Konzeption und Entwicklung von Umsetzungsmöglichkeiten einer Personal Balanced Scorecard
Dargestellt am Beispiel der DB Cargo AG
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anke Konrad
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 784,5 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: AKAD Fachhochschule Pinneberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7782-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7782-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7782-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Konrad, Anke Juli 2003: Konzeption und Entwicklung von Umsetzungsmöglichkeiten einer Personal Balanced Scorecard, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: BSC, Kennzahl, Controlling, Zielvereinbarung, Unternehmensstrategie
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Diplomarbeit von Anke Konrad
Einleitung:
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) befindet sich seit 1994 im Umstrukturierungsprozess der Bahnreform, ähnlich wie bei der Deutschen Post AG oder der Deutschen Telekom AG. Das vorrangige Ziel der Bahnreform war die Vereinigung der beiden deutschen Bahnen und die Überführung in ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Dabei sollte bis zum Jahr 2004 die Kapitalmarktfähigkeit erreicht und damit langfristig die Unternehmensexistenz bei gleichzeitiger Loslösung von staatlichen Unterstützungen und Abhängigkeiten gesichert werden.
Auf dem Weg von einer Behörde zu einem gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen galt und gilt es, die Produktivität deutlich zu erhöhen. Im Einzelnen erforderte dies die Erhöhung der Verkehrsleistungen bei gleichzeitiger Optimierung der Organisationsstrukturen und der Belegschaftszahl. Um diesen neuen Anforderungen gerecht werden zu können, war es notwendig, moderne privatwirtschaftliche Managementmethoden einzuführen und diese mit zukunftsorientierten Kommunikations- und Steuerungsinstrumenten zu unterstützen. Im Februar 1999 entschied sich daher der Vorstand der DB AG für die Einführung der BahnStrategieCard im gesamten Bahnkonzern. Die BahnStrategieCard basiert dabei auf dem Grundgedanken des Balanced Scorecard-Ansatzes von Kaplan und Norton.
Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein Unternehmenssteuerungsinstrument, das Anfang der 90er Jahre durch die Herren Kaplan und Norton entwickelt wurde und längst über das Stadium einer Modeerscheinung hinaus geht. Es ist im Gegensatz zu herkömmlichen Kennzahlensystemen zukunftsorientiert, stellt eine direkte Verbindung zur Unternehmensstrategie her und ermöglicht die Unternehmenssteuerung mit quantitativen und qualitativen Kennzahlen. Mit dem System der BSC können die strategischen Unternehmensziele den Führungskräften und Mitarbeitern relativ leicht verständlich nahe gebracht werden. Dies stellt einen herausragenden Vorteil in Zeiten des Umbruchs und der Reorganisation dar, in der sich die Bahn seit einigen Jahren befindet. Durch die guten Steuerungsmöglichkeiten anhand qualitativer Kennzahlen kann die Anwendung der BSC speziell im Personalbereich durchaus sinnvoll und vorteilhaft sein – ein Vorteil, den die DB Cargo AG nutzen sollte.
Eine Unternehmens-BSC wirkt sich auch auf den Personalbereich aus. In einer BSC sind in der Regel nur einige wenige Kennzahlen aus dem Personalbereich aufgenommen, die dann auch meist auf die Mitarbeiterperspektive beschränkt bleiben. Auch die BSC von Kaplan und Norton trifft hierzu nur wenige Aussagen, insbesondere zum Thema Mitarbeiterführung. Hier gibt es aber durchaus Möglichkeiten, aussagekräftige Kennzahlen zu definieren und in die BSC zu integrieren. Gibt es in Unternehmen Funktionale Strategien, also auch eine Personalstrategie, kann es sinnvoll sein, eine BSC speziell für den Personalbereich - eine Personal-BSC - aufzustellen. Gerade in der heutigen Zeit, in der das Personalmanagement großen Veränderungsprozessen gegenübersteht, kann dieses Instrument hervorragende Dienste leisten, da es neben quantitativen eben auch qualitative Kennzahlen messbar machen kann. Sie kann dem Personalbereich die Möglichkeit geben, den eigenen Stellenwert bzw. die eigene Wertschöpfung innerhalb eines Unternehmens aufzuzeigen und in Sachen Eigenmarketing zu verwenden. Ziel dieser Arbeit ist die Konzeption einer Personal-BSC anhand der strategischen Zielen des Personalmanagements und Darlegung der Vorteile der Einführung einer BSC im Personalbereich der DB Cargo AG.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit ist in sechs Kapitel untergliedert. In der Einleitung wird die Problemstellung sowie die Zielsetzung dieser Arbeit kurz dargestellt.
Zusätzlich finden sich in der Einleitung eine Beschreibung der Vorgehensweise und der Aufbau der Arbeit sowie eine kurze Unternehmensdarstellung der DB Cargo AG wieder. Im zweiten Kapitel werden die allgemeinen theoretischen Grundlagen und Definitionen zu den Themen Unternehmen und Personalmanagement, Controlling und Personalcontrolling sowie Balanced Scorecard und Personal Balanced Scorecard behandelt. Im Kapitel drei wird dann die Ausgangssituation speziell im Unternehmen DB Cargo AG analysiert und die eigentliche Zielvorgabe für diese Arbeit beschrieben. Aufbauend auf die Ausführungen und Erkenntnisse aus den Kapiteln zwei und drei werden im vierten Kapitel ein eigener cargospezifischer Lösungsvorschlag entwickelt sowie Möglichkeiten für eine optimale Einführung der Personal-BSC erarbeitet. Im fünften Kapitel erfolgt eine kritische Würdigung sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen i.R. der Personal-BSC. Im Schlussteil wird schließlich ein kurze Zusammenfassung der in dieser Arbeit dargestellten Ergebnisse vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Motiv für die Themenwahl / Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 1.4 | Unternehmensvorstellung | 3 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Einbettung des Personalmanagements in die Gesamtunternehmung | 5 |
| 2.1.1 | Gesamtzusammenhang Unternehmensstrategie und Personalstrategie | 5 |
| 2.1.2 | Einordnung des Personalmanagements in die Unternehmenswelt | 7 |
| 2.1.3 | Personalcontrolling als Teilbereich des Personalmanagements | 9 |
| 2.2 | Rahmenbedingungen und Definitionen des Personalcontrollings | 10 |
| 2.2.1 | Definitionen und Aufgaben des Personalcontrollings | 10 |
| 2.2.2 | Instrumente des Personalcontrollings | 12 |
| 2.3 | Die Balanced Scorecard | 14 |
| 2.3.1 | Historie der Balanced Scorecard | 14 |
| 2.3.2 | Das Konzept der Balanced Scorecard | 17 |
| 2.3.3 | Kriterien für die Auswahl von personalwirtschaftlichen Kennzahlen | 20 |
| 2.3.4 | Möglichkeiten der Kennzahlenbildung | 22 |
| 3. | Ist-Situation | 24 |
| 3.1 | Ausgangssituation und Darstellung der DB Cargo AG | 24 |
| 3.1.1 | Allgemeine Rahmenbedingungen | 24 |
| 3.1.2 | Die Balanced Scorecard bei DB AG und DB Cargo AG | 27 |
| 3.2 | Zielanalyse für eine Einführung der Personal Balanced Scorecard | 29 |
| 3.2.1 | Rahmenbedingungen für die Einführung einer Personal-BSC | 29 |
| 3.2.2 | Erfahrungsstand zur Einführung der Personal Balanced Scorecard | 32 |
| 3.2.3 | Analyse der Pilotversion der Personal Balanced Scorecard | 34 |
| 3.3 | Zusammenfassung der Vorstellungen des Personalbereiches | 35 |
| 4. | Soll-Konzept für den Aufbau einer beispielhaften Personal Balanced Scorecard und Handlungsmöglichkeiten bei der Umsetzung | 37 |
| 4.1 | Personal Balanced Scorecard - eine Zukunftsperspektive für das Personalcontrolling | 37 |
| 4.1.1 | Ableitung von operativen Zielen aus der Personalstrategie | 37 |
| 4.1.2 | Vorschlag zum Aufbau einer Personal Balanced Scorecard | 43 |
| 4.1.2.1 | Mitarbeiterperspektive | 43 |
| 4.1.2.2 | Prozessperspektive | 47 |
| 4.1.2.3 | Kundenperspektive | 52 |
| 4.1.2.4 | Finanzperspektive | 56 |
| 4.2 | Bewertung des Lösungsmodells | 61 |
| 4.3 | Umsetzungsmöglichkeiten der Personal Balanced Scorecard | 62 |
| 4.3.1 | Kommunikation und Einführung der Personal Balanced Scorecard | 62 |
| 4.3.2 | Anpassungsmöglichkeiten | 65 |
| 5. | Kritische Würdigung | 66 |
| 6. | Zusammenfassung | 69 |
| Literaturverzeichnis | 71 |
4.1 Personal Balanced Scorecard - eine Zukunftsperspektive für das Personalcontrolling 4.1.1 Ableitung von operativen Zielen aus der Personalstrategie Die groben Ziele, abgeleitet aus der Konzernpersonalstrategie, sind in Abbildung Abbildung 8 dargestellt. Neben diesen konzernübergreifenden Zielen des Personalressorts werden die cargospezifischen Problemstellungen, wie z.B. die Overheadreduzierung, die Anpassung des Mitarbeiterstammes aufgrund der Optimierung der Produktionsprozesse, in die folgende Betrachtung miteinbezogen. Anhand der dargestellten Wertschöpfungskette (Abbildung 9) lassen sich für die verschiedenen Funktionen des Personalbereiches bei der DB Cargo AG Ziele definieren und Kennzahlen aufstellen. Am Beginn der Wertschöpfungskette steht die Funktion der Personalplanung und des Personalcontrollings. Diese Funktion wird in ihrer Aufgabenstellung stark durch den DB-Konzern beeinflusst. Viele übergreifende Fragestellungen werden auf Konzernebene bearbeitet und anschließend auf die einzelnen Unternehmensbereiche der DB AG übertragen. Dadurch kommen der Personalplanung/-controlling bei der DB Cargo AG eher operative Aufgabenstellungen zu, wie z.B. Optimierung der Personalplanung/Personalbedarfsplanung, Personalkostenplanung, Anpassung der Personalzahlen und der Funktionsabgleich mit der Schenker AG. Die Personalplanung setzt damit gleichzeitig die aktuellen cargospezifischen Rahmenbedingungen, in denen die anderen Personalfunktionen ihre Aufgabenfelder ausgestalten können. Sie ist zudem Dienstleister für die Personalfunktionen als auch für die Fachbereiche. Folgende operative Ziele lassen sich aus den strategischen Zielen anhand dieser Aufgabenstellungen festhalten: [...]
finition und -erhebung vorbei. Dies war aber zu jenem Zeitpunkt sehr schwierig und aufgrund der sich abzeichnenden neuen großen Themenfeldern nach dem Kauf der Stinnes AG nur schwer realisierbar. Daher ist zur Zeit dieses Projekt bis auf weiteres eingestellt mit der Option, bei entsprechenden Vorlage neuer konkret umsetzbarer Konzepte die Pilotanwendung der Personal-BSC wieder aufzunehmen. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die bestehende Pilot-Personal-BSC der DB Cargo AG hinsichtlich der Aussagekraft, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, Erhebungsaufwand und der Anwendbarkeit ihrer Kennzahlen zu überprüfen. Zusätzlich werden aus den strategischen Zielen des Personalmanagements weitere Kennzahlen je Personalfunktion abgeleitet, definiert und bewertet und in Relation zu den bestehenden Kennzahlen gebracht. Dabei soll die bisher sehr personalbetreuungsorientierte Kennzahlenzusammenstellung vervollständigt und mit Kennzahlen aus der Personalentwicklung optimiert werden. Schließlich wird ein Vorschlag für eine optimierte Personal-BSC anhand der gefundenen Ergebnisse aufgezeigt. [...]
Das Projekt zur Einführung einer Personal-BSC im Personalbereich der DB Cargo AG erfolgte unter Federführung der zentralen Abteilung Personalplanung und -controlling. Von Mitte bis Ende des Jahres 2002 wurden erste Erfahrungen mit diesem Instrument gesammelt. Dazu wurden in allen Niederlassungen einheitliche Kennzahlen festgelegt, die in monatlichen Abfragen vom Bereich Personalplanung und -controlling in den Niederlassungen abgefragt und zusammengeführt wurden. Im Rahmen dieser Erhebung wurden vorrangig Kennzahlen erfasst, die quantitativer Natur und dabei möglichst einfach aus den bestehenden Datenverarbeitungssystemen auszuwerten waren. So erfolgte die Pilotanwendung mit den in Abbildung 10 aufgeführten Kennzahlen, wobei weder für die Kennzahlen „Kundenbewertung“ und „Führungsverhalten“ noch für die gesamte Perspektive „Qualität der Leistungserstellung“ umsetzbare Definitionen erarbeitet wurden. Ein wirklicher Mehrwert, gerade hinsichtlich der Messung des eigenen Wertschöpfungsbeitrages (i.S. von Eigenmarketing) ist jedoch mit diesen Kennzahlen nicht zu erreichen. Hier kommt man nicht an einer strukturierten Kennzahlenableitung aus den strategischen Zielen und einer qualitativen Kennzahlende35 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477820
Arbeit zitieren:
Konrad, Anke Juli 2003: Konzeption und Entwicklung von Umsetzungsmöglichkeiten einer Personal Balanced Scorecard, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
BSC, Kennzahl, Controlling, Zielvereinbarung, Unternehmensstrategie



