Konjunkturelle Entwicklungen unter dem Einfluß weltwirtschaftlicher Verflechtungen
Eine Analyse traditioneller und "neuerer" Transmissionsmechanismen in einer globalisierten Welt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Volker Ort
- Abgabedatum: Juli 2002
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 619,9 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6078-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6078-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6078-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ort, Volker Juli 2002: Konjunkturelle Entwicklungen unter dem Einfluß weltwirtschaftlicher Verflechtungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Globalisierubg, Konjunktur, Transmissionskanäle, Direktinvestionen, Außenhandel
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Diplomarbeit von Volker Ort
Einleitung:
Die konjunkturelle Lage und die wirtschaftlichen Aussichten haben sich im vergangenen Jahr weltweit verschlechtert. Die drei großen Wirtschaftsräume befinden sich gleichzeitig in einer kritischen Lage: In den Vereinigten Staaten kam es zu der von Wirtschaftsexperten befürchteten harten Landung, in Japan ist kein Ende der schon elf Jahre dauerten Stagnationsphase abzusehen und in der Europäischen Union entwickelt sich die Binnennachfrage weiter rückläufig. Berechnungen des SVR zeigen, daß – sieht man von Kapazitätseffekten einmal ab – allein die Verlangsamung der wirtschaftlichen Expansion um rund 3 Prozentpunkte zu einem Rückgang der deutschen Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von knapp einem Prozentpunkt führt. Der Einfluß des amerikanischen Konjunkturverlaufs auf den deutschen ist gewachsen und negative Impulse scheinen sich stärker zu manifestieren als positive.
In Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen stößt man bei der Suche nach gemeinsamen Konjunkturelementen neben den traditionellen Transmissionswegen - Außenhandel, Wechselkurse und internationaler Zinszusammenhang – auf weitere Übertragungsmechanismen, die analysiert werden müssen, um ein umfassendes Bild des internationalen Konjunkturzusammenhangs zu gewinnen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Konjunkturübertragung im Lichte der Globalisierung | 7 |
| 2.1 | Motive und Entwicklung | 7 |
| 2.2 | Ausmaß der Globalisierung | 8 |
| 2.3 | Aktuelle Krise der Weltwirtschaft | 10 |
| 2.4 | Übertragungswege von Konjunkturschwankungen | 11 |
| 2.4.1 | Außenhandel als traditioneller Transmissionskanal | 11 |
| 2.4.2 | „Neuere“ Transmissionskanäle | 13 |
| 2.4.2.1 | Direktinvestitionen | 13 |
| 2.4.2.2 | Aktien- und Finanzmärkte | 13 |
| 2.4.2.3 | Stimmungsübertragung | 13 |
| 3. | Welthandel und Konjunkturangleichung | 15 |
| 3.1 | Triebkräfte und aktueller Stand | 15 |
| 3.2 | Grad der Offenheit | 17 |
| 3.3 | Theoretische Analyse – das Zwei-Länder-Modell | 18 |
| 3.3.1 | Transmissionsmechanismen und Wechselkurse | 20 |
| 3.3.2 | Annahmen und Aufbau des Modells | 21 |
| 3.3.3 | Gütermarktgleichgewicht | 21 |
| 3.3.4 | Geldmarktgleichgewicht | 24 |
| 3.3.5 | Feste Wechselkurse | 28 |
| 3.3.5.1 | Staatsausgabenerhöhung | 28 |
| 3.3.5.2 | Expansive Geldpolitik | 31 |
| 3.3.6 | Flexible Wechselkurse | 32 |
| 3.3.6.1 | Expansive Fiskalpolitik | 33 |
| 3.3.6.2 | Expansive Geldpolitik | 35 |
| 3.4 | Schlußfolgerungen | 37 |
| 4. | Direktinvestitionen | 40 |
| 4.1 | Erscheinungsbild und definitorische Abgrenzung | 40 |
| 4.2 | Globale Entwicklung | 41 |
| 4.3 | Grundlegende Einflussfaktoren | 46 |
| 4.4 | Wohlfahrts- und Einkommenseffekte | 51 |
| 4.4.1 | Allgemeiner Wohlfahrtseffekt | 51 |
| 4.4.2 | Direktinvestitionen im Mundell-Fleming-Modell | 52 |
| 4.4.3 | Produktivitätsspillover | 54 |
| 4.5 | Direktinvestitionen als Konjunkturkanal | 57 |
| 5. | Integration der Aktienmärkte | 60 |
| 5.1 | Erscheinungsbild und theoretische Vorüberlegung | 60 |
| 5.2 | Aktienmarkt und Investitionen | 60 |
| 5.2.1 | Investitionstheorie nach J. Tobin | 60 |
| 5.2.2 | Aktienmärkte und realwirtschaftliche Entwicklung | 66 |
| 5.3 | Aktienmarkt und Geldpolitik | 70 |
| 5.4 | Aktienmarkt und Konsumnachfrage | 71 |
| 5.4.1 | Vermögenseffekt | 71 |
| 5.5 | Folgen einer zunehmenden Verflechtung der internationalen Finanzmärkte | 75 |
| 5.5.1 | Transmissionsmechanismen und Relevanz | 76 |
| 6. | Stimmungsübertragung | 79 |
| 7. | Zusammenfassung | 81 |
| Literaturverzeichnis | ||
| Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | ||
| Versicherung |
Ein weiterer entscheidender Aspekt sind die Vorlaufindikatoren einer Konjunktur. Stimmungsfaktoren sind hier ein wesentliches Merkmal. Die hohe Korrelation im internationalen Unternehmer- und Konsumentenvertrauen deutet auf eine starke psychologische Interdependenz hin. Trotz möglicher temporärer Loslösung werden sie von realwirtschaftlichen Interdependenzen dominiert und korrigiert. Der Konjunkturzyklus spielt sich letztlich im realwirtschaftlichen Bereich ab. Empirische Evidenz für einen engeren Konjunkturzusammenhang zwischen den einzelnen Volkswirtschaften konnte bisher allerdings nicht nachgewiesen werden. Genauso wenig lassen sich eindeutige Aussagen darüber treffen, welcher Kanal welchen Stellenwert einnimmt. Die Vielzahl der durchgeführten ökonometrischen Untersuchungen weisen vielmehr daraufhin, daß die realen Einkommensentwicklungen der großen Industrieländer in den sechziger und siebziger Jahren stärker korreliert waren als in den letzten beiden Jahrzehnten. Die ist zum einen auf die Aufgabe des Bretton-Wood-Festkurssystems Anfang der siebziger Jahre zurückzuführen, das den einzelnen Ländern eine individuelle Wirtschaftspolitik ermöglichte. Zum anderen wurde der synchrone Konjunkturverlauf erheblich durch das Auftreten idiosynkratischer Konjunkturelemente, wie beispielsweise die deutsche Wiedervereinigung oder das Platzen der Spekulationsblase an den japanischen Finanzmärkten, verringert. Die Ergebnisse der ökonometrischen Berechnungen zeigen aber, daß Direktinvestitionen und Aktienmärkte mittlerweile neben dem Außenhandel eine bedeutende Rolle bei der Übertragung konjunktureller Schwankungen zukommt und in der wirtschaftspolitischen Diskussion mit berücksichtigt werden müssen. [...]
während sich in einem flexiblen Wechselkurssystem die Impulse sowohl über den Zinssatz als auch über die Wechselkurse übertragen. Darüber hinaus ergab die Analyse, daß geldpolitische Maßnahmen einer offenen Volkswirtschaft gegen das Übergreifen konjunktureller Störeinflüsse aus dem Ausland grundsätzlich nur in einem System flexibler Wechselkurse wirken können. Dagegen ist die Effektivität fiskalpolitischer Maßnahmen in einem System fixer Wechselkurse im Vergleich zu einem System flexibler Wechselkurse wesentlich höher. Spätestens seit Mitte der achtziger Jahre stellen Direktinvestitionen einen zentralen Motor für die sich verstärkende Globalisierung dar. Das zunehmend komplexere Netzwerk grenzüberschreitender Direktinvestitionen führt zur schnellen Übertragung konjunktureller Impulse, die in den Handelsströmen nicht erfaßt werden. Dabei ist bei der letzten Welle der Direktinvestitionen ein in Ausmaß und zeitlichem Profil hoher Gleichlauf innerhalb des Konjunkturverbundes festzustellen. Eine Konjunkturschwäche im Mutterland eines multinationalen Konzerns senkt die Rendite der dort getätigten Investitionen und kann bei Überprüfung des globalen Investitionsvolumens zu einer Einschränkung der Investitionen in anderen Ländern führen. Darüber hinaus stellen wirtschaftspolitische Maßnahmen eines Landes spezifische Anreize bzw. Hemmnisse für multinationale Unternehmen dar, auf die sie mit Ausweitung bzw. Einschränkung des Investitionsportfolios im entsprechenden Land reagieren. Das Gewicht der ökonomischer Beweggründe, die sich in einem weiten Spektrum bewegen, ist ausschlaggebend für das explizite Ausmaß der Wohlfahrtseffekte. Neben dem direkten Einkommenseffekt kommt es durch ausländische Direktinvestitionen, in Form von Technologie- und Wissenstransfer, zu Produktivitätsspillovers, die für das Empfängerland mit nachhaltigem Wachstum verbunden sein können. Sie treten zwar auch im traditionellen Außenhandel auf, allerdings weder in dieser Form noch in diesem Ausmaß. Schließlich läßt auch die zunehmende Verflechtung nationaler Finanzmärkte den internationalen Konjunkturverbund enger zusammenwachsen. Die Aktienindizes der führenden Industrieländer sind hoch korreliert. Aktienmarktschwankungen haben Einfluß auf die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen und die Konsumausgaben der privaten Haushalte. Dies konnte mit Hilfe der Investitionstheorie nach Tobin und der Vermögenstheorie grundsätzlich erläutert werden. [...]
Zunehmende internationale Handels- und Kapitalströme bewirken eine höhere globale Integration der einzelnen Volkswirtschaften. Dies macht sie unter anderem auch anfälliger für externe Schocks. Vor dem Hintergrund der aktuellen weltwirtschaftlichen Krise in Verbindung mit dem unerwartet hohen Tempo, mit dem sich die Konjunkturschwäche ausgebreitet hat, stellt sich die Frage, ob sich das Muster des internationalen Konjunkturverbundes in den letzten Jahren verändert hat. Die traditionelle Transmission internationaler Konjunkturschwankungen über den Handelskanal kann nur noch einen unzureichenden Erklärungsgehalt für diese Entwicklung liefern. Die aktuelle Entwicklung des Welthandels reflektiert die weltweite Konjunkturschwäche nur in ungenügendem Maße. Zur Beantwortung dieser Frage ist daher ein breiteres Erklärungsmuster notwendig, das zusätzliche Einflußfaktoren und Wirkungsketten in die Betrachtung mit einbezieht. In der vorliegenden Arbeit wurden vor dem Hintergrund des sich intensivierenden Globalisierungsprozesses die wichtigsten Transmissionskanäle und –mechanismen internationaler Konjunkturschwankungen analysiert. Zugleich wurde versucht, ihren aktuellen Stellenwert zur Erklärung der fortschreitenden Entwicklung zu grenzenlosen Märkten zu erörtern. Der zentrale Wesenszug des seit Mitte der achtziger Jahre zunehmenden dynamischen Globalisierungstrends spiegelt sich in einer stetig steigenden internationalen Fragmentierung der Wertschöpfungskette wider. Dies resultiert außer aus dem traditionellen Außenhandel mit Waren und Dienstleistungen besonders aus dem rasch ansteigenden internationalen Kapitalverkehr. In einer solchen, über Güter- und Kapitalaustausch eng verflochtenen, Weltwirtschaft sind auch die Folgen konjunktureller Schwankungen global. Die Synchronität der Konjunkturzyklen hängt dabei von der Art des Schocks und auch von der Intensität der jeweiligen Transmissionsmechanismen ab. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832460785
Arbeit zitieren:
Ort, Volker Juli 2002: Konjunkturelle Entwicklungen unter dem Einfluß weltwirtschaftlicher Verflechtungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Globalisierubg, Konjunktur, Transmissionskanäle, Direktinvestionen, Außenhandel



