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Konzept eines nachhaltigen Tourismus am Beispiel der Dominikanischen Republik

Konzept eines nachhaltigen Tourismus am Beispiel der Dominikanischen Republik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andy Linsinger
  • Abgabedatum: November 2002
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 1.000,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6543-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6543-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6543-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Linsinger, Andy November 2002: Konzept eines nachhaltigen Tourismus am Beispiel der Dominikanischen Republik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tourismus, Nachhaltigkeit, Tourismuskonzept, Dominikanische Republik, sustainable tourism

Diplomarbeit von Andy Linsinger

Einleitung:

Wer heute den Begriff „Phänomen Tourismus“ verwendet, wird der komplexen und vielschichtigen Dienstleistungsbranche des Reisens am ehesten gerecht. Von den frühen Versuchen, organisierte Gruppenfahrten in die Sommerfrische durchzuführen, über die freiheitsbewusste Bewegung der Rucksackreisenden in den 70er Jahren bis hin zum Erfolg der klassischen Pauschalreise während der letzten 20 Jahre, hat die Reisebranche kontinuierlich an Facetten dazu gewonnen. Dies führte zu dem komplexen Konstrukt, dass die Tourismusbranche heute darstellt.

Mittlerweile gibt es Denkansätze empirischer, ökologischer und interkultureller Natur, die versuchen, den Tourismus der Neuzeit erklärbar zu machen und Wege für seine zukünftige Entwicklung aufzuzeigen. Die Notwendigkeit solcher Denkansätze leitet sich aus der Situation ab, in der sich die Reiseländer heute befinden. Die Urlaubsreise als Massenkonsumgut ist zum potentiellen Wohltäter und Feind in Personalunion für die bereisten Zielgebiete geworden. Für die kostbaren Deviseneinnahmen muss nicht selten der hohe Preis eines sozialen und ökologischen Ungleichgewichts gezahlt werden. Entgegen einem lybernetischen System sind in den Systemen einer sozialen Gemeinschaft oder eines Ökosystems keine automatisierten Rehler vorhanden, die externe Einwirkungen (durch Touristen) wieder ausgleichen können. Diese negativen externen Effekte des Tourismus bleiben bestehen. Es bleibt den betroffenen Reiseländern überlassen, Lösungen zu finden, anstatt dass die Tourismusunternehmen nach dem Verursacherprinzip Abhilfe für die entstandenen Probleme schaffen. Von den Reiseunternehmen aller Stufen der Wertschöpfungskette werden diese negativen Auswirkungen gerne übersehen oder verdängt. Im täglichen Wettbewerb der Minimalmargen und Marktanteile bleibt wenig Platz für die Besinnung auf moralische und ethnische Verantwortung.

Das Produkt Urlaubsreise (unabhängig von der Reiseform) lebt von der Schönheit und Unversehrtheit der Landschaft der Zielgebiete, in welche sie führt. Damit ist die intakte Umwelt neben dem kulturellen Erbe, einem milden Klima, natürlichen wie auch künstlich geschaffenen Sehenswürdigkeiten und einer reichen Volkstradition das wesentliche Kapital eines Reiselandes. Dies gilt es zu bewahren und zu pflegen um langfristiges Einkommen aus dem Reiseverkehr sich zu stellen. Aus Sicht der Tourismusbranche muss ebenfalls zum Erhalt der intakten Umwelt in den Reiseländern beigetragen werden, da die bisherige Einstellung sich nach „Abnutzung“ einer Urlaubsregion einfach der Entwicklung einer neuen Urlaubsregion zuzuwenden, nicht mit einer endlichen Zahl an potentiellen Reisezielen auf der Erde vereinbaren lässt. Eine Erkenntnis die gleichermaßen für alle ressourcen-verbrauchenden Industrien und Branchen gilt. Dieses Bewusstsein gewann im Laufe der 80er Jahre an Anhängern und wurde erstmals 1992 auf dem „Earth Summit“ von Rio de Janeiro vor der Weltöffentlichkeit diskutiert. Auf dieser Konferenz fiel auch zum ersten Mal der Begriff der „Nachhaltigkeit“ öffentlich, wenngleich seine Geburtsstunde weiter zurück liegt.

Eine sogenannte „nachhaltige Entwicklung“ wurde als ein neuer Denkansatz von der Staatengemeinschaft beschlossen. In Form der Selbstverpflichtung sollte jedes Land die beschlossenen Grundsätze umsetzen. Zu diesen zählten u.a. eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Dimension, die Belastungsgrenzen der Umwelt zu respektieren, globale Umweltgerechtigkeit herzustellen und die Armut wirksam zu bekämpfen. Heute, 10 Jahre nach der Konferenz von Rio de Janeiro, klagen viele Nichtregierungsorganisationen, sogenannte NGOs, über die mangelnde Bereitschaft zur Umsetzung dieser Richtlinien und über die mageren Ergebnisse der letzten 10 Jahre. Zur offiziellen Ergebnisbewertung tragen sich im August 2002 alle Teilnehmer von 1992 zur Folgekonferenz in Johannesburg, worauf in Kapitel 2 näher eingegangen wird.

Der Denkansatz der nachhaltigen Entwicklung ist aber unstrittig eine Errungenschaft für den Tourismus. Der Erfolgsfaktor liegt in einer ganzheitlichen Sichtweise der Problemstellungen, das heißt es werden interdisziplinär verschiedene Wissenschaften in die Lösungsfindung eingebunden. Er hat außerdem der Diskussion um natürliche Ressourcen frischen Wind verschafft und den Umweltschutz vom lange belächelten „Öko-Image“ befreit. Seitdem ist viel Literatur zu dem Thema erschienen und eine Vielzahl großer und kleiner Projekte unter nachhaltiger Zielsetzung sind realisiert worden. Der Tourismus hat zweifelsohne vom Gedanken der nachhaltigen Entwicklung profitiert, wenn auch noch lange nicht in ausreichendem Maße.

Dass Handlungsbedarf besteht ist offensichtlich und auch an erfolgreichen Präzedenzprojekten mangelt es nicht mehr. Es liegt also in den Händen aller am Tourismus Beteiligten, ob das reisen weiterhin als Synonym für Raubbau an der Natur steht oder einen qualitativen Beitrag zum Umweltschutz und zur Toleranz gegenüber anderen Völkern leisten wird. Der folgende Abschnitt erläutert, welchen Beitrag diese Arbeit zur Nachhaltigkeit im Tourismus leisten möchte.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
1.1 Einleitung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
2. Nachhaltigkeit im Tourismus 4
2.1 Begriff der Nachhaltigkeit 4
2.2 Nachhaltiger Tourismus 7
2.3 Internationale Errungenschaften im nachhaltigen Tourismus 19
2.4 Nachhaltige Entwicklungsstrategie am Beispiel Bhutans 23
3. Der Fall Dominikanische Republik 26
3.1 Situation 26
3.1.1 Die touristische Entwicklung 26
3.1.2 Das touristische Konzept 30
3.2. Handlungsbedarf 32
3.2.1 Soziale Problemdimension 33
3.2.2 Ökonomische Problemdimension 34
3.2.3 Ökologische Problemdimension 36
3.3 Neue Strategien im Tourismuskonzept 38
3.3.1 Diversifiziertes Angebot 38
3.3.2 Neue Reiseformen und Zielgruppen 40
3.3.3 Projekt zur Nachhaltigkeit: La Samaná und die CEBSE 42
4. Konzept eines nachhaltigen Tourimus in der Dominikanischen Republik 44
4.1 Leitbildplanung: Qualität und Image der Destination 44
4.2 Nutzungsfunktion: Management der ökologischen Ressourcen 49
4.2.1 Dimension touristischer Umweltbeeinflussung 49
4.2.2 Aktivitäten der Reisenden 53
4.2.3 Hotels und touristische Infrastruktur 56
4.2.4 An- und Abreise und Mobilität vor Ort 58
4.3 Integrationsfunktion: Integration der Bevölkerung 61
4.4 Aufklärungsfunktion: Sensibilisierung des Reisegastes 67
4.5 Rahmenfunktion: nachhaltige Tourismuspolitik 74
4.5.1 Schutzgebietspolitik 75
4.5.2 Regionalentwicklung 77
5. Realisierungschancen und –grenzen des Konzeptes 80
5.1 Leitbildplanung 80
5.2 Nutzungsfunktion 81
5.3 Integrationsfunktion 82
5.4 Aufklärungsfunktion 82
5.5 Rahmenfunktion 83
6. Ausblick 85
6.1 Interview 85
6.2 Fazit 86
7. Literaturverzeichnis 89
8. Ehrenwörtliche Erklärung 93

Arbeit zitieren:
Linsinger, Andy November 2002: Konzept eines nachhaltigen Tourismus am Beispiel der Dominikanischen Republik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tourismus, Nachhaltigkeit, Tourismuskonzept, Dominikanische Republik, sustainable tourism

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