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Konflikte im Berufsleben

Eine Studie zum Einfluß von Formulierungsalternativen in Konfliktsituationen auf Konfliktwahrnehmung und -verhalten

Konflikte im Berufsleben
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Elke Biechele
  • Abgabedatum: Mai 1996
  • Umfang: 180 Seiten
  • Dateigröße: 11,2 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3674-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3674-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3674-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Biechele, Elke Mai 1996: Konflikte im Berufsleben, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Elke Biechele

Problemstellung:

Konflikte im Arbeitsleben werden von der Forschungsliteratur in den letzten Jahren zunehmend aufgegriffen, wobei es nur wenige Versuche gibt, diese Thematik empirisch zu untersuchen. Der Grund liegt sicherlich in der Komplexität des Themas. Diese Vielschichtigkeit wird bereits deutlich, wenn man die zahlreichen Ansätze in der Literatur zur Definition des Konfliktbegriffs betrachtet. Die bereits vorhandenen empirischen Untersuchungen können dieser Komplexität allein kaum gerecht werden. Weitere Arbeiten wären hier sinnvoll und notwendig.

Auf Basis dieser Oberzeugung wurde die vorliegende Arbeit entwickelt, die sich mit zwischenmenschlichen Konflikten im Berufsleben beschäftigt. Sie soll als Beitrag zum besseren Verständnis von Konflikten verstanden werden. Die Ansätze zur Erklärung der Entstehung von Konflikten im Betrieb sind in der bislang vorhandenen Literatur sehr heterogen. Während manche Autoren ganz konkrete Faktoren für die Entstehung verantwortlich machen und somit auch „einfache und preiswerte Wege zum Konsens" sehen (GOTTSCHALL, 1990, S. 131), propagieren andere Autoren komplexe psychologische Zusammenhänge, die einen langen Lösungsprozeß brauchen. In der psychologischen Literatur wird das Phänomen des Konfliktes seit langem erforscht. Insbesondere werden immer wieder Systematisierungsversuche unternommen, die verschiedene Aspekte in den Vordergrund bringen. So wird unterschieden zwischen intra- und interpersonellen und ebenso zwischen strukturellen Konflikten.

Für die Entstehung, den weiteren Verlauf und die Auswirkungen von Konflikten im Berufsleben sind die interpersonellen Faktoren sehr bedeutsam. Die vorliegende Arbeit hat ihren Schwerpunkt in diesem Bereich. Der Begriff des „interpersonellen Konfliktes" impliziert den Charakter eines Konfliktes zwischen mindestens zwei Personen. Dieser Eigenschaft werden frühere Forschungsbemühungen häufig nicht gerecht, da sie sich in der Regel auf das einzelne Individuum konzentrieren und nicht auf die Interaktion. Sie vernachlässigen die Orientierung der Individuen aneinander (die „Koorientierung", HEIL, 1984) in ihren Erhebungen.

Das in der vorliegenden Arbeit entwickelte Instrument bezieht diese Facette von Konflikten mit ein. An den bisherigen Forschungsbemühungen fällt weiter auf, daß die entwickelten Instrumente wenig Gemeinsamkeiten haben. Es mangelt an einer systematischen Untersuchung von Konflikten im Arbeitsleben, in der neue Erhebungen von den Erkenntnissen und Ergebnissen vorausgegangener profitieren. Für die Entwicklung des vorliegenden Instruments wurden drei Dissertationen (REGNET, 1992; WEGNER, 1989; SEIBT, 1987), die Konflikte im Arbeitsleben untersuchen, eingehend analysiert. Betrachtet wurden dabei die jeweilige Erhebungsmethodik, sowie die Rolle verschiedener typischer Merkmale von Konflikten. Damit soll eine Wiederholung von Unzulänglichkeiten bereits vorhandener Untersuchungsinstrumente vermieden werden, zugunsten weiterführender Erkenntnisse zu Entstehungsbedingungen von Konflikten.

Ein besonders gewichtiger Faktor für die Entstehung, den Verlauf und den Ausgang von Konflikten ist die Kommunikation. Über sie werden zwischenmenschliche Spannungen ausgetragen und genau hier sind Quellen für Missverständnisse zu lokalisieren. Die Bedeutung der Kommunikation für Konfliktsituationen wird von verschiedenen Autoren in der psychologischen Forschungsliteratur immer wieder betont (z. B. SCHULZ VON THUN, 1981; JOCHUM, 1991), jedoch mangelt es bislang an Instrumenten, die den Beitrag von Kommunikation in zwischenmenschlichen Konflikten empirisch untersuchen. Die Sprache und insbesondere die Art der Formulierung erzeugen bestimmte Wirkungen und Reaktionen beim Gesprächspartner (SEIBT, 1987), die allerdings schwer zu erfassen sind. Das in der vorliegende Arbeit entwickelte Instrument befaßt sich mit dieser Thematik. Hier wird der Einfluß von Formulierungsalternativen in beruflichen Konfliktsituationen auf die Wahrnehmung und das Verhalten untersucht.

Diesem Instrument liegt das in den Handlungstheorien formulierte Menschenbild zugrunde, das den Menschen als aktives, reflexives und zielgerichtetes Wesen versteht, das seine Handlungen plant und steuert. Der Handlungsbegriff impliziert, daß Handlungen von Partnern in einer Konfliktinteraktion als geplant und bewusst verstanden werden können und somit eine Orientierung aneinander ermöglicht ist. Die vorliegende Arbeit versucht, diese spezifische Sicht des Menschen mit interaktions- und kommunikationspsychologischen Überlegungen zu verbinden. Seinen Niederschlag findet das in der Entwicklung eines Instrumentes zur Erfassung des Einflusses von Formulierungsalternativen in Konfliktsituationen auf Konfliktwahrnehmung und -verhalten theoretisch zu begründen. Ziel der Anwendung dieses Instruments ist es, die Wirkung verschiedener Formulierungen in Konfliktsituationen auf den Konfliktpartner zu untersuchen. Unterschieden wird dabei die Wirkung auf die Wahrnehmung und die Auswirkung auf das Verhalten. Damit sollen die bisherigen diagnostischen Konzeptionen in der Konfliktforschung um einen weiteren Beitrag erweitert werden.

Inhaltsverzeichnis:

0. EINLEITUNG 5
0.1 Überblick über den Aufbau der vorliegenden Arbeit 6
1. DEFINITIONEN DES BEGRIFFS „KONFLIKT" 8
2. TYPOLOGISIERUNG VON KONFLIKTEN 11
2.1 Die Streitgegenstände 13
2.2 Die Eigenschaften der Konfliktparteien 14
2.3 Erscheinungsformen der Auseinandersetzung 15
3. KONFLIKTENTSTEHUNG 18
3.1 Subjektive Faktoren 18
3.1.1 SCHULZ von THUN: Das Quadrat einer Nachricht 20
3.1.2 Konflikt als kybernetisches Modell 23
3.1.3 Die Interpersonalität in Konflikten 25
3.1.4 Zusammenfassung der subjektiven Faktoren der Konfliktentstehung 27
3.2 Objektive Faktoren 28
3.3 Häufigkeitseinschätzung verschiedener Ursachen 30
4. KONFLIKTESKALATION 33
5. ANSÄTZE ZUR KONFLIKTBEWÄLTIGUNG 35
5.1 Konfliktstile 35
5.2 Beiträge der betriebswirtschaftlichen Literatur 38
5.3 Beiträge der psychologischen Fachliteratur 41
6. KONFLIKTDIAGNOSE 45
6.1 Die Konfliktdiagnose aus induktiver Sicht 45
6.2 Die Diagnose aus deduktiver Sicht 49
6.3 Darstellung dreier Instrumente zur Erhebung von Konflikten 51
6.3.1 REGNET: Empirischer Untersuchungsaufbau zur Erfassung typischer Konfliktsituationen für Führungskräfte und deren Umgang damit 51
6.3.2 WEGNER: Fragebogen zum „Konfliktmanagement im Betrieb (KOB)" 55
6.3.3 SEIBT: Die kommunikationsdynamische Analyse konfliktärer Strukturen in Gesprächen 59
6.4 Diskussion der drei Instrumente zur Erhebung von Konflikten 65
6.4.1 Die Rolle der Situation 65
6.4.2 Die Rolle der Wahrnehmung 67
6.4.3 Die Rolle der Handlungsmittel 69
6.4.4 Die Rolle der Ziele 71
6.4.5 Die Rolle der Interaktion 72
6.4.6 Zusammenfassung der Diskussion 73
7. EXPLIKATION DER UNTERSUCHUNG 75
7.1 Ableitungen aus der Diskussion der diagnostischen Verfahren für die vorliegende Arbeit 75
7.2 Theoretische Fundierung 75
7.2.1 Erläuterung der theoretischen Fundierung in bezug auf das vorliegende Instrument 76
7.3 Verknüpfung der Theorie mit dem Fragebogen 77
7.4 Anforderungen an die Fragebogenelemente 78
8. BESCHREIBUNG DES VORLIEGENDEN FRAGEBOGENS 79
8.1 Beschreibung der Konstruktion der Elemente im einzelnen 79
8.1.1 Situation 79
8.1.2 Wahrnehmung (Frage 1, 2 und 3) 85
8.1.2.1 Perzeption: „Vorstellbarkeit" (Frage 1) 86
8.1.2.2 Beziehungsaspekt: „Akzeptanz" (Frage 2) 86
8.1.3 Inhaltsaspekt: „Verständlichkeit des Anliegens" (Frage 3) 87
8.1.4 Emotionaler Aspekt: „Belastung" (Frage 4) 88
8.1.5 Wahl der Handlungsmittel: „Reaktion" (Frage 5) 88
8.1.6 Erwarteter Handlungsausgang: „Situationsausgang" (Frage 6) 90
9. ZIELE DER UNTERSUCHUNG UND HYPOTHESENERSTELLUNG 92
9.1 Die Validität des Fragebogens - Prüfung auf Differenzierungsfähigkeit und Brauchbarkeit 92
9.1.1 Kategorie l: „Vorstellbarkeit" 93
9.1.2 Kategorie 2: „Akzeptanz" 93
9.1.3 Kategorie 3: „Verständlichkeit" 93
9.1.4 Kategorie 4: „Belastung" 93
9.1.5 Kategorie 5: „Reaktion" 94
9.1.6 Kategorie 6: „Situationsausgang" 94
9.2 Das Untersuchungsdesign 94
9.3 Erstellung von Unterschiedshypothesen 95
9.4 Spezielle Zusammenhangshypothesen: Auswirkungen verbaler Äußerungen auf die Konfliktwahrnehmung und den Konfliktverlauf 96
10. ERGEBNISSE 98
10.1 Untersuchungsdurchführung 98
10.2 Stichprobenbeschreibung 99
10.2.1 Geschlecht 99
10.2.2 Alter 100
10.2.3 Anzahl der Mitarbeiter 101
10.2.4 Branche 103
10.2.5 Unternehmensgröße 104
10.3 Deskriptive Analyse und statistische Vergleiche 105
10.3.1 Erläuterungen zu den verwendeten statistischen Methoden 105
10.3.2 Frage 1: Vorstellbarkeit der Situation 108
10.3.3 Frage 2: Akzeptanz 111
10.3.4 Frage 3: Verständlichkeit des Anliegens des Vorgesetzten 114
10.3.5 Frage 4: Belastung 117
10.3.6 Frage 5, Teil 1: wahrscheinlichste Reaktion 120
10.3.7 Frage 5, Teil 2: unwahrscheinlichste Reaktion 126
10.3.8 Frage 6: Ziel 128
10.4 Untersuchung der Zusammenhangshypothesen 129
10.4.1 Statistische Methoden 130
10.4.2 Hypothese A: Akzeptanz und Belastung 130
10.4.3 Hypothese B: Akzeptanz und Verständlichkeit 131
10.4.4 Hypothese C: Verständlichkeit und Belastung 133
10.4.5 Hypothese D: Akzeptanz und Reaktion 134
10.4.5.1 Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Skala ,,Akzeptanz" und der Skala „Kooperation". 135
10.4.5.2 Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Skala „Akzeptanz" und der Skala „Nachgeben". 135
10.4.5.3 Es gibt einen negativen Zusammenhang zwischen der Skala „Akzeptanz" und der Skala „Kompetition". 136
10.4.5.4 Es gibt einen negativen Zusammenhang zwischen der Skala „Akzeptanz" und der Skala „Passivität". 137
10.4.5.5 Zusammenfassung und Diskussion der Hypothesentestung D 137
10.4.6 Hypothese E: Verständlichkeit und Situationsausgang 138
11. DISKUSSION UND AUSBLICK 140
12. LITERATUR 146
13. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 151
14. TABELLENVERZEICHNIS 152

Arbeit zitieren:
Biechele, Elke Mai 1996: Konflikte im Berufsleben, Hamburg: Diplomica Verlag

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