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Konstruktion und Anwendung von Hedgefonds-Indizes

Ein Vergleich mit klassischen Aktienindizes

Konstruktion und Anwendung von Hedgefonds-Indizes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Felix Körner
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 890,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Sankt Augustin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9109-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9109-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9109-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Körner, Felix Juli 2005: Konstruktion und Anwendung von Hedgefonds-Indizes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Managed Account, Factor Replicating Portfolio, Hedge Funds Indices, Universeller Index, Edhec

Diplomarbeit von Felix Körner

Einleitung:

Mit Schlagzeilen wie „Heuschreckenplage“ oder „Hedge-Fonds entern Dax-Konzerne“ haben Hedgefonds in Deutschland in den letzten Monaten sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Als Folge wurden in letzter Zeit Rufe nach mehr Aufsicht und Regulierung in Deutschland aber auch weltweit immer lauter. In dem kürzlich in der Zeitung Die Welt erschienenen Artikel „Hedge-Fonds sind grundsätzlich nichts Böses“ stellte der amerikanische Börsenaufseher der Security-Exchange-Commission (SEC) eine stärkere Regulierung für Hedgefonds in den USA im kommenden Jahr in Aussicht. Ähnlich äußerte sich vor kurzem die britische Finanzaufsicht, die ebenfalls mehr Aufsicht für Hedgefonds anstrebt.

Die hierzulande alles andere als positiven Pressestimmen schrecken Investoren, insbesondere Privatanleger, möglicherweise vor einem Investment in diese Anlageform ab. Hierdurch rücken die Vorteile von Hedgefonds, wie bspw. die Diversifizierung eines Portfolios durch Hedgefonds und höhere Renditechancen, in den Hintergrund. An dieser Stelle können Hedgefonds-Indizes einem potentiellen Investor eine Orientierungshilfe bieten, so dass er sich die Vorteile des Hedgefonds-Universums ohne allzu große Fachkenntnisse erschließen kann.

Ziel dieser Arbeit ist es, einem potentiellen Investor die Frage zu beantworten, ob die allgemein bekannten für Aktienindizes geltenden Standards auch auf Indizes des Hedgefonds-Universums übertragen werden können. Hierfür soll ein potentieller Anleger, der Grundkenntnisse über das traditionelle Anlageuniversum, insbesondere das Aktienuniversum, besitzt, an die Anlageform der Hedgefonds herangeführt werden. Irrationale Ängste, wie sie heute in der Öffentlichkeit vorherrschen, sollen auf diese Weise abgebaut werden.

Der Einstieg in eine Anlageform oder Anlageklasse geschieht i.d.R. über einen Index oder Produkte, die einem Index zugrunde liegen. Im Aktienuniversum investieren bereits viele Anleger eher in Aktienfonds oder Aktienindexprodukte als in die einzelne Aktie. Auch Indexprodukte und Indexzertifikate, die auf Hedgefonds-Indizes aufgelegt werden, erfreuen sich in Deutschland einer stetig wachsenden Beliebtheit unter den Anlegern. Dies hat den Wunsch nach aussagekräftigen Indizes als Vergleichsmaßstab für den Investor hervorgerufen, um sich in der noch relativ jungen Anlageklasse der Hedgefonds besser orientieren zu können. Doch wie gut sind die existierenden Hedgefonds-Indizes wirklich? Stimmt der Vorwurf, dass Hedgefonds-Indizes die Wertentwicklung im Hedgefonds-Universum vermehrt zu positiv und somit fehlerhaft darstellen? Diese Fragen sollen mit Hilfe einer umfassenden Betrachtung der Hedgefonds-Indexgesellschaften in dieser Arbeit beantwortet werden.

Letztendlich verlangen die von der Finanzwelt angebotenen Hedgefonds-Indizes eine erhöhte Fachkenntnis ihres Nutzers in Bezug auf Konstruktion und Anwendung, da sie mit ihren Verwandten aus dem Aktienuniversum alles andere als vergleichbar sind. In der vorliegenden Arbeit werden die Grundzüge der Anwendung und Konstruktion von Aktienindizes veranschaulicht, bevor in einem weiteren Schritt eine Annäherung an Hedgefonds-Indizes erfolgt. Hierbei soll deutlich werden, dass sich die aus dem Aktienuniversum bekannten und heutzutage als selbstverständlich angesehen Charakteristika nicht so einfach auf Hedgefonds-Indizes übertragen lassen. Ein potentieller Anleger des Hedgefonds-Universums sollte nach Lesen dieser Arbeit für die Schwächen und Stärken von Hedgefonds-Indizes sensibilisiert sein. Er wird umfassende Kenntnis zu den auf dem Markt vorhandenen Hedgefonds-Indizes und ihren spezifischen Merkmalen besitzen. Mit diesem Wissen ist ein Investor in der Lage, eine seinen eigenen Präferenzen entsprechende Entscheidung bei der Auswahl eines geeigneten Hedgefonds-Index zu treffen.

Zu diesem Zweck wird in Kapitel 2 zuerst das allgemein bekannte Universum der Aktienindizes näher erläutert und die idealen Eigenschaften aus Sicht eines Investors beschrieben. Der Schwerpunkt liegt dabei weniger auf den technisch-mathematischen Details der Konstruktionsmethoden, die in der Literatur zu genüge diskutiert wurden, als vielmehr auf den aus Anlegersicht wichtigen Anforderungen und Anwendungskriterien.

In Kapitel 3 werden kurz die grundlegenden Funktionen und Eigenschaften von Hedgefonds beschrieben, gefolgt von den Kriterien und Voraussetzungen zur Konstruktion eines Hedgefonds-Index’. Im Anschluss werden die wichtigsten Indexgesellschaften des Hedgefonds-Universums vorgestellt, insbesondere um die verschiedenen Ansätze zur Konstruktion von Hedgefonds-Indizes zu veranschaulichen, über die in der allgemeinen Literatur bisher wenig bekannt ist.

Im 4. Kapitel werden die eigentliche Anwendung von Hedgefonds-Indizes diskutiert und die damit einhergehenden Probleme aufgezeigt. Anschließend werden neben Lösungsansätzen für diese Probleme auch weitergehende Entwicklungen in der Indexbranche genauer erläutert, die den Anwendungsbereich von Hedgefonds-Indizes für einen potentiellen Investor erweitern. Hierbei werden die einzelnen Fortschritte in der Entwicklung von Hedgefonds-Indizes dokumentiert und Stärken und Schwäche herausgestellt.

Zuletzt werden in Kapitel 5 die Charakteristika von Aktien- und Hedgefonds-Indizes gegenübergestellt, um die unterschiedlichen Voraussetzungen zu verdeutlichen. Dabei wird in erster Linie auf die im Hedgefonds-Universum fehlenden theoretischen Grundlagen hingewiesen, die eine Bedingung für die Übertragung der Vorteile von indexierten Anlageformen sind.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlage von Aktienindizes 4
2.1 Definition und Ziele von Aktienindizes 4
2.1.1 Indikator für das Marktgeschehen 5
2.1.2 Benchmarkfunktion 6
2.1.3 Passives Anlageinstrument 7
2.2 Verschiedene Arten von Aktienindizes 7
2.3 Konstruktion von Aktienindizes 8
2.3.1 Generelle Anforderungen an Aktienindizes 9
2.3.1.1 Transparenz und Nachvollziehbarkeit 9
2.3.1.2 Repräsentativität 10
2.3.1.3 Investierbarkeit 11
2.3.2 Auswahl der Werte für den Aktienindex 12
2.3.2.1 Auswahlkriterien 12
2.3.2.2 Entscheidungsgremien für die Aktienauswahl 14
2.3.2.3 Indexpflege 15
2.4 Fazit 16
3. Konstruktion von Hedgefonds-Indizes 17
3.1 Definition von Hedgefonds 17
3.2 Überblick über Strategien im Hedgefonds-Universum 19
3.3 Ziele von Hedgefonds-Indizes 21
3.4 Generelle Anforderungen an Hedgefonds-Indizes 22
3.4.1 Transparenz und Nachvollziehbarkeit 23
3.4.2 Repräsentativität 25
3.4.3 Investierbarkeit 26
3.4.4 Datenreinheit 26
3.4.5 Stabilität 27
3.5 Auswahl der Werte für den Hedgefonds-Index 29
3.5.1 Auswahl nach Fondskapitalisierung 29
3.5.2 Auswahl nach Repräsentativität der Strategien 30
3.5.3 Gewichtungsschemata 32
3.5.3.1 Equal-Weighted 32
3.5.3.2 Value-Weighted 33
3.5.3.3 Investability-Weighted 35
3.5.4 Auswahl nach qualitativen Kriterien 35
3.5.5 Entscheidungsgremien für die Fondsauswahl 36
3.5.6 Indexpflege 37
3.6 Anbieter von Hedgefonds-Indizes 38
3.6.1 Hennessee Hedge Fund Advisory Group 39
3.6.2 Altvest 40
3.6.3 Hedge Fund Research (HFR) 41
3.6.4 Van Hedge International Advisors 41
3.6.5 Zurich Capital Markets (ZCM) 42
3.6.6 Credit Suisse First Boston (CSFB) / Tremont 43
3.6.7 Morgan Stanley Capital International (MSCI) 44
3.6.8 Standard & Poors (S&P) 45
3.7 Fazit 45
4. Anwendung von Hedgefonds-Indizes 48
4.1 Ziele bei der Anwendung von Hedgefonds-Indizes 48
4.2 Biasproblematik nicht-investierbarer Hedgefonds-Indizes 50
4.2.1 Survivorship Bias 52
4.2.2 Self-Selection Bias 55
4.2.3 Instant History Bias 57
4.2.4 Reporting Bias 58
4.2.5 Weitere Biases 59
4.3 Zielkonflikt: Repräsentativität und Investierbarkeit 60
4.3.1 Dach-Hedgefonds-Indizes 61
4.3.2 Universeller Index 64
4.3.2.1 Problematik der Heterogenität der Datenbanken 65
4.3.2.2 Idee und Konstruktion 66
4.3.3 Investierbare Hedgefonds-Indizes 70
4.3.3.1 Managed Accounts 71
4.3.3.2 Repräsentativität investierbarer Hedgefonds-Indizes 73
4.3.3.3 Optimierung der Repräsentativität investierbarer Hedgefonds-Indizes durch Anwendung von „Factor Replicating Portfolios“ 76
4.4 Fazit 78
5. Aktien- und Hedgefonds-Indizes – ein direkter Vergleich 81
5.1 Theorie des CAPM im Hedgefonds-Universum 81
5.2 Charakteristika von Aktien- und Hedgefonds-Indizes 83
6. Schlussbetrachtung 88
Literaturverzeichnis 90
Anhang 96
Eidesstattliche Erklärung 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wie bereits erwähnt, übernahm ZCM im Jahre 2001 die bis dahin unabhängige Datenbank von MAR, die bis ins Jahr 1998 zurückreicht. Die 5 Indizes und 19 Sub-Indizes bestehen aus gleichgewichteten Portfolios von nur jeweils 60 Fonds, die bestimmte von institutionellen Investoren geforderte und in Kapitel 3.5.3. beschriebene qualitative Kriterien erfüllen. Darüber hinaus müssen sie Anforderungen in Bezug auf verwaltetes Vermögen, Alter und eine eindeutige Zugehörigkeit zu einer Strategieklasse (style purity) erfüllen. Die Besonderheit bei ZCM gegenüber allen anderen Indexanbietern ist, dass sie eine unabhängige Gutachterkommission besitzt. Im Jahre 2002 wurden die Datenbasis und ihre Indizes der University of Massachusetts gestiftet, deren Center for International Securities and Derivatives Markets (CISDM) sie unter der Bezeichnung CISDM Database weiter betreibt. Alle bis dahin angelegten Qualitätsmerkmale wurden beibehalten. Um den Leser nicht zu verwirren, wird in den folgenden Kapiteln deshalb weiterhin die Bezeichnung ZCM verwendet. Weitere Kriterien und Merkmale der ZCM-Indizes sind106: • • Mindestens zwei Jahre track record Verwaltetes Vermögen von mindestens 25 Mio. USD pro Fonds [...]

Neben der Datenbank gibt es auch eine Indexgesellschaft HFR, die 1994 gegründet wurde und als Veteran der Branche gilt. Ihre Datenbank umfasst 2.400 Fonds, deren Historie bis ins Jahre 1990 zurückberechnet wurde. Der HFRI Composite Index besteht aus 37 Sub-Indizes, die sich auf eine Auswahl von 1.400 Fonds stützen. HFR berechnet seit 2003 täglich fünf investierbare Indizes (HFRX Composite), die die Hauptstrategien im Hedgefonds-Universum abbilden. Weitere Charakteristika der HFR sind103: • • • • • 3.6.4. Geschlossene Fonds verbleiben im Index Aktualisierung der Indizes dreimal pro Monat Werte der letzten 4 Monate stets Schätzwerte, ex-post Änderung möglich Ausschließliche Berücksichtigung der Netto-Wertentwicklungen Keine Berücksichtigung von Dachfonds im Composite-Index.104 Van Hedge International Advisors [...]

manager den einzelnen Strategien und somit Subindizes zugeordnet. Die Besonderheit ist, dass die Indizes der Hennessee Group auch geschlossene Fonds beinhalten, die kein weiteres Kapital mehr aufnehmen und auch nicht an andere Indexanbieter berichten. In 150 der rund 500 ausgewählten Hedgefonds sind nämlich ausschließlich Kunden der Hennessee Group investiert. Der Hennessee Index erfüllt also in erster Linie die Funktion einer Benchmark für die eigenen Kunden. Weitere Charakteristika sind101: • • • • • • 3.6.2. Research- und Beratungsdienstleistungen Ausschließliche Berücksichtigung der Netto-Wertentwicklungen Mindestens ein Jahr track record. Verwaltetes Vermögen von mindestens 10 Mio. USD pro Fonds Datenbank besteht seit 1987 Keine Überprüfung der Hedgefonds-Angaben zu Strategie, Renditen etc. Altvest [...]

Arbeit zitieren:
Körner, Felix Juli 2005: Konstruktion und Anwendung von Hedgefonds-Indizes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Managed Account, Factor Replicating Portfolio, Hedge Funds Indices, Universeller Index, Edhec

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