungen der Randbedingungen. So verläuft der Trend weg von einer zentral organisierten Push-, hin zu einer den einzelnen Mitarbeiter einbindenen Pull-Steuerung, die ein Produkt aus der Fertigung "herauszusaugen" vermag. Daraus resultiert eine Optimierung der logistischen Zielgrößen wie Durchlaufzeit, Termineinhaltung und Bestand. Lediglich eine Minderauslastung der Betriebsmittel muß in Kauf genommen werden.

Neben dem herkömmlichen PPS-System haben sich als Reaktion auf die gravierenden Nachteile der Methode in jüngerer Zeit alternative Konzepte zur Produktionsplanung und -steuerung entwickelt. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang das Fortschrittzahlenkonzept, das vor allem in der Automobil- und Automobilzulieferindustrie weite Verbreitung gefunden hat sowie die belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA), die sich primär für den kundenauftragsorientierten Einzel- und Kleinserienfertiger eignet.

Bei allen genannten Steuerungskonzepten wird der Impuls zur Fertigung von einer zentralen Planungsstelle ausgelöst. Auf diesen Einstoß hin, durchläuft das Erzeugnis einzelne Wertschöpfungsstufen, bevor es in der Regel zum geforderten Termin das Unternehmen verlassen kann. Das Produkt wird förmlich durch die Fertigung geschoben (Bild 1.2), wobei sich besonders die Kundenferne und der sich auftürmende Bestand als prinzipbedingte Nachteile ergeben.

Demgegenüber steht die Verbrauchssteuerung, die nach dem Pull-Prinzip funktioniert. Bei dieser Steuerungsvariante ist es dem Kunden möglich, quasi unmittelbar das gewünschte Produkt der letzten Fertigungsstufe zu entnehmen, ohne die Produktentstehung abzuwarten. Die letzte Montagestufe erhält als Folge des Abgriffs den Auftrag, die entstandene Lücke im Lager wiederaufzufüllen. Diese wiederum gibt der vorherigen Station den Anstoß zur Produktion. Auf diese Weise setzt sich der von der letzten Stufe ausgehende Produktionsimpuls über alle Stufen bis zur Beschaffung fort, so daß gemäß der Pull-Analogie der Kunde auf die Fertigung eine "Sogwirkung" auslöst und das Produkt quasi herauszieht. Der Bestand als eine logistische Hauptgröße und ein inzwischen wettbewerbsrelevanter Faktor läßt sich in einer nach dem Pull-Prinzip arbeitenden Fertigung bedeutend senken, so daß neben der direkten Kundenorientierung eine deutliche Wirtschaftlichkeitssteigerung zu erwarten ist.

Ziel der Arbeit ist die rasche Auslegung eines solchen Steuerungskonzepts mit der Absicht, bei gleichzeitig niedrigen Beständen und Durchlaufzeiten eine kundenoptimale Liefertreue zu erreichen. Dies wird einleitend theoretisch hergeleitet und anschließend an einem Praxisbeispiel verifiziert.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der verwendeten Formelzeichen
Bildverzeichnis
1. Einführung
1.1 Wandel der unternehmerischen Zielorientierung
1.2 Die Verbrauchssteuerung als Hilfsmittel zur Kundenausrichtung
1.2.1 Funktionsweise
1.2.2 Bedarfsanmeldungsvarianten
1.3 Randbedingungen
1.3.1 Einsatzgebiete
1.3.2 Umsetzungsmaßgaben
1.4 Beurteilung des Steuerungsprinzips
2. Definition der Konfigurationsparameter
2.1 Wiederbeschaffungszeit
2.2 Losgröße
2.3 Behälteranzahl und -inhalt
2.4 Turnover
2.5 Auslegungsverfahren und deren Defizite
3. Entwicklung eines Prozeßmodells zur allgemeingültigen Beschreibung verbrauchsgesteuerter Fertigungsabläufe
3.1 Grundformen der Durchlaufdiagramme
3.1.1 Arbeitssystem-Durchlaufdiagramm
3.1.2 Lager-Durchlaufdiagramm
3.2 Ableitung des Wiederbeschaffungsdiagramms
3.2.1 Trichtermodell der Verbrauchssteuerung
3.2.2 Wiederbeschaffungsdiagramm
3.3 Wiederbeschaffungslogistische Kennzahlen
3.4 Warteschlangentheorie
4. Vorgehensweise zur Konfigurierung der Verbrauchssteuerung
4.1 Losgrößenbestimmung
4.1.1 Determinierung der System-Rüsthäufigkeit
4.1.2 Aufteilung der Rüsthäufigkeit auf die Varianten
4.2 Evaluierung des Behälterinhaltes
4.2.1 Ermittlung des kleinsten Produktionsloses
4.2.2 Losgrößenabgleich
4.3 Dimensionierung der Systemkapazität
4.3.1 Wirtschaftliche Auslastung
4.3.2 Kennliniengestützte Auslastungsbewertung
4.4 Auslegung der Pufferbestände
4.4.1 Abschätzung der Wiederbeschaffungszeit auf der Basis der Warteschlangentheorie
4.4.2 Auslegung der Sicherheitsbestände
4.4.3 Fehlerbetrachtung
4.5 Modellgestützte Bewertung der Prozeßkette
4.5.1 Wiederbeschaffungsdiagramm
4.5.2 Betriebskennlinie
4.5.3 Lagerkennlinie
4.5.4 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
5. Simulationsgestützte Verifizierung anhand eines Praxisbeispiels
5.1 Konzeptionierung der Fertigungssteuerung
5.1.1 Situationsanalyse
5.1.2 Losgrößenbestimmung
5.1.3 Evaluierung der Behälterinhalte
5.1.4 Dimensionierung der Kapazitäten
5.1.5 Auslegung der Pufferbestände
5.2 Bewertung der Konfigurationsparameter
5.2.1 Aufbau des Simulationsmodells
5.2.2 Modellgestützte Ablaufanalyse
5.3 Kritische Würdigung
6. Schlußbetrachtung
7. Anhang
8. Literatur

Arbeit zitieren:
Vollmer, Lars November 1996: Konzeptionierung einer Verbrauchssteuerung bei vernetzten Prokuktionsabläufen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Praxisbeispiel, Bestandssenkung, Auslegung der Parameter, Kanbau-Steuerung, Liefertermineinhaltung

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