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Konzepte und Perspektiven der B2C Paketlogistik

Unter besonderer Berücksichtigung der Endkundenzustellung

Konzepte und Perspektiven der B2C Paketlogistik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tanja Preuß
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 815,0 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2807-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2807-5 P
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Preuß, Tanja Mai 2004: Konzepte und Perspektiven der B2C Paketlogistik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: letzte Meile, Lieferservice, Zustellung, Distanzhandel, Privatkunden

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Diplomarbeit von Tanja Preuß

Einleitung:

Im Rahmen des Themas „Konzepte und Perspektiven der B2C-Paketlogistik - unter besonderer Berücksichtigung der Endkundenzustellung“ wird zu Beginn die Problemstellung erörtert und die Aufgabenstellung definiert. Darauf aufbauend erfolgt eine Darstellung des Aufbaus der Arbeit. Das erste Kapitel wird mit einer Eingrenzung des Untersuchungsraums abgeschlossen.

Problemstellung:

In den letzten Jahrzehnten haben sich auf dem Konsumgütermarkt einschneidende Veränderungen ergeben. Der Markt entwickelte sich von einem anbieterorientierten hin zu einem nachfrageorientierten Markt, bei dem die Kundenzufriedenheit Schlüsselfaktor für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg ist. Für die Logistik bedeutet dieser Wechsel eine Orientierung weg vom Hersteller und hin zum Kunden.

Seitdem die Möglichkeit besteht, anstatt per Katalog unter Zuhilfenahme von elektronischen Medien Waren auszuwählen und zu bestellen, gewinnt die Attraktivität des Distanzhandels für den Kunden zunehmend an Bedeutung. Fortschritte in der Informationstechnologie bewirken somit einen Wandel im Distanzgeschäft. Das steigende Interesse der Konsumenten am Electronic Shopping lockt neue Käuferschichten an, die hauptsächlich das Ziel verfolgen, kostengünstig, schnell, unproblematisch und zu jeder Zeit bequem Einkäufe zu tätigen. Da in diesem Marktsegment zukünftig mit hohen Wachstumspotentialen gerechnet wird, ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Anbieter aus den unterschiedlichsten Bereichen - von großen Versandhäusern bis zu Nischenanbietern mit kleinem, spezialisiertem Angebot - versuchen, sich in diesem Umfeld zu etablieren. Angesichts der harten Konkurrenz im Distanzhandel sind zusätzlich zu einer Differenzierung über spezifische Produktmerkmale weitere Profilierungsmaßnahmen gegenüber bestehenden und potentiellen Mitstreitern erforderlich. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt u.a. die logistische Serviceleistung bei Zustellung der Ware erheblich an Bedeutung. Logistik wird somit zu einem maßgeblichen Kriterium im Wettbewerb und zu einem nachhaltigen Werkzeug des strategischen Unternehmenserfolgs.

Zweifellos werden hohe Anforderungen an die logistische Abwicklung gestellt, denn ohne eine gut funktionierende Distributionslogistik hinter dem Distanzhandel kann kein Anbieter langfristig erfolgreich sein. Dies gilt insbesondere für das Privatkundengeschäft mit seinen zahlreichen Klein- und Kleinstpaketen, welches die Paketlogistik vor neue Aufgaben stellt. Damit eine ausgewogene wirtschaftliche Relation zwischen dem Auftragswert und den erforderlichen Logistikkosten bei gleichzeitiger Wahrung der Kundenzufriedenheit erreicht werden kann, besteht die Notwendigkeit einer effektiveren und effizienteren Gestaltung der Logistikprozesse der Paketdienstleister.

Kunden des Distanzhandels tragen somit zur wachsenden Bedeutung der Paketdienstleister bei und zugleich wird die bestehende konventionelle Zustellmethode der Hausbelieferung in Frage gestellt. Die klassische Zustellung soll durch neue Wege mit zum Teil sehr unterschiedlichen Konzepten zur Belieferung von Privatkunden ersetzt werden. Die Palette der neuen Zustellkonzepte reicht von der Auslieferung zu variablen Zeiten oder in engeren Zeitfenstern, über neue Boxensysteme in Kundennähe bis hin zu zentralen Abholstationen, die an stark frequentierten, leicht erreichbaren Plätzen errichtet werden. Diese Abholstellen können sowohl automatisiert, als auch an einen Shop angebunden sein.

Vor diesem Hintergrund ist:

1. der Zusammenhang zwischen dem Distanzhandel und der Logistik zu verdeutlichen, indem einerseits der Distanzhandel genauer betrachtet und andererseits die Bedeutung der Logistik in diesem Segment erläutert wird.

2. auf die Bezeichnung ‘Paketlogistik’ einzugehen. Dabei werden insbesondere die Tätigkeiten eines Paketdienstleisters, die vom Liefer- bis zum Empfangspunkt eines Pakets (und ggf. dessen Rücksendung) anfallen, analysiert und denkbare Perspektiven aufgezeigt.

3. zu erörtern, welche Zustellkonzepte für die Endkundenzustellung bereits existieren, inwieweit diese in der Zukunft realisierbar sind und welche weiteren Möglichkeiten der Endkundenbelieferung denkbar wären.

Gang der Untersuchung:

Im Anschluss an die Einleitung werden im zweiten Kapitel Grundlagen und Voraussetzungen für die weitere Arbeit gelegt. Zu Beginn wird dazu ein Überblick über das Thema Distanzhandel gegeben. Ausgangspunkt sind hierbei die Konsumentenbedürfnisse und die daraus resultierenden Anforderungen an das Distanzgeschäft. Anknüpfend daran werden die verschiedenartigen Vertriebskanäle mit ihren Eigenschaften, Vor- und Nachteilen sowie Entwicklungen und die beteiligten Akteure aufgezeigt. Da für die erfolgreiche Abwicklung eines Distanzgeschäftes der Einsatz der Logistik unabdingbar ist, wird als letzter Punkt in Kapitel 2 der Stellenwert der Logistik im Distanzhandel betrachtet. Der dritte Abschnitt widmet sich der Paketlogistik. Nach einer Definition des Begriffs ‘Paket’ werden Abgrenzungen und Merkmale der Paketdienstleister, das Beziehungsnetzwerk der Beteiligten, die Bedeutung des Informationsflusses und das Leistungsspektrum von Paketdienstleistern näher beleuchtet. Letzteres lässt sich aufschlüsseln in die Kerntätigkeit des physischen Gütertransports und in die damit verbundenen Serviceleistungen. Hiervon werden Lieferservice und Retourenmanagement näher dargestellt. Bezüglich des Gütertransports wird untersucht (1.) aus welchen Komponenten sich eine Transportkette zusammensetzt, (2.) welche Netzwerkkonzepte realisierbar sind, (3.) welche Kosten für einen Transportprozess anfallen, (4.) welche Transportmittel gewöhnlich eingesetzt und (5.) wie Touren optimal geplant werden.

Anschließend befasst sich das vierte Kapitel mit der Zustellung zum Endkunden - der sogenannten ‘letzten Meile’. Nach einer Erläuterung der Bezeichnung ‘Zustellung’ werden verschiedenartige Zustellkonzepte vorgestellt. In diesem Zusammenhang sind unter anderem die Lagerkapazitäten, Standortpräferenzen, mögliche Nutzergruppen, Kosten und Perspektiven der Zustellung zu analysieren und zu bewerten. Des weiteren sind aus Sicht der Paketdienstleister der bestehende Konflikt zwischen geforderten Lieferserviceleistungen und den daraus entstehenden Kosten sowie die Vor- und Nachteile der Zustellkonzepte gegenüberzustellen. Zuletzt werden in diesem Kapitel zwei weitere Perspektiven präsentiert, die sowohl die Endkundenzustellung als auch einem weiter gefassten Zustellprozess zugeordnet werden können.

Abgeschlossen wird die Arbeit mit dem fünften Kapitel, in dem zusammenfassend die zentralen Leitgedanken festgehalten sind.

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Aufgabe auseinander, die Absatzseite des Distanzhandels mit den Bedürfnissen der Kunden auf dem deutschen Markt zu verbinden. Das Bindeglied stellt in diesem Fall der Paketdienstleister dar, der die Verantwortung für die physische Distribution der Ware übernimmt und somit alle Aktivitäten ausführt, um das Paket rechtzeitig und ordnungsgemäß an den Ort seiner Bestimmung auszuliefern. Hierbei spielen 4 qualitative und quantitative Veränderungen der Marktbedingungen, wie bspw. steigendes Güter- und Verkehrsaufkommen, höhere Serviceanforderungen, der Einsatz neuer Informationstechnologie, steigender Kostendruck, hohe Belieferungsfrequenzen mit geringeren Sendungsgrößen und flexiblere Transporte innerhalb enger Zeitfenster, eine entscheidende Rolle. Derartige Faktoren geben Paketdienstleistern Anlass dazu, ihr logistisches Konzept zu überdenken. Da jedes Unternehmen ein individuelles logistisches Konzept besitzt, werden aus diesem Grund in Kapitel 3 verschiedene relevante Faktoren und Tätigkeiten in der Paketlogistik aufgezeigt und erörtert, die letztlich auf die Entstehung von individuellen logistischen Konzepten der einzelnen Paketdienstleister Einfluss nehmen.

Die Paketzustellung kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Neben einer logistischen Schwerpunktsetzung kann die Problematik vor allem auch marketingorientiert beleuchtet werden, wodurch der Fokus auf Anbieter, Händler und Kunde liegt. Im folgenden richtet sich der Schwerpunkt auf die logistische Seite - genauer gesagt auf die Distributionslogistik. In der Distributionslogistik sieht Pfohl wiederum den Zusammenhang zum Marketing. Seiner Auffassung nach ist die Distributionslogistik ein Instrument des Marketings, weil durch Serviceleistungen in der Distribution bei den Abnehmern kundenbindende Präferenzen erzeugt werden. Die Distributionslogistik umfasst alle logistischen Aufgaben der Raum- und Zeitüberbrückung, die den Transfer der Produkte von ihrer Fertigstellung bis zu den Abnehmern betreffen. Zu den Aktivitäten zählen demnach: Lagerhausmanagement, Lagerhaltung, Transport, Kommissionierung, Verpackung und Auftragsabwicklung. Diese Arbeit ist im Rahmen der Distributionslogistik auf den Transport der bereits versandfertigen Ware und den wesentlichen damit verbundenen Serviceleistungen fokussiert.

Grundsätzlich soll in diesem Kontext unter dem Begriff ‘Logistik’ mehr als der reine Transport subsumiert werden. Unter Logistik wird statt dessen ein „…spezieller Führungsansatz zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Objekten (Güter, Informationen, Gelder und Personen) in unternehmensweiten und -übergreifenden Wertschöpfungssystemen“ verstanden. Generell besteht hierbei für Logistikdienstleister die Aufgabe, jedem Kunden das richtige Objekt zur richtigen Zeit am richtigen Ort möglichst kostengünstig in der richtigen Art und Menge anzuliefern. Da die Zustellung von Paketen an Geschäftskunden durch ständige Präsenz von Mitarbeitern am Firmensitz relativ problemlos möglich ist und die Kosten für die Zustellung an Unternehmen weitaus geringer als bei der Belieferung von Privatkunden sind, ist die Kundengruppe Unternehmen (Business) in dieser Arbeit trotz des wesentlich höheren Transaktionsvolumens nicht von Interesse. Die Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr auf den privaten Endkonsumenten (Consumer), bei dem verstärkt mit Zustellungsproblemen während der Auslieferung der Sendungen zu rechnen ist. Aus diesem Grund widmet sich diese Arbeit der Business to Consumer (B2C)-Paketlogistik. B2C steht für die Beziehung zwischen Unternehmen und Endverbraucher. Konkreter formuliert bezeichnet der Begriff den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen zwischen Händler und Endkonsument.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problem- und Aufgabenstellung der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
1.3 Abgrenzung des Untersuchungsbereichs 3
2. Der Distanzhandel in Deutschland 5
2.1 Merkmale und Eigenschaften des Distanzhandels 5
2.2 Der Distanzhandel und das Konsumverhalten der Privatkunden 7
2.3 Die verschiedenen Absatzkanäle des Distanzhandels 8
2.3.1 Der klassische und elektronische Absatzkanal 8
2.3.2 Die Akteure in der Online-Distribution 11
2.4 Die Bedeutung der Logistik im Distanzhandel 12
3. Die B2C Paketlogistik 15
3.1 Definition des Begriffs 'Paket' 15
3.2 Abgrenzungen und Eigenschaften der Paketdienste 16
3.3 Das Beziehungsnetzwerk - Versender, Kunde, Zusteller -in der Paketlogistik 18
3.4 Der Informationsfluß im physischen Wertschöpfungsprozeß 20
3.4.1 Der vorauseilende, begleitende und nacheilende Informationsfluß 21
3.4.2 Die Serviceleistung Tracking and Tracing 22
3.5 Der physische Transportfluß der Pakete 23
3.5.1 Die Transportkette vom Distanzhändler zum Endkonsumenten 23
3.5.2 Netzwerkkonzepte in der Paketlogistik 25
3.5.3 Die Transportkosten (des Absatzes) für die Zustellung der Pakete 28
3.5.4 Die eingesetzten Transportmittel der Paketdienste 30
3.5.5 Die optimale Tourenplanung 31
3.6 Der Lieferservice der Paketdienste 32
3.7 Das Retourenmanagement 34
3.8 Perspektiven der Paketlogistik 37
4. Die Paketzustellung zum Endkunden 41
4.1 Das konventionelle Zustellkonzept 42
4.2 Der Spagat der Paketdienste zwischen Lieferservice und Lieferkosten 43
4.3 Darstellung der alternativen Zustellkonzepte 45
4.3.1 Boxensysteme 45
4.3.2 Abholstationen 47
4.3.2.1 Die personelle Abholstation 47
4.3.2.2 Die automatisierte Abholstation 49
4.4 Analyse, Bewertung und Perspektive der Zustellkonzepte 50
4.4.1 Das konventionelle Zustellkonzept 50
4.4.2 Die alternativen Zustellkonzepte 52
4.4.2.1 Bewertung der Konzepte 53
4.4.2.2 Entwicklungsperspektiven alternativer Zustellmöglichkeiten 57
4.5 'Für und Wider' alternativer Zustellkonzepte für den Paketdienstleister 58
4.6 Weitere mögliche Perspektiven für die Endkundenbelieferung 59
4.6.1 Die regionale elektronische Transportbörse 59
4.6.2 Der Zustellsammler 60
5. Zusammenfassung 60
Anhang V
Literaturverzeichnis VII
Eidesstattliche Erklärung XXI

Automatisiert erstellter Textauszug:

der Ware nach Retourgründen die Bearbeitung der Rücksendungen für den Distanzhändler erheblich vereinfachen.191 Als Ursachen für Retouren werden überwiegend mangelhafte Auftragsabwicklungen vom B2C-Anbieter und Reklamationen angegeben.192 Aus logistischer Sicht ist die häufigste Ursache für Retouren eine mangelhafte Qualität der Auslieferung193, z.B. durch Nichterfüllung von Lieferversprechen oder dem Überschreiten von Versandkosten. Unzureichende Koordination, Kommissionierfehler, Falschfahrten, Handlingsfehler und unzufriedenstellende Informationsübermittlung reduzieren Qualität und Effizienz der Lieferprozesse. Für Paketdienste bedeutet das, gezielte Maßnahmen zu entwickeln, um damit die Retourenquote zu senken. Ansatzpunkte sind die Verkürzung der Durchlaufzeit, individuellere Anlieferungsmöglichkeiten, verbesserte Kommissionierqualität, Reduzierung der Transportschäden durch optimales Verpacken der Ware etc. Jedoch wird die Auslieferung der Pakete an den Endkonsumenten immer noch als das Kernproblem angesehen, dem jedoch nach Ansicht von Lasch und Lemke bisher die geringste Aufmerksamkeit gewidmet wird. Mit Einsatz von Controllinginstrumenten zur Ermittlung, Verknüpfung und Interpretation von Auftrags-, Reklamations- und Leistungsdaten sollen erste Schritte geschaffen werden, um Kennzahlen für Leistungs- und Qualitätsdefizite zu analysieren und damit prozeßbezogene Kosten zu ermitteln.194 Beispielhaft für ein vorbildliches Online Retourenmanagement ist UPS zu nennen. Diese ermöglichen zusätzlich zur Sendungsrückverfolgung das retournieren der Ware, indem der Kunde ein kurzes Retouren-Formular und ein Labels aus dem Internet ausdruckt. Im Anschluß gibt der Kunde das Paket bei einem Zustellfahrer, der bis zu 3 Abholversuche unternimmt oder in einer UPS Niederlassung ab. Neben UPS bieten mittlerweile weitere Paketdienstleister einen Online Retourenservice an (bspw. GP nach einer erfolgreichen Registrierung oder DPD durch DELISonline).195 [...]

begründen, daß mit einem schnellen Bestellprozeß über das Internet unbewußt auch ein schneller Lieferservice assoziiert wird. 187 Mit Retouren sind Rücksendekosten für administrative und operative Aufwendungen verbunden, die der Distanzhändler ab einem Bestellwert von 40 Euro selber zu tragen hat, falls der Kunde die Ware unfrei zurückschickt. Zudem regelt das im Juni 2000 in Kraft getretene Fernabsatzgesetz die Rücksendung von bestellten Produkten. Dieses Gesetzes besagt, daß für alle Waren und Dienstleistungen, die per Telefon, Fax, Brief, Internet und anderen Fernkommunikationsmittel bestellt wurden, ein unbegründetes Rückgaberecht innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Aufklärung des Kunden vom Händler über Einzelheiten des Widerrufs- und Rückgaberechts in Form eines Briefes oder einer E-Mail besteht.188 Der Distanzhandel kann auf einen besser kontrollier- und koordinierbaren Rücksendeprozeß Einfluß nehmen, indem Standardformulare bzw. Retouraufkleber mit Anlieferadresse der Sendung beigelegt oder sogar ein Abholdienst, der die Sendung zu einem entsprechenden Lagerort fährt, von Anfang an in die logistische Kette integriert wird. Dem Distanzhändler entstehen hierdurch zwar Zusatzkosten, die aber aufgrund eines verbesserten Waren- und Informationsflusses und der Möglichkeit weitere Bestellungen des zufriedenen Kunden zu erhalten, kompensiert werden.189 Für den Paketdienstleister werden Rücksendungen als eine zusätzliche Herausforderung bewertet, weil hierdurch verschiedenartigste Warenflüsse zu koordinieren sind. Zudem fallen neue Tätigkeiten wie Entpacken, Neuverpacken und Rückführung der Ware in den Lagerbestand an, welche mit zahlreichen weiteren Maßnahmen wie dem Dokumentieren und Überprüfen des Warenzustandes, der Gutschriftenerstellung und Entsorgung der [...]

Die Bewertung der Lieferflexibilität ist abhängig von der Fähigkeit des Paketdienstleisters auf Kundenwünsche einzugehen.178 Sendungsgröße, Sendungsvolumina und zeitliche Mobilität bei der Zustellung der Pakete sind Beispiele für die Flexibilität.179 So bietet u.a. der Hermes Versand seinen Kunden einen Samstagszustellservice als Standardleistung an. Die Informationsfähigkeit von Lieferanten gegenüber dem Kunden zählt heutzutage als Standardleistung. Gezielte Bereitstellung von Informationen bezüglich „…Transport- und Lieferstatus ermöglichen transparente Logistikketten und eine hohe Akzeptanz des logistischen Systems…“ bei den Kunden.180 Der Einsatz von Sendungsverfolgungssystemen erfordert moderne Informations- und Kommunikationstechniken und ein durchdachtes Logistikkonzept.181 Die Behandlung von Kundenbeschwerden zählt als ein weiterer Aspekt der Informationsfähigkeit. So sollte eine Beschwerde über den mangelhaften Lieferservice [...]

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Arbeit zitieren:
Preuß, Tanja Mai 2004: Konzepte und Perspektiven der B2C Paketlogistik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
letzte Meile, Lieferservice, Zustellung, Distanzhandel, Privatkunden

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