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Konzeption und Gestaltung einer multimedialen Spielgeschichte zur Schreib- und Leseförderung

Konzeption und Gestaltung einer multimedialen Spielgeschichte zur Schreib- und Leseförderung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Maika Paetzold
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 570,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8775-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8775-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8775-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Paetzold, Maika Dezember 2004: Konzeption und Gestaltung einer multimedialen Spielgeschichte zur Schreib- und Leseförderung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sprache, Lernen, Fernsehen, Medienkompetenz, Kinder

Diplomarbeit von Maika Paetzold

Einleitung:

Auf dem Begriff Spiel lastet noch immer der Makel des reinen Zeitvertreibs, der dem eigentlichen Ernst des Lebens entgegensteht. Doch die diametral entgegengesetzte Bedeutung dieser Wortpaare beginnt sich aufzulösen, sobald es zu einer näheren Auseinandersetzung mit beiden Begrifflichkeiten kommt.

Des weiteren zeichnen sich Kausalbeziehungen zwischen dem Spiel sowie der Sprache und damit auch der Schriftsprache ab. Beides scheint elementare Bedeutung für die Struktur des Denkens und des Lernens innezuhaben. Darüber hinaus wird die Imaginationsfähigkeit und damit die Fähigkeit des Denkens in Entwürfen oder Möglichkeiten gefördert. Nach den Ergebnissen der Pisa-Studie, ist einem Viertel aller Fünfzehnjährigen der Zugang zu verstehendem Lesen nur schwer möglich. Da es aber bereits nach dem zwölften Lebensjahr zu einer Verdreifachung im Rückgang des Leseverhaltens kommt, muss dem bereits früher entgegengewirkt werden.

Insbesondere wenn es um den Schriftspracherwerb, die Festigung erlernter Kenntnisse und die Motivation zum Schreiben und Lesen geht, werden die Angebote der neuen Medien oft unter das Vorurteil gestellt, diesen Vorgang eher zu gefährden. Doch Schriftsprach- und Medienkompetenz lassen sich als Kulturtechniken der modernen Industriegesellschaft kaum mehr voneinander trennen. Durch die Stellung des Fernsehen in der kindlichen Erlebnisstruktur, lag es sogar nahe, die Kinder genau dort abzuholen, wo sie sich befinden und die ›Bewerbung‹ des Schreibens und Lesens in den Kontext des bestehenden Bildungsauftrags des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu stellen.

Ausgangspunkt war die Entwicklung einer offenen Geschichte die, unter dem Gesichtspunkt der Schreib und Leseförderung, im Internet fortgeführt werden sollte. Mein Ziel war es, den Lehrern eine Spielgeschichte an die Hand zu geben, welche aus verschiedenen, modular kombinierbaren Medienbausteinen für den Unterrichtsbedarf zusammengestellt werden kann. Dennoch war es mir wichtig, mindestens einen Handlungsstrang linear und für die Kinder leicht zugänglich zu gestalten, um das Projekt nicht zwangsläufig auf den Schulunterricht zu reduzieren. Es sollte die Fertigkeit vermittelt werden, unterschiedlichsten Medien nötige Informationen zu entnehmen, diese zu deuten und zu reflektieren, Freude am Lesen zu finden und fiktionale Handlungsstränge zu entwerfen.

Da große Teile des Projekts in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk entstanden sind, hielt ich es für meine Pflicht, den praxisbezogenen Part meiner Arbeit (Punkt 6.1. bis 10.2.) zurückzuhalten. Die vorliegende Form meiner Arbeit bezieht sich demnach auf den theoretischen Ansatz meines Diplomprojekts.

Inhaltsverzeichnis:

1.1 Motivation 12
1.2 These 12
1.3 Relevanz 13
1.4 Einleitung 13
2. Spiel 15
2.1 Der Spielgedanke 15
2.1.1 Der physiologische Ansatz 16
2.1.2 Der biologische Ansatz 17
2.1.3 Der soziologische Ansatz 18
2.1.4 Der pädagogische Ansatz 19
2.1.5 Der psychologische Ansatz 20
2.1.6 Der ästhetische Ansatz 22
2.2 Charakteristika des Spiels 23
2.2.1 Variable Lösungsmöglichkeiten 23
2.2.2 Regelung des Spielablaufs 24
2.3 Spiel und Kultur 26
2.4 Spiel und Sprache 28
2.4.1 Sprachspiel und Weltbild 29
2.4.2 Sprachspiel und Selbstbild 30
2.5 Spiel als gestaltete Zeit 32
3. Sprache 33
3.1 Lernphilosophie und Spracherwerb 33
3.1.1 Die behavioristische Verhaltenslehre 33
3.1.2 Kritik an dem Lernansatz der Stimulus-Reaktions-Theorie 34
3.1.3 Verstärkung und Sprache 36
3.1.4 Kritik an der behavioristischen Sprachtheorie 37
3.1.5 Spracherwerb und Spiel 38
3.2 Die Vermittlung von Schriftsprache 40
3.2.1 Die Kulturtechnik: Lesen 40
3.2.2 Die Kulturtechnik: Schreiben 41
3.3 Das Erlernen von Schriftsprache 42
3.3.1 Lernen als Prozess 43
3.3.2 Richtlinien und Lehrpläne für den Deutschunterricht 44
3.4 Die PISA-Studie 46
3.5 Erkenntnisse der Leserforschung 48
3.6 Motivation als Lehrinhalt 52
4. Medien 54
4.1 Vermittlung von Medienkompetenz 54
4.2 Kinder und Medien 55
4.2.1 Geschlechtsspezifische Unterschiede 55
4.2.2 Kinder und Bücher 57
4.2.3 Kinder und Fernsehen 57
4.2.4 Kinder und Computer 59
4.3 Medieneinsatz an Schulen 62
4.3.1 IT-Ausstattung an Schulen 62
4.3.2 Gezielter Computereinsatz an Schulen 70
4.3.3 Nutzung des Internets im Unterricht 71
4.3.4 Programmierter Unterricht 72
4.3.5 Schreiben am Computer 73
4.4 Kinder produzieren für Kinder 74
4.4.1 Das Projekt [i:si] 74
4.4.2 Die Schulprojekte des Bürgerradios Düsseldorf 75
4.5 Projektgestaltung für Kinder 78
4.6 Projektgestaltung mit Kindern 79
4.7 Nähere Zielgruppenanalyse 79
5. Fazit 80
10. Schlussbemerkung 85
Anhang: Quellen 87
Anhang: Danksagung 94

Automatisiert erstellter Textauszug:

PISA steht für ›Programme for International Student Assessment‹ und ist die bisher umfassernste Schulleistungsstudie, die international durchgeführt wurde. Die Studie ist Teil des Programms INES der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), welches dazu dient, vergleichende Daten über die Bildungssysteme der 28 OECD-Mitgliedsstaaten und 4 weiterer Länder zur Verfügung zu stellen. Für das OECD steht beim Evaluationsprogramm PISA die zyklische Erfassung von Basiskompetenzen der nachwachsenden Generation, durch international standardisierte Leistungsmessung, im Mittelpunkt. Erfasst wurden Lesekompetenz sowie mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung. Auf Beschluss der Kultusminister der Länder, wurde die Evaluation in Deutschland so erweitert, dass ein Vergleich der Ergebnisse auf Länderebene möglich ist. An der PISA-Erhebung nahmen rund 180.000 fünfzehnjährige Jugendliche teil, welche sich im Jahr 2000 alle noch in schulischer Ausbildung befanden. Im Bereich Lesekompetenz beschäftigt sich PISA nicht nur mit Lesetechnik, sondern hauptsächlich mit Leseverständnis und der Fähigkeit selbständigen Lernens. In den Aufgabenstellungen ging es vor allem darum, Informationen zu ermitteln, zu interpretieren, zu reflektieren und zu bewerten. Gerade im Bereich der Lesekompetenz kam es zu einem äußerst schlechten Abschneiden der Jugendlichen. Deutschland lag bei der Bewertung im unteren Drittel des Ländervergleichs und fiel vor allem durch die, am stärksten ausgeprägte, Prozentualer Anteil von Schülerinnen und Schülern, Leistungsstreuung auf. [...]

Nach Beendigung der Klasse 2 sollten die Schüler in der Lage sein, Sachverhalte, Begebenheiten, Beziehungen und Entscheidungen verständlich darzustellen, eigene Texte in Druckschrift formklar und einigermaßen flüssig zu schreiben, schriftlich gegebene Arbeitsanweisungen zu verstehen und Texte zum eigenen Lesen auszuwählen. Bis zur Beendigung der Grundschulzeit in der Klasse 4 sollten folgende Fähigkeiten erlangt werden: › Überfliegendes Lesen und flüssiges Schreiben › Erfassen eines Themas, Erkennen von Zusammenhängen und Formulierung eigener Meinungen › Strukturierung von Sachverhalten und Begebenheiten › Planen, schreiben und überarbeiten von Texten mit herkömmlichen und neuen Medien › Entwicklung eigener Vorstellungsbilder zu Texten und Vermutungen über den weiteren Fortgang › Gezieltes Finden von Informationen in Texten und Belegen von Aussagen › Erkennen von Wirkungsweisen sprachlicher Mittel und Merkmale einzelner Textgattungen › Techniken des Auswendiglernens und Erlernen von Grammatik und Rechtschreibung › Nutzung verschiedener Medien und grundlegender Zusammenhänge der Produktion und Verbreitung von Texten durch verschiedene Medien Die Kenntnis der Lehrrichtlinien im Fach Deutsch ist für diese Arbeit wichtig, um einerseits einen vagen Anhaltspunkt über die Vorkenntnisse der Kinder in den verschiedenen Altersgruppen zu erhalten, und um andererseits eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit meiner Spielfunktion innerhalb des Lernprozesses zu gewährleisten. Die Spielbedingungen sollten also Bezüge zu Zielen, Inhalten und Schlüsselproblemen im Fach Deutsch haben und das verwendete Schriftsprachniveau sollte dem didaktischen Erkenntnisstand der Kinder entsprechen. Darüber hinaus halte ich eine Anpassungsmöglichkeit bezüglich Komplexität, Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand für sinnvoll. Dass eine angemessene Auseinandersetzung für weitere Lehrangebote im Fachbereich Deutsch notwendig ist, zeigte sich vor allem in den Ergebnissen der PISA-Studie. [...]

Die Aufgaben des Deutschunterrichts in der Grundschule beziehen sich auf das Erlernen des Lesens und Schreibens, der sprachlichen Kreativität, des reflektierten Umgangs mit Sprache, der sinnvollen Verwendung unterschiedlicher Medien sowie auf soziales und demokratisches Handeln. So heißt es in den offiziellen Lehrplänen der Grundschulen in NRW: »Die Fähigkeiten und Fertigkeiten zu kreativem Umgang mit Sprache versetzen die Schülerinnen und Schüler in die Lage, ihre Ideen, Gedanken und Vorstellungen frei zu entwickeln und zu gestalten, mit Texten und Medien spielerisch und experimentierend umzugehen und kulturbezogene Projekte miteinander zu verwirklichen [...] Dies betrifft die angemessene sprachliche Auseinandersetzung mit Ereignissen und Sachverhalten in Wort und Schrift sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten, aus Texten und Medien Informationen zu entnehmen, sie zu deuten und zu reflektieren«.54 Als geeignete und wirkungsvolle Lernformen werden in den Richtlinien gemeinsame Projekte, das Zusammenspiel von Schreiben und Lesen sowie die Möglichkeit individuellen Handelns und Übens angesehen. Darüber hinaus werden Formen des Sprache reflektierenden und mit Sprache spielenden Lernens angesprochen. Als Leitidee gilt die Entwicklung einer ›Lese-SchreibKultur‹ und als Aufgabenschwerpunkt das Planen, Schreiben, Überarbeiten und Veröffentlichen von eigenen Texten, das selbstvergessene, informierende und interpretierende Lesen sowie Kenntnisse über die Nutzung verschiedener Medien. [...]

Arbeit zitieren:
Paetzold, Maika Dezember 2004: Konzeption und Gestaltung einer multimedialen Spielgeschichte zur Schreib- und Leseförderung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sprache, Lernen, Fernsehen, Medienkompetenz, Kinder

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