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Der Konjunktiv in Hörfunknachrichten

Der Journalistenkonjunktiv

Der Konjunktiv in Hörfunknachrichten
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Nike Gräfin von Harrach
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 72 Seiten
  • Dateigröße: 644,1 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6000-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6000-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6000-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gräfin von Harrach, Nike Februar 2002: Der Konjunktiv in Hörfunknachrichten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Journalismus, Medien, Radio, Sprache, Grammatik

Magisterarbeit von Nike Gräfin von Harrach

Einleitung:

Konjunktiv oder Indikativ: diese Frage stellen sich Radio-Nachrichtenredakteure häufig, wenn sie zitieren müssen. Für die einen ist der Konjunktiv hörer-unfreundlich und altmodisch, für die anderen ein notwendiges Muss, auch um sich rechtlich abzusichern. Die Magisterarbeit beschreibt die allgemeinen grammatischen Regeln zum Konjunktiv und nennt auch Alternativen.

Anschließend werden verschiedene Meinungen von Journalisten und Medienwissenschaftlern zum Thema diskutiert. Um nicht nur bei purer Theorie zu bleiben, wird dann untersucht, wie drei große Medienanstalten in Bayern mit dem Konjunktiv in Hörfunknachrichten umgehen.

Die Arbeit erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Verbindlichkeit, sondern sie zeigt den aktuellen Diskussionsstand von Sprachwissenschaft und journalistischer Praxis. Außerdem will sie dazu anregen, dass sich Redaktionen regelmäßig auf fundierter Basis mit Schreibstil und Grammatik auseinandersetzen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Der Konjunktiv in der deutschen Gegenwartssprache 7
2.1 Was ist der Konjunktiv? 7
2.2 Wann verwendet man den Konjunktiv? 8
2.3 Der Konjunktiv in der indirekten Rede 10
2.4 Alternativformen zur Wiedergabe von Äußerungen 13
3. Besonderheiten der Hörfunksprache 15
3.1 Kurze Geschichte des deutschen Hörfunks 15
3.2 Die Besonderheiten des Mediums Radio 16
3.3 Schreiben fürs Hören 18
3.4 Sprache in den Hörfunknachrichten 22
3.4.1 Besonderheiten der Hörfunknachrichten 23
3.4.2 Wie schreibt man Hörfunknachrichten? 24
3.4.3 Probleme beim Verstehen von Hörfunknachrichten 27
4. Der Konjunktiv in den Hörfunknachrichten:Meinungen von Journalisten und Medienwissenschaftlern 29
4.1 Der aktuelle Stand in der Diskussion 29
4.2. Der Konjunktiv ist weiterhin unvermeidbar 30
4.3 Der Konjunktiv sollte vermieden werden 36
4.4 Zusammenfassung der verschiedenen Meinungen 39
5. Untersuchung von Hörfunknachrichten 41
5.1 Korpus und Methodik 41
5.2 Hörfunknachrichten vom Bayerischen Rundfunk 42
5.2.1 Aufbau des Bayerischen Rundfunks und seiner Hörfunknachrichten 42
5.2.2 Anweisungen zur Verwendung des Konjunktivs in den Hörfunknachrichten des Bayerischen Rundfunks 43
5.2.3 Der Konjunktiv in den Hörfunknachrichten des Bayerischen Rundfunks 44
5.3 Nachrichten von Antenne Bayern 46
5.3.1 Antenne Bayern und seine Nachrichten 46
5.3.2 Anweisungen zur Verwendung des Konjunktivs in den Nachrichten von Antenne Bayern 47
5.3.3 Der Konjunktiv in den Nachrichten von Antenne Bayern 48
5.4 Nachrichten von der BLR 52
5.4.1 Was ist die BLR und was macht sie für Nachrichten? 52
5.4.2 Anweisungen zur Verwendung des Konjunktivs in den Nachrichten der BLR 52
5.4.3 Der Konjunktiv in den Nachrichten der BLR 53
5.5 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse 56
6. Hat die Massenmediensprache Einfluss auf die Alltagsprache? 58
6.1 Die Diskussion um die Leitfunktion der Massenmediensprache 58
6.2 Massenmediensprache beeinflusst Alltagssprache 59
6.3 Alltagssprache wird nicht durch Massenmediensprache beeinflusst 65
7. Bibliographie 67
7.1 Literatur 67
7.2 Grammatiken und Nachschlagewerke 69
7.3 Quellen 70

Automatisiert erstellter Textauszug:

33 Jürg Häusermann und Heiner Käppeli stimmen mit Wolfgang Zehrt darin überein, dass Zitate, besonders die in Hörtexten, deutlich gekennzeichnet werden müssen. Die Hörer müssten erkennen, in welcher Beziehung der Autor zu einer Aussage steht; ob er also seine eigene Meinung deutlich macht oder die einer anderen Person. Häusermann und Käppeli ist klar, dass der Konjunktiv in den Massenmedien eine wichtigere Rolle als im Alltag spielt. „Es hat sich eingebürgert, in Radio- und Fernsehtexten den Konjunktiv zur Kennzeichnung fremder Rede ausgiebiger zu gebrauchen, als es in der Umgangssprache üblich ist.“136 Generell haben die beiden Autoren eine recht neutrale Meinung gegenüber dem Konjunktiv. Es sei zwar korrekter ihn zu verwenden, aber noch viel wichtiger sei es genau zu zitieren.137 Grammatische Fehler könne man verzeihen. [...]

32 gung, Gebrauch von Indikativ und Konjunktiv, indirekte Rede) sowie Silbentrennung“131gelten. Auch Zeitdruck solle nicht zu sprachlichen Mängeln führen. Für Pürer gelten folgende Konjunktiv-Regeln in der indirekten Rede: Generell wird immer der Konjunktiv I verwendet. Ausnahmen sind Satzeinleitungen mit „wie XY mitteilte“, „nach Ansicht“, „Politiker erwarten, dass...“ und „laut XY“. Auch Wolfgang Zehrt geht in seinem erst fünf Jahre alten Handbuch über Hörfunknachrichten davon aus, dass es in der indirekten Rede in den meisten Fällen keine Ersatzformen für den Konjunktiv gibt. „Zunächst eine unumstrittene Regel für Journalisten: Wenn Aussagen in der indirekten Rede wiedergegeben werden, kann der Konjunktiv fast immer angewendet werden – er muss es aber nicht.“132 Zehrt selbst betrachtet den Konjunktiv nach wie vor als unersetzbar. Er könne nur dann weggelassen werden, wenn eindeutig feststehe, dass es sich bei einer wiedergegebenen Äußerung um ein Zitat handelt. Zehrt hält sich bei seinen KonjunktivRegeln für Journalisten an die Angaben aus dem DUDEN. Demnach darf der Indikativ in der indirekten Rede nur in Ausnahmefällen und im Schriftdeutsch verwendet werden oder vielleicht in einer Zeitung. [...]

31 Das Handbuch von Horsch, Ohler und Schwiesau beschreibt genau, wann und wie man den Konjunktiv verwendet. Die genannten Regeln entsprechen denen im DUDEN. Demnach verwendet man in der indirekten Rede immer den Konjunktiv I, solange der nicht genauso wie der Indikativ klingt. Die sogenannte „würde-Form“ des Konjunktivs sei ein „geradezu schmerzhafter grammatischer Fehler“124 aus der Umgangssprache. Nach gewissen Einleitungsformeln folge der Hauptsatz im Indikativ, etwa nach „wie XY bekannt gab“ oder „nach Angaben eines Sprechers“.125 Infinitivkonstruktionen sind laut Horsch, Ohler und Schwiesau als Alternative zum Konjunktiv zu vermeiden. Grund: Sie Klingen zu „gestelzt“126. Über die mögliche Verwendung des Indikativs in einem „dass-Satz“ wird nichts gesagt. Auch Harald Burger macht deutlich, dass sich Nachrichtenredakteure überdurchschnittlich häufig auf Quellen berufen, da sie „sich nicht selber für die Wahrheit der Nachricht und die Richtigkeit der Formulierung verbürgen“127 können. Er geht davon aus, dass dabei der im Normalfall zitierte Text in der indirekten Rede steht „und das heißt: im Konjunktiv“128. Alternativmöglichkeiten nennt Burger nicht. Als Negativbeispiel führt er die ehemalige DDR-Nachrichtensendung Aktuelle Kamera an, in der häufig auch bei Zitaten der Indikativ verwendet worden sein soll. So sei der Eindruck entstanden, dass es sich nicht um Äußerungen von Politikern, sondern um Fakten gehandelt habe. Probleme bei der indirekten Rede sieht Burger hauptsächlich darin, dass der Rezipient nie sicher sein kann, ob der Text vollständig wiedergegeben oder gekürzt und zusammengefasst wurde. Heinz Pürer lehnt direkte Rede in den Hörfunknachrichten prinzipiell ab: „Anführungszeichen können über das Mikrofon nicht vermittelt werden.“129 Nur um einer Aussage besondere Bedeutung zu verleihen, könne man mit „sagte wörtlich“ auf sie aufmerksam machen. Pürer plädiert für die indirekte Rede und den Konjunktiv, wenn ihm auch bewusst ist, dass der „Konjunktiv das Verstehen erschwert“130. Laut Pürer gibt es aber keine Alternativen. Im Journalismus würden „die traditionellen Normen der Rechtschreibung, der Grammatik (Satzbau, Zeitenfolge, Beu- [...]

Arbeit zitieren:
Gräfin von Harrach, Nike Februar 2002: Der Konjunktiv in Hörfunknachrichten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Journalismus, Medien, Radio, Sprache, Grammatik

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