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Kontaktprobleme bei flexiblen Mehrkörpersystemen in Deskriptorform

Kontaktprobleme bei flexiblen Mehrkörpersystemen in Deskriptorform
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Kallischko
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 983,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8383-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8383-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8383-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kallischko, Alexander September 2004: Kontaktprobleme bei flexiblen Mehrkörpersystemen in Deskriptorform, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Differentialgleichungen, Schaltalgorithmen, Integration, finit, unstetig

Diplomarbeit von Alexander Kallischko

Einleitung:

Bei der Simulation mechanischer Systeme spielen Kontaktbetrachtungen eine immer wichtigere Rolle. In der Automobilentwicklung z.B. treten in Crashtests große Deformationen der Fahrzeuge auf, die es zu simulieren gilt, um die Auswirkungen auf die Insassen beurteilen zu können und konstruktive Maßnahmen zu deren Schutz weiterzuentwickeln und erneut testen zu können. Auch in vielerlei mechanischen Maschinen, die aus mehreren beweglichen Teilen bestehen ist es sinnvoll, Kontaktbetrachtungen durchzuführen, damit die Belastungen auf die einzelnen Teile abgeschätzt werden können. Besonders beanspruchte Teile können dann verstärkt werden, um die Lebensdauer der Maschine zu verlängern. Den mathematischen Rahmen für diese Betrachtungen liefert die Modellierung als flexibles Mehrkörpersystem, in dem sowohl Starrkörper, als auch elastische Körper miteinander gekoppelt und so deren zeitliches Verhalten studiert werden können. Das Modell liefert ein System von Bewegungsgleichungen, die es numerisch zu behandeln gilt.

Gemäß der Modellvorstellung kann es in einem flexiblen Mehrkörpersystem dann zu Zusammenstößen oder allgemein zu Kontakten zwischen den Körpern kommen. Diese Kontakte gilt es bei dem System der Bewegungsgleichungen mitzuberücksichtigen. Dadurch, dass sich während einer Simulation mehrfach Körper mit einer wechselnden Anzahl von Kontaktpunkten berühren können, kann sich die Anzahl der Nebenbedingungen und damit auch die Dimension des Gleichungssystems mehrmals ändern. Um dies zu vermeiden, wurden Ansätze wie das Penalty-Verfahren oder das Augmented-Lagrange-Verfahren entwickelt, welche diesen Effekt der Dimensionsänderung umgehen, aber dadurch auch unter Einbußen bei der Genauigkeit leiden. Daher ist es das Ziel dieser Diplomarbeit, die Kontaktnebenbedingungen direkt anzukoppeln und das enstehende System von Bewegungsgleichungen direkt zu behandeln. Die Betrachtungen werden auf den zweidimensionalen Fall beschränkt bleiben und ausschließlich Normalkontakt behandeln. Reibungseinflüsse werden außen vor gelassen.

Bevor die Kontaktprobleme an sich in Angriff genommen werden können, ist es nötig, wichtige Grundlagen über die Modellierung flexibler Mehrkörpersysteme darzulegen. Dies wird in Kapitel 1 geschehen. Angefangen bei kinematischen Betrachtungen zur Lokalisierung eines Punktes auf einem elastischen Körper, über die Kinetik bis hin zur Berechnung von Massenmatrix, Steifigkeitsmatrix und die Einbindung externer Kräfte wird aufgezeigt, wie mit dem Hamilton-Prinzip die Bewegungsgleichungen der einzelnen Körper hergeleitet werden. Überdies werden die wichtigsten Begriffe der Kontinuumsmechanik näher beleuchtet. Durch die Ankopplung kinematischer Nebenbedingungen mit Lagrange-Multiplikatoren ergibt sich schließlich die Deskriptorform, ein System von differential-algebraischen Geichungen (DAEs). Außerdem werden sämtliche Größen auch auf den Spezialfall eines reinen Starrkörpersystems reduziert. Mit den Grundlagen zur Behandlung von Unstetigkeiten stehen alle nötigen Werkzeuge zur Verfügung, um Kontaktprobleme untersuchen zu können.

Der reine Starrkörperkontakt bildet den Schwerpunkt in Kapitel 2. Dabei werden die zentralen Begriffe der Kontaktkinematik wie Normalabstand und -geschwindigkeit definiert und erläutert. Damit wird eine wichtige zusätzliche Grundlage auch für flexible Mehrkörpersysteme gelegt. Die unterschiedliche Behandlung von elastischen und plastischen Starrkörperstößen wird anhand der Poisson'schen Stoßhypothese aufgezeigt.

Die Erweiterung auf ein flexibles Mehrkörpersystem erfolgt in Kapitel 3. Ausgehend von der Betrachtung als Optimierungsproblem wird bei der Diskretisierung auf die Theorie vom Kontakt zweier elastischer Körper zurückgegriffen und diese entsprechend vereinfacht. Im statischen Fall ergibt sich daraus ein nichtlineares Gleichungssystem, das mit einem Newtonverfahren gelöst werden kann. Die dynamische Simulation führt auf die Ankopplung zusätzlicher Kontaktnebenbedingungen und somit auch zusätzlicher Lagrange-Multiplikatoren, die den Kontaktkräften entsprechen.

Kapitel 4 wird die Implementierung und die Simulationsergebnisse sowohl für reine Starrkörpersysteme, als auch flexible Mehrkörpersystem behandeln. Dabei wird sowohl auf den statischen, wie auch auf den dynamischen Fall eingegangen und die dabei auftretenden Probleme erläutert.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
1. Flexible Mehrkörpersysteme 3
1.1 Elastischer Körper 3
1.1.1 Kinematik des elastischen Körpers 4
1.1.2 Kinetische Energie und Massenmatrix 6
1.1.3 Mechanik deformierbarer Körper 7
1.1.4 Steifgkeitsmatrix und elastische Kräfte 12
1.1.5 Verallgemeinerte äußere Kräfte 13
1.1.6 Bewegungsgleichungen 15
1.2 Starrkörper 17
1.2.1 Kinematik des Starrkörpers 17
1.2.2 Kinetik 18
1.3 Deskriptorform 20
1.3.1 Nebenbedingungen 21
1.3.2 Kopplung 21
1.3.3 Minimalkoordinaten 21
1.3.4 Existenz und Eindeutigkeit der Lösung 22
1.3.5 Index einer DAE 23
1.3.6 Stabilisierung 23
1.4 Behandlung von Unstetigkeiten 24
2. Starrkörperkontakt 27
2.1 Kontaktkinematik 27
2.2 Behandlung von Stößen 31
2.3 Berechnung einer anhaltenden Kontaktphase 34
3. Kontakt zwischen elastischen und starren Körpern 37
3.1 Optimierung unter Nebenbedingungen 37
3.1.1 Lagrange-Verfahren 39
3.1.2 Perturbed Lagrange-Verfahren 40
3.1.3 Penalty-Verfahren 40
3.1.4 Augmented Lagrange-Verfahren 41
3.2 Kontaktprobleme als Optimierungsaufgabe 41
3.2.1 Kontaktelemente 42
3.2.2 Diskretisierung des Kontaktbeitrages 44
3.2.3 Lösung des Optimierungsproblems 45
3.2.4 Lösungsalgorithmus im statischen Fall 46
3.2.5 Dimensionsänderung 47
4. Numerische Simulation 49
4.1 Beispiel: Starrkörperkontakt 49
4.1.1 Herleitung der Bewegungsgleichungen 49
4.1.2 Implementierung und Ergebnisse 53
4.2 Der Euler-Bernoulli-Balken 63
4.2.1 Aufstellen der Bewegungsgleichungen 64
4.2.2 Statische Analyse 65
4.2.3 Dynamische Simulation 66
4.3 2D-Kontinuum elastische Kreisscheibe 70
4.3.1 Dimensionsänderung 71
4.3.2 Simulationsergebnisse 72
Zusammenfassung 75
A Herleitung der Beispielgleichungen fur den elastischen Balken 77
A.1 Massenmatrix 77
A.2 Steifigkeitsmatrix 80
A.3 Der quadratische Geschwindigkeitsvektor Qv 80
B Programme 83
B.1 Starrkörpersimulationen 83
B.1.1 Elastischer Stoß 83
B.1.2 Plastischer Stoß 88
B.2 Euler-Bernoulli-Balken 93
B.2.1 Statischer Fall 93
B.2.2 Dynamische Simulation 97
B.3 2D-Kontinuum elastische Kreisscheibe 108
B.3.1 Implementierung: Algorithmus 1 108
B.3.2 Implementierung: Algorithmus 2 120
Literaturverzeichnis 123

Automatisiert erstellter Textauszug:

F¨hrt dieser Ausdruck einen Vorzeichenwechsel durch, kann sicher davon ausgeganu gen werden, dass der Kontakt abbricht und eine Separationsphase folgt. Problematisch kann auch die Separationsforderung aufgrund geometrischer Tatsachen sein, wenn z.B. ein K¨rper auf einem anderen gleitet und dieser endet. N¨here Erl¨uteo a a rungen hierzu folgen im Abschnitt uber die Simulation 4.1. ¨ Insgesamt kann man sehen, dass die Behandlung von elastischen und plastischen St¨ßen grunds¨tzlich verschiedene Herangehensweisen erfordert. W¨hrend beim elaso a a tischen Stoß immer wieder exakt dasselbe System von Bewegungsgleichungen integriert wird, lediglich unterbrochen von den Kontaktzeitpunkten und dem neuerlichen Initialisieren der Startwerte, ¨ndert sich die Situation beim plastischen Stoß a grunds¨tzlich. Hier werden neue Nebenbedingungen angekoppelt, es entstehen Kona taktkr¨fte in Form der Lagrange-Multiplikatoren λN und eine neue Schaltfunktion a muss den Kontaktabbruch uberwachen. ¨ Probleme in der Schaltalgorithmik treten schon bei diesem reinen Starrk¨rpermodell o auf und setzen sich bei den elastischen K¨rpern fort. o [...]

Schaltfunktionen umgehen k¨nnen, um auch das Ende einer Kontaktphase korrekt o zu erkennen. Nach Kontaktabbruch wird wieder mit einem System gew¨hnlicher o Gleichungen gem¨ß Kapitel 1 ohne Kontaktterme in der Zeit weiterintegriert. a Als Vorgriff der Konvention bei der Mechanik deformierbarer K¨rper seien Drucko kr¨fte λN negativ gefordert. Zugkr¨fte sind bei beiden Modellen nicht zul¨ssig. Ebena a a so darf die Normalbeschleunigung gN ≥ 0 nicht negativ sein, weil das einem nicht ¨ zugelassenen Eindringen der K¨rper ineinander entsprechen w¨rde. Normalabstand o u gN und -geschwindigkeit gN sind in Kontaktpunkten ohnehin gleich null. ˙ Die Separation in einem Kontaktpunkt k¨ndigt sich durch eine positive Beschleuu nigung gN > 0 an. Sobald dies aber der Fall ist, kann in diesem Punkt keine Kraft ¨ mehr ubertragen werden, weshalb gelten muss λN = 0. L¨st man (2.16) nach der o ¨ Beschleunigung pr auf und setzt diese in den Ausdruck f¨r die Normalbeschleuni¨ u gung (2.6) ein, so ergibt sich zusammen mit den Komplementarit¨tseigenschaften a von gN und λN folgendes LCP: ¨ [...]

Falls der Stoßparameter εP = 0 gesetzt ist, folgt direkt nach dem Stoß keine Separationsphase mehr. Man spricht vom plastischen Stoß. In diesem Fall wird zu den Bewegungsgleichungen eine zus¨tzliche kinematische Nebenbedingung gN = 0 a und auf der rechten Seite entsprechend eine zus¨tzliche Kontaktkraft hinzugef¨gt. a u Wie die herk¨mmlichen Nebenbedingungen auch wird gN = 0 mit einem Vektor o angekoppelt. Der Lagrange-Multiplikatoren und der Zwangsmatrix GN = ∂gN ∂pr entstehende additive Term GN λN =: FN kann als auf beide K¨rper wirkende Kono taktkraft interpretiert werden. Insgesamt ergibt sich entsprechend Abschnitt 1.3 folgendes System von DAEs: Mr (pr )¨r = Qe + Qv − GT λ − GN λN p 0 = g(p) 0 = gN (p). [...]

Arbeit zitieren:
Kallischko, Alexander September 2004: Kontaktprobleme bei flexiblen Mehrkörpersystemen in Deskriptorform, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Differentialgleichungen, Schaltalgorithmen, Integration, finit, unstetig

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