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Konzept zur Gestaltung der Technologieaufklärung für technologieintensive Großunternehmen

Konzept zur Gestaltung der Technologieaufklärung für technologieintensive Großunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kristian Kanthak
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 597,3 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7521-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7521-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7521-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kanthak, Kristian März 2004: Konzept zur Gestaltung der Technologieaufklärung für technologieintensive Großunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strategie, Technologiemanagement, technology intelligence, Frühaufklärung, Früherkennung

Diplomarbeit von Kristian Kanthak

Einleitung:

Die Aktualität und anhaltende Brisanz des Themas Innovation wurde der allgemeinen Öffentlichkeit wieder zu Beginn des Jahres 2004 von Seiten der Politik ins Bewusstsein gerufen. Der Kanzler rief das Jahr 2004 höchstpersönlich zum Jahr der Innovation aus. Im Zuge dessen wurde zugleich eine weitere Kommission mit dem Namen „Innovationsrat“ ins Leben gerufen, besetzt mit hochrangigen Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft, die zum Auftrag hat, im Laufe des Jahres ein Konzept auszuarbeiten, das Wege aufzeigt, wie die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands erhalten und ausgebaut werden kann. Dies ist umso wichtiger, da in der globalisierten Wirtschaft der Einsatz von verbesserten und neuen Technologien mit einer technologieabhängigen Wettbewerbsfähigkeit einhergeht, die über den Markterfolg hinaus die Entwicklung ganzer Volkswirtschaften nachhaltig beeinflusst.

Die besondere Erwähnung der Technologie im Kontext der Innovation zeigt die herausragende Stellung, die diese im aktuellen Wirtschaftsgeschehen einnimmt. Deutlich wird dies, wenn man einige zuletzt besonders erfolgreiche Unternehmen genauer betrachtet und die Quellen deren Erfolgs beleuchtet. Als Beispiel sei hier das koreanische Unternehmen Samsung Electronics erwähnt, dem es gelang nach der Asienkrise Ende der Neunziger vom Problemkind der Branche zu der am schnellsten wachsenden und profitabelsten Firma der Unterhaltungselektronik aufzusteigen. So dominiert Samsung Electronics mittlerweile bspw. den weltweiten Markt für Speicherchips und ist Weltmarktführer bei Monitoren, Videorekordern und Flachbildschirmen. Auch als Produzent von Mobilfunktelefonen konnte Samsung Electronics seinen Weltmarktanteil von 7,5 % auf 11,5 % innerhalb der letzten zwei Jahre steigern und ist somit zum weltweit drittgrößten Hersteller in diesem Markt avanciert.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Technologie einen bedeutenden Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb darstellt. Problematisch ist allerdings, dass die Unternehmen bezüglich des technologischen Wandels mit gegenläufigen Entwicklungstendenzen konfrontiert werden. Das von PFEIFFER schon in den 80er Jahren formulierte Dilemma der Entstehungszyklenexpansion bei gleichzeitiger Marktzyklenkontraktion hat weiterhin Bestand und hat sich in den letzten Jahren sogar noch verschärft. Die Tendenz sich verkürzender Marktzyklen ist eine Folge der ständig wachsenden Innovationsvielfalt, was auf dem globalen Herstellermarkt für Mobiltelefone bspw. bis jetzt zu einer Reduktion des Marktzyklus’ auf neun Monate führte.

Eine differenzierte Betrachtung des Entstehungszyklus’ erscheint somit notwendig, welche das folgende Phänomen zu Tage bringt. Zwar verbleibt den Unternehmen auf Grund der verkürzten Marktzyklen immer weniger Zeit neue Produkte zu entwickeln, was zu einer tendenziellen Verkürzung der reinen Produktenwicklungszeit führt. Gleichzeitig vergrößert sich aber auch der Zeithorizont der Unternehmen bezüglich des in vielen Unternehmen vom Produktentwicklungsprozess entkoppelten Technologieentwicklungsprozesses. Dieser ist dem Ersteren vorgelagert und nimmt wegen der zunehmenden Komplexität des technologischen Wandels immer mehr Zeit in Anspruch.

Daraus resultiert eine weitere Herausforderung für die Unternehmen im Allgemeinen und den Prozess der Technologieauswahlentscheidungen im Besonderen. Demgemäß geht die zunehmende Bedeutung der Technologie für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens gleichzeitig mit einem verlängerten Zeithorizont der Unternehmen einher, über welchen diese ihre Technologieauswahlentscheidungen zu treffen haben. Zugleich steigt die Notwendigkeit für Unternehmen, die sich in einem technologieintensiven Wettbewerb befinden, relevante technologische Trends rechtzeitig zu erkennen und in ihren Entscheidungen zu berücksichtigen.

Die ressourcenlenkenden, technologiebezogenen Entscheidungen sind der Ansatzpunkt für die Technologieaufklärung (TA), welche Kernthema dieser Arbeit sein soll. Die TA beschäftigt sich mit der systematischen Beschaffung und Bewertung von Informationen über Markt- und Technologietrends und deren Integration in die internen Entscheidungsprozesse. Die TA zielt damit auf die Steigerung der Qualität der von extern wahrgenommenen Informationen und damit letzten Endes auf die Steigerung der Effektivität von Technologieentscheidungen im Unternehmen ab.

Die TA ist Teilaufgabe des Technologiemanagements, welches sich „mit der Gestaltung, Lenkung und Entwicklung des Technologie- und Innovationspotentials des Unternehmens befasst“ und als eine ganzheitliche Aufgabe des Managements angesehen wird.

Die TA wird im Rahmen dieser Arbeit insbesondere im Hinblick auf technologieintensive Großunternehmen betrachtet, die international agieren. Als technologieintensiv gelten in dieser Arbeit Branchen, in denen die in die Produkte inkorporierten Technologien die Kundennachfrage maßgeblich beeinflussen. Dies ist dann der Fall, wenn die Wettbewerbsfähigkeit der in dieser Branche agierenden Unternehmen im Zuge von technologischen Innovationen erheblich eingeschränkt wird. Als Großunternehmen gelten gemäß der gängigen Definition Unternehmen, die über 1000 Mitarbeiter beschäftigen und deren Umsatz über 25 Millionen € beträgt. Als weitere Eingrenzung wird hier der Grad der Internationalisierung herangezogen werden. Demzufolge soll die Geschäftstätigkeit in mehreren Ländern erfolgen, wobei die Auslandstätigkeit einen wesentlichen Teil der geschäftlichen Aktivitäten ausmachen muss.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit, ist die Ausarbeitung eines Konzeptes zur Gestaltung der TA in einem technologieintensiven, multinationalen Großunternehmen. Diese soll die systematische Beobachtung des technologischen Umfeldes und die Berücksichtung der dabei gewonnenen Erkenntnisse im Unternehmen gewährleisten.

Dazu werden im Grundlagenkapitel zunächst die Kernbegriffe definiert. Im Anschluss daran erfolgt eine kurze Diskussion der grundlegenden Konzepte des strategischen Managements, bei welcher die Bedeutung der Technologien für diese herausgearbeitet wird. Dadurch wird zugleich auf die Notwendigkeit eines strategischen Technologiemanagements (TM) hingewiesen, welches im daran anschließenden Kapitel dargestellt wird. Für ein tiefergehendes Verständnis der Problematik der technologischen Entwicklung erfolgen sodann Ausführungen über theoretische Modelle, von denen Implikationen für die Gestaltung der TA abgeleitet werden. Nachdem der Rahmen für ein Konzept der TA gelegt wurden ist, wird eine Definition der TA gegeben und diese in eine Prozessstruktur des Unternehmens eingeordnet.

Für die konkrete Ausarbeitung des Konzeptes wird daraufhin eine aufbauorganisatorische und eine prozessbezogene Perspektive gewählt, die zugleich die Grundstruktur für die weitere Vorgehensweise darstellen. Die Einordnung der TA in die Aufbauorganisation des Unternehmens wird im dritten Kapitel diskutiert. Schwerpunkt der Betrachtung ist dabei die Frage, wie die TA-Aktivitäten koordiniert werden können, die von Mitarbeitern verschiedener Unternehmens- und Funktionsbereiche ausgeführt werden. Dazu werden insbesondere mögliche Koordinationsmechanismen geschildert und deren Anwendungsbereiche diskutiert.

Im vierten Kapitel wird sodann der Prozess der TA dargestellt. Die ausführliche Diskussion der einzelnen Phasen zeigt auf, welche Einflussfaktoren bei der Gestaltung zu beachten sind und welche Auswirkungen diese auf den Prozess der TA im Unternehmen haben. Diese Diskussion wird insbesondere vor dem Hintergrund des Konzeptes der lernenden Organisation geführt, da dieses Gestaltungskonzept des Unternehmens in der Theorie sowie auch in der Praxis die zeitgemäße Antwort auf Anforderungen zu sein scheint, mit denen sich die Unternehmen in dynamischen Branchen konfrontiert sehen. D.h. dass der Aspekt des Informationsflusses im Unternehmen und damit auch das Kommunikationsverhalten der Mitarbeiter bei den Ausführungen besondere Beachtung finden.

Anschließend wird in der Schlussbetrachtung eine integrierende Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse präsentiert, sowie ein kurzer Ausblick für mögliche Wege der weiteren Entwicklung der TA geliefert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung 4
2. Theoretische Grundlagen 6
2.1 Begriffliche Abgrenzungen 6
2.1.1 Daten, Informationen, Wissen 6
2.1.2 Technologie 7
2.1.3 Innovation 8
2.2 Grundlegendes zur strategischen Unternehmensführung 9
2.2.1 Quellen der Wettbewerbsvorteile - Vom marktbasierten zum ressourcenbasierten Strategieansatz 9
2.2.2 Entwicklungstendenzen - Die Notwendigkeit der Berücksichtigung von Technologien im strategischen Management 11
2.3 Strategisches Technologiemanagement 12
2.4 Grundlegendes zur Technologieentwicklung 14
2.4.1 Konzepte des technologischen Wandels 14
2.4.1.1 Das S-Kurvenkonzept 14
2.4.1.2 Die Theorie des dominanten Designs 15
2.4.1.3 Diskontinuierliche Innovationen 16
2.4.2 Technologie-Klassifizierung 17
2.4.3 Implikationen für die Technologieaufklärung 19
2.5 Technologieaufklärung 20
2.5.1 Einordnung der Technologieaufklärung in das strategische Technologiemanagement 20
2.5.2 Einordnung der Technologieaufklärung in die Prozessstruktur des Unternehmens 23
3. Gestaltung der Aufbauorganisation 24
3.1 Aufgaben der Technologieaufklärung auf den unterschiedlichen Organisationsebenen der Unternehmung 25
3.2 Koordinationsformen der Technologieaufklärung 27
3.2.1 Strukturelle Koordination 27
3.2.1.1 Zentrale Strukturen zur Koordination der Technologieaufklärung 28
3.2.1.2 Dezentrale Strukturen zur Koordination der Technologieaufklärung 29
3.2.1.3 Strukturen zur Einbindung unternehmensexternen Wissens 30
3.2.1.4 Internationale Strukturen 31
3.2.2 Informelle Koordination 32
3.2.2.1 Förderung der informellen Kommunikationsbeziehungen 33
3.2.2.2 Förderung der Innovationskultur 34
3.2.3 Hybride Koordination 35
3.2.4 Zusammenfassung 37
4. Situationsadäquate Gestaltung der Prozessorganisation 38
4.1 Formulierung des Informationsbedarfs im Prozess der Technologieaufklärung 39
4.1.1 Scanning als Suchstrategie 40
4.1.2 Monitoring als Suchstrategie 41
4.1.3 Einsatzmöglichkeiten der Suchstrategien im Innovationsprozess 41
4.1.4 Bestimmung der Informationsbedürfnisse für Monitoring und Scanning 42
4.2 Beschaffung der Informationen im Prozess der Technologieaufklärung 45
4.2.1 Auswahl von Informationsquellen und Methoden der Informationsbeschaffung 46
4.2.2 Auswahl der Aufgabenträger 48
4.3 Bewertung der Informationen im Prozess der Technologieaufklärung 53
4.3.1 Festlegen der Bewertungsform 53
4.3.1.1 Selektion der Bewertungsmethode 55
4.3.1.2 Roadmapping als Instrument der Technologieaufklärung 57
4.3.1.3 Szenarioanalysen als Instrument der Technologieaufklärung 58
4.3.1.4 Bedarfsorientierte Bewertungsverfahren 59
4.3.1.5 Leaduser-Analysen als Instrument der Technologieaufklärung 59
4.3.1.6 Information Acceleration als Instrument der Technologieaufklärung 60
4.4 Kommunikation der Informationen im Prozess der Technologieaufklärung 61
4.4.1 Art der Berücksichtigung der Information 61
4.4.1.1 Integration in Planungs- und Entscheidungsprozesse 62
4.4.1.2 Kommunikationsroutinen und -strukturen 63
4.4.2 Wahl geeigneter Kommunikationsmedien 65
5. Schlussbetrachtung 67
Literaturverzeichnis V
Eidesstattliche Erklärung XXII

Automatisiert erstellter Textauszug:

unterschiedlichem Vorwissen bewirkt eine stärkere Akzeptanz der TA in der Unternehmung. Zusätzlich unterstützen diese Teams organisationale Lernprozesse, insbesondere dann, wenn es gelingt, qualifizierte Projektleiter für deren Steuerung zu gewinnen, die idealerweise der mittleren Führungsebene angehören sollten.214 Jenen wird eine besondere Stellung bei der Initiierung von Prozessen des Team-Lernens zugebilligt, d.h. sie schaffen die Voraussetzung zur Umwandlung von individuellen in organisationale Lernprozesse.215 Diese in unterschiedlichem Maße funktions-, konzern-, länder- oder technikübergreifenden Projektteams werden als „elementare Stätte der technischen Wissensgenerierung gesehen“, d.h. in diesen Teams wird neues Wissen für das Unternehmen erschlossen und gleichzeitig wird die Basis dafür gelegt, dass das Wissen im Unternehmen verbreitet wird.216 [...]

Da die Aufgabenstellung der TA dem Wesen nach unstrukturiert ist, ist der vielfältige Einsatz flexibler Koordinationsmechanismen zur Ergänzung der TA-Grundstruktur unabdingbar.209 Ständig neu auftretende Problemstellungen in Form von auftauchenden technologischen Trends verlangen eine flexible und problemspezifische Koordination.210 Im Rahmen der TA wird diese Koordinationsform hauptsächlich in Form von zeitlich befristeten Projekten eingesetzt, die die Lösung von TA-spezifischen Problemstellungen zum Auftrag haben.211 In der Praxis werden bspw. TA-Teams zur Unterstützung der Technologieplanungs- und Ressourcenallokationsprozesse gegründet, die dann die Prozesse der Erarbeitung von Roadmaps und Szenarien begleiten.212 Der häufige Einsatz von TA-Projektteams, die die verschiedensten Problemstellungen mit zahlreichen Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens zeitlich befristet bearbeiten, steht im Einklang mit der Erkenntnis und dem daraus resultierenden Trend, dass Projektstrukturen im Rahmen der Bearbeitung von FuE-Aufgaben besonders geeignet sind.213 [...]

Organisationsstruktur mit innovationsfördernden Eigenschaften angestrebt werden. Konkret bedeutet dies, dass Strukturen, die durch ganzheitliche Aufgaben, Dezentralisierung, flache Hierarchien, wenig Personal in Stäben, Verzicht auf Matrixstrukturen und den vielfältigen Einsatz von temporären Teams gekennzeichnet sind, angestrebt werden sollten.199 Zudem können die für eine Innovationskultur notwendigen gemeinsamen Werte, Normen, Ziele sowie Grundannahmen durch einen Sozialisationsprozess langfristig aufgebaut werden, der durch eine gemeinsame Weiterbildung von Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen, Labors oder betrieblichen Funktionen, durch Job-rotation-Programme, sowie Leistungs- und Anreizsysteme initiiert bzw. unterstützt werden kann.200 Erfolgsrelevant erscheint hierbei insbesondere die partizipative Gestaltung der neuen Strukturen, indem möglichst viele Mitarbeiter in den kulturverändernden Transformationsprozess eingebunden werden.201 [...]

Arbeit zitieren:
Kanthak, Kristian März 2004: Konzept zur Gestaltung der Technologieaufklärung für technologieintensive Großunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strategie, Technologiemanagement, technology intelligence, Frühaufklärung, Früherkennung

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