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Konvergenz in der TIME-Branche

Anforderungen an und Lösungsmöglichkeiten für das Risikocontrolling, insbesondere die Risikoidentifikation

Konvergenz in der TIME-Branche
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sven Müller
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 893,1 KB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Ilmenau Deutschland
  • Bibliografie: ca. 220
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9936-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9936-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9936-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Sven Mai 2006: Konvergenz in der TIME-Branche, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konvergenz, Controlling, Risikocontrolling, Risikomanagement, Medien

Diplomarbeit von Sven Müller

Einleitung:

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist in der betriebswirtschaftlichen Literatur eine verstärkte Auseinandersetzung mit Risiken von Unternehmen zu beobachten. Wobei unter Risiko vorläufig die Gefahr negativer Abweichungen des Ergebnisses von Zielvorgaben verstanden werden soll.

Eine verstärkte Beschäftigung mit der Risikoproblematik in jüngerer Zeit ist auf das am 01.05.1998 in Kraft getretene KonTraG zurückzuführen, womit der Gesetzgeber auf eine Häufung von Unternehmenskrisen reagierte. Das KonTraG zeigt sich dabei neben der Verpflichtung der expliziten Risikostellungnahme im Lagebericht auch für die Neufassung des § 91 II AktG verantwortlich. Hiernach ist der Vorstand dazu aufgefordert, ein Risikomanagementsystem zu implementieren, damit die den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Entwicklungen früh erkannt werden.

Des Weiteren erfährt die Auseinandersetzung mit Risiken auf Grund der zunehmenden Verbreitung wertorientierter Unternehmenssteuerung Beachtung. Danach bedingt eine Marktwertsteigerung des Unternehmens nicht nur ein Management der Erträge sondern auch ein Risikomanagement. Letzteres ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer ausschließlichen Vermeidung von Risiken. Ursächlich dafür ist die Kopplung der Ertragschance an ein Risiko. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ohne das Eingehen von Risiken keine Generierung von Erträgen möglich ist. Somit besteht das größte Risiko für ein Unternehmen darin, keine Risiken einzugehen.

Die aus obigen Überlegungen resultierende Beschäftigung mit Risiken führte neben der Entwicklung eines Risikomanagement zur Herausbildung eines Risikocontrolling. Während Risikomanagement vorerst als Subsystem der Unternehmensführung angesehen werden soll, welches zur Aufgabe hat, aktuelle und potentielle Risiken so zu beherrschen, dass die Überlebensfähigkeit des Unternehmens nicht gefährdet wird, ist unter Risikocontrolling zunächst eine Unterstützung für das Risikomanagement zu verstehen. Das Risikocontrolling zeigt sich somit u.a. für die Gestaltung und Pflege eines Instrumentariums für das Risikomanagement verantwortlich.

Wie bereits angedeutet, stellt das Eingehen von Risiken ein Wesensmerkmal eines jeden Unternehmens dar. Ursächlich dafür ist die unvollständige Prognostizierbarkeit der Konsequenzen getroffener Entscheidungen, was darauf zurückzuführen ist, dass Zukunftserwartungen grundsätzlich mehrwertig sind.

Angesichts der zunehmenden Vielfalt und der starken Veränderlichkeit im Zeitablauf von Umfeldeinflüssen nimmt auch die Mehrwertigkeit der Zukunftserwartungen zu, wodurch die Auseinandersetzung mit Risiken für die Unternehmen stärker in den Fokus der Betrachtung gerät. Um jedoch die Risiken beherrschen zu können, gilt es zuvor selbige zu identifizieren. Wobei neben Risiken aus dem Unternehmensumfeld auch interne Risiken, d.h. Risiken, die in unternehmerischen Entscheidungen begründet liegen, zu berücksichtigen sind. Die Risikoidentifikation bildet demnach die Basis für einen erfolgreichen Umgang mit Risiken und sollte diese möglichst früh erkennen. Denn nur so hat das Unternehmen die Gelegenheit, rechtzeitig auf Risiken zu reagieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Die Gefahr negativer Zielabweichungen hängt, wie bereits erwähnt, u.a. von der Vielfalt und der Veränderlichkeit im Zeitablauf, sprich von der Komplexität und der Dynamik, des Umfeldes und des Unternehmens ab. Wie noch zu zeigen sein wird, charakterisieren diese beiden Eigenschaften in besonderem Maße konvergierende Branchen wie die TIME-Branche. Zwar eröffnen sich aus der hohen Dynamik, die Unternehmen der TIME-Branche ausgesetzt sind hohe Chancen aber auch hohe Risiken, die die Überlebensfähigkeit negativ beeinflussen können. Aus der hohen Dynamik und der hohen Komplexität der TIME-Branche, resultieren besondere Anforderungen an den Umgang mit Risiken.

Das Ziel dieser Arbeit besteht somit darin, aufbauend auf den Eigenschaften der konvergierenden TIME-Branche Anforderungen an die Risikoidentifikation abzuleiten. Zudem soll der Versuch unternommen werden, ein Instrumentenportefeuille auszuarbeiten, das den zuvor abgeleiteten Anforderungen genügt und eine Lösungsmöglichkeit offeriert.

Gang der Untersuchung:

Der vorliegende Beitrag gliedert sich in fünf Teile. Im Anschluss an einen einführenden Teil, mit Problemstellung und Zielsetzung sowie der Erläuterung der Vorgehensweise wird im zweiten Teil näher auf das Phänomen der Konvergenz und die TIME-Branche eingegangen. Hier werden die Spezifika der TIME-Branche herausgearbeitet, die das Fundament für eine spätere Ableitung von Anforderungen an die Risikoidentifikation bilden.

Eine Vertiefung zum Themengebiet des Risikos, im Speziellen zum Thema Risikocontrolling, erfolgt im dritten Kapitel. Neben besonderen Risiken, die sich aus der Konvergenz der TIME-Branche ergeben, wird hier auf die Bedeutung der Risikoidentifikation eingegangen.

Im Hauptkapitel findet schließlich ausgehend von den Kapiteln zwei und drei die Herleitung von Anforderungen and die Risikoidentifikation in der TIME-Branche statt. Des Weiteren wird hier der Versuch unternommen ein Instrumentenmix darzustellen der den Anforderungen genügt.

Seinen Abschluss findet die Arbeit im fünften Teil, der einen knappen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung enthält.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 3
2. Konvergenz und TIME-Branche 3
2.1 Konvergenz 3
2.1.1 Definition und Ausprägungen der Konvergenz 3
2.1.2 Dimensionen der Konvergenz 5
2.1.3 Konvergenztreiber 7
2.2 TIME-Branche 8
2.2.1 Definition 8
2.2.2 Dynamik der TIME-Branche am Beispiel der Unternehmensstrategie 10
2.2.3 Komplexität in der TIME-Branche 16
3. Risikocontrolling 23
3.1 Grundlagen 23
3.1.1 Risikodefinition 23
3.1.2 Risikomanagement 25
3.1.3 Risikocontrolling 29
3.2 Die Risikoidentifikation im Rahmen des Risikocontrolling 31
3.3 Risiken in der konvergierenden TIME-Branche 34
4. Risikoidentifikation unter Beachtung der Konvergenz der TIME-Branche 37
4.1 Herleitung von Anforderungen an die Risikoidentifikation in der TIME-Branche auf Grundlage komplexer Systeme 37
4.1.1 Eigenschaften komplexer Systeme 37
4.1.2 Konsequenzen komplexer Systeme 42
4.1.2.1 Strukturdefekte Entscheidungssituation 42
4.1.2.2 Effektivitäts-Effizienz-Dilemma 47
4.1.3 Anforderungen an die Risikoidentifikation 52
4.2 Instrumente und deren Eignung zur Risikoidentifikation in der TIME-Branche 55
4.2.1 Wertketten- und Prozesskettenansatz sowie vernetzter Ansatz 55
4.2.2 Frühwarnsysteme 60
4.3 Empfehlung für die Risikoidentifikation in der TIME-Branche 66
5. Ausblick 68
Thesenpapier 70
Anhang 72
Literaturverzeichnis 77
Ehrenwörtliche Erklärung 95
Textprobe:

Kapitel 3.1.3: Risikocontrolling Da in der betriebswirtschaftlichen Literatur keine Einigkeit über den Inhalt des Risikocontrolling besteht und ob dieses überhaupt einer Abgrenzung zum Risikomanagement bedarf, soll einleitend der Terminus Controlling vorgestellt werden.

Controlling wird in Deutschland i.S. von Controllership verstanden, so dass eine Differenzierung zum angloamerikanischen Controlling i.S. von Management-Control erfolgt, welches sich auf die Steuerung und Führung bezieht. Derweil das Management-Control von der Unternehmensführung wahrgenommen wird, übernimmt der Controller die Aufgaben des Controlling i.S. von Controllership. Die vorliegende Arbeit betrachtet Controlling aus funktionaler Sicht und orientiert sich an Horváth. Horváth versteht Controlling als „... dasjenige Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd ergebniszielorientiert koordiniert und so die Adaption und Koordination des Gesamtsystems unterstützt.“ Somit ist das Controlling als Führungsunterstützung anzusehen. Da das Risikocontrolling einen Bestandteil des Controlling darstellt, lassen sich ausgehend von der Definition Horváths die Ziele des Risikocontrolling ableiten. Neben der Informationsversorgung der Unternehmensführung über bestehende und potentielle Risiken liegen die Ziele v.a. in der Integration von Risikoaspekten in die Planung, Steuerung und Kontrolle sowie in der Koordination des Risikomanagement. Auf diese Weise soll die Anpassungsfähigkeit an veränderte Risikosituationen gewährleistet werden.

Auf Basis der genannten Ziele ergeben sich für das Risikocontrolling folgende Aufgaben: Einerseits ist das Risikocontrolling für den Aufbau und die Weiterentwicklung eines Management-Informationssystems verantwortlich, mit dessen Hilfe den Entscheidungsträgern relevante Informationen bereitgestellt werden. Dieser Zweck bedingt neben der Identifikation auch die Beurteilung von Risiken durch das Risikocontrolling.

Somit hat das Risikocontrolling für ein geeignetes Instrumentarium zur Identifikation und Beurteilung Sorge zu tragen. Des Weiteren sind mögliche Konsequenzen unterschiedlicher Risikosteuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, dass das Risikocontrolling lediglich eine Unterstützungsfunktion wahrnimmt, die keine Verantwortung für die aktive Steuerung der Risiken beinhaltet.

Darüber hinaus zeigt sich das Risikocontrolling für die Ergebniskontrolle i.S. der Risikoüberwachung verantwortlich. Auf Grund sich verändernder Rahmenbedingungen hat das Risikocontrolling neben der erwähnten Entwicklung eines geeigneten Instrumentariums auch auf dessen Weiterentwicklung zu achten.

Die dargestellten Ziele und Aufgaben zu Grunde legend kann Risikocontrolling folgendermaßen definiert werden: Risikocontrolling ist sowohl als Subsystem des Controlling als auch als Subsystem des Risikomanagement anzusehen, welches neben einem Management-Informationssystem zur Informationsbereitstellung auch die methodischen Grundlagen in Form geeigneter Instrumente für den Risikomanagementprozess entwickelt, um die Planung, Steuerung, Kontrolle und Koordination der Risikopotentiale zu unterstützen und somit die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Risikosituationen zu gewährleisten.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Konsequenz daraus ergibt sich die Nichtvorhersagbarkeit von Ereignissen bzw. Ergebnissen einer Handlung.313 Letzteres erweist sich insbesondere für die Identifikation von Risiken und der späteren Analyse als hinderlich. (b) Wie soeben erwähnt, sind komplexe Systeme durch Nichtlinearität charakterisiert. Damit einher geht das Phänomen der Rückkopplungen, welches ebenfalls auf der Verknüpfung von Systemelementen beruht und an dieser Stelle untersucht wird. Rückkopplungen stellen zweiseitige Verknüpfungen dar,314 bei denen nicht nur der Input den Output beeinflusst. Darüber hinaus determiniert der Output auch den Input.315 Je nach dem, ob die Rückkopplung das System stabilisiert und ihm seinem Ziel näher bringt oder ob das System in seiner Stabilität gefährdet ist, werden zwei Ausprägungen von Rückkopplungen unterschieden. Negative Rückkopplungen sind entgegengerichtete Verknüpfungen von Elementen,316 die durch eine Annäherung von Soll- und Ist-Werten gekennzeichnet sind. 317 Führt der Input zu einer Überschreitung des Soll-Wertes durch den Output, wird der Input in die entgegengesetzte Richtung gelenkt, im vorliegenden Fall also verringert. Auf Grund dessen senkt sich wiederum der Output. Somit wird eine Stabilisierung des Systems um den Soll-Wert herum erreicht. Negative Rückkopplungen finden demzufolge zur Strukturbewahrung Anwendung, indem ein Gleichgewichtszustand angestrebt wird. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei einer positiven Rückkopplung um eine gleichgerichtete Verknüpfung von Elementen, die ein Differieren von Soll- und IstWert zur Konsequenz hat.318 Als Beispiel sei der Aktienmarkt erwähnt. Als Input werden hier sinkende Kurse verstanden, die häufig dazu führen, dass die verbleibenden Anleger ihre Wertpapiere veräußern. Dieser Output hat wiederum sinkende Kurse zur Konsequenz, wodurch eine zunehmende Abweichung zum Ausgangswert generiert wird. Folglich führen [...]

4 Risikoidentifikation unter Beachtung der Konvergenz der TIME-Branche 4.1 Herleitung von Anforderungen an die Risikoidentifikation in der TIME-Branche auf Grundlage komplexer Systeme 4.1.1 Eigenschaften komplexer Systeme Wie bereits im Gliederungspunkt 2.2.3 herausgearbeitet wurde, handelt es sich bei der TIME-Branche i.S. eines Marktsystems um ein äußerst komplexes System. An dieser Stelle sei noch einmal in Erinnerung gerufen, wodurch ein äußerst komplexes System charakterisiert wird. Neben einer Vielzahl von Elementen und einer hohen Verknüpfung dieser Elemente untereinander ist ein äußerst komplexes System insbesondere durch die dynamische Komponente bestimmt. Während im Fall komplizierter Systeme die Strukturen im Zeitablauf unverändert bleiben, weisen äußerst komplexe Systeme die Fähigkeit auf, die Strukturen des Systems und somit die Interaktionen im Zeitablauf zu variieren.307 Unter Zuhilfenahme dieser Tatsache werden im weiteren Verlauf des vierten Kapitels Anforderungen an die Instrumente der Risikoidentifikation abgeleitet.308 Um dies zu gewährleisten, erfolgt zunächst jedoch eine detaillierte Erörterung der Eigenschaften eines komplexen Systems. In diesem Kontext werden in der Literatur sowohl (a) Nichtlinearität, (b) rückkoppelnde Verhaltensweisen und die damit verbundene Selbstreferenz komplexer Systeme, (c) das Streben nach Gleichgewicht und Ungleichgewicht als auch (d) die Irreversibilität von Wirkungszusammenhängen sowie (e) emergierende Verhaltensmuster unterschieden.309 (a) Die Nichtlinearität 310 komplexer Systeme beruht auf dem gleichzeitigen Ablauf unterschiedlicher Aktivitäten, was wiederum in der hohen Zahl von Relationen zwischen den Elementen und den daraus resultierenden Wechselwirkungen begründet ist. Dies führt dazu, dass einfachgerichtete [...]

Wettbewerbsvorteil erodiert und die Abhängigkeit des lernenden Unternehmens vom sinkt. Auf der Wettbewerbsbeziehungen einen Informationsgewinn in Bezug auf den Sektor, in dem die Unternehmen bei Beginn der Zusammenarbeit bereits in einer Konkurrenzsituation stehen.304 Nachdem auf Risiken aus der Dynamik und der Wettbewerbskomplexität eingegangen wurde, werden abschließend einige Risiken betrachtet, welche durch die rechtlichen Rahmenbedingungen der TIME-Branche determiniert sind. So stellt sich beispielsweise auf Ebene der Contentproduktion und des Packaging die Frage nach international gültigen Urheberschutzbestimmungen, da differierenden Regelungen das Risiko eines unzureichenden Urheberschutzes inhärent ist.305 Weiteres Risikopotential ergibt sich aus der Trennung von Rundfunk, Mediendiensten und Telediensten.306 Eine exakte Zuordnung [...]

Arbeit zitieren:
Müller, Sven Mai 2006: Konvergenz in der TIME-Branche, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konvergenz, Controlling, Risikocontrolling, Risikomanagement, Medien

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