Konflikthandhabung von Computerwissenschaftlern in Indien und Deutschland
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabine Fiedler-Weiß
- Abgabedatum: Mai 2000
- Umfang: 144 Seiten
- Dateigröße: 9,7 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2763-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2763-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2763-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fiedler-Weiß, Sabine Mai 2000: Konflikthandhabung von Computerwissenschaftlern in Indien und Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Indien, Software-EntwicklungKonflikt, Informatiker, Organisationspsychologie
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Diplomarbeit von Sabine Fiedler-Weiß
Einleitung:
Bisher ist, bezogen auf Kulturanalysen, wenig Material über kulturelle Unterschiede von Indern und Deutschen verfügbar. Mit der Untersuchung an Computerwissenschaftlern wurde zudem erstmals eine neue Berufsgruppe der kulturvergleichenden Betrachtung unterzogen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der bisherige Stand an Befunden zu kulturvergleichenden Untersuchungen relativiert werden muss. Während im Ergebnis der meisten Vergleichsstudien zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen zu Konfliktstrategien, die Individualisten dominante Strategien und Kollektivisten vermeidende und nachgebende Stile wählten, kommt diese Untersuchung zu einem anderen Ergebnis.
Über die Kulturen hinweg wählen Computerwissenschaftler primär den integrativen Konflikthandhabungsstil. Aufgrund ihres sehr ähnlichen und oft gemeinsamen Arbeitsfeldes werden kulturelle Besonderheiten überlagert.
Erst in der Rangfolge der Stile kommt es zu Unterschieden, jedoch wählen auch hier die deutschen Wissenschaftler nicht, wie es bisherige Kulturuntersuchungen nahe legen würden, an zweiter Stelle den dominanten Stil, sondern Nachgeben.
Auch im direkten Vergleich jedes Stiles zwischen den beiden Stichproben, sind deutsche Wissenschaftler in zwei von drei Fällen (gegenüber Vorgesetzten und Untergebenen) nachgebender als indische. Nur auf der gleichrangigen Ebene geben Inder eher nach als Deutsche.
Lediglich im Vergleich des dominanten und des vermeidenden Stiles decken sich die Ergebnisse dieser Untersuchung mit denen der meisten kulturvergleichenden Studien. Im Mittel sind deutsche Computerwissenschaftler in der Konflikthandhabung dominanter und indische vermeidender.
Ziel der Arbeit war es, die Art der Konflikthandhabung von Computerwissenschaftlern zu untersuchen und zu klären, ob es darin kulturelle Unterschiede gibt. Außerdem war insbesondere aus dem Kontext wissenschaftlicher Organisationen die Frage von Interesse, ob konstruktive Konfliktlösungen gewählt werden, was wiederum für Innovation förderlich sein müsste. Diese Frage ist im Ergebnis der Untersuchung zu bejahen. Zumindest in der geplanten Strategie und in ihrer Selbsteinschätzung wählen Computerwissenschaftler eindeutig vorrangig den integrativen Konflikthandhabungsstil. Der integrative Stil einer gemeinsamen Problemlösung ist der für eine Innovationssteigerung angemessene. Gegenseitige Offenheit, der Austausch von Informationen, die Suche nach kreativen Alternativen etc. macht effektive Lösungen möglich und wahrscheinlich, insbesondere bei der Bearbeitung von komplexen Problemen.
Die Ergebnisse lassen auch Schlussfolgerungen für die interkulturelle Zusammenarbeit zu. Wenn, wie in Deutschland momentan in größerem Umfang zu erwarten, auch indische Computerexperten gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen an komplexen Problemen zusammenarbeiten, müsste ihr Arbeitsstil ein vorrangig kooperativer sein.
Dennoch können sich auch interkulturelle Unterschiede in der Herangehensweise an Konflikte bemerkbar machen. So ist es denkbar, dass die indischen Gäste den einen oder anderen Konflikt auch vermeiden, weil sie die Harmonie nicht gefährden möchten oder die Rolle ihres Vorgesetzen so verstehen, dass Diskussionen nicht wirklich erwünscht sind. Es wäre entsprechend nicht nur Vorgesetzten zu raten, sich näher mit dem kulturellen Hintergrund dieser Verhaltensweisen vertraut zu machen. Andererseits könnte es auch für die eingeladenen Experten interessant sein, dominante Strategien ihrer deutschen Gastgeber, die vielleicht lediglich ihr eigenes Gesicht zu wahren suchen, als kulturell erwünschte Verhaltensweisen einzuordnen.
Im Prozess der gegenseitigen Annäherung und des interkulturellen Verstehens, vor allem aber in der gemeinsamen Bearbeitung moderner, komplexer und ihrer Aufgabenstruktur nach kooperativer Aufgaben ist auch eine weitere Annäherung der Konflikthandhabungsstile zu erwarten.
Für künftige kulturvergleichende Untersuchungen sollten Aussagen zu kulturellen Unterschieden stärker nach dem Berufsfeld der Befragten differenziert werden. Es wäre interessant zu erheben, ob, wie im Fall der Computerwissenschaftler, auch in anderen modernen Arbeitsfeldern die kooperativen und integrativen Konfliktstrategien über die Kulturen hinweg überwiegen. Andererseits könnten weitere und differenziertere Untersuchungen zu den Computerexperten selbst von hohem Interesse sein. So wäre eine Ausweitung des Kulturvergleiches denkbar, beispielsweise auf andere asiatische Kulturen wie Japan oder China bzw. den osteuropäischen Raum, um festzustellen, ob auch hier vorrangig kooperative Strategien überwiegen und ob sich kulturelle Unterschiede in den Stilen Dominant und Vermeiden finden lassen. Das Untersuchungsdesign wäre insofern verfeinerbar, als dass es vorteilhaft sein könnte, den Fragebogen soweit zu modifizieren, dass er nicht nur generelles Konfliktverhalten erfasst, sondern auch situative Komponenten stärker beachtet. Außerdem kann, im Interesse komplexerer Informationen, eine Verbindung der vorliegenden quantitativen Analysen mit den in den Interviews erhobenen qualitativen Daten für künftige Untersuchungen von hoher Aussagekraft sein.
Inhaltsverzeichnis:
| 0. | Problemstellung | 3 |
| 1. | Konflikthandhabung von Computerwissenschaftlern im Kulturvergleich | 5 |
| 1.1 | Definition und Funktion sozialer Konflikte in wissenschaftlichen Organisationen | 5 |
| 1.1.1 | Begriffsklärung Konflikt | 6 |
| 1.1.2 | Funktion sozialer Konflikte in wissenschaftlichen Organisationen | 6 |
| 1.2 | Konflikthandhabung | 10 |
| 1.2.1 | Modelle der Konflikthandhabung | 11 |
| 1.2.2 | Charakterisierung der Konflikthandhabungsstile | 15 |
| 1.2.3 | Die Wahl von Konflikthandhabungsstilen | 16 |
| 1.3 | Konflikthandhabung im Kulturvergleich | 19 |
| 1.3.1 | Kulturverständnis | 19 |
| 1.3.2 | Grundlagen des Kulturvergleichs | 20 |
| 1.3.3 | Anordnung der beiden Kulturen auf den Dimensionen des Kulturvergleichs | 25 |
| 1.3.4 | Konflikthandhabungin individualistischen und kollektivistischen Kulturen | 27 |
| 1.3.5 | Kritische Anmerkungen zur Individualismus-Kollektivismus-Dimension und Schlußfolgerungen für die Hypothesenfindung | 35 |
| 1.4 | Besonderheiten in der Computerwissenschaft | 39 |
| 1.5 | Ziel dervorliegenden Untersuchung und Ableitung der Hypothesen zur Konflikthandhabung von Computerwissenschaftlern in Indien und Deutschland | 43 |
| 2. | Methodik der Datengewinnung | 48 |
| 2.1 | Erhebungsdesign | 48 |
| 2.2 | Stichprobenbeschreibung | 49 |
| 2.3 | Beschreibung und Begründung des Fragebogens (ROCI) | 50 |
| 2.4 | Methodische Probleme bei der Anwendung des ROCI-II | 52 |
| 2.4.1 | Probleme der Messung mit dem ROCI-II | 52 |
| 2.4.2 | Methodische Probleme im Kulturvergleich | 54 |
| 2.5 | Datenverarbeitung und Methoden der Datenanalyse | 57 |
| 3. | Ergebnisdarstellung | 59 |
| 3.1 | Faktorenanalyse über die Items des ROCI C | 59 |
| 3.2 | MDS der Items des ROCI C, A und B mit fünf Stilen | 61 |
| 3.3 | MDS unter Ausschluß des Stiles Kompromiß für ROCI C, A und B | 63 |
| 3.3.1 | MDS mit vier Stilen für den ROCI C (Peers) | 63 |
| 3.3.2 | MDS mit vier Stilen für den ROCI A (Untergebene) | 64 |
| 3.3.3 | MDS mit vier Stilen für den ROCI B (Vorgesetzte) | 65 |
| 3.4 | Reliabilitäten für die Stile des ROCI C, A und B und Skalenzusammenfassung | 65 |
| 3.5 | Interkorrelation der zu verwendenden Skalen | 68 |
| 3.6 | Verteilung der Konflikthandhabungsstile auf Personenebene (nach Rahim) | 70 |
| 3.6.1 | Verteilung der Konflikthandhabungsstile für den ROCI II - C | 70 |
| 3.6.2 | Verteilung der Konflikthandhabungsstile für den ROCI II – A | 72 |
| 3.6.3 | Verteilung der Konflikthandhabungsstile für den ROCI II - B | 73 |
| 3.7 | Rangfolge der Stile in der indischen und deutschen Stichprobe | 74 |
| 3.7.1 | Rangfolge der Stile gegenüber Gleichgestellten (ROCI C) | 74 |
| 3.7.2 | Rangfolge der Stile gegenüber Vorgesetzten (ROCI A) | 75 |
| 3.7.3 | Rangfolge der Stile gegenüber Untergebenen (ROCI B) | 75 |
| 3.8 | Interkultureller Vergleich der Konflikthandhabungsstile bei Indern und Deutschen (Stichprobenebene) | 76 |
| 3.8.1 | Vergleich der Konflikthandhabungsstile gegenüber Gleichgestellen | 76 |
| 3.8.2 | Vergleich der Konflikthandhabungsstile gegenüber Vorgesetzten | 78 |
| 3.8.3 | Vergleich der Konflikthandhabungsstile gegenüber Untergebenen | 80 |
| 3.9 | Ermittlung von Konflikthandhabungsmustern über Cluster | 83 |
| 3.9.1 | Clusterlösungen der Analysen in den Formen A, B und C des ROCI | 83 |
| 3.9.2 | Konflikthandhabungsmuster gegenüber Gleichgestellten (Form C) | 84 |
| 3.9.3 | Konflikthandhabungsmuster gegenüber Vorgesetzten (Form A) | 85 |
| 3.9.4 | Konflikthandhabungsmuster gegenüber Untergebenen (Form B) | 87 |
| 3.10 | Vergleich der Konflikthandhabungsmuster von Indern und Deutschen | 89 |
| 3.10.1 | Vergleich der Konflikthandhabungsmuster gegenüber Gleichgestellten | 89 |
| 3.10.2 | Vergleich der Konflikthandhabungsmuster gegenüber Vorgesetzten | 90 |
| 3.10.3 | Vergleich der Konflikthandhabungsmuster gegenüber Untergebenen | 91 |
| 4. | Diskussion | 93 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 99 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 101 |
| Tabellenverzeichnis | 105 | |
| Abbildungsverzeichnis | 106 | |
| ANHANG | 106 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427634
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Indien, Software-EntwicklungKonflikt, Informatiker, Organisationspsychologie



