Konzept zur Einführung jährlicher Mitarbeitergespräche im Krankenhaus
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Katrin Wukasch
- Abgabedatum: November 2001
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 894,8 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5335-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5335-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5335-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wukasch, Katrin November 2001: Konzept zur Einführung jährlicher Mitarbeitergespräche im Krankenhaus, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalentwicklung, Mitarbeiterführung, Personalführung
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Diplomarbeit von Katrin Wukasch
Einleitung:
Der zunehmende Wettbewerbs- und Kostendruck im Gesundheitswesen erfordert von den Krankenhäusern eine grundlegende Veränderung in ihrem Selbstverständnis und in ihren Strukturen. Um überlebensfähig zu bleiben, gehören zu den Aufgaben des Managements eine gesteuerte Entwicklung und Einsetzung vorhandener Ressourcen. Eine ganz besondere Rolle kommt dabei den personellen Ressourcen zu, weil qualifizierte und motivierte Mitarbeiter eine zentrale Basis für die Qualität der Leistungen im Krankenhaus sind.
Diese Arbeit leistet einen Beitrag zur Implementierung erfolgversprechender Instrumente einer zeitgemäßen Personalführung in Krankenhäusern. Sie legt dar, weshalb das Mitarbeitergespräch in Krankenhäusern eingesetzt werden sollte und bringt schließlich ein Konzept zur Einführung von jährlichen Mitarbeitergesprächen für ein Klinikum hervor. So werden in dieser Arbeit sowohl theoretische Grundlagen als auch praxisbezogene Hinweise vermittelt.
Gang der Untersuchung:
Zunächst werden die verschiedenen Facetten eines Mitarbeitergesprächs vorgestellt, um den Leser mit den Funktionen und den Inhalten des Instruments vertraut zu machen. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, die ein Mitarbeitergespräch seinen Anwendern bietet und die Anforderungen, die es an sie stellt.
Die Frage, aus welchen Gründen das Mitarbeitergespräch in den Krankenhäusern eingeführt werden sollte, beantwortet der darauf folgende Teil. Hierin findet eine Auseinandersetzung mit den personellen Bedingungen in den Krankenhäusern statt. Sie betrachtet die Zweckmäßigkeit einer Einführung des Mitarbeitergesprächs. Diese Auseinandersetzung liefert zugleich Aussagen über die derzeitigen Voraussetzungen zur Implementierung des jährlichen Mitarbeitergesprächs und damit auch Ansätze für ein Konzept.
Ein Instrument in ein Unternehmen einzuführen, dass einen Wandel im Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen erfordert, ist ohne die Kenntnisse im Management von Veränderungen nicht möglich. Aus diesem Grund gibt ein weiteres Kapitel einen Überblick über die notwendigen Aufgaben im Veränderungsprozess.
Aus diesen Erkenntnissen und der im Rahmen einer kleinen Untersuchung möglichen Einsicht in die Bedingungen eines Klinikums erfolgte die Entwicklung eines Konzeptes. Dieses liefert Hinweise zur Einführungsplanung, Steuerung und Durchführung.
Diese Arbeit konzentriert sich auf Grund des zur Verfügung stehenden Zeitrahmens vorwiegend an patientennahen Berufsgruppen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Thematische Abgrenzung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Das Mitarbeitergespräch | 3 |
| 2.1 | Definition | 3 |
| 2.2 | Funktionen von Mitarbeitergesprächen | 4 |
| 2.3 | Inhaltlicher Aspekt | 7 |
| 2.3.1 | Das Zielvereinbarungsgespräch | 8 |
| 2.3.2 | Das Beurteilungsgespräch | 8 |
| 2.3.3 | Das Fördergespräch | 9 |
| 2.3.4 | Das Jahresmitarbeitergespräch | 10 |
| 2.4 | Verhaltensorientierter Aspekt | 11 |
| 2.4.1 | Das Gespräch beeinflussende Faktoren | 11 |
| 2.4.2 | Gesprächstechniken | 12 |
| 2.4.3 | Zwischenmenschliche Kommunikation und Urteilstendenzen | 14 |
| 2.5 | Instrumentaler Aspekt | 16 |
| 2.5.1 | Gesprächsleitfaden | 16 |
| 2.5.2 | Stichwort- bzw. Themenlisten | 17 |
| 2.5.3 | Dokumentationsteil | 18 |
| 2.6 | Ablauforientierter Aspekt | 19 |
| 2.6.1 | Gesprächsvorbereitung | 19 |
| 2.6.2 | Gesprächsdurchführung | 20 |
| 2.6.3 | Gesprächsnachbereitung | 21 |
| 2.7 | Chancen und Risiken | 21 |
| 3. | Rahmenbedingungen für jährliche Mitarbeitergespräche im Krankenhaus | 23 |
| 3.1 | Führungskultur | 23 |
| 3.2 | Kommunikation und Information | 26 |
| 3.3 | Personalentwicklung | 29 |
| 3.4 | Motivation zu Veränderungsprozessen | 31 |
| 3.4.1 | Bereitschaft zu Veränderungen | 32 |
| 3.4.2 | Organisationsveränderungen erschwerende Risiken | 32 |
| 3.4.3 | Organisationsveränderungen begünstigendes Potential | 34 |
| 3.4.4 | Zusammenfassung | 34 |
| 4. | Das Managen eines Veränderungsprozesses | 35 |
| 4.1 | Prinzipien der Analyse, Planung und Steuerung von Veränderungen | 35 |
| 4.2 | Beeinflussung von Verhaltensänderung und Widerstand | 40 |
| 4.3 | Schlussfolgerungen für die Einführung von Mitarbeitergesprächen im Krankenhaus | 42 |
| 5. | Konzept zur Einführung jährlicher Mitarbeitergespräche in einem Klinikum | 44 |
| 5.1 | Ausgangspunkt Unternehmen | 44 |
| 5.2 | Voruntersuchung über Bereitschaft und Fähigkeiten der Führungskräfte zu Mitarbeitergesprächen | 45 |
| 5.2.1 | Ziel der Untersuchung | 45 |
| 5.2.2 | Vorstellung der Untersuchungsmethode | 46 |
| 5.2.3 | Ergebnisse der Untersuchung | 46 |
| 5.3 | Schrittfolge des Einführungsprozesses | 49 |
| 5.3.1 | Implementierungsstrategie | 50 |
| 5.3.2 | Einrichtung der Projektgrundlagen | 51 |
| 5.3.3 | Diagnostizieren von Ein- und Durchführungsvoraussetzungen | 54 |
| 5.3.4 | Entwicklung eines Konzeptes für Jahresmitarbeitergespräche | 56 |
| 5.3.5 | Ankündigung der Einführung sowie Befragung der Führungskräfte | 60 |
| 5.3.6 | Auswertung der Befragung | 61 |
| 5.3.7 | Organisation und Realisierung einer offiziellen Informationsveranstaltung | 62 |
| 5.3.8 | Schulung der Führungskräfte | 65 |
| 5.3.9 | Information der Mitarbeiter durch ihre Vorgesetzten | 67 |
| 5.3.10 | Betriebsvereinbarung als Startschuss | 67 |
| 5.3.11 | Evaluation und Umsetzungsbegleitung | 68 |
| 5.4 | Kontinuierliche Aufgaben des Projektteams | 70 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 72 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 73 |
| 8. | Eidesstattliche Erklärung | 77 |
| 9. | Anhang | 78 |
ben des Projektteams liegen in der Organisation, der Planung und der Steuerung der Veränderungsmaßnahme. „Eine Projektorganisation soll einem Change-Projekt in erster Linie die erforderliche Power verleihen. Sie wird benötigt, damit sich das Projekt gegen die Trägheitskräfte, das operative Geschäft, die Linie und gegen Opponenten durchsetzen kann.“114 Insbesondere drei sogenannte Promotoren-Typen sollen dieser Aufgabe gerecht werden: Macht-Promotoren mit ihrer Positionsmacht im Unternehmen, Fach-Promotoren mit ihrer Expertise und ProzessPromotoren mit ihren prozessbegleitenden und moderierenden Erfahrungen. Keine Maßnahme ohne Diagnose: Diagnosen dienen dem Entdecken von Handlungsbedarf. Um Maßnahmen für Veränderungen planen zu können, ist zunächst eine Diagnose und Analyse bestehender Zustände notwendig. Mittels der von den Betroffenen genannten Probleme lassen sich Lösungsmöglichkeiten und Veränderungsmaßnahmen ableiten. Die Zielsetzung der Diagnose zentriert sich dabei deutlich auf das Auffinden geeigneter Veränderungsmaßnahmen. Liegen die Probleme jedoch offensichtlich im traditionellen Verhalten der Betroffenen begründet, ist es den Betroffenen manchmal nicht möglich, diese Probleme überhaupt zu erkennen. In einem solchen Fall lohnt es sich, aus Expertensicht notwendige Veränderungsmaßnahmen einzuleiten und die Einstellung der Betroffenen zu diesen konkreten Veränderungsmaßnahmen zu analysieren.115 Dabei liegt der Schwerpunkt der Diagnose darauf, aus den Antworten Interventionen abzuleiten und dabei den folgenden Aspekt der vernetzten Strukturen ausreichend zu berücksichtigen. Ganzheitliches Denken und Handeln: Veränderungsprozesse betreffen nicht allein die strukturellen und technischen Aspekte sondern vor allem die zu wenig beachteten menschlichen und zwischenmenschlichen Gesichtspunkte. Wie mit einem Radar sollten möglichst alle die Veränderung tangierenden Voraussetzungen untersucht werden. Insbesondere bei Veränderungen, die eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung erfordern, sind die Strukturen des Unternehmens, die Normen im Unternehmen und das Verhalten der Betroffenen und in die Strategie der Einführung zu integrieren.116 Im Speziellen sollten folgende Fragen im Vorfeld geklärt werden: Strukturen Welche Auswirkungen hat die Veränderung auf die Aufbau- und Ablauforganisation? Wie lässt sich die Veränderung mit den bestehenden Führungssystemen umsetzen? Verhalten Mit welchem Verhalten der Betroffenen ist zu rechnen? Worin bestehen Motivation, worin Widerstände der Betroffenen? Worin sind diese begründet? Welche Erwartungen und Befürchtungen verbinden die Betroffenen mit der Veränderung? [...]
Veränderungen bedürfen des Managens. Dies gilt besonders, wenn geplante Maßnahmen - wie die Einführung von Mitarbeitergesprächen - eine Vielzahl von Mitarbeitern tangiert und die Bedeutung der Maßnahme nicht bekannt ist. Eine erfolgreiche Veränderung bedarf nicht nur eines Konzeptes für die Durchführung des Gesprächs, sondern auch eines Konzeptes zur Realisierung der Durchführung. Doppler und Lauterburg verdeutlichen in ihrer „Charta des Managements von Veränderungen“, dass der eigentliche Indikator für den Erfolg einer Veränderung der Transferprozess in die Praxis ist.111 Diese Komplexität verlangt eine Planung der optimalen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung. Die Charta von Doppler und Lauterburg besteht aus Prinzipien, die nicht trennscharf chronologisch einzuordnen sind, sondern ineinander fließen und sich gegenseitig bedingen. [...]
3.4.3 Organisationsveränderungen begünstigendes Potential Einen weniger steinigen Weg gehen Krankenhäuser, die ihrem Personal persönliche Vorteile von Veränderungen aufzeigen können und in den Prozess der Veränderung einbeziehen, indem sie ihm Einfluss gewähren. Dass der Wunsch an Mitbestimmung präsent ist, zeigt Wolff in seiner Befragung von Ärzten und Pflegekräften, bei der ca. 70% für und nur ca. 30% gegen einen mitarbeiterorientierten Führungsstil votiert haben.110 Die wahrgenommenen Defizite können hierbei Ansatzpunkte für Verbesserungsvorschläge sein und den Mitarbeitern eine Herausforderung bieten, die Änderung mitzugestalten. Die Einführung von Qualitätszirkeln, die Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen und die Teilnahme an Projekten hat gezeigt, dass es eine Anzahl an innovativen Mitarbeitern gibt. Diese müssen jedoch auch als Multiplikatoren und Motivatoren erkannt und auch eingesetzt werden. Das Anregen des Dialogs zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter hinsichtlich Kritiken und Wünschen zieht die Auseinandersetzung mit den Individualzielen der Mitarbeiter wie auch eine Reflexion eigenen Verhaltens nach sich. Es kann die Innovation und Motivation der Mitarbeiter fördern und dazu beitragen, den passiven Anpassungsprozess zu einem aktiven Entwicklungsprozess umzugestalten. 3.4.4 Zusammenfassung Die aufgezeigten Rahmenbedingungen haben die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung gegenüber dem Mitarbeiter des Krankenhauses deutlich sichtbar gemacht. Sie haben ferner gezeigt, dass der Einsatz des Mitarbeitergesprächs eine supplementäre Maßnahme zu einem mitarbeiterorientierenden Verständnis im Krankenhaus darstellen kann. Auch dass die Einführung nicht nur auf bedingungslose Bestätigung sondern ebenso auf impulsive Ablehnung bei den Mitarbeitern stoßen wird, zeigen die voran gestellten Ausführungen. Deshalb ist für die Einführung des Instrumentes eine diplomatische Implementierungsstrategie notwendig, die Kenntnisse über das Managen von Veränderungsprozessen voraussetzt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453350
Arbeit zitieren:
Wukasch, Katrin November 2001: Konzept zur Einführung jährlicher Mitarbeitergespräche im Krankenhaus, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalentwicklung, Mitarbeiterführung, Personalführung



