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Kompetenzerwerb in der Beratung

Vergleich von angehenden Beratungslehrern und psychologischen Beratern in der Erziehungsberatung

Kompetenzerwerb in der Beratung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tanja Wunderle
  • Abgabedatum: Januar 2006
  • Umfang: 90 Seiten
  • Dateigröße: 449,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9449-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9449-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9449-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wunderle, Tanja Januar 2006: Kompetenzerwerb in der Beratung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fallkonzeptionen, Expertise, Familientherapie, Berufskompetenz, Erfahrungswissen

Diplomarbeit von Tanja Wunderle

Einleitung:

„Erziehung heißt immer, sich mit dem Menschen zu beschäftigen.“ (Katharina Saalfrank, Dipl.-Pädagogin und „Super-Nanny“, 2005).

Mit dem Wort Erziehungsberatung verbindet man meist eine Organisation, die vorhandene Erziehungsnotstände durch Beratung der Eltern zu beheben versucht. Die Familie wird dabei unterstützt, ihre Situation deutlicher zu sehen und die unterschiedlichen Sichtweisen auszutauschen, um zusammen mit dem Berater neue Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Wenn Eltern die Erziehungsberatung aufsuchen, ist die Zeit, in der man Schwierigkeiten bei der Erziehung hätte verhindern können, längst verstrichen; sie sind wütend und verzweifelt. In der Regel erscheinen die Eltern erst dann, wenn sie nicht mehr Rat, sondern Hilfe erwarten. Je weniger dabei von ihnen selbst verlangt wird, desto zufriedener sind sie mit dem Erziehungsberater. Erziehen ist schwieriger geworden. Eltern können durch den immer schneller vollzogenen Wandel der Gesellschaft nicht abschätzen, in welcher Situation der junge Mensch, wenn er erwachsen ist, leben wird.

Sie werden konfrontiert mit einer Vielfalt von erzieherischen Vorstellungen, was die Ursache des stetig steigenden Bedarfs von Erziehungsberatung darstellt. Eltern stoßen in Erziehungsfragen immer öfter an ihre Grenzen und resignieren. Es entsteht ein starker Konflikt zwischen Kindern und Eltern und die Erwartung an die Beratung besteht in einer möglichst einfachen Lösung des Problems. Den Eltern ist dabei völlig gleichgültig, ob dies mit Gewalt, durch Drohung, durch Einjagen von Angst oder mit Hilfe höchst raffinierter psychologischer Methoden geschieht.

Doch welche Eigenschaften zeichnen einen „guten“ Erziehungsberater aus? Welche Kompetenzen werden von ihm benötigt? Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik des Kompetenzerwerbs in der Erziehungsberatung anhand des wissenschaftlichen Projekts ‚Wissenserwerb und Wissensnutzung in der Beratung’ der Universität Regensburg (2001).

Zusammenfassung:

Auf dem theoretischen Hintergrund der Beschreibung der Domäne Erziehungsberatung und den Erkenntnissen aus der Expertiseforschung sollen angehende Beratungslehrer ohne Berufserfahrung in der beraterischen Praxis und psychologische Berater mit Berufserfahrung hinsichtlich ihrer Kompetenz miteinander verglichen werden.

Die Stichprobe umfasst insgesamt 83 Personen, davon 16 angehende Beratungslehrer. Aus den Ergebnissen wird der Schluss gezogen, dass das Erfahrungswissen der Probanten einen Einfluss auf deren Diagnostik besitzt und dass die beiden Probantengruppen hinsichtlich ihrer Vorgehensweise in der Fallbearbeitung Unterschiede aufweisen.

Inhaltsverzeichnis:

ZUSAMMENFASSUNG 1
I. EINLEITUNG 2
1. ERZIEHUNGSBERATUNG UND IHRE BEDEUTUNG 3
2. ZIELE DER ARBEIT 5
3. GLIEDERUNG DER ARBEIT 7
II. THEORIETEIL 9
4. DIE DOMÄNE ERZIEHUNGSBERATUNG 10
4.1 Begriffsklärung 10
4.2 Aufgaben der Erziehungsberatung 12
4.3 Institutionelle Voraussetzungen 16
4.4 Beratungslehrer versus psychologischer Berater 17
4.4.1 Berufliche Ausbildung 17
4.4.2 Unterschiede zwischen Beratungslehrern und psychologischen Beratern 18
4.5 Ablauf von Beratungssitzungen 19
4.6 Berufserfahrung 25
4.6.1 Berufskompetenz als Schlüsselqualifikation 25
4.6.2 Weitergabe von Erfahrung 26
4.7 Statistische Fakten zur Erziehungsberatung 27
5. DIE FALLKONZEPTION 30
5.1 Was sind Fallkonzeptionen? 30
5.2 Der Einfluss von Erfahrungswissen 32
5.3 Bezug zur eigenen Arbeit 33
6. DER BEGRIFF EXPERTISE 35
6.1 Definition von Expertise 35
6.2 Expertiseforschung 36
6.3 Gut und schlecht strukturierte Problemstellungen 41
6.4 Wissenserwerb 42
6.5 Vom Novizen zum Experten 43
6.6 Flexibilität in der Situationsinterpretation 46
6.7 Bezug zur eigenen Arbeit 47
III. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 49
7. METHODE DER DATENERHEBUNG 50
7.1 Die Fallpräsentation 51
7.2 Versuchspersonen 52
8. HYPOTHESEN 54
9. KATEGORIENSYSTEM 56
IV. ERGEBNISSE 59
V. DISKUSSION DER ERGEBNISSE 66
VI. AUSBLICK 73
ANHANG 75
Anhang A Einleitungstext der computergestützten Fallpräsentation 75
Anhang B Erstgespräch mit Frau B. und Sohn H. 76
Anhang C Beratungsgespräch mit Frau B. 78
Anhang D Erziehungsberatung mit Herrn und Frau B. 79
Anhang E Telefonat mit der Lehrerin 80
Anhang F Beispiel für ein Logfile in Schriftform 81
LITERATURVERZEICHNIS 83

Automatisiert erstellter Textauszug:

Während zur allgemeinen Expertiseentwicklung mehrere Studien existieren, gibt es nur wenige Studien, die sich mit domänenspezifischen Fertigkeiten befassen. Folglich ist auch der Einfluss von Erfahrung auf Fallkonzeptionen kaum erforscht. Eine der wenigen Studien zu diesem Thema stammt von Ladany, Marotta und Muse-Burke (2001). Ladany et al. (2001) beschreiben, dass eine ‚gute’ Fallkonzeption aus zwei sich gegenseitig beeinflussenden kognitiven Strukturen besteht; die Differenzierung und die Integration. Differenzierung bedeutet, dass der Berater in der Lage ist, Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und es schafft, alternative Erklärungen und Interpretationen zu einem Fall anzubieten. Unter Integration versteht man die Fähigkeit, komplexe Verbindungen zwischen den ausdifferenzierten Interpretationen eines Falls herstellen zu können. Da sich, wie bereits erwähnt, diese beiden Faktoren gegenseitig beeinflussen, kann man zusammenfassend sagen, dass ein Problem nicht nur möglichst differenziert betrachtet werden muss, sondern [...]

Psychotherapie. Auch wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich mit Psychotherapieforschung. Daher werden folgende Beschreibungen auf die Erziehungsberatung übertragen. Der Beginn einer Beratung besteht für den Berater aus dem Sammeln von Informationen über den Klienten; er macht sich mit dem vorhandenen Problem vertraut. Dadurch ist es für den Berater möglich, ein individuell maßgeschneidertes Vorgehen für den jeweiligen Klienten abzuleiten (Wendisch & Neher, 2003). Die Qualität von Fallkonzeptionen ist von der theoretischen Ausrichtung des Beraters abhängig und besitzt einen großen Einfluss auf die Ergebnisse der Beratung. Dies bedeutet, dass Berater eine hoch ausgeprägte Fähigkeit zur Fallkonzeption besitzen müssen, damit ihre Tätigkeiten zu einem möglichst erfolgreichen Ergebnis führen (Grawe et al., 1996). Welche spezifischen Informationen über den Klienten soll eine Fallkonzeption enthalten? [...]

Im Jahr 2004 beendeten insgesamt 305.000 junge Menschen unter 27 Jahren eine erzieherische Beratung wegen individueller oder familienbezogener Probleme. Im Vergleich zu 1994 bedeutet dies einen Zuwachs um 41%. 177.200 (rund 58%) dieser jungen Menschen waren im schulpflichtigen Alter von 6 bis 14 Jahren. 21% aller Beratungen (63.400) wurden für 6- bis 8-jährige Grundschüler durchgeführt. Von allen beendeten Beratungen richteten sich 56% (172.000) an männliche Kinder und Jugendliche. Wer ist für die erste Kontaktaufnahme mit der Beratungsstelle verantwortlich? Bei zwei Dritteln der Hilfen (203.000) nahm die Mutter Kontakt zur Beratungsstelle auf und 7% der jungen Menschen (22.100) suchten aus eigener Initiative Unterstützung. Die übrigen 26% der Hilfen wurden durch beide Eltern gemeinsam, allein durch den Vater, durch soziale Dienste oder andere Stellen angeregt. 188.000 Beratungen (62%) dauerten weniger als sechs Monate. Bei waren 40% der Hilfesuchenden handelte (26%), es sich um und [...]

Arbeit zitieren:
Wunderle, Tanja Januar 2006: Kompetenzerwerb in der Beratung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fallkonzeptionen, Expertise, Familientherapie, Berufskompetenz, Erfahrungswissen

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