Von der Komplexitätsreduktion zur Revitalisierung eines mittelständischen Unternehmens
Eine praktische Anwendung multifunktionaler betriebswirtschaftlicher Instrumente
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexander Riezler
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 119 Seiten
- Dateigröße: 703,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Kempten Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8059-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8059-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8059-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Riezler, Alexander August 2003: Von der Komplexitätsreduktion zur Revitalisierung eines mittelständischen Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mittelstand, Kostensenkung, komplex, Sanierung, Turnaround
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Diplomarbeit von Alexander Riezler
Zusammenfassung:
In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Situation für Unternehmen - besonders für den Mittelstand - dramatisch verschlechtert. So spiegelt die steigende Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland die dramatische Lage wider. Der Autor dieser Studie sieht es daher an der Zeit, dass sich Unternehmen damit beschäftigen die Komplexität ihrer Geschäftstätigkeit drastisch zu reduzieren, um damit die Kostensenkung voranzutreiben und frei werdende Ressourcen effizienter einsetzen zu können, was sich letztlich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Dabei differenziert er zwischen den Themen Revitalisierung, Turnaround und Sanierung.
Am Beispiel der fiktiven Komplex GmbH, deren Komplexitätsproblematik ohne weiteres auf andere Unternehmen übertragbar ist, analysiert der Autor mit verschiedenen multifunktionalen Instrumenten/Methoden (Produktivitätsregression, ABC-Analyse, Success-Resource-Deployment) die vorherrschende Komplexität und schnürt ein gezieltes Maßnahmenbündel, das die Komplexität auf ein beherrschbares Niveau zurückführt. Darüber hinaus zeigt er mithilfe des Success Ressource Deployment (SRD) zahlreiche Handlungsfelder auf, an denen die Komplex GmbH arbeiten wird, um die Unternehmensleistung noch weiter zu steigern.
Diese Studie betrachtet klassische Unternehmensfunktionen, die als Komplexitätstreiber wirken und zeigt Bereiche im Unternehmen auf, die unter der Komplexität leiden (Komplexitätsopfer). Vieldiskutierte Themen der letzten Jahre wie CRM, DataWarehouse, One-to-One Marketing etc., sieht der Autor durchaus kritisch. Denn möglicherweise haben gerade diese Themen zum Aufbau der Komplexität beigetragen.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Abbildungsverzeichnis | VI |
| II. | Abkürzungsverzeichnis | VIII |
| 1. | Der Mittelstand in der Krise | 1 |
| 1.1 | Die Zunahme der Unternehmensinsolvenzen | 1 |
| 1.2 | Definition des Begriffs Mittelstand | 3 |
| 1.2.1 | Qualitative Abgrenzungsmethodik | 4 |
| 1.2.2 | Quantitative Abgrenzungsmethodik | 5 |
| 1.3 | Die Charakteristik des Mittelstands | 7 |
| 1.4 | Krise besonders beim Mittelstand | 9 |
| 2. | Projekthintergrund und Unternehmensdarstellung | 12 |
| 3. | Komplexitätsreduktion und Revitalisierung | 16 |
| 4. | Komplexität | 18 |
| 4.1 | Komplexität aus makroökonomischer Umweltsicht | 18 |
| 4.2 | Komplexität aus mikroökonomischer Umweltsicht | 19 |
| 4.3 | Allgemeine Definition von Komplexität | 21 |
| 5. | Komplexitätsentstehung | 23 |
| 5.1 | Komplexität im Allgemeinen | 23 |
| 5.1.1 | Komplexität im Unternehmen | 23 |
| 5.1.1.1 | Interne Komplexität (unternehmensbezogene Komplexität) | 27 |
| 5.1.1.2 | Externe Komplexität (umweltbezogene Komplexität) | 28 |
| 5.1.2 | Komplexitätstreiber in Wechselwirkung | 29 |
| 5.1.2.1 | Intern generierte Komplexität (Unternehmenskomplexität) | 30 |
| 5.1.2.2 | Extern generierte Komplexität (Marktkomplexität) | 35 |
| 5.2 | Amplituden-Ökonomie | 35 |
| 5.3 | Komplexitätsentstehung bei der Komplex GmbH | 37 |
| 5.3.1 | Schadhafte historische Entwicklung | 37 |
| 5.3.2 | Aufbau von Nischenmärkten und Spezialprodukten | 38 |
| 5.3.3 | Übertriebene Kundenorientierung | 41 |
| 5.3.4 | Produktdifferenzierung als vermeintlicher Wettbewerbsvorteil | 43 |
| 5.3.5 | Zusammenfassende Betrachtung zur Komplexitätsentstehung | 44 |
| 5.4 | Der Teufelskreis | 45 |
| 6. | Komplexitätsentdeckung | 47 |
| 6.1 | Produktivitäts-Regression | 48 |
| 6.1.1 | Festlegung der Datenbasis | 50 |
| 6.1.2 | Berechnung der Veränderungsraten und Regressionsgeraden | 52 |
| 6.1.3 | Ergebnisse der Produktivitätsuntersuchung | 53 |
| 6.2 | ABC-Analyse | 55 |
| 6.2.1 | Kundenstrukturanalyse (Umsatz) | 58 |
| 6.2.1.1 | Sortierkriterium Umsatz | 58 |
| 6.2.1.2 | Festlegung der Grenzwerte | 59 |
| 6.2.1.3 | Konzentrationskurve | 59 |
| 6.2.1.4 | Ergebnis der Analyse | 60 |
| 6.2.2 | Kundenstrukturanalyse (Deckungsbeitrag) | 62 |
| 6.2.2.1 | Festlegung der Grenzwerte | 62 |
| 6.2.2.2 | Konzentrationskurve | 63 |
| 6.2.2.3 | Kunden-Deckungsbeitragsstruktur | 64 |
| 6.2.2.4 | Ergebnis der Analyse | 64 |
| 6.2.3 | Produktprogrammanalyse (Deckungsbeitrag) | 66 |
| 6.2.3.1 | Festlegung der Grenzwerte | 67 |
| 6.2.3.2 | Konzentrationskurve | 67 |
| 6.2.3.3 | Ergebnis der Analyse | 68 |
| 6.2.4 | ABC-Produkt-Kunden-Portfolio | 70 |
| 7. | Komplexitätsmanagement | 72 |
| 7.1 | Komplexitätsvermeidung | 73 |
| 7.2 | Komplexitätsbeherrschung | 74 |
| 7.3 | Komplexitätsreduktion | 74 |
| 8. | Maßnahmen zur Komplexitätsreduktion | 75 |
| 8.1 | Maßnahmen auf Produktseite | 75 |
| 8.1.1 | Reduktion des Produktprogramms | 75 |
| 8.1.2 | Einführung einer Produktvorzugsliste | 76 |
| 8.1.3 | Erhöhung der Mindestauftragsmengen | 77 |
| 8.2 | Maßnahmen auf Kundenseite | 78 |
| 8.2.1 | Outsourcing einer Kundengruppe | 78 |
| 8.2.2 | Veränderung der Lieferkonditionen | 79 |
| 8.3 | Weitere Maßnahmen | 80 |
| 9. | Nach der Komplexitätsreduktion zur Revitalisierung | 81 |
| 9.1 | Die Revitalisierung | 82 |
| 9.2 | Success Resource Deployment (SRD) | 85 |
| 9.2.1 | Das Means-End-Konzept | 85 |
| 9.2.2 | Weiterentwicklung QFD zu SRD | 86 |
| 9.2.3 | Elementare Funktionsweise von SRD | 87 |
| 9.2.4 | Erfolgsfaktoren (EF) | 89 |
| 9.2.5 | Ressourcenkomponenten (RK) | 92 |
| 9.2.6 | Potenzialreserven-Portfolio | 92 |
| 9.3 | Maßnahmen zur Revitalisierung | 94 |
| 9.3.1 | Verursachungsgerechte Preisgestaltung | 94 |
| 9.3.2 | Vertriebssteuerung auf Deckungsbeitragsbasis | 95 |
| 9.3.3 | Das Kundenbewertungssystem | 96 |
| 9.3.4 | Vertriebspartnerschaft mit einem Massenproduzenten | 97 |
| 9.3.5 | Co-Marketing | 99 |
| 10. | Fazit | 100 |
| Literaturverzeichnis | 103 | |
| Anhang | 107 | |
| Teil 1 | SRD-Kunden-Analysebogen | 107 |
| Teil 2 | Kundenbewertungsbogen | 108 |
täglich vorgelebt worden. Die Verkaufsabteilung behandelte alle Kunden gleich. Eine Differenzierung zwischen großen und kleinen Kunden fand nur unzureichend statt. Dies kam z. B. bei allgemeinen Zusagen oder Kundenzuwendungen zum Ausdruck. Auch für kleinere Kunden hatte man einiges übrig. Die Geschäftsleitung gab vor, dass jeder Vertreter seinen Kunden mindestens einmal im Jahr persönlich zu besuchen hätte. Das wäre nicht so schlimm, wenn die Kunden nur im Bundesgebiet ansässig wären. Der Kundenstamm reichte ej doch über Europa hinaus. Wenn die Reisekosten die Gesamtumsätze des Kunden überstiegen, begründete man dies mit den guten Chancen, den Kunden in Zukunft noch aufbauen zu können. Damit war die Sache erledigt. [...]
Diese Entwicklung nahm die Geschäftsleitung zum Anlass, andere Märkte aufzubauen, um dem Geschäft mit KG1 entgegenzusteuern und das Gesamtergebnis zu stabilisieren. Die neue Strategie bei KG2 sah so aus, dass durch mehr Varianten die Produktattraktivität beim Kunden erhöht werden sollte. Der Preisnachteil wurde durch die Produktindividualisierung kaschiert und die Produktvielfalt der KG2 demzufolge stark ausgebaut. Schon vorhandene Produktionskapazitäten, welche durch KG1 - mangels Kundenaufträgen - nicht mehr belegt werden konnten, standen für KG2 und andere Bereiche zur Verfügung. Da sich das Unternehmen mit KG1 überwiegend im Standardartikel-Bereich bewegte, waren die Produkte mit denen der Wettbewerber relativ einfach zu vergleichen und letztlich zählte nur der Preis, der den Verdrängungskampf anheizte. Da konnte jedoch die Komplex GmbH nicht mithalten, weil die Konkurrenz mit viel größeren Produktionsmengen agierte und Skaleneffekte 59 zusätzliche [...]
Seit ca. 70 Jahren betreibt die Komplex GmbH ihr Geschäft. Anfangs leitete der Gründer die Geschäfte und prägte das Geschäft nachhaltig. Die damals insta llierte Unternehmensphilosophie begleitete die Mitarbeiter viele Jahre und legte die Basis zur falsch verstandenen Kundenorientierung. Es galten u. a. folgende Dogmen „Der Kunde bekommt alles von uns“ oder „Jeder Kunde ist ein pote nzieller Kunde und muss beliefert werden“ . Diese Handlungsaufforderungen führten letztendlich zu einer ausgeprägten Kundenbasis und großer Produktvielfalt. Auch der neue Geschäftsführer (ehemaliger Verkaufsleiter) konnte diese fest verwurzelten Grundsätze nicht gänzlich entfernen. Ob dies an Führungsschwäche oder am Festhalten an alten „Gesetze n“ liegt, soll hier nicht näher erörtert werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832480592
Arbeit zitieren:
Riezler, Alexander August 2003: Von der Komplexitätsreduktion zur Revitalisierung eines mittelständischen Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mittelstand, Kostensenkung, komplex, Sanierung, Turnaround



