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Konzeption und Funktionen der Aktienindizierung

Konzeption und Funktionen der Aktienindizierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars Tiemann
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 184 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bielefeld - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5645-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5645-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5645-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tiemann, Lars Mai 2002: Konzeption und Funktionen der Aktienindizierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktien, Kapitalmarkt, Aktienindex, Aktienindizes, Aktienmarkt

Diplomarbeit von Lars Tiemann

Einleitung:

Die Zahl der Aktienindizes hat Anfang des 21. Jahrhunderts weltweit eine Größenordnung von über 33000 erreicht und nimmt ständig weiter zu. In den Medien sind Aktienindizes mittlerweile präsenter als die zugrundeliegenden Aktien selber. Der breiten Bevölkerung sind Aktienindizes, wie der DAX oder der Dow Jones-Index, bekannt. Fundierte Kenntnisse liegen i.d.R. jedoch nicht vor.

Für am Börsengeschehen interessierte Benutzer von Aktienindizes sind Hintergrundinformationen von entscheidender Natur. Diese Informationen und ihre Zusammenhänge sind zwingend, um ein rationales Urteil über die Aussagekraft der jeweiligen Aktienindizes zu bilden.

Die bedeutendsten deutschsprachigen Werke zur Aktienindizierung stammen aus den Jahren 1966 bis 1992. Bleymüller stellte 1966 zum ersten Mal eine Arbeit zu Aktienindizes zusammen. Andere wesentliche Arbeiten folgten von weiteren Verfassern. Nach 1992 erschienen keine umfassenden wissenschaftlichen Werke mehr, die sich primär mit Konzeptionen und Funktionen der Aktienindizierung befaßten. In den letzten Jahren publizierten hauptsächlich Anbieter von Aktienindizes aktuelle und konkrete Auslegungen ihrer eigenen Indizes. Seitdem fehlt es an einem konzeptionellen Werk, das allgemein und zugleich zeitgemäß die Aktienindizierung diskutiert.

Diese Arbeit stellt ein umfassendes Werk zu diesem Thema dar. Das Ziel liegt darin begründet, die angeführte Lücke in der Wissenschaft zu schließen, indem konzeptionelle Ansätze unter aktuellen Bedingungen kritisch diskutiert werden. Zudem setzt sich dieses Werk mit den Funktionen der Aktienindizierung umfangreich auseinander, da sich diese in den letzten Jahren erheblich erweitert haben. Angereichert wird diese Diskussionsgrundlage mit vielen praktischen Beispielen bedeutender Aktienindizes. Darüber hinaus werden ausführlich die aktuellen Gewichtungsumstellungen auf den Free-Float behandelt, sowie die Versuche einiger Anbieter, die Qualität ihrer Aktienindizes durch restriktivere Auswahlkriterien zu steigern.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit besteht aus acht Kapiteln. Dazu greift sie zunächst allgemeine und für das Verständnis notwendige Grundlagen auf, die im zweiten Kapitel dargestellt werden. Anschließend werden im dritten Kapitel ausführlich die verschiedenen Ansätze der Aktienindizierung diskutiert, bevor im vierten Kapitel mit der Konzeption ein zentraler Bestandteil dieses Werks umfassend und zeitgemäß erörtert wird. Im fünften Kapitel wird dieser Teil fortgesetzt, indem die konstituierende Konzeption des vierten Kapitels unter Aktualisierungs-bestrebungen betrachtet wird. Ab dem sechsten Kapitel wird der zweite zentrale Teil dieser Arbeit diskutiert. Dieser betrifft zunächst die unterschiedlichen deskriptiven Aufgabenbereiche der Aktienindizierung. Abschließend werden im siebten Kapitel die operativen Aufgaben erläutert, welche deutlich an Bedeutung gewonnen haben und die Konzeption beeinflussen. Die deskriptiven und operativen Funktionen werden umfassend dargestellt, jedoch beschränkt sich der Verfasser auf die wesentlichen Inhalte. Für jeweils vertiefte Darstellungen wird auf die einschlägige Literatur verwiesen. Das achte Kapitel rundet die Arbeit mit einem Fazit ab.

Der Begriff Aktienkursindex, welcher in den Standardwerken eine zentrale Stellung einnimmt, hat im Jahr 2002 eine andere Bedeutung gewonnen. Während die Autoren, geprägt von Bleymüller, den Begriff im Zusammenhang mit dem statistischen Vergleich von Preisen in Form von Kursen sahen, ist heute der Sinn in der Beziehung von Aktienkursindizes zu Aktienperformanceindizes zu suchen. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit sind die Begriffe Aktienindex und Index synonym zu verwenden. Das Gleiche gilt i.d.R. für die Ausdrücke Aktie, Wert und Titel. Als Grundlage dienen die weiterhin gültigen Regeln der alten deutschen Rechtschreibung. Das Internet hat bei der Beschaffung von aktuellen Informationen für die Anfertigung dieser Arbeit eine bedeutende Stellung eingenommen. Im Bewußtsein von teilweise unseriösen Informationen im Internet hat sich der Verfasser auf die glaubwürdigen Quellen in diesem Medium beschränkt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
2. Grundlagen 3
2.1 Motive und Ziele der Aktienindizierung 3
2.2 Vorstellung der Index-Theorie 4
2.2.1 Einführung 4
2.2.2 Elementarindizes 6
2.2.3 Generalindizes 8
2.2.4 Gewichtete Indizes 10
2.3 Historie 10
2.3.1 Aktienindizierung weltweit 10
2.3.2 Aktienindizierung in Deutschland 13
2.4 Emmitenten von Aktienindizes 15
2.5 Anforderungen an die Aktienindizierung 17
3. Arten 20
3.1 Einführung 20
3.2 Kurs- und Performanceindizes 21
3.3 All-Share- und Auswahlindizes 23
3.4 Marktsegmentierte Indizes 25
3.5 Subindizes 28
4. Konzeption 29
4.1 Einführung 29
4.2 Basierung 30
4.3 Berechnungsformeln 32
4.3.1 Einführung 32
4.3.2 Formel nach Laspeyres 33
4.3.3 Formel nach Paasche 34
4.3.4 Wertindex 35
4.3.5 Ungewogener arithmetischer Kursdurchschnitt 36
4.3.6 Zusammenfassung 37
4.4 Gewichtungsgrundlagen 40
4.4.1 Einführung 40
4.4.2 Marktkapitalisierung 41
4.4.3 Free-Float 42
4.4.4 Börsenumsatz 44
4.4.5 Kursgewichtung 45
4.4.6 Zusammenfassung 46
4.5 Auswahlgrundlagen 49
4.5.1 Einführung 49
4.5.2 Anzahl der Aktien 50
4.5.3 Auswahlverfahren 51
4.5.4 Bedingungen 54
4.5.5 Zusammenfassung 56
5. Laufende Anpassungen 59
5.1 Einführung 59
5.2 Korrekturen 59
5.2.1 Dividendenbereinigungen 59
5.2.2 Kapitalveränderungen 62
5.3 Änderungen der Indexzusammensetzung 66
5.4 Verkettungen 68
5.5 Zusammenfassung 71
6. Deskriptive Funktionen 73
6.1 Einführung 73
6.2 Aktienerfolg 73
6.3 Benchmarking 75
6.3.1 Einführung 75
6.3.2 Aktienmärkte 76
6.3.3 Anlageformen 77
6.3.4 Individuelle Anlagestrategien 78
6.3.5 Aktienfonds 78
6.3.6 Unternehmensergebnisse 80
6.3.7 Anlageempfehlungen 81
6.3.8 Zusammenfassung 82
6.4 Prognose 83
6.4.1 Einführung 83
6.4.2 Charts 84
6.4.3 Trends und Zyklen 85
6.4.4 Methoden 87
6.4.5 Zusammenfassung 92
6.5 Abweichungsanalyse 93
6.5.1 Einführung 93
6.5.2 Konzept der Volatilitäten 94
6.5.3 Konzept der Beta-Faktoren 97
6.5.4 Zusammenfassung 99
6.6 Konjunkturindikator 101
7. Operative Funktionen 104
7.1 Einführung 104
7.2 Grundlage für Terminmarktinstrumente 105
7.2.1 Einführung 105
7.2.2 Motive 106
7.2.3 Aktienindex-Futures 108
7.2.4 Aktienindex-Optionen 110
7.2.5 Weitere Instrumente 113
7.2.6 Zusammenfassung 115
7.3 Indexnachbildung 117
7.3.1 Einführung 117
7.3.2 Programmhandel 118
7.3.3 Indexfonds 120
7.3.4 Indexzertifikate 123
7.3.5 Zusammenfassung 124
8. Fazit 126

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aktualität: Weiter ist die Aktualität von enormem Interesse. Der betreffende Aktienindex ist so zu gestalten, daß er aktuell veröffentlicht wird. Waren früher noch tägliche Veröffentlichungen die Regel und ausreichend, erfordert heute die hohe Volatilität am Aktienmarkt eine fortlaufende Ermittlung während der Handelszeit.28 Um die geforderte Aktualität weiter zu gewährleisten, ist es notwendig, daß die zugrundeliegenden Werte liquide im Handel an der Börse sind, da sonst Verzerrungen durch nicht feststellbare Kurse entstehen. Dieses ist besonders bei den operativen Funktionen nötig, da die Marktteilnehmer hier laufend faire Indexstände für ihre Anlageentscheidungen erwarten. Einfachheit: In der Gegenwart werden Aktienindizes sowohl von privaten wie auch von institutionalisierten Marktteilnehmern, wie Banken, Versicherungen oder Kapitalanlagegesellschaften, benutzt. Für jeden Marktteilnehmer sollte das Ergebnis, der jeweilige Indexstand, transparent und schnell nachvollziehbar sein. Der Index hat somit nicht zwingend allen formal-mathematischen Kriterien zu entsprechen.29 Der Aktienindex ist vielmehr einfach zu gestalten, um eine entsprechende Akzeptanz unter den Marktteilnehmern zu erhalten. Bekanntheit: In diesem Zusammenhang steht auch die Bekanntheit. Nur bekannte Aktienindizes genießen das Interesse von Marktteilnehmern. Die weniger bekannten Indizes stehen im Schatten. Letztere rentieren sich für den Emmitenten nicht, da der erwähnte Imageeffekt ausbleibt und Lizenz- und Infogebühren von Banken aufgrund mangelnder Vermittlungschancen ausfallen. Vertrauen: Ähnlich ist das Vertrauen in einen Index zu sehen. Nur wenn der Aktienindex seriös erscheint, wird er von der Öffentlichkeit akzeptiert und beachtet. Gerade dieser Punkt ist in den letzten Monaten zu einer der wichtigsten Anforderungen geworden. Der Neue Markt hat in Deutschland bis ins Jahr 2002 hinein durch Unstimmigkeiten wie Insolvenzen, Bilanzfälschungen oder Betrügereien viel Vertrauen verloren. Die mangelnden Gewinne der enthaltenen Gesellschaften lassen an einer Ernsthaftigkeit der Indizes in diesem Segment zweifeln. [...]

2.5 Anforderungen an die Aktienindizierung Um den bereits genannten Motiven und Zielen gerecht zu werden, müssen bei der Bildung von Aktienindizes börsenspezifische Anforderungen eine Berücksichtigung finden. Diese Anforderungen werden in der folgenden Darstellung qualitativ erläutert, bevor sie im vierten Abschnitt quantitativ konkretisiert und gelöst werden. Repräsentativität: Eine der wichtigsten Bedingungen an einen Aktienindex ist die Repräsentativität. Der Index sollte das betreffende Segment weitgehend typisch abbilden, um eine Aussage über die charakteristische Entwicklung des Marktes zu ermöglichen. Die repräsentative Abbildung umfaßt, neben der Auswahl von typischen Werten, den Versuch Schwerpunkte des Marktes, wie Branchenschwerpunkte, abzudecken. Auch die unterschiedliche Bedeutung der Bestandteile sollte mittels einer entsprechenden Gewichtung berücksichtigt werden. Veränderungen des Marktes sind ebenso anzupassen. Exaktheit: Der Anspruch an die Exaktheit des Indexes ergibt sich bereits aus den oben genannten Punkten. Zusätzlich ist die Berechnung methodisch genau durchzuführen und das Ergebnis exakt zu veröffentlichen, um die Entwicklung des betreffenden Marktes nicht zu verfälschen. [...]

2.4 Emmitenten von Aktienindizes Hinter Aktienindizes stehen Institutionen, die diese konstruieren und dem Markt anbieten. Dabei handelt es sich entweder um die einzelnen Börsen selber oder es sind externe Institutionen beteiligt, die dem Börsenwesen nahe stehen, wie Verlage mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt, Banken oder andere börsenorientierte Organisationen. Da Aktienindizes i.d.R. mit dem Namen ihres Emmitenten verbunden sind, werden diese Institutionen im Zusammenhang mit Meldungen vom Börsengeschehen in den Medien vielfach genannt und bleiben im Bewußtsein der Öffentlichkeit. Die Emmitenten erhoffen sich mit dieser Verbindung einen Kompetenzzuwachs in Wirtschaftsfragen. Allerdings berechnen auch öffentliche Organisationen Aktienindizes, wie das Statistische Bundesamt. Hier stehen rein statistische Beweggründe im Vordergrund. Die folgende Abbildung ausgewählter Indizes verdeutlicht die Herkunft von bedeutenden Aktienindizes: [...]

Arbeit zitieren:
Tiemann, Lars Mai 2002: Konzeption und Funktionen der Aktienindizierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktien, Kapitalmarkt, Aktienindex, Aktienindizes, Aktienmarkt

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