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Neue Konsumwelten in Polen

Die Entwicklung der Shopping-Center in Warschau

Neue Konsumwelten in Polen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Breit
  • Abgabedatum: November 2005
  • Umfang: 98 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9759-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9759-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9759-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Breit, Christoph November 2005: Neue Konsumwelten in Polen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Einzelhandel, Stadtentwicklung, Einkaufszentren, Handelsforschung, Transformation

Diplomarbeit von Christoph Breit

Zusammenfassung:

Shopping-Center gelten als Symbole der Konsumgesellschaft. Die Existenz von solchen Orten der Konsumtion in einem Land, das noch vor zwanzig Jahren vom allgegenwärtigen Mangel geprägt war, kündet daher von grundlegenden und dynamischen gesellschaftlichen Veränderungen. Mit der vorliegenden Arbeit wurde exemplarisch die Entwicklung der Warschauer Shopping-Center im Kontext der sozioökonomischen Veränderungen in Polen untersucht. Dargestellt werden aus geographischer Perspektive sowohl die Herausbildung der Shopping-Center-Struktur Warschaus als Konsumwelt als auch die damit verbundenen Aspekte der raumstrukturellen Entwicklung der polnischen Hauptstadt.

Die Forschungsperspektive der Arbeit richtet sich auf Akteure und Rahmenbedingungen der Shopping-Center-Entwicklung. Es wird ein handlungs- und akteurtheoretisch fundierter Analyserahmen entwickelt, um die Aktivitäten relevanter politischer, administrativer, unternehmerischer und gesellschaftlicher Akteure auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene systematisch analysieren zu können.

Für die Konzentration auf hochrangige Einkaufszentren erwies es sich als notwendig, eine den polnischen bzw. Warschauer Bedingungen angepaßte Definition des Shopping-Center-Begriffes zu entwickeln. Anhand dieser Definition können innerhalb der Stadtgrenzen Warschaus elf hochrangige Shopping-Center identifiziert werden, die innerhalb eines Zeitraums von nur acht Jahren eröffnet wurden. Mit Hilfe umfangreicher eigener statistischer Auswertungen werden die Warschauer Shopping-Center sowohl hinsichtlich ihrer quantitativen und qualitativen Bedeutung für die Einzelhandelsstruktur Warschaus als auch bezüglich ihrer Differenzierung untereinander analysiert. Es zeigt sich, daß Shopping-Center in kurzer Zeit zu einem bedeutenden und akzeptierten Teil der Warschauer Konsumwelt geworden sind. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Shopping-Centern sind bedeutend; das Spektrum reicht von kleinen und spezialisierten bis zu sehr großen Objekten mit umfassenden Angebot. Für die Erklärung des recht unterschiedlichen Erfolgs der untersuchten Shopping-Center werden verschiedene Einflußfaktoren untersucht. Als ein zentrales Erfolgskriterium wurde die Anpassung der internationalen Konzepte an die lokalen Bedürfnisse der Konsumenten identifiziert.

Die eingehende Untersuchung der internationalen, nationalen und kommunalen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Shopping-Centern in Warschau orientiert sich am idealtypischen Verlauf einer solchen Investition. Die zunehmende Einbindung Polens in internationale institutionelle Arrangements und Organisationen sowie die liberale Haltung der nationalen politisch-administrativen Akteure begünstigten Investitionen in zunehmendem Maße. Dagegen wirkten die große Gestaltungsmacht der Kommunen in Verbindung mit der fast nicht vorhandenen Beschäftigung der kommunalen Politik mit dem Einzelhandel, der langjährig ungünstigen administrativen Situation sowie dem in Warschau besonders problematischen Bodenmarkt investitionshemmend.

Abgerundet wird die Arbeit durch zwei Fallstudien. In der ersten Fallstudie wird die Entwicklung eines Warschauer Shopping-Centers detailliert nachvollzogen. Es kann gezeigt werden, wie Unternehmen in vielfältigen Kooperationen und Beziehungen Shopping-Center als Investitionsobjekte entwickeln, betreiben und weiter verkaufen. In der zweiten Fallstudie wird anhand eines aktuellen Projekts ein rechtlich ausgetragener Konflikt um ein Shopping-Center beleuchtet, der besonders geeignet ist, Problemfelder der institutionellen Entwicklung Polens zu identifizieren.

Als Beitrag zum Verständnis der aktuellen Prozesse der Einzelhandelsentwicklung, der Stadtentwicklung und der institutionellen Entwicklung Warschaus und Polens ist diese Untersuchung in ihrer analytischen Tiefe und Aktualität im deutschsprachigen Raum bisher einzigartig.

Inhaltsverzeichnis:

1. Neue Konsumwelten in Polen: Einleitung und Fragestellung 8
1.1 Shopping-Center, Stadt und Transformation 8
1.2 Fragestellung, Theoretischer Rahmen und Analysekonzept 10
1.2.1 Fragestellung 10
1.2.2 Analytische Perspektive 10
1.2.3 Ziel der Arbeit 11
1.2.4 Inhalt der Arbeit 11
2. Shopping-Center und Transformationsprozeß: Theorie 12
2.1 Theoretischer Rahmen der Arbeit 12
2.1.1 Handlungstheoretische Grundlage: Handlung und Akteur 12
2.1.2 Transformation 13
2.1.3 Das Transformationskonzept nach Pütz (1998) 14
2.1.4 Das Transformationskonzept dieser Arbeit 16
2.2 Analytisches Konzept der Arbeit 17
2.2.1 Räumliche Ebenen 17
2.2.2 Gesellschaftliche Teilbereiche 17
2.2.3 Zusammenfassung des analytischen Konzepts 18
2.3 Wissenschaftliche Literatur zum Thema der Arbeit 19
2.3.1 Arbeiten zu Shopping-Centern in Polen 19
2.3.2 Arbeiten zu Shopping-Centern in entwickelten Marktwirtschaften 21
2.3.3 Literatur zu aktuellen Entwicklungen im polnischen Einzelhandel 22
2.3.4 Statistische und andere Daten zum polnischen Einzelhandel 25
2.4 Definition des Begriffs Shopping-Center in dieser Arbeit 25
2.4.1 Shopping-Center als Ausdruck schöpferischen Unternehmertums 25
2.4.2 Definition des Begriffs Shopping-Center in der Literatur 26
2.4.3 Probleme der Definition in der polnischen Wissenschaft 26
2.4.4 Eigene Definition 27
3. Die Warschauer Shopping-Center 32
3.1 Identifizierte Shopping-Center 32
3.2 Einordnung der Shopping-Center in den städtischen Kontext 33
3.2.1 Lage der Shopping-Center im Stadtraum 33
3.2.2 Einzelhandelsflächen - Vergleich 34
3.2.3 Einzelhandelsflächen – Entwicklung 35
3.3 Differenzierung der Shopping-Center 36
3.3.1 Untersuchte Merkmale der Differenzierung 36
3.3.2 Besucheraufkommen 38
3.3.3 Differenzierung nach Verkehrsanbindung 40
3.3.4 Differenzierung der baulich-funktionalen Gestaltung 43
3.3.5 Differenzierung des Angebots 50
3.4 Shopping-Center als Investitionen in vielfältigen Kontexten 55
3.4.1 Die Investition in Shopping-Center als unternehmerischer Prozeß 55
3.4.2 Unternehmerische Akteure: Investoren 55
3.4.3 Marktwahrnehmung 56
3.4.4 Marktanalyse 58
3.4.5 Zivilgesellschaft 77
3.4.6 Fallstudie Złote Tarasy 81
3.4.7 Fallstudie: Centrum Handlowe Reduta 83
4. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse 88
5. Literaturverzeichnis 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

Sadyba Best Mall. Da es im Land keinen großflächigen Magnetbetrieb gibt, dienen recht viele kleine Sackgassen zur Erschließung der vielen kleinen und sehr kleinen Ladenlokale. Der Hauptgang der Sadyba Best Mall verläuft dagegen zwischen den Magneten Supermarkt27 und Kino. Ein Hauptgang mit stumpfwinkligem Knick bestimmt die Gestaltung des Wola Park, das durch den mit 30.000 m² größten hipermarket in Polen (Auchan), der sich über zwei Ebenen erstreckt, dominiert wird. Auf der Basis eines L-förmig verlaufenden Hauptgangs sind das Promenada und das Centrum Handlowe Warszawa Wileńska aufgebaut. Das Promenada war ursprünglich rein linear aufgebaut und kleinen, eher luxuriösen Geschäften vorbehalten. Es wurde 1999 durch einen Anbau im rechten Winkel um Kino, Unterhaltungselemente und größere Ladenlokale erweitert, jedoch wurde kein Supermarkt oder hipermarket integriert. Interessant am CH Warszawa Wileńska ist die Lage des hipermarket im zweiten Obergeschoß, was zumindest in Warschau einmalig ist. Ebenfalls im rechten Winkel zueinander stehen die beiden Flügel der Blue City, die zusätzlich auf drei Etagen durch einen bogenförmigen Gang verbunden sind. Das auffälligste Gestaltungselement ist hier allerdings die fünf Etagen verbindende zentrale Halle unter der weithin sichtbaren Kuppel, von der aus die Flügel abgehen. Das kleinste und das größte Shopping-Center, Klif und Arkadia, verbindet die Gestaltung der Gänge als Rundgang. Das Arkadia wird vom Haupteingang über einen großzügigen Eingangsbereich betreten, der rechts und links in die Gänge des Rundgangs übergeht. Dagegen kommt man beim Klif über die beiden Straßeneingänge erst nach dem Passieren eines kurzen Ganges auf platzartig erweiterte Bereiche, von denen aus die Gänge des Rundgangs abzweigen. Für den Besucher deutlich unübersichtlicher ist der Aufbau der Galeria Mokotów, deren Gangsystem auf einem rechteckigen Raster mit einem zentralen Platz beruht, das vier Blöcke mit Geschäften umschließt. Der Haupteingang befindet sich an einer der äußeren Ecken des Rasters, an einer anderen Ecke befindet sich ein weiterer Ausgang, direkt darüber kann man aus der ersten Etage auf eine Brücke gelangen, die die ul. Wołoska überquert. Die beiden vom einem Unternehmen erbauten Shopping-Center Reduta und Targówek haben eine vergleichsweise unkonventionelle innere Gestaltung, bei der [...]

Die Eingangssituationen lassen sich aus der Sicht der Fußgänger bzw. ÖPNVNutzer25 auf zwei Arten reduzieren: komfortable und unkomfortable. Ein bequemer (Haupt-) Eingang zeichnet sich durch einen direkten, möglichst barrierefreien Zugang von der Haltestelle des genutzten Verkehrsmittels aus. Weiterhin – und das ist keine Selbstverständlichkeit (!) - sollte der Haupteingang als solcher erkennbar sein und der Weg dorthin sollte eine ausreichende Kapazität (Breite) für das Besucheraufkommen haben. Bei der Begehung der Shopping-Center zeigten sich vier der elf Shopping-Center von der Eingangssituation her als unattraktiv aus der Sicht eines Fußgängers, während die anderen sieben über annehmbare bis gute Eingangssituationen verfügen (Tabelle 12). Besonders repräsentativ ist der Eingangsbereich des Arkadia, das vom Rondo Babka26 aus direkt über eine parkartig gestaltete Außenanlage zu betreten ist. Die verspiegelte Glasfassade des Reduta führt Fußgänger dagegen in die Irre, denn die Eingänge befinden sich nicht in der Mitte, sondern seitlich, was unbequeme Umwege erfordert (Abbildung 5). Die Wege von der Bushaltestelle an den Al. Jerozolimskie und vom Tunnel zur Blue City sind [...]

Die Anzahl der Parkplätze liegt bei den analysierten Shopping-Centern zwischen 540 und 4.100 (Tabelle 11). Vergleichbar werden die Zahlen, indem sie auf die kommerzielle Fläche bezogen werden. Mit Werten von 18,0 bis 64,7 Parkplätzen je 1.000 m² kommerzieller Fläche zeigt sich ein etwa dreieinhalbfacher Unterschied in der Ausstattung der Shopping-Center. Ein statistischer Zusammenhang besteht zwischen der Größe der kommerziellen Fläche eines Shopping-Centers und der Anzahl der Parkplätze (Korrelationskoeffizient 0,89), nicht jedoch zwischen der flächenbezogenen Anzahl der Parkplätze (Parkplätze je 1.000 m² kommerzieller Fläche) und dem Besucheraufkommen (Korrelationskoeffizient 0,06). Vermutlich ist die Parkplatzanzahl bei den untersuchten Shopping-Centern so großzügig geplant, daß deren dauerhafte und ausreichende Verfügbarkeit die Pkw-besitzenden Kunden in ihrer Wahlentscheidung nicht beeinflußt. [...]

Arbeit zitieren:
Breit, Christoph November 2005: Neue Konsumwelten in Polen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Einzelhandel, Stadtentwicklung, Einkaufszentren, Handelsforschung, Transformation

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