Konrad Adenauers Interview-Politik zur Durchsetzung der deutschen Wiederbewaffnung 1949-1955
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Kristina Hortenbach
- Abgabedatum: Februar 1996
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 6,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2669-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2669-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2669-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hortenbach, Kristina Februar 1996: Konrad Adenauers Interview-Politik zur Durchsetzung der deutschen Wiederbewaffnung 1949-1955, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Soldaten, Bundeswehr, Adenauer, Wiederbewaffnung, Interview
In den Warenkorb
38,00 €
Magisterarbeit von Kristina Hortenbach
Einleitung:
Als Bundeskanzler Helmut Kohl 1995 eine „Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit und Medien“ als Organisationszentrale für die medienpolitischen Aktivitäten der Bundesregierung ins Leben rief, war der Versuch nicht neu, mit Hilfe von Presse, Rundfunk und Fernsehen Einfluß auf die Meinungsbildung der Öffentlichkeit zu nehmen, um durch eine positive Medienpräsenz der Politiker politische Ziele in der Bevölkerung leichter durchzusetzen. Konrad Adenauer war der erste Bundeskanzler, der mit dem Informations- und Presseamt und im kleinen mit den „Teegesprächen“ einen eigenen Organisationsapparat einrichtete, um den Kontakt zu den Medien aufzubauen. Dabei befand er sich auf einer Gratwanderung: Was einerseits den Vorteil hatte, die Politik transparenter zu machen, indem Informationen an Journalisten gegeben wurden, barg auch die Gefahr in sich, so weit auf die Berichterstattung und die Medienstruktur allgemein Einfluß nehmen zu wollen, daß die Freiheit der Medien in Frage gestellt werden könnte. Ein solcher Fall war Adenauers Plan eines Staatsfernsehens, der 1960 am Urteil des Bundesverfassungsgericht scheiterte.
In dieser Arbeit soll anhand eines konkreten politischen Ziels - der Erlangung der Souveränität für die Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg mit Hilfe der Wiederbewaffnung - der Einsatz der Medien durch Bundeskanzler Konrad Adenauer untersucht werden. Ist es einem Politiker möglich, durch Zeitpunkt, Art und Weise der Mediennutzung, seine gewünschten Adressaten, in diesem Fall die Regierungen der Alliierten und die Meinung der Öffentlichkeit, in seinem Sinne zu erreichen? Und welche journalistische Form ist dabei die sinnvollste?
Gang der Untersuchung:
Zuvor wird in einem ersten Punkt kurz die politische Lage der Nachkriegszeit umrissen, um die Durchsetzung von Adenauers Ziel der Souveränität durch Wiederbewaffnung in der Abhängigkeit von außenpolitischen Bedingungen einschätzen zu können. Der Begriff der „Wiederbewaffnung“ wurde dabei aus dem Grund der Gebräuchlichkeit gewählt: Strenggenommen kann es zwar eine Wiederbewaffnung Deutschlands, aber nur eine Bewaffnung der Bundesrepublik geben.
In einem zweiten Schritt wird dann die Arbeit mit den Medien als taktisches Mittel der Politik untersucht. Ausgehend von den hier erarbeiteten Ergebnissen werden im dritten Punkt die wichtigsten Interviews Adenauers der Jahre 1949 bis 1955, eingebettet in ihren politischen Zusammenhang und Adenauers Abhängigkeit von den Alliierten, in ihrer Absicht und Wirkungsweise dargestellt. Grundlage sind dabei die Interviews in ihrer Erscheinungsform in den jeweiligen Zeitungen bzw. den jeweiligen Radiosendern (siehe Anhang). Eine Ausnahme bildet hierbei das Jahr 1952, in dem der Bundeskanzler die Form der Presseerklärung durch seinen Staatssekretär Walter Hallstein wählte und sich selbst nur indirekt über eine Pressemeldung äußerte. Geprüft werden soll, welcher Mittel und Medien sich Adenauer bediente, ob er erfolgreich damit war und welche Reaktion er damit auf deutscher und alliierter Seite hervorrief. Des weiteren soll untersucht werden, ob sich Adenauer in seiner Medienpolitik beeinflussen ließ und ob er sie im Laufe der Jahre änderte.
Zur Darstellung der politischen Lage und der Ziele des Bundeskanzlers, die der Analyse der Adenauerschen Interviewpolitik vorausgeht, diente die umfangreiche Sekundärliteratur, deren Schwerpunkt auf Gerhard Wettigs detaillierter Beschreibung der „Entmilitarisierung und Wiederbewaffnung in Deutschland“ aus dem Jahre 1967, sowie der mehrbändigen Adenauer-Biographie von Hans-Peter Schwarz liegt. Als kritische Stimme wird hier die neueste Biographie „Adenauer“ von Henning Köhler von 1994 gewertet. Die Dissertationen „Sicherung der Freiheit“ von Hans-Jürgen Lichtenberg und „Adenauers Außenpolitik gegenüber den Siegermächten 1954“ von Gero von Gersdorff erhellen einzelne Phasen der Wiederbewaffnung sehr genau. Als Kenner des Verhältnisses von Konrad Adenauer zu den Medien zeichnet sich Hanns Jürgen Küsters aus, der nicht nur bei der Veröffentlichung der „Teegespräche“ mitarbeitete und einführende Worte schrieb, sondern auch einen Überblick in seinem Aufsatz „Konrad Adenauer, die Presse, der Rundfunk und das Fernsehen“ in dem Buch „Konrad Adenauer und die Presse“ gibt. Diese Aufsatzsammlung, herausgegeben von Karl-Günther von Hase, thematisiert als einzige selbständige Veröffentlichung das Verhältnis von Adenauer zu den Medien. Hinsichtlich der Geschichte einzelner Interviews ist zu berücksichtigen, daß die Autorin auf kurze Erwähnungen in Gesamtdarstellungen und einzelne Aufsätze zur Adenauerzeit angewiesen war. Die einzige Ausnahme bildet der im Frühjahr erscheinende zweite Band der zweiten Reihe der „Dokumente zur Deutschlandpolitik“, aus dem Hanns Jürgen Küsters freundlicherweise schon jetzt einen wenige Seiten langen Auszug zum Interview im „Cleveland Plain Dealer“ von 1949 zur Verfügung stellte. Die dieser Arbeit zugrunde liegenden Interviews sind, soweit vorhanden, im Original der jeweiligen Zeitung, bzw. der Sendeform maßgebend, woraus sich Adenauers Zitate in englischer Sprache erklären lassen. Zur Erforschung der Quellenlage dienten Interviews, Briefe, Reden und „Teegespräche“ Adenauers, die, soweit nicht bereits veröffentlicht, aus den Archiven des Bundespresseamtes und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, der Konrad-Adenauer-Stiftung in St. Augustin, dem Bundesarchiv Koblenz und der Stiftung Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf, sowie dem Archiv der Universität in Akron/USA stammen. Das Deutsche Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main gab Auskunft über Adenauers Rundfunk-Interviews. Die in dieser Arbeit verwendeten befinden sich in den Archiven des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg und des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Konrad Adenauers Autobiographie „Erinnerungen“, die Memoiren von Pressesprechern und Politikern seiner Zeit und ein persönliches Gespräch mit dem Journalisten Max Schulze-Vorberg ergänzten das Bild des Regierungsstils des Bundeskanzlers und des Ablaufs der historischen Geschehnisse.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 1 |
| II. | Das Ziel: Die Wiederbewaffnung Deutschlands als Schlüssel zur Souveränität | 4 |
| 1. | Die Ausgangslage: Sicherheit vor Deutschland | 4 |
| 2. | Adenauers Ziel: Souveränität und Sicherheit für Deutschland durch Wiederbewaffnung | 9 |
| III. | Das Mittel: Adenauer und die Medien | 16 |
| 1. | Die Einstellung: Adenauers Verhältnis zu den Medien | 16 |
| 1.1 | Die Presse | 16 |
| 1.2 | Der Rundfunk | 22 |
| 2. | Die Adressaten: Die Regierungen im Ausland und die öffentlichen Meinungen | 26 |
| 2.1 | Die Regierungen im Ausland | 26 |
| 2.2 | Die öffentlichen Meinungen in der Bundesrepublik und in den USA | 30 |
| 3. | Die Organisation: Adenauers Informationspolitik | 36 |
| 3.1 | Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung | 37 |
| 3.2 | Die „Teegespräche“ | 42 |
| 4. | Der Stil: Adenauers Interviewpolitik | 44 |
| IV. | Die Durchsetzung: Adenauers Interviews in den Phasen der deutschen Wiederbewaffnung | 49 |
| 1. | Deutschland vor der Konstituierung: Polizeidivisionen oder alliierter Schutz? | 49 |
| 2. | Von der Konstituierung der Bundesrepublik bis zum Ausbruch des Korea-Krieges | 53 |
| 2.1 | Der Plan einer europäischen Armee in den Interviews mit den Zeitungen „L´Est Républicain“ und „Cleveland Plain Dealer“ (November/Dezember 1949) | 53 |
| 2.2 | Rückgriff auf den Plan der Bundespolizei im Interview mit der „New York Times“ vom 6. Mai 1950 | 63 |
| 3. | Der Korea-Krieg als Ursache für die öffentliche Diskussion der Wiederbewaffnung: Bundespolizei und Westeuropäische Armee im Interview der „New York Times“ vom 18. August 1950 | 67 |
| 4. | Die EVG-Phasen | 76 |
| 4.1 | Pleven-Plan oder NATO-Lösung: Die Souveränitätsfrage im INS-Interview mit Kingsbury Smith vom 11. Dezember 1950 | 76 |
| 4.2 | Souveränität durch EVG- und NATO-Mitgliedschaft in Hallsteins Pressekonferenzen im Januar 1952 und der dpa-Meldung vom 4. Februar 1952 | 82 |
| 4.3 | Die Lösung des Junktims zwischen Souveränität und Wiederbewaffnung, das Scheitern der EVG und Adenauers Interview vom 2. Juli 1954 | 89 |
| 5. | Souveränität durch NATO-Beitritt, die Radioansprache und das Interview mit der „Times“ vom 4. September 1954 | 93 |
| V. | Zusammenfassung | 99 |
| VI. | Abkürzungen | 101 |
| VII. | Literatur | 103 |
| 1. | Quellen | 103 |
| 2. | Sekundärliteratur | 111 |
| VIII. | Anhang: Interview mit dem „Cleveland Plain Dealer“, | 120 |
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832426699
Arbeit zitieren:
Hortenbach, Kristina Februar 1996: Konrad Adenauers Interview-Politik zur Durchsetzung der deutschen Wiederbewaffnung 1949-1955, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Soldaten, Bundeswehr, Adenauer, Wiederbewaffnung, Interview



