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Ein Konzept für den Zielplanungsprozeß einer Fabrikplanung ausgehend von der Unternehmensstrategie und unter Berücksichtigung eines turbulenten Unternehmensumfeldes

Ein Konzept für den Zielplanungsprozeß einer Fabrikplanung ausgehend von der Unternehmensstrategie und unter Berücksichtigung eines turbulenten Unternehmensumfeldes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Holger Peschke
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 1.022,0 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4903-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4903-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4903-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Peschke, Holger Dezember 2001: Ein Konzept für den Zielplanungsprozeß einer Fabrikplanung ausgehend von der Unternehmensstrategie und unter Berücksichtigung eines turbulenten Unternehmensumfeldes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fabrikplanung, strategische Planung, Unternehmensstrategie, Turbulenz, Fabrikzielplanung

Diplomarbeit von Holger Peschke

Einleitung:

In einer immer komplexer und dynamischer gewordenen Umwelt gilt es heute für Unternehmen, die Bedürfnisse und Wünsche ihres Zielmarktes zu ermitteln und diese wirksamer und wirtschaftlicher als ihrer Wettbewerber zufrieden zu stellen.

Die Absatzmärkte haben sich in den letzten Jahrzehnten von Verkäufer- zu Käufermärkten entwickelt. Die zunehmende Konkurrenz mit preisgünstigen, qualitativ höherwertigen Produkten und Dienstleistungen, gepaart mit einem ausgezeichneten Service, hat die Kundenerwartungen ansteigen lassen. Verbraucher fordern zunehmend Güter, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Durch eine zunehmende Internationalisierung und den Abbau internationaler Schranken kann unter Umständen ein einziges Unternehmen den Maßstab für den Wettbewerb auf der ganzen Welt setzen. So kann ein niedriger Preis, hervorragende Qualität oder ein ausgezeichneter Service schnell zum Standard für alle Mitbewerber werden. Nur Unternehmen, die mit den besten Anbietern in ihrem Angebotsbereich, zumindest in einer Wettbewerbskategorie, wenigstens gleichrangig sind, werden eine gute Wettbewerbschance haben. Da die Lebenszyklen von Produkten, ebenso wie von Dienstleistungen immer kürzer werden, reduziert sich zwangsläufig auch die Zeit, die den Unternehmen für die Produktentwicklung und Produkteinführung zur Verfügung steht.

Zur Beschreibung dieser Tendenzen in einem schwer prognostizierbaren Umfeld wird von Produktionswissenschaftlern und Betriebswirten immer häufiger der Begriff Turbulenz verwendet. Künftig wird es zusätzlich erforderlich sein, dass Unternehmen ein hohes Maß an operativer, struktureller und vor allem strategischer Beweglichkeit an den Tag legen. Für das nachhaltig erfolgreiche Agieren tritt damit eine bislang wenig beachtete Eigenschaft hinzu: Um der Turbulenz wirksam entgegentreten zu können, wird zunehmend Wandlungsfähigkeit von Unternehmen gefordert. Eine weit umfassendere Anforderung als die Gewährleistung bestimmter Flexibilitäten.

Heutige Unternehmen stehen somit immer häufiger vor dem Problem, sich schnell auf immer neue Veränderungen einstellen zu müssen. Die relativ stabilen Rahmenbedingungen früherer Jahre können nicht mehr in ausreichendem Maße als Planungsbasis ihrer Geschäfts- und Planungsziele zugrunde gelegt werden.

Ein besonders betroffener Teilbereich der Unternehmensplanung ist die Fabrikplanung, deren Einflussgebiet sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in ihrer Dauerhaftigkeit so weitreichend wie kaum ein anderer Unternehmensbereich ist. Fragen zur Standort-bestimmung, Gesamtbebauungsplan oder baulicher Gestaltung setzen für die industrielle Tätigkeit eines Unternehmens einen Rahmen, der für Jahrzehnte gilt und mit hohen Investitionen verbunden ist. Aber auch die Auswahl und Anordnung der Produktionsmittel determinieren die betrieblichen Abläufe sowie die Kostenstruktur der Produktion und legen den Rahmen des möglichen Produktmixes für geraume Zeit fest. Dabei wird die Fabrikplanung immer noch als etwas einmaliges und seltenes, nicht als etwas kontinuierliches angesehen, was auch der Projektcharakter deutlich macht.

Die Planungszyklen für Fabriken werden kürzer und damit auch die zur Verfügung stehende Zeit für ein Fabrikplanungsprojekt. Dabei ist die erste Phase der Fabrikplanung, die Fabrikzielplanung, davon besonders betroffen. Sie ist weder durch Methodiken vereinfacht, noch gibt es in der Literatur festgeschriebene Vorgehensweisen, die zur Formulierung der wesentlichen Eigenschaften einer Fabrik führen.

Durch die abnehmende Planungssicherheit und durch die Zunahme äußerer Einwirkungen auf den Planungsprozess, müssen Prozesse neu gestaltet und alternative Planungsmethoden bereitgestellt werden.

Kann man nicht grobe Richtlinien (z.B. Ziele, Merkmale, Ausprägungen oder Besonderheiten) der zu planenden Fabrik aus der Unternehmensstrategie ableiten, um schon in der Frühphase des Fabrikplanungsprozesses eine Vorstellung von den verschiedenen Dimensionen einer Fabrik zu erhalten? Gäbe es hierfür eine Systematik, würde dies nicht nur eine große Zeitersparnis zu Folge haben, sondern auch das Fabrikplanungsprojekt in der Anfangsphase überschaubarer und kalkulierbarer machen.

Dieser Ansatz soll in der Arbeit vertieft werden. Dabei liegt die Konzentration auf dem Teilprozess von der Unternehmensstrategie bis zur Fabrikzielplanung und anhand verschiedener strategischer Methoden soll eine Neugestaltung der Strategieimplementierung für das komplexe System einer Fabrik erreicht werden. Unternehmensziele sollen als Planungsgrundlage dienen und in der Fabrikplanung umgesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 3
Tabellenverzeichnis 4
1. Einleitung 5
2. Begriffsabgrenzungen 9
2.1 Die Wandlungsfähigkeit 9
2.1.1 Definition 9
2.1.2 Die Wandlungsfähigkeit im Unternehmen 14
2.2 Der Planungsprozess im Unternehmen 17
2.2.1 Die Fabrikplanung 21
2.2.1.1 Fabrikzielplanung 29
2.2.1.2 Neue Anforderungen an den Prozess der Fabrikplanung 31
2.2.2 Die strategische Planung 35
3. Die Stufen des Planungsprozesses im Unternehmen 38
3.1 Strategische Analyse 38
3.2 Vision und Gemeinsame Konzepte 44
3.3 Zielbildung 47
3.4 Strategieentwicklung 50
3.5 Strategieimplementierung 55
3.5.1 Probleme bei der Strategieimplementierung in der Fabrikzielplanung 58
3.5.2 Mögliche Ansätze zur Lösung dieser Problematik 63
3.5.2.1 System Dynamics 64
3.5.2.2 Quality Function Deployment (QFD) 65
3.5.2.3 Balanced Scorecard Verfahren (BSC) 69
3.5.2.4 Strategieimplementierung nach Kolks 75
3.5.2.5 Zusammenfassung der bestehenden Ansätze 79
3.6 Existierende Probleme und resultierende Anforderungen 80
4. Umsetzung der Unternehmensstrategie mit Hilfe von Fabrikvektoren 81
4.1 Allgemeiner Aufbau 81
4.2 Die Entscheidung über den Fabrikplanungsfall 85
4.3 Die Vorgehensweise 86
4.3.1 Strategische Analyse 86
4.3.2 Vision und Gemeinsame Konzepte 87
4.3.3 Zielbildung 87
4.3.4 Erfolgsfaktoren 87
4.3.5 Entwicklung der Fabrikvektoren 89
4.3.6 Wandlungsfähigkeit 94
4.3.7 Zusammenstellung des Konzeptes für die neue Fabrik 95
4.4 Kritische Würdigung des Ansatzes 96
5. Zusammenfassung und Ausblick 99
Anhang: Beispielprozess 101
Literaturverzeichnis 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

sich produziert keine Handlung, keine sichtbaren Veränderungen des Unternehmens. Um diese Veränderungen anzuregen, benötigt es die richtigen Ressourcen: ausgebildete und motivierte Manager, strategische Informationen und reagierende Systeme und Strukturen. 98 Schon in dieser Äußerung ist zu erkennen, dass die strategische Planung nur einen geringen technischen Hintergrund besitzt und keinen direkten Bezug zur maschinenmäßigen Seite eines Unternehmens, der Fabrik, aufweist. In einer Untersuchung sollten die abgeleiteten konzeptionellen Grundlagen des strategischen Managements im Rahmen von Experteninterviews durch die Fragen zum Themengebiet „Bedeutung und Anwendung des strategischen Managements“ überprüft und präzisiert werden. So wurde darin unter anderem der Fragestellung „Wo sehen sie Ursachen für das Scheitern von Strategien?“ nachgegangen. Diese zielte letztendlich auf die Überprüfung der in der Literatur zu findenden These, Strategien scheitern häufig durch eine unzureichende Strategieimplementierung.99 Dabei wurde die angeführte Behauptung klar bestätigt. Zehn der Fünfzehn nannten Ursachen strategischer Misserfolge, die zum Ursachenfeld Strategieimplementierung zu zählen sind. Am häufigsten wurde die mangelhafte Vermittlung neuer Strategiekonzepte genannt, die zur Durchsetzung einer Strategie geleistet werden muss. Kommunikationsfehler führen dazu, dass den Mitarbeitern die Begeisterung für die Strategie fehlt.100 Diese Art von Fehler ist bei der Schnittstelle zur Fabrikplanung nicht so stark ausgeprägt wie zu anderen Fachbereichen, denn hier ist ein Fabrikplaner als eine verbindende, beratende Instanz tätig, der sowohl die Vorgaben der Geschäftsleitung, als auch die Bedürfnisse der Meister aus der Fabrik in Einklang zu bringen versucht. Das Ergebnis der mangelhaften Vermittlung von Strategiekonzepten bestätigt auch eine empirische Analyse von Al-Laham101, die Welge als Basis seiner Untersuchung verwendet und durch die Konzentration auf die Problemfelder der Implementierung, zwei Aspekte der sachbezogenen Problemebene hervorhebt: [...]

veranschaulichen lassen, muss von einer prinzipiellen Unvereinbarkeit dieser Kontexte gesprochen werden. Das Verhältnis von operativer und strategischer Planung kann durch die folgenden Tendenzen beschrieben werden: • Die Strategie muss durch die operative Planung soweit konkretisiert werden, dass die für den Erfolg der Umsetzung kritischen Handlungen im täglichen Handlungsvollzug der Unternehmen berücksichtigt werden (Prinzip strategischer Vorsteuerung). • Die Detaillierung stößt dort auf Grenzen, wo sie der operativen Planung den Handlungsspielraum nimmt, den sie benötigt, um einerseits die erforderlichen Maßnahmen zur Strategieverwirklichung sach- und zeitlogisch zu ordnen und andererseits die sich aus dem Tagesgeschäft ergebenden Notwendigkeiten zu erfüllen (Prinzip operativer Flexibilität). Insbesondere aus Gründen der Motivation erscheint es wichtig, den Entscheidungsspielraum der nachgeordneten Führungsebenen nicht zu „verplanen“ und genügend Handlungsspielräume einzuräumen, die eigenständiges, sowohl strategie- als auch situationsgerechtes Verhalten fördern. Notwendig ist daher eine sukzessive „Übersetzung“ von strategischen in operative Kategorien, Begriffe und Standards. Der mittelfristigen oder taktischen Planung kommt die Aufgabe zu, im Sinne einer Detaillierungsfunktion diese Übersetzung vorzunehmen und eine Konkretisierung der Strategie in mittelfristige Ziele und Maßnahmen der Fabrik durchzuführen.97 [...]

Werden die sachbezogenen Aufgaben als Umsetzung und die verhaltensbezogenen Aufgaben als Durchsetzung bezeichnet, dann kann unter der Strategieimplementierung die sachorientierte Umsetzung und die verhaltensorientierte Durchsetzung strategischer Maßnahmenprogramme verstanden werden.95 Die sachorientierte Strategieumsetzung umfasst neben der Detaillierungsaufgabe auch die Ausrichtung sämtlicher Erfolgsfaktoren auf die Strategie. Im Rahmen der Konkretisierung oder Spezifizierung ist die Strategie stufenweise in bereichs- und abteilungsbezogene operative Maßnahmenprogramme umzusetzen oder „herunterzubrechen“. Dies beinhaltet zunächst die detaillierte Formulierung oder Überarbeitung von Teilstrategien in den funktionalen Bereichen, zu denen auch die Fabrik gehört. Sind bereits im Rahmen der Strategieformulierung funktionale Strategien oder Politiken formuliert worden, dann ist die Spezifizierung gleichbedeutend mit der Überarbeitung und Konkretisierung dieser Teilstrategien. An die Präzisierung von Teilstrategien schließt sich die Ableitung kurz- und mittelfristiger Maßnahmen an. Die kurz- und mittelfristige Planung stellt sicher, dass sich die Teilstrategien in den laufenden Entscheidungen der Fabrikplanung wiederfinden. Es erfolgt demnach eine Verzahnung der strategischen mit der operativen Ebene.96 Die Problematik der Umsetzung von Strategien in operative Planungen besteht jedoch laut Welge darin, dass die strategische Planung auf nur wenig konkreten, zumeist qualitativen Informationen aufbaut und daher nicht direkt in konkretes Handeln überführt werden kann: Aufgrund unterschiedlicher Denkhaltungen im operativen und strategischen Kontext, die sich am einfachsten durch die Gegenüberstellung von Erfolgsgrößen und Erfolgspotentialen [...]

Arbeit zitieren:
Peschke, Holger Dezember 2001: Ein Konzept für den Zielplanungsprozeß einer Fabrikplanung ausgehend von der Unternehmensstrategie und unter Berücksichtigung eines turbulenten Unternehmensumfeldes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fabrikplanung, strategische Planung, Unternehmensstrategie, Turbulenz, Fabrikzielplanung

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