Das Konzept Business Re-engineering
Eine kritische Betrachtung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Claus-Sebastian Ulrich
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 36 Seiten
- Dateigröße: 635,8 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9635-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9635-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9635-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ulrich, Claus-Sebastian September 2005: Das Konzept Business Re-engineering, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lean-Management, Total-Quality-Management, Wertschöpfungsorientierung, Kundenfokussierung, Empowerment
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Diplomarbeit von Claus-Sebastian Ulrich
Einleitung:
„Es gibt kein einziges Unternehmen, dessen Management nicht – zumindest für die Ohren der Öffentlichkeit – proklamiert, es strebe eine Organisation an, die flexibel genug ist, um sich an rasche Veränderungen der Marktbedingungen anzupassen, schlank und innovativ genug, um Produkte und Dienstleistungen technisch auf dem neusten Stand zu halten, und engagiert genug, um ein Maximum an Qualität und Kundenservice zu bieten.“ Durch die Globalisierung der Märkte, der dynamischen und komplexen Entwicklung der Technologien und nicht zuletzt durch den verstärkten internationalen Wettbewerb, ist eine tief greifende Veränderung im Managementverhalten unentbehrlich. Zahlreiche Branchen werden mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Insofern besteht die unabdingbare Notwendigkeit, sich diesen veränderten Rahmenbedingungen in adäquater Weise anzupassen, um künftige potentielle Krisen besser überwinden zu können.
Eine grundlegende Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ist die effiziente Gestaltung betrieblicher Geschäftsprozesse. „Zweihundert Jahre lang folgten die Menschen bei der Gründung und beim Aufbau von Unternehmen der brillanten Entdeckung von Adam Smith, dass industrielle Arbeit in ihre einfachsten und grundlegendsten Aufgaben zerlegt werden sollte.” Der Gedanke des Teilens der Arbeit in kleinste Verrichtungsstufen, die damit verbundene Steigerung der Produktivität sowie das Sinken der Stückkosten ist auch heute noch stark in den Organisationsformen von Unternehmungen verankert.
Durch den Wandel von Verkäufermärkten zu Käufermärkten, durch die immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen und durch die Notwendigkeit schnellerer Reaktionszeiten im Wettbewerb wird dem Aufbau und der Entwicklung von Unternehmensorganisationen eine immer stärkere Aufmerksamkeit gewidmet. Es genügt nicht, sich mit den gegenwärtigen Unternehmenserfolgen abzufinden, sondern es muss ausreichend Weitblick vorhanden sein, um sich auf neue Marktbedingungen einstellen zu können. Dies fordert von den Unternehmungen die Bereitschaft zum „Wandel“.
Es geht heute mehr denn je um Themen wie Flexibilisierung, Beweglichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und um Reaktionsschnelligkeit innerhalb der Unternehmung und am Markt. „Unternehmen, deren Organisation sich [lediglich] an Arbeitsteilung und Spezialisierung ausrichtet, sind diesen Herausforderungen häufig nicht gewachsen.” Wie jedoch soll sich dieser Wandel vollziehen? Eine der möglichen Antworten auf diese Frage ist das Business-Reengineering.
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das prozessorientierte Managementkonzept Business-Reengineering näher zu untersuchen. Dabei wird es ausführlich dargestellt, um einen umfassenden Einblick in die Thematik zu gewährleisten. Anschließend erfolgt eine kritische Analyse, um zu überprüfen, ob es tatsächlich zu enormen Quantensprüngen des Unternehmenserfolgs kommt und welche Schwachstellen es aufweist.
Dies muss jedoch mit einigen Einschränkungen geschehen, da diese Arbeit, auf Grund des vorgegebenen Rahmens, auf praxisbezogene Beispiele verzichtet.
Gang der Untersuchung:
Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Grundlagen des Konzeptes. Hierbei wird der Rahmen, in dem sich das Managementkonzept bewegt, abgesteckt. Im anschließenden Kapitel wird das konzeptionelle Vorgehen bei der Umsetzung des Business-Reengineering erläutert. Des Weiteren geht es im dritten Kapitel um die Abgrenzung des Business-Reengineering von weiteren Managementkonzepten. Im Rahmen einer kritischen Würdigung wird abschließend im vierten Kapitel auf Probleme hingewiesen, die durch ein solches Managementkonzept auftreten können beziehungsweise nicht zu umgehen sind.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Begriffliche Abgrenzungen | 3 |
| 2.2 | Ziele des Business-Reengineering | 5 |
| 2.3 | Gestaltungselemente des Business-Reengineering | 6 |
| 2.3.1 | Identifikation der Geschäftsprozesse | 7 |
| 2.3.2 | Kundenorientierung | 8 |
| 2.3.3 | Qualifikation der Mitarbeiter | 9 |
| 2.3.4 | Change-Management | 10 |
| 2.3.5 | Empowerment statt Kontrolle | 12 |
| 2.3.6 | Einsatz von Informationssystemen | 13 |
| 2.4 | Konzeptionen des Business-Reengineering | 14 |
| 2.4.1 | Beteiligte Personen und Gruppen | 14 |
| 2.4.2 | Die Umsetzung des Business-Reengineering | 16 |
| 3. | Abgrenzung von alternativen Managementkonzepten | 17 |
| 3.1 | Total-Quality-Management | 18 |
| 3.2 | Lean-Management | 21 |
| 4. | Analytische Betrachtung | 24 |
| 4.1 | Erfahrungen aus der Praxis | 24 |
| 4.2 | Was machte Business-Reengineering erfolgreich? | 25 |
| 4.3 | Kritiken am Business-Reengineering | 25 |
| 4.4 | Zusammenfassung der typischen Fehler bei der Neugestaltung | 28 |
| 5. | Kritische Würdigung / Resümee | 29 |
| 6. | Eidesstattliche Erklärung | 30 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 31 |
2.4.2 Die Umsetzung des Business-Reengineering Die Phasen der Durchführung lassen sich nach der Definition von Bogaschewsky und Rollberg in die strategische-, Entwurfs-, Realisations-, Kontroll- und die Verbesserungsphase unterscheiden.56 Zu Beginn der strategischen Phase wird die Transformationsnotwendigkeit erkannt. Anschließend werden ein Lenkungsausschuss eingerichtet, die Vision entwickelt und kommuniziert sowie die Kernprozesse definiert. In der Entwurfsphase werden die einzelnen Prozesse neu geplant beziehungsweise (sofern dies nicht möglich ist) die bestehenden Prozesse analysiert und verbessert. Es erfolgt eine Abschätzung der Realisationschancen, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit der neuen und der neu gestalteten alten Prozesse sowie die Einsetzung der Prozessverantwortlichen. Die Implementierung und fortlaufende Kontrolle der Prozesse geschieht in der Realisations- und Kontrollphase. Es geht jedoch nicht ausschließlich um eine kontinuierliche Kontrolle, sondern während der Verbesserungsphase auch um das Optimieren der Abläufe der Prozesse, um diese an sich neu ergebende Umstände anzupassen. Die praktische Ausrichtung des Konzepts und der breite Einsatzbereich machen es schwer, eine übergreifende Richtschnur für die Konstruktion von Prozessen und Verbesserungsmechanismen abzuleiten, die sich auf jedes Unternehmen übertragen lässt.57 Eine Möglichkeit, das Vorgehen bei der Umsetzung des BusinessReengineering zu vereinheitlichen, stellt die folgende Abbildung dar. [...]
15 Kommunikation (Signale), das persönliche Verhalten (Symbole) und die Erfolgskontrolle und Belohnung (Systeme).54 2. Der Prozessverantwortliche, ebenfalls ein Manager, der für das Reengineering einzelner Prozesse verantwortlich und damit Coach für das ReengineeringTeam ist. Er ist Sprecher, Beobachter und Verbindungsmann seines BusinessReengineering-Teams, stellt dieses zusammen und beschafft die erforderlichen Ressourcen. 3. Das Reengineering-Team ist eine Gruppe von Personen, die sich aus Insidern, die mit dem neu zu gestaltenden Prozess vertraut sind, und - zur Erweiterung der Perspektiven - aus Externen (Beratern) zusammensetzt. Das Team gestaltet und implementiert die Prozesse. 4. Der Lenkungsausschuss ist ein sich aus Prozessverantwortlichen und weiteren Führungskräften zusammensetzendes Gremium, unter der Leitung des Leaders. In ihm werden Entscheidungen über Richtlinien getroffen, Strategien festgelegt und die Entwicklung des Reengineering überwacht. 5. Die Aufgabe des Reengineering-Zar ist es die Verantwortung für die Summe aller Business-Reengineering-Projekte im Unternehmen zu übernehmen. Er verfügt bereits über Erfahrungen im Reengineering. Er unterstützt die Prozessverantwortlichen und Reengineering-Teams fachlich und koordiniert das Business Reengineering im gesamten Unternehmen als Stabstelle des Leaders. Zu seinen Aufgaben zählen auch die Entwicklung von Werkzeugen und Techniken im Bereich des Business-Reengineering und die Synergien zwischen getrennten Reengineering-Projekten. Eine Rollenverteilung nach diesem Schema ist in der Praxis den jeweiligen Gegebenheiten der Unternehmung durch eine individuelle Lösung anzupassen. Deutlich wird an dieser Stelle, dass Business-Reengineering nach dem Top-Down-Ansatz umgesetzt wird. Das bedeutet, dass zu Beginn des Projekts ausschließlich die Unternehmensleitung in den Prozess eingebunden ist und erst zu einem späteren Zeitpunkt die Mitarbeiter mit einbezogen werden. “Je nach Vorgehensweise werden beim Business- [...]
13 2.3.6 Einsatz von Informationssystemen Auch wenn die Einschätzung der Priorität von Autor zu Autor unterschiedlich ausfällt, wird die Notwendigkeit der Einbeziehung von Informations- und Kommunikationstechnologie nicht grundsätzlich abgestritten. Sie gilt als wichtige Voraussetzung für die prozessorientierte (Re-)Organisation. „Einem Unternehmen, das Technologie mit Automatisierung gleichsetzt, bleibt der Weg zum Business-Reengineering verschlossen.“48 Entspricht die Informations- und Kommunikationstechnologie dem neusten Stand der Technik und wird sie nicht mit Automatisierung gleichgesetzt, ist sie ein wesentlicher Träger des Reengineering-Prozesses, da sie es den Unternehmen ermöglicht, ihre Prozesse neu zu gestalten. Wird die Informationstechnologie aber falsch eingesetzt, kann sie Business-Reengineering nicht nur erschweren, sondern sogar gänzlich verhindern, indem sie alte Denkweisen und Verhaltensmuster verstärkt. Eine der wichtigsten Anforderungen ist es, das induktive Denken zu lernen. Die meisten Manager denken deduktiv. Ihre Stärke ist es, Probleme zu definieren, verschiedene Lösungsansätze zu bewerten und nach geeigneten Lösungen zu suchen. Dies reicht nicht aus, wenn man ein Unternehmen radikal neu aufbauen möchte. Wer hierfür die Informationstechnologie einsetzen will, muss induktiv denken. Das heißt er muss die Fähigkeit besitzen, zuerst eine überzeugende Lösung zu erkennen, um dann die Probleme aufzuspüren, die sich damit aus der Welt schaffen ließen. Hier werden viele Fehler gemacht. Die meisten Unternehmen betrachten die Informationstechnologie durch die Linse der bestehenden Prozesse. Es wird dann gefragt, wie die neuen Techniken eingesetzt werden können, um derzeitige Arbeitsweisen zu verbessern oder zu rationalisieren. Dies ist falsch. Richtig wäre es zu fragen, wie man mit Hilfe der Technologie neue Dinge tun kann. Die heute bestehenden Technologien auf dem Sektor der Kommunikation und Information führen zu einem Abbau der Wissensmonopole, Informationen werden überall und (fast) zu jeder Zeit verfügbar. Durch sie erhalten Unternehmen die Möglichkeit, Unternehmensprozesse neu und effizienter zu gestalten.49 Informations- und Kommunikationstechnologien gestatten zum einen den innovativen Entwurf von Prozessen mit Softwaretools, die beispielsweise eine Analyse, Simulation, Optimierung und Model48 49 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496357
Arbeit zitieren:
Ulrich, Claus-Sebastian September 2005: Das Konzept Business Re-engineering, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Lean-Management, Total-Quality-Management, Wertschöpfungsorientierung, Kundenfokussierung, Empowerment



