Konzeption und Abgrenzung von Kunden-Controlling
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peggy Rapko
- Abgabedatum: April 2000
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 567,0 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Handelshochschule Leipzig (HHL) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4749-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4749-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4749-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rapko, Peggy April 2000: Konzeption und Abgrenzung von Kunden-Controlling, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kunden-Controlling
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Diplomarbeit von Peggy Rapko
Einleitung:
Zuerst wird die Problemstellung näher erläutert. Im Anschluss daran werden der Gang der Untersuchung und die Zielsetzung dieser Arbeit dargelegt.
Die Thematik des Controlling ist aus der Praxis heraus erwachsen und hat sich innerhalb der letzten Jahre trotz anfänglicher Akzeptanzprobleme auch in der wissenschaftlichen Theorie etabliert. Die eigenständige Problemstellung des Controlling ergibt sich durch die im Folgenden beschriebenen Entwicklungen.
Zur langfristigen Sicherung seiner finanziellen Ressourcen und damit seiner Existenz muss ein Unternehmen in der Lage sein, ständig auf Veränderungen der Umwelt zu reagieren und sich anzupassen. Die Einflüsse aus der Unternehmensumwelt erhöhen aber zunehmend die Anforderungen an die Unternehmensführung, da durch die steigende Dynamik in der Unternehmensumwelt eine größere Unsicherheit entsteht. Des Weiteren ist eine gestiegene Komplexität der Umwelt zu beobachten, aufgrund von z. B. Internationalisierung bzw. Globalisierung sowie der Intensivierung des Wettbewerbs. Diesen veränderten Umweltbedingungen passen sich die Unternehmen durch Schaffung interner Komplexität, z. B. Wachstum und Dezentralisierung, an. Dadurch wächst der Koordinationsbedarf für Unternehmensaktivitäten. Darüber hinaus muss die Unternehmensumwelt sorgfältig beobachtet werden, um reagieren zu können. Das allein reicht aber nicht aus, da es zunehmend notwendig wird, auch Entwicklungen vorhersehen zu können. Zur Bewältigung dieser Anforderungen sind erhöhte Anstrengungen notwendig, da die Koordinations-, Reaktions-, Anpassungs- und Antizipationsfähigkeiten an Bedeutung gewinnen. Controlling soll helfen, diese Situation im Unternehmen zu meistern, wie später noch näher erläutert wird.
Aufgrund der relativen Neuheit dieses Forschungsgebietes der Wissenschaft und der vorhandenen Differenzen bezüglich des Begriffs des Controlling, ist immer noch eine Fülle von Fragestellungen für die betriebswirtschaftliche Forschung offen. Bei näherer Analyse der verschiedenen Definitions- und Kategorisierungsansätze ist allerdings ein Trend zur Annäherung und Festigung des Begriffs erkennbar.
In den letzten Jahren wurde in der Literatur verstärkt Kundenorientierung thematisiert. Allerdings ist diese Thematik nicht neu, sondern war für Unternehmen schon immer wichtig. Es wird trotz dieser Diskussion jedoch bemängelt, dass Kundenorientierung meist nur ein Lippenbekenntnis ohne reale Auswirkungen ist.
Das Interesse an dieser Thematik resultiert aus zwei gegenläufigen Entwicklungen. Zum einen wird durch die gestiegene Anzahl der Wettbewerber die Anzahl vergleichbarer Produkte zunehmend größer. Dadurch sind zusätzliche Angebote der Unternehmen notwendig, wie z. B. Service, Beratung und Kundendienst, um den Kunden zu bewegen, gerade ihr Produkt zu kaufen. Dieser Druck durch fehlende Produktdifferenzierung wird noch dadurch erhöht, dass die Transparenz der Märkte und damit das Verbraucherbewusstsein durch Medien, wie z. B. Stiftung Warentest und das Internet, steigt. Dadurch sind die Ansprüche der Konsumenten gestiegen, die mit Standardprodukten nicht mehr erfüllt werden können. Auf der anderen Seite sind die Unternehmen zunehmend nicht in der Lage, diese Ansprüche der Kunden zu erkennen und zu erfüllen, weil sie sich den veränderten Marktbedingungen noch nicht angepasst haben. Dies resultiert daraus, dass in großen Unternehmen meist nur noch die Verkäufer eng mit den Kunden zusammenarbeiten. Durch die Dezentralisierung von Unternehmen verlieren die meisten Mitarbeiter den Kontakt zum Kunden und orientieren sich an anderen Ansprüchen, z. B. denen der Vorgesetzten.
Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass verstärkte Anstrengungen für eine bessere Kundenzufriedenheit unternommen wurden. Jedoch waren diese Maßnahmen meist auf die Erreichung eines hohen Marktanteils gerichtet, ohne direkt auf die Wirtschaftlichkeit der Aktivitäten zu achten. Durch diese Fokussierung auf Kundenakquisitionen wurde teilweise der vorhandene Kundenstamm vernachlässigt.
Ein weiterer negativer Trend ist die Fokussierung auf Umsatzmaximierung, ohne die Profitabilität der Kunden zu berücksichtigen. Eine Konzentration auf die bedeutenden und attraktiven Kunden wird vernachlässigt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen ist fraglich, inwieweit das Controlling zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen beitragen kann und ob es sinnvoll und notwendig ist, dazu ein spezielles Controlling einzuführen.
Die Notwendigkeit der Einführung eines speziellen Controlling ist besonders kritisch zu prüfen, da in der Literatur die Tendenz zu finden ist, Controlling mit einer Vielzahl von Sachverhalten zu verknüpfen. Dadurch läuft dieses Wissenschaftsgebiet Gefahr, ausgehöhlt und verwässert zu werden. Aus diesem Grund muss ein spezielles Controlling in der Lage sein, die Anforderungen an ein Wissenschaftsgebiet zu erfüllen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 3 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Erläuterung des Begriffs der Konzeption | 5 |
| 2.2 | Erläuterung des Kundenbegriffs | 8 |
| 3. | Entwicklung einer Konzeption von Kunden-Controlling | 9 |
| 3.1 | Ziele des Kunden- Controlling | 9 |
| 3.1.1 | Generelle Controlling-Ziele | 9 |
| 3.1.2 | Ziele eines Kunden-Controlling | 12 |
| 3.2 | Aufgaben des Kunden-Controlling | 14 |
| 3.2.1 | Erläuterung der Koordinationsfunktion | 14 |
| 3.2.1.1 | Koordinationsfunktion des übergeordneten Controlling | 14 |
| 3.2.1.2 | Koordinationsfunktion des Kunden-Controlling | 16 |
| 3.2.2 | Darstellung der Aufgaben im Planungssystem | 17 |
| 3.2.2.1 | Erläuterung der Aufgaben des Controlling im Planungssystem | 17 |
| 3.2.2.2 | Erarbeitung der Aufgaben des Kunden- Controlling im Planungssystem | 20 |
| 3.2.3 | Darstellung der Aufgaben im Kontrollsystem | 21 |
| 3.2.3.1 | Erläuterung der Aufgaben des Controlling im Kontrollsystem | 21 |
| 3.2.3.2 | Erarbeitung der Aufgaben des Kunden-Controlling im Kontrollsystem | 24 |
| 3.2.4 | Darstellung der Aufgaben im Informationssystem | 25 |
| 3.2.4.1 | Erläuterung der Aufgaben des Controlling im Informationssystem | 25 |
| 3.2.4.2 | Erarbeitung der Aufgaben des Kunden-Controlling im Informationssystem | 29 |
| 3.2.5 | Darstellung der Aufgaben im Organisationssystem | 32 |
| 3.2.5.1 | Erläuterung der Aufgaben des Controlling im Organisationssystem | 32 |
| 3.2.5.2 | Erarbeitung der Aufgaben des Kunden-Controlling im Organisationssystem | 35 |
| 3.2.6 | Darstellung der Aufgaben im Personalführungssystem | 35 |
| 3.2.6.1 | Erläuterung der Aufgaben des Controlling im Personalführungssystem | 35 |
| 3.2.6.2 | Erarbeitung der Aufgaben des Kunden-Controlling im Personalführungssystem | 36 |
| 3.3 | Instrumente des Kunden-Controlling | 37 |
| 3.3.1 | Darstellung der Instrumente im Planungssystem | 38 |
| 3.3.1.1 | Instrumente des Controlling im Planungssystem | 38 |
| 3.3.1.2 | Instrumente des Kunden-Controlling im Planungssystem | 40 |
| 3.3.2 | Darstellung der Instrumente im Kontrollsystem | 41 |
| 3.3.2.1 | Instrumente des Controlling im Kontrollsystem | 41 |
| 3.3.2.2 | Instrumente des Kunden-Controlling im Kontrollsystem | 41 |
| 3.3.3 | Darstellung der Instrumente im Informationssystem | 42 |
| 3.3.3.1 | Instrumente des Controlling im Informationssystem | 42 |
| 3.3.3.2 | Instrumente des Kunden-Controlling im Informationssystem | 45 |
| 3.3.4 | Darstellung der Instrumente im Organisationssystem | 49 |
| 3.3.4.1 | Instrumente des Controlling im Organisationssystem | 49 |
| 3.3.4.2 | Instrumente des Kunden-Controlling im Organisationssystem | 50 |
| 3.3.5 | Darstellung der Instrumente im Personalführungssystem | 51 |
| 3.3.5.1 | Instrumente des Controlling im Personalführungssystem | 51 |
| 3.3.5.2 | Instrumente des Kunden-Controlling im Personalführungssystem | 51 |
| 4. | Abgrenzung von Kunden-Controlling gegenüber anderen Controlling-Konzeptionen | 53 |
| 4.1 | Abgrenzung der Konzeption des Kunden-Controlling gegenüber dem Marketing-Controlling | 54 |
| 4.2 | Abgrenzung der Konzeption des Kunden-Controlling gegenüber dem Vertriebs-Controlling | 57 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 60 |
| Literaturverzeichnis | 63 |
Weiterhin kennzeichnend für die Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen sind auch Informationen über die Loyalität von Kunden. Kundenbindung setzt voraus, dass der Kunde zufrieden mit den Leistungen des Unternehmens ist.175 Die Verbesserung der Kundenbindung hat auch Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, da so z. B. die Anfangsinvestitionen zur Akquisition des Kunden einen größeren Erfolg über eine längere Kundenbeziehung nach sich ziehen.176 Daten zur Fähigkeit eines Unternehmens, Kunden zu akquirieren, geben ebenfalls Auskunft über den Grad der Ausrichtung des Leistungsangebotes an den Kunden. Eine bessere Kundenakquisition wird auch durch Kundenzufriedenheit erreicht, da Kunden mit positiven Erfahrungen im Umfang mit dem Unternehmen dies weitergeben. Das hat dann auch positive finanzielle Aspekte, da so die Preisbereitschaft neuer Kunden erhöht und die Anfangsinvestitionen gesenkt werden.177 Selbstverständlich braucht ein Unternehmen auch Daten über die finanzielle Vorteilhaftigkeit der Kundenbeziehung für das Unternehmen, um das Ziel der Effizienz aller kundenbezogenen Maßnahmen zu erfüllen. Am Ende einer Periode ist es nicht nur wichtig zu wissen, ob die Bedürfnisse der Kunden erfüllt wurden, sondern ob dadurch auch das finanzwirtschaftliche Ziel erreicht wurde.178 Außerdem ist es nur so möglich, die Investitionen in Kunden effizient zu steuern.179 Neben diesen ergebnisbezogenen quantitativen Daten können auch qualitative Informationen, wie z. B. das Kundenimage, die Referenzwirkung oder mögliche Synergien, Auskunft über die Attraktivität eines Kunden für das Unternehmen geben.180 Auch der Marktanteil liefert wertvolle Informationen über die Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen. Er verändert sich einerseits durch Wachstum oder Schrumpfung des Marktes. Andererseits zeigt er indirekt an, ob die Maßnahmen des Unternehmens, neue Kunden zu gewinnen und vorhandene zu binden, erfolgreich waren. Damit informiert er über die relative Bedeutung des Unternehmens im Vergleich zu [...]
bei nicht nur die reine Versorgung mit Informationen zu übernehmen, sondern muss auch beurteilen, ob die Messverfahren wirtschaftlich und effektiv sind.167 Die Versorgung mit Informationen über die Beziehung zwischen dem Unternehmen und dem Kunden beinhaltet auch Daten über die Erwartungen der Kunden in Bezug auf das Angebot des Unternehmens. Dadurch ist es möglich, anzubieten was nachgefragt wird.168 Diese Anforderungen an die Leistungen eines Unternehmens beziehen sich auf die Produkt- oder Serviceeigenschaften, auf die Kundenbeziehung und das Image bzw. die Reputation eines Unternehmens.169 Wichtig ist neben der reinen Erfassung der Anforderungen auch die Zuordnung von Prioritäten. Bei einer Liste von Kundenwünschen können nicht immer alle erfüllt werden und deswegen ist es notwendig zu wissen, welche für die Kunden am wichtigsten sind.170 Diese Erwartungen brauchen jedoch nicht nur passiv vom Unternehmen hingenommen zu werden, sondern können aktiv z. B. durch Werbung beeinflusst werden.171 Das Kennen der Anforderungen ist Voraussetzung, um dem Kunden Qualität bieten zu können, da Qualität nichts anderes als die Erfüllung der Kundenwünsche ist.172 Informationen, die die Kundenbeziehung kennzeichnen, ergeben sich auch aus der Kundenzufriedenheit. Diese stellt dar, inwieweit die Erwartungen der Kunden erfüllt wurden.173 Der Kunde ist demnach nur zufrieden, wenn er Qualität erhalten hat, also seine Erwartungen erfüllt oder übertroffen wurden. Für das Unternehmen sind aber besonders die unzufriedenen Kunden wichtig, da sie wertvolle Informationen besitzen, wie sich das Unternehmen verbessern kann. Diese Informationen sind aber nicht ohne weiteres zu erhalten, da der Großteil unzufriedener Kunden sich nicht beschwert, sondern einfach nicht wiederkommt. Zur Gewinnung solcher Daten muss ein Unternehmen ein aktives Beschwerdewesen einrichten, das eine Reklamation mehr als Chance statt als Problem begreift.174 [...]
3.2.4.2 Erarbeitung der Aufgaben des Kunden- Controlling im Informationssystem Die Informationsversorgungsfunktion des Kunden- Controlling lässt sich ebenfalls in die Bereiche Ermittlung des Informationsbedarfs, Informationsbeschaffung und Informationsübermittlung unterteilen. Bei der Ermittlung des Informationsbedarfs muss dabei festgestellt werden, welche kundenbezogenen Daten von der gesamten Unternehmensführung gebraucht werden. Das beinhaltet ebenfalls die genaue Spezifikation der gewünschten Informationen. Im nächsten Schritt sind dann die Informationen zu beschaffen. Zuerst muss über den Stand der Kundenorientierung im Unternehmen berichtet werden. Das ist notwendig, um Verbesserungsmaßnahmen treffen und Erfolge kontrollieren zu können.165 Des Weiteren beinhaltet die Informationsversorgungsfunktion die Bereitstellung von Informationen über die Beziehung zwischen den Kunden und Unternehmen. Diese Beziehung beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Kaufakt, sondern bezieht sich auf sämtliche Kontakte zwischen Kunde und Unternehmen.166 Kunden- Controlling hat da165 166 [...]
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