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Die Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Flugzeug im deutschen Personenverkehr

Eine verkehrsgeographische Analyse

Die Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Flugzeug im deutschen Personenverkehr
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nils Plocksties
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 415 Seiten
  • Dateigröße: 24,9 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9038-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9038-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9038-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Plocksties, Nils Juli 2004: Die Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Flugzeug im deutschen Personenverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Reisezeit, intermodaler Verkehr, Wettbewerb, externe Kosten, Verkehrsträger

Diplomarbeit von Nils Plocksties

Einleitung:

Das Mobilitätsbedürfnis der Menschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt, wobei die zurückgelegten Entfernungen im Personenverkehr stetig gestiegen sind. Auch im inländischen Verkehr werden diese größeren Entfernungen zunehmend per Flugzeug zurückgelegt. Als wesentliche Begründung dafür wird der Zeitvorteil des Flugzeuges genannt.

Aus umweltökologischen Studien ist jedoch seit langem bekannt, dass das Flugzeug zu den umweltbelastendsten Verkehrsmitteln gehört. Deshalb ist die Zunahme des Flugverkehrs, besonders auf kürzeren Strecken, kritisch zu hinterfragen, da ein ökologisch verantwortlicher bzw. nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen der Erde notwendig ist. Die immer weiter verbreiterte Nutzung des Flugzeuges auch auf inländischen Strecken muss demzufolge aus geographischer Sicht kritisch beleuchtet werden, da im Hinblick auf Energie und Schadstoffausstoß eine nachhaltige Nutzung anzustreben ist. Es muss das umweltschonendste und trotzdem optimale Verkehrsmittel gewählt werden.

In dieser Arbeit werden die Verkehrsmittel Bahn und Flugzeug verkehrsgeographisch analysiert. Ausgehend von der sehr unterschiedlichen Umweltverträglichkeit dieser beiden Verkehrsmittel ist deren Konkurrenzsituation zu beleuchten. Untersucht wird, ob das umweltverträgliche Verkehrsmittel Bahn im deutschen Personenverkehr hinsichtlich der Reisezeit und dem zeitlichen Rhythmus dem Flugzeug Konkurrenz bieten kann.

Kann das umweltverträgliche Verkehrsmittel Bahn eine Alternative (ohne Nachteile für Alle in Form von Zeitverlust und externen Kosten) zum Flugzeug sein? Es soll gezeigt werden, dass viele Inlandsflüge im Vergleich zu Bahnfahrten, bei genauerer Betrachtung keine oder kaum eine Zeitersparnis bringen und somit die hohen externen Kosten des Flugverkehrs nicht zu rechtfertigen sind.

Um diese Fragestellung zu klären wird ausschließlich der Personenverkehr ohne den Güterverkehr betrachtet. Diese Untersuchung ist zudem auf das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland begrenzt und es wird ausschließlich der fahrplanmäßige Linienverkehr analysiert.

Bei der Bearbeitung dieses Themas kommt es zu Überschneidungen mit anderen Wissenschaften - insbesondere der Volkswirtschaftslehre. Einige Fachgebiete - auch Teilbereiche der Geographie - untersuchen beispielsweise die Bequemlichkeit und die Gewohnheit bei der Auswahl der Verkehrsmittel. Solche Fragestellungen betrachten den psychologischen bzw. soziologischen Aspekt der Verkehrsmittelwahl. Dabei geht es vor allem um die subjektive Wahrnehmung des Einzelnen. Die subjektiven Wahrnehmungen können jedoch nur durch objektive Analysen und Argumente hinterfragt werden und genau das versucht diese Arbeit.

Vorangestellt ist eine Bestandsaufnahme des Eisenbahn- und Flugverkehrs für den deutschen Personenverkehr (Kapitel 2). Die lang- und kurzfristige Entwicklung beider Verkehrsmittel wird dargestellt. Ferner erfolgt eine Aufstellung der beiden Verkehrsleistungen. In der Bestandsaufnahme werden auch die verschiedenen Reisezwecke der Personen erörtert.

Anhand der Betrachtung der Umwelteinwirkungen (Kapitel 3) wird gezeigt, weshalb es für die Umwelt und Volkswirtschaft von Vorteil wäre, wenn eine Substitution des Flugzeugs durch die Bahn ohne Nachteile der reisenden Personen möglich sei. Die Umwelteinwirkungen beider Verkehrsmittel werden kurz erörtert. Zudem werden die aus den Umwelteinwirkungen resultierenden externen Kosten betrachtet. Dieses umfangreiche Thema wäre für eine eigenständige wissenschaftliche Abhandlung geeignet, muss hier jedoch auf wesentliche Aspekte beschränkt dargestellt werden.

Die Methodik dieser Arbeit wird in Kapitel 4 dargestellt. Nach der kurzen Beschreibung der vorhandenen Literatur zu diesem Thema wird die Auswahl der analysierten Strecken erklärt. Zudem wird die Methodik zur Erfassung der Gesamtreisezeiten dargestellt.

Die Analyse der verschiedenen Strecken (Kapitel 5) ist der Schwerpunkt dieser Arbeit. Ausgehend von Frankfurt am Main werden die Bahn- und Flugverbindungen zu 16 Zielorten analysiert. Dabei geht es vor allem um die Gesamtreisezeiten, die vom Rathaus in Frankfurt bis zum Rathaus des Zielortes benötigt werden. Die Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Flugzeug wird vor allem anhand der Reisezeiten betrachtet. Eine Analyse der Frequenz und der Preise beider Verkehrsmittel erfolgt ebenfalls.

In der Zusammenfassung (Kapitel 6) werden die Ergebnisse der Untersuchungen ausgewertet und in Bezug zur Ausgangsfragestellung der Arbeit gestellt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Bestandsaufnahme des Eisenbahn- und Flugverkehrs für den deutschen Personenverkehr 4
2.1 Entwicklung des deutschen Eisenbahnverkehrs 4
2.1.1 Netzgestaltung der Bahn 6
2.2 Entwicklung des innerdeutschen Flugverkehrs 7
2.2.1 Flugverbindungen 9
2.3 Aufstellung der Verkehrsleistungen von Bahn und Flugzeug 11
2.4 Personen 12
2.4.1 Urlaubsreisende 12
2.4.2 Geschäftsreisende 13
3. Umwelteinwirkungen des Bahn- und Flugverkehrs 14
3.1 Luftverunreinigungen 15
3.2 Externe Kosten 16
4. Methodik 18
4.1 Literaturauswertung 18
4.2 Auswahl der Strecken 18
4.3 Rathäuser als Ausgangs- und Endpunkt der analysierten Strecken 21
4.4 Reisezeiten der Teilabschnitte der Reise 23
4.4.1 Reisezeit für das Zubringerverkehrsmittel 25
4.4.2 Zeit für Check-In 25
4.4.3 Reisezeit Hauptverkehrsmittel 26
4.4.4 Zeit für Check-Out 27
4.4.5 Reisezeit für das Abbringerverkehrsmittel 27
4.5 Gesamtreisezeiten 28
4.6 Frequenz der Verkehrsmittel Bahn und Flugzeug 30
4.7 Preise der Verkehrsmittel Bahn und Flugzeug 30
5. Analyse der 16 Strecken ab Frankfurt/Main 32
5.1 Analyse des Quellortes Frankfurt/Main 33
5.1.1 Quellort Frankfurt/Main 33
5.1.2 Reisezeiten 34
5.2 Analyse der Strecke nach Berlin 35
5.2.1 Zielort Berlin 35
5.2.2 Reisezeiten 36
5.2.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 37
5.2.4 Fazit 38
5.3 Analyse der Strecke nach Bremen 39
5.3.1 Zielort Bremen 39
5.3.2 Reisezeiten 40
5.3.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 41
5.3.4 Fazit 42
5.4 Analyse der Strecke nach Dresden 43
5.4.1 Zielort Dresden 43
5.4.2 Reisezeiten 44
5.4.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 45
5.4.4 Fazit 46
5.5 Analyse der Strecke nach Düsseldorf 47
5.5.1 Zielort Düsseldorf 47
5.5.2 Reisezeiten 48
5.5.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 49
5.5.4 Fazit 50
5.6 Analyse der Strecke nach Friedrichshafen 51
5.6.1 Zielort Friedrichshafen 51
5.6.2 Reisezeiten 52
5.6.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 53
5.6.4 Fazit 54
5.7 Analyse der Strecke nach Hamburg 55
5.7.1 Zielort Hamburg 55
5.7.2 Reisezeiten 56
5.7.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 57
5.7.4 Fazit 58
5.8 Analyse der Strecke nach Hannover 59
5.8.1 Zielort Hannover 59
5.8.2 Reisezeiten 60
5.8.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 61
5.8.4 Fazit 62
5.9 Analyse der Strecke nach Hof 63
5.9.1 Zielort Hof 63
5.9.2 Reisezeiten 64
5.9.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 65
5.9.4 Fazit 66
5.10 Analyse der Strecke nach Kiel 67
5.10.1 Zielort Kiel 67
5.10.2 Reisezeiten 68
5.10.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 69
5.10.4 Fazit 70
5.11 Analyse der Strecke nach Köln 71
5.11.1 Zielort Köln 71
5.11.2 Reisezeiten 72
5.11.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 73
5.11.4 Fazit 74
5.12 Analyse der Strecke nach Leipzig 75
5.12.1 Zielort Leipzig 75
5.12.2 Reisezeiten 76
5.12.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 77
5.12.4 Fazit 78
5.13 Analyse der Strecke nach München 79
5.13.1 Zielort München 79
5.13.2 Reisezeiten 80
5.13.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 81
5.13.4 Fazit 82
5.14 Analyse der Strecke nach Münster 83
5.14.1 Zielort Münster 83
5.14.2 Reisezeiten 84
5.14.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 85
5.14.4 Fazit 86
5.15 Analyse der Strecke nach Nürnberg 87
5.15.1 Zielort Nürnberg 87
5.15.2 Reisezeiten 88
5.15.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 89
5.15.4 Fazit 90
5.16 Analyse der Strecke nach Paderborn 91
5.16.1 Zielort Paderborn 91
5.16.2 Reisezeiten 92
5.16.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 93
5.16.4 Fazit 94
5.17 Analyse der Strecke nach Stuttgart 95
5.17.1 Zielort Stuttgart 95
5.17.2 Reisezeiten 96
5.17.3 Frequenz und Preise der Hauptverkehrsmittel 97
5.17.4 Fazit 98
6. Zusammenfassung 99
7. Quellenverzeichnis 101
7.1 Literatur 101
7.2 Statistiken 107
7.3 Briefliche Informationen 107
7.4 Internetquellen 109

Automatisiert erstellter Textauszug:

Demnach ist die Bahn auf rund einem Drittel der untersuchten Strecken bezüglich der Gesamtreisezeit im Vorteil gegenüber dem Flugzeug. Auffällig ist, dass nicht nur die Strecken mit den kürzesten Luftlinienentfernungen mit der Bahn als Hauptverkehrsmittel schneller zurückzulegen sind, sondern auch längere Strecken konkurrenzfähig sind. Z. B. ist die Strecke vom Rathaus in Frankfurt/Main zum Rathaus in Hannover, mit 261 km Luftlinienentfernung die längste analysierte Strecke, auf der die Bahn als Hauptverkehrsmittel eine kürzere Gesamtreisezeit als das Flugzeug erreicht. Die Strecke nach Hof hingegen, die nur 231 km Luftlinie beträgt, ist mit dem Flugzeug als Hauptverkehrsmittel wesentlich schneller zurückzulegen. Der Grund liegt in dem Umweg, den die Bahn hier zu fahren hat, zudem muss mehrmals umgestiegen werden. [...]

5.15.4 Fazit  In Bezug auf die Gesamtreisezeiten vom Frankfurter Rathaus zum Nürnberger Neuen Rathaus ist die Bahn als Hauptverkehrsmittel in fast jedem Fall schneller.  Das Flugzeug ist nur gleichwertig, wenn der MIV als Zubringer genutzt wird und nur mit Handgepäck gereist wird.   Bei Betrachtung der Flexibilität ist die Bahn im Vorteil. Für einen möglichst langen eintägigen Aufenthalt eignet sich die Bahn etwas besser.   Die Bahn ist preisgünstiger als die billigste Linienflugverbindung. Die Bahn als Hauptverkehrsmittel ist dem Flugzeug auf dieser Strecke in fast allen Belangen knapp überlegen. Das Flugzeug ist für diese Strecke deshalb ein konkurrenzfähiges Hauptverkehrsmittel. [...]

38 Die Bahn bietet pro Werktag fast doppelt so viele Verbindungen wie die Lufthansa von Frankfurt/Main nach Berlin an. Auch der maximale zeitliche Abstand zwischen zwei Verbindungen ist bei der Bahn um 95 Minuten geringer. Nach Betrachtung dieser Zahlen ist die Bahn das deutlich flexiblere Hauptverkehrsmittel. Wird jedoch auch die früheste Ankunft berücksichtigt, so entsteht ein Vorteil für das Flugzeug. Mit dem Flugzeug lässt sich Berlin deutlich früher am Tag erreichen als mit der Bahn. Wird unterstellt, dass ein Geschäftsreisender morgens um 9 Uhr für einen Termin in der Stadt sein muss, so ist das nur mit dem Flugzeug zu schaffen. [...]

Arbeit zitieren:
Plocksties, Nils Juli 2004: Die Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Flugzeug im deutschen Personenverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Reisezeit, intermodaler Verkehr, Wettbewerb, externe Kosten, Verkehrsträger

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