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Konzeption unternehmensübergreifender Serviceorganisationstrukturen

Unter besonderer Berücksichtigung von Computer Supported Cooperative Work (CSCW) und Teleservice

Konzeption unternehmensübergreifender Serviceorganisationstrukturen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Günter Lützig
  • Abgabedatum: September 1997
  • Umfang: 149 Seiten
  • Dateigröße: 2,9 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5901-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5901-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5901-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lützig, Günter September 1997: Konzeption unternehmensübergreifender Serviceorganisationstrukturen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: maschinenbau, Gewährleistung, Kooperation, Fernwartung, Outsourcing

Diplomarbeit von Günter Lützig

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Konzeption unternehmensübergreifender Serviceorganisationsformen. Dabei sollen Einsatzmöglichkeiten multimedialer Werkzeuge für Computer Supported Cooperative Work (CSCW) berücksichtigt werden. Die Bearbeitung des Themas erfolgt in drei Teilabschnitten.

Der erste Teil beschäftigt sich mit den Dimensionen des Begriffs Service. Zunächst wird die Motivation für die Beschäftigung mit dem Thema Service in der Investitionsgüterindustrie dargestellt. Es folgt eine Klassifizierung verschiedener Serviceleistungen und eine Untersuchung der Nutzenpotentiale und möglicher Probleme, die sich im Zusammenhang mit dem Angebot von Serviceleistungen ergeben. Die in diesem Teil herausgearbeiteten Kenntnisse bilden somit eine Grundlage, um die Anforderungen, die verschiedene Arten von Serviceleistungen an den Aufbau einer Organisation stellen, besser einschätzen zu können.

Im zweiten Teil werden Werkzeuge vorgestellt, die als Hilfsmittel zur Gestaltung einer effektiven Serviceorganisation dienen. Applikationen aus dem Themenkomplex CSCW stellen Techniken für die Koordination der Interaktion am Service beteiligter Gruppen bereit. Mit TeleService werden Techniken bezeichnet, die eine Diagnose von Maschinenzuständen sowie Eingriffe in die Maschinensteuerung aus der Ferne über ein Telekommunikationsnetz ermöglichen. Damit sind Organisationsformen denkbar, bei denen die Anwesenheit eines Servicemitarbeiters vor Ort nicht mehr unbedingt erforderlich ist. Schließlich werden die Möglichkeiten aufgezeigt, die sich aus Kooperationen im Servicebereich ergeben.

Im dritten Teil der Arbeit werden dann unter Berücksichtigung der aufgezeigten Werkzeuge Serviceorganisationsformen entwickelt und bewertet. Dazu wird zunächst ein Kriterienkatalog zur Beurteilung der Organisationsformen aufgestellt. Die Aufgabenstellung gibt kein detailliertes Einsatzumfeld, in dem die Serviceleistungen erbracht werden sollen, vor. Deshalb werden Bausteine für einzelne Teilaspekte einer Serviceorganisation entwickelt, aus denen sich Organisationsformen zusammensetzen lassen, die flexibel an verschiedene Anforderungen anzupassen sind. Insbesondere wird die Ausgestaltung der Schnittstellen zwischen den in der Serviceorganisation zusammenarbeitenden Partner betrachtet. Für jeden Baustein werden Nutzenpotentiale, Problemfelder, Einsatzkriterien und kostenbeeinflussende Faktoren genannt. Zum Abschluß der Arbeit werden in zwei Szenarien beispielhaft verschiedene unternehmensübergreifende Serviceorganisationsformen vorgestellt.

Aufgrund des beschränkten Umfangs einer Diplomarbeit kann nur eine Einführung in die Thematik gegeben werden. Die Arbeit beschränkt sich auf die Vorstellung und Bewertung einzelner Werkzeuge und klammert die Behandlung technischer Details bewußt aus. Somit ist sie trotz des Abgabedatums Ende 1997 immer noch aktuell und kann dem Leser anhand der erarbeiteten Bausteine hilfreiche Anregungen zum Auf- und Umbau der eigenen Serviceorganisation geben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
Teil I: Dimensionen des Begriffs Service
2. Innovativer Service - Motivation der vorliegenden Arbeit 4
3. Service im Investitionsgüterbereich 8
3.1 Begriffsbestimmungen 8
3.1.1 Investitionsgüter 8
3.1.2 Dienstleistungen 9
3.1.3 Service - Industrielle Dienstleistungen 11
3.2 Einteilung der Serviceleistungen 12
3.2.1 Verbundenheit mit der Hauptleistung 12
3.2.2 Zeitpunkt der Leistungserstellung 14
3.2.3 Art des externen Faktors 14
3.3 Katalog industrieller Dienstleistungen 15
3.3.1 Obligatorische Serviceleistungen 15
3.3.2 Fakultative Serviceleistungen 16
3.3.3 Anmerkungen 18
3.4 Zeitliche Verteilung des Servicebedarfs innerhalb des Nutzungszeitraums der Sachleistung 19
3.5 Bedeutung der Serviceleistungen 20
3.5.1 Gründe für das Angebot von Serviceleistungen aus Herstellersicht 20
3.5.2 Absatzpolitische Aspekte 21
3.5.3 Kommunikation mit dem Kunden 23
3.6 Problemfelder beim Erbringen von Serviceleistungen 24
3.6.1 Kosten 24
3.6.2 Servicequalität und Kundenzufriedenheit 25
3.6.3 Serviceorganisation 28
3.6.4 Spezielle Schwierigkeiten im Exportgeschäft 29
Teil II: Werkzeuge einer effizienten Serviceorganisation
4. Gruppenarbeit und Computer Supported Cooperative Work (CSCW) 32
4.1 Einordnung des Begriffs CSCW 32
4.2 CSCW und industrieller Service 33
4.3 Klassifikation von Gruppenarbeits-Anwendungen 34
4.4 Katalog verfügbarer Technologien 35
4.4.1 Telefon 35
4.4.2 Videotechnologien 36
4.4.3 Elektronische Post 36
4.4.4 Elektronische schwarze Bretter 37
4.4.5 Strukturierte Konversation 37
4.4.6 Intelligente Agenten 38
4.4.7 Administrationsunterstützung 39
4.4.8 Meeting-Support 39
4.4.9 Information Sharing 39
4.4.10 Gemeinsame Dokumentenerstellung 40
4.4.11 Application-Sharing 40
4.4.12 Konferenzsysteme 41
4.4.13 Virtuelle Klassenzimmer 41
4.4.14 Spontane Interaktion: Elektronischer Flur 42
4.5 Workflow Management und Workgroup Computing 42
4.6 Basistechnologien für die Groupware-Entwicklung 43
4.7 Problemfelder im Zusammenhang mit computerunterstützter Gruppenarbeit 44
5. TeleService 46
5.1 Begriffseinordnung 46
5.2 Anwendungsfelder des TeleService 46
5.3 Nutzenpotentiale 50
5.3.1 Nutzen für TS-Anbieter 51
5.3.2 Nutzen für TS-Kunden 52
5.4 Bestandteile eines TS-Systems 52
5.4.1 TS-Kunde 53
5.4.2 TS-Anbieter 54
5.4.3 Kommunikationsnetz 54
5.4.4 Technische Aspekte ausgewählter Komponenten 55
5.5 Kunden-Hotline und Call-Center 57
5.6 Hemmende Faktoren für den TS-Einsatz 58
6 Kooperationen mit Servicepartnern 60
6.1 Formen, Chancen und Risiken einer Kooperation 60
6.1.1 Einordnung und Klassifikation des Begriffs Kooperation 60
6.1.2 Ziele einer Kooperation 62
6.1.3 Problemfelder 66
6.2 Joint Ventures 68
6.3 Outsourcing 69
6.4 Service-Center 70
Teil III: Unternehmensübergreifende Serviceorganisationsformen
7. Kriterien zur Beurteilung einer Serviceorganisation 73
7.1 Hersteller des Produktes 73
7.1.1 Ausprägung des Servicebereichs im Unternehmen 74
7.1.2 Qualifikation der Servicemitarbeiter 74
7.1.3 Kooperationsmöglichkeiten 75
7.2 Eigenschaften des Produktes 76
7.2.1 Allgemeine Produkteigenschaften 76
7.2.2 Störanfälligkeit 77
7.2.3 TS-Eignung 78
7.2.4 Stückzahlen 78
7.3 Maschinenbetreiber 79
7.3.1 Absatzregion 79
7.3.2 Infrastruktur in der Absatzregion 80
7.3.3 Servicebedarf 80
7.3.4 Sonstige Faktoren 81
8. Service-Organisationsbausteine 82
8.1 Allgemeine Aspekte der Serviceorganisation 83
8.1.1 Ausführende der Serviceleistungen 83
8.1.2 Wahl eines Kooperationspartners 87
8.1.3 Aufgaben eines kundennahen Service-Centers 91
8.2 Unterstützung der Serviceaufgaben 94
8.2.1 Einsatz von TS-Technik 94
8.2.2 Standort des TS-Endgerätes 100
8.2.3 CSCW-Hilfsmittel für Kommunikation zwischen Servicepartnern 103
8.2.4 24-Stunden-Bereitschaft 107
8.2.5 Servicerelevante Dokumentation 111
8.2.6 Ersatzteilwirtschaft 116
9. Szenarien verschiedener Serviceorganisationsformen 119
9.1 Szenario A: Weitgehende Übertragung der Serviceaufgaben auf den Betreiber 120
9.1.1 Beschreibung des Szenarios 120
9.1.2 Anwendungsbereiche für Szenario A 122
9.1.3 Variante zur Erweiterung der Servicekooperation mit einem Betreiber 124
9.2 Szenario B: Kundenbetreuung mit Hilfe eines Service-Centers 125
9.2.1 Beschreibung des Szenarios 125
9.2.2 Anwendungsbereiche für Szenario B 128
9.2.3 Variante zur Integration von Dienstleistern aus der Absatzregion 130
9.2.4 Variante zur Einbeziehung eines Zulieferers 132
10. Zusammenfassung und Ausblick 133
11. Literaturverzeichnis 135

Automatisiert erstellter Textauszug:

Tabelle 5-1: Kurzcharakterisierung möglicher TS-Anwendungen TS-Anwendung Beschreibung Installation und Inbetriebnahme Schulung Monteure vor Ort werden durch Fachleute aus dem Werk (z.B. aus der Konstruktionsabteilung) unterstützt. Funktionen der Maschine können über Ferndiagnose überprüft und Steuerungssoftware angepaßt werden. Schulungskräfte können über Fernwartungsfunktionen Arbeitsschritte an einer Maschine demonstrieren und die Aktivitäten des auszubildenden Personals überwachen. In Ergänzung mit einer Videoverbindung und Application-Sharing im Bereich der Maschinensteuerung kann die komplette Schulung durch einen räumlich entfernten Ausbilder durchgeführt werden. Adressaten dieser Tele-Schulung sind sowohl Endkunden als auch Personal in Servicestützpunkten des Herstellers. Kundenberatung Durch die Fernabfrage von Maschinendaten wird der Kontext von Kundenfragen klarer als bei einer reinen Telefonberatung. Dem Kunden können, ähnlich wie im Schulungsfall, bestimmte Maschinenfunktionen vom TS-Anbieter vorgeführt werden. Für die Fragestellung relevante Teile einer Online-Dokumentation können vom Berater aufgerufen werden und dem Kunden damit Informationen geliefert werden, die für ihn vorher nicht zur Verfügung standen oder die er alleine nicht gefunden hatte. Bedarfsabhängige Wartung Die Überwachung von Bauteilen erlaubt dem TS-Anbieter, Wartungsintervalle genauer zu planen und durch Wartung während Perioden geringer Maschinenauslastung Stillstandszeiten zu minimieren. Fehlerdiagnose Ferndiagnose grenzt die Ursachen bei Maschinenstörungen genau ein, Maßnahmen können gezielt eingeleitet werden. Störfallbeseitigung Besonders im Bereich der Elektronik und der Steuerungssoftware lassen sich Störungen mittels Fernwartung beseitigen. Bei Hardwaredefekten können Experten die Arbeit der lokalen Reparaturkräfte aus der Ferne unterstützen. Bauteilüberwachung Die gezielte Überwachung ausfallgefährdeter Bauteile ermöglicht eine rechtzeitige Wartung oder Erneuerung, bevor ein Defekt eintritt. [...]

TS-Funktionen lassen sich in anzeigende und bewertende und aktive und reparierende Maßnahmen unterteilen. Bewertende Funktionen erleichtern dem Kunden oder Hersteller die Beurteilung des Maschinenzustandes und die Fehlersuche. Aktive Maßnahmen greifen direkt in die Maschine ein [ISI97]. Am weitesten verbreitet sind die anzeigenden Funktionen [Hude97], da bei aktiven Maßnahmen die Gefahr von Betriebsunfällen und unerwünschten Eingriffen besteht. Viele Anwendungen können je nach TS-Ausprägung beide Arten von Maßnahmen beinhalten, wie zum Beispiel Reparaturaufgaben, die Ferndiagnose und Fernwartung vereinen. Mittels TeleService kann ein Serviceanbieter die eigenen Mitarbeiter beim Erbringen von Serviceleistungen vor Ort, d.h. beim Maschinenbetreiber, unterstützen. Ebenso können die Mitarbeiter des Betreibers unterstützt werden, so daß die Anwesenheit einer Servicekraft des TS-Anbieters beim Kunden nicht mehr erforderlich ist. Bei vielen Anwendungen ist diese Grenze wiederum fließend, es können je nach gewünschter Servicetiefe sowohl eigenen als auch Kundenmitarbeitern Hilfestellung gegeben werden. Abbildung 5-1 zeigt das Spektrum der TS-Anwendungsfelder [ISI97, Chen97]. [...]

Der Begriff TeleService (im folgenden auch mit TS abgekürzt) wurde erstmals im Jahre 1975 vom amerikanischen Werkzeugmaschinenhersteller Kearney & Trecker zur Beschreibung der Datenfernübertragung im Bereich des Kundendienstes genutzt [Chen97]. In diesem Sinne ist TeleService die telekommunikative Unterstützung der Inbetriebnahme, Störfallbeseitigung, Wartung und Reparatur bei Maschinen und Anlagen. Eine neuere, erweiterte Sichtweise liefert folgende Deutung des Begriffs TeleService: „TeleService wird im folgenden als Unterstützung des Kundendienstes durch IuKKomponenten und -Dienste verstanden, die es ermöglichen, aus der Ferne Diagnosen und Fehlerbehebungen an Maschinen durchzuführen. TeleService wird bei der Installation und Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen, der Behebung von Störfällen und zur Übertragung von neuen Softwareversionen eingesetzt. Künftig wird TeleService u.a. auch in der Prozeßunterstützung und der Kundenberatung neue Einsatzfelder finden“ 21 Auch beim TS-Einsatz bleibt der Mensch zentrales und wichtigstes Glied in der Servicekette. TeleService ist als Ergänzung und Verbesserung konventioneller Serviceleistungen anzusehen. Servicetechniker können ihre Reiseaktivität reduzieren und den Kunden mittels TS-Technik von ihrem Arbeitsplatz aus bei der Störfallbeseitigung unterstützen. Aus den vorhergehenden Ausführungen wird deutlich, daß es Überschneidungen zwischen TeleService und computerunterstützter Gruppenarbeit gibt. TeleService macht teilweise Gebrauch von Groupware-Technologien. Der gemeinsame Zugriff von Hersteller und Betreiber auf Maschinensteuerungen ist eine Form des Application-Sharing. TeleService kann somit als Teilbereich eines umfassenden CSCW-Konzeptes aufgefaßt werden. [...]

Arbeit zitieren:
Lützig, Günter September 1997: Konzeption unternehmensübergreifender Serviceorganisationstrukturen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
maschinenbau, Gewährleistung, Kooperation, Fernwartung, Outsourcing

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