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Konzepte für eine ökologische Steuerreform

Diskussionsprozeß und umweltpolitische Interessenstrukturen

Konzepte für eine ökologische Steuerreform
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Böcher
  • Abgabedatum: August 1996
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 8,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0541-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0541-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0541-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Böcher, Michael August 1996: Konzepte für eine ökologische Steuerreform, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gruppentheorien, Ökosteuer, Organisierte Interessen, Policy-Analyse, Umweltpolitik

Diplomarbeit von Michael Böcher

Einleitung:

Die Arbeit beschäftigt sich aus politikwissenschaftlicher Sicht mit der seit Anfang der achtziger Jahre in Deutschland und der EU geführten Debatte über das für und wieder einer Umweltpolitik, die statt ausschließlich mit dem Ordnungsrecht zu operieren, vermehrt instrumentelle Alternativen wie eine Ökosteuer anwenden soll. Befürworter einer solchen sehen in der Anwendung von Steuern zu Umweltschutzzwecken die Möglichkeit, einen entscheidenden umweltpolitischen Fortschritt zu erzielen, da die weitgehend durch das Ordnungsrecht operierende Umweltpolitik lediglich zu "end of the pipe"-Maßnahmen greife, während eine Politik durch Steuern näher am Verursacher ansetze und sein Eigeninteresse am Umweltschutz wecke.

Gang der Untersuchung:

Neben einer Einführung in die Geschichte und Probleme der deutschen Umweltpolitik, die als Ursprung der Ökosteuerdebatte anzusehen sind, gibt der Autor einen soliden Überblick über die umweltökonomische Theorie, aus der die theoretische Basis einer Ökologischen Steuerreform abgeleitet wird. Definitionen verschiedener mißverständlicher Begriffe bringen Klarheit in die oft schwer zu durchschauende Diskussion.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch auf dem politischen Diskussionsprozeß über eine Ökologische Steuerreform, der seit Beginn der achtziger Jahre auf Basis einer Policy-Analyse nachgezeichnet wird. Die Akteure (Parteien, Regierung, Umweltverbände, Industrieverbände), die sich in der Diskussion zu Wort meldeten, werden präzise identifiziert; ihre Argumentationen sorgfältig transparent gemacht. Auch der wissenschaftlichen Diskussion über eine Umweltpolitik mit Abgaben wird Aufmerksamkeit zuteil.

Ein politikwissenschaftlich-theoretischer Teil erschließt die sich in diesem komplexen Diskussionsprozeß manifestierenden Interessen der beteiligten Akteure und wendet die gewonnenen Erkenntnisse auf die politische Ebene der Debatte an. So begründet der Autor die unterschiedlichen Einflußpotentiale von Ökosteuergegnern und im Gegensatz dazu den Befürwortern, die es bislang nicht vermochten, ihr Projekt auf breiter politischer Ebene durchzusetzen.

Ein eher pessimistisches Fazit stellt die Frage, ob in dem System der Interessenvermittlung, wie es in der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik herrscht, überhaupt breitangelegte umweltpolitische Innovationen zur Durchsetzung gelangen können. Vielleicht muß Umweltschutz erst Bestandteil der politischen Kultur werden, damit solche tiefgreifenden Maßnahmen jemals verwirklicht werden können. Eine Modernisierung der Demokratie erscheint als einziger Ausweg aus dem umweltpolitischen Dilemma.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
1.1 Politikwissenschaftliches Erkenntnisinteresse 5
1.2 Aufbau der Arbeit 7
2. Die Umweltpolitik der Bundesrepublik im Überblick 8
2.1 Die Phasen der deutschen Umweltpolitik 8
2.1.1 Implementierung und Aufschwung des Politikfeldes "Umweltpolitik" 8
2.1.2 Umweltpolitischer Abschwung (1974-1978) 10
2.1.3 Rekonsolidierungsphase (1978-1982) 10
2.1.4 Phase der Kontinuität (1983-1989) 11
2.1.5 Phase des wiedererstarkenden Konflikts Ökonomie vs. Ökologie 12
2.2 Zusammenfassende Kritik der deutschen Umweltpolitik 12
2.3 Das Spektrum umweltpolitischer Instrumente und seine Anwendung 13
2.4 Ordnungsrecht und Umweltpolitik 14
2.4.1 Gründe für die massive Anwendung des Ordnungsrechts 14
2.4.2 Ausgangspunkt der Instrumentendiskussion: Schwächen des Ordnungsrechts 14
3. Ökosteuern: Theoretische und definitorische Grundlagen 16
3.1 Die umweltökonomische Sicht des Umweltproblems 16
3.2 Die Internalisierung externer Kosten 19
3.2.1 Pigousteuer 19
3.2.2 Der Standard-Preisansatz von Baumol und Oates 20
3.3 Eine Kritik an der umweltökonomischen Theorie 22
3.4 Definition und Wirkungszweck einer Ökologischen Steuerreform 24
3.4.1 Begriffliche Verwirrung 24
3.4.2 Umweltpolitisch kontraproduktive Regelungen 27
3.4.3 Einsatzmöglichkeiten von Umweltsteuern 28
4. Der Diskussionsprozeß um die Durchführung einer ökologischen Steuerreform 28
4.1 Initiierung der Diskussion von wissenschaftlicher Seite 29
4.1.1 Das Verhältnis zwischen Arbeit und Umwelt 29
4.1.2 Der UPI-Vorschlag (1988) 31
4.1.3 Die Vorschläge Ernst Ulrich von Weizsäckers 33
4.2 Aufnahme in die Parteipolitik 34
4.3 Von der Fortsetzung bis zur Konjunkturflaute der Debatte 35
4.3.1 Die europäische Ebene: Der Vorschlag der EU-Kommission 36
4.3.2 Ein Vorstoß der deutschen Regierung 37
4.3.3 Bisheriger Höhepunkt der gesamten Debatte: Das DIW-Gutachten 38
4.4 Die parteipolitische Diskussionsebene 41
4.4.1 Die Unionsparteien 41
4.4.2 Die FDP 47
4.4.3 Die SPD 49
4.4.4 Bündnis 90/Die Grünen 52
4.4.5 Schlußfolgerungen aus der parteipolitischen Diskussionsanalyse 54
4.5 Die Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft 54
4.6 Einwände gegen und Argumente für die ökologische Steuerreform 56
4.6.1 Juristische Einwände 56
4.6.2 Mangelnde fiskalische Ergiebigkeit von Ökosteuern 60
4.6.3 Ordnungspolitische Einwände 62
4.6.4 Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Deutschland 62
4.6.5 Sozialpolitische Einwände 64
4.6.6 Ökologische Steuern und die finanzpolitische Realität 65
4.7 Die deutliche Kritik des Umweltrates an der deutschen Umweltpolitik 66
4.8 Zwischenfazit 68
5. Umweltpolitische Interessenstrukturen 70
5.1 Interessenbegriff 70
5.2 Interessen im Politikfeld Umweltschutz 71
5.3 Organisierte Interessen 72
5.4 Politikwissenschaft und Interessengruppen 73
5.5 Theorien organisierter Interessen 74
5.5.1 Pluralismuskonzepte 74
5.5.2 Kritik am Neopluralismus 75
5.5.3 Olsons Verbändetheorie 76
5.6 Konfliktfähigkeit von Umweltschutzinteressen 77
5.7 Konfliktfähigkeit von Wirtschaftsinteressen 79
5.8 Grundlegender umweltpolitischer Konflikt: Ökologie vs. Ökonomie 80
6. Der Interessenkonflikt in der Ökosteuerdiskussion 82
6.1 Die Akteure im Ökosteuerkonflikt 82
6.1.1 Industrieverbände 83
6.1.1.1 Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) 84
6.1.1.2 Der BDI und die ökologische Steuerreform 86
6.1.1.3 Zusammenfassung und kritische Würdigung 89
6.1.2 Gewerkschaften 90
6.1.3 Umweltschutzverbände 95
6.1.3.1 Struktur und Funktion von Umweltschutzverbänden 95
6.1.3.2 Die Haltung der Umweltschutzverbände zur ökologischen Steuerreform 99
6.1.3.3 "Einheit in der Vielfalt" - Vergleich der Positionen 100
6.2 Ausmaß des Einflusses der verschiedenen Interessen auf die Diskussion 101
6.2.1 Organisations- und Konfliktfähigkeit der Ökosteuergegner 102
6.2.2 Ökosteuerbefürworter 103
6.3 Politik und Umweltschutz 104
6.4 Umweltpolitische Interessenstrukturen und politisches System 106
6.5 Modernisierung der Demokratie als Ausweg aus dem umweltpolitischen Dilemma? 107
7. Schlußbetrachtung 108
8. Anhang: Tabellen 112
9. Literaturverzeichnis 117

Arbeit zitieren:
Böcher, Michael August 1996: Konzepte für eine ökologische Steuerreform, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gruppentheorien, Ökosteuer, Organisierte Interessen, Policy-Analyse, Umweltpolitik

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