Kompetenzentwicklung - Ein zukunftsfähiges Konzept?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Yvonne Visarius
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 139 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7423-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7423-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7423-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Visarius, Yvonne August 2003: Kompetenzentwicklung - Ein zukunftsfähiges Konzept?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bildung, Kompetenz, Lernen, Bildung, Erwachsenenbildung
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Diplomarbeit von Yvonne Visarius
Zusammenfassung:
„Begriff und Konzept der (...) Kompetenzentwicklung befinden sich gegenwärtig erst am Anfang eines sicher noch lange andauernden breiten Diskussions- und Klärungsprozesses, der zur Zeit mehr Fragen aufwirft als Antworten bereithält“ Heute – sechs Jahre später – hat sich die von BERNIEN aufgestellte These bestätigt. Es besteht weiterhin Klärungs- und Diskussionsbedarf, wie die Begriffe und Konzepte Kompetenz bzw. Kompetenzentwicklung zu fassen sind. Positive Einschätzungen des Konzeptes – die „neue Zauberformel“, der „Begriff des Jahres 2001“ – vereinfachen die wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht, sondern erschweren sie zusätzlich.
Mittlerweile haben sich die unterschiedlichsten Formen von Kompetenz, sowohl in der Alltagssprache als auch in der wissenschaftlichen Sprache, verbreitet und etabliert. Es ist die Rede von Kritik- Kompetenz, sozialer Kompetenz, Medien- Kompetenz, etc., oder wie GEIßLER/ ORTHEY zynisch anmerken „Fassaden- Kompetenz“, als „Kompetenz des schönen Scheins“. Nicht zuletzt die begriffliche Überflutung lässt einige begründete Zweifel am Kompetenzbegriff aufkommen. Sind Kompetenz und Kompetenzentwicklung wirklich die Lösung für die Probleme der Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft? Es scheint, als würde in den Begriffen Kompetenz und Kompetenzentwicklung die Lösung gesehen, um die vielfältigen Anforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu bewältigen.
Dies zu überprüfen und zu analysieren, und damit die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Konzeptes der Kompetenzentwicklung zu stellen, ist zentraler Gegenstand meiner Arbeit. Eine Einschätzung dieser Frage soll einerseits über das Einbeziehen des gesellschaftlichen Wandels (vgl. Kap. 3) und andererseits über die Klärung der zentralen begrifflichen Kategorien (vgl. Kap. 4) gelingen. Die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Konzeptes bezieht sich dabei nicht auf einen konkreten Zeitraum. Vielmehr geht es darum, das Konzept der Kompetenzentwicklung in Hinblick auf Zukunftsfähigkeit und Tragfähigkeit für die Erwachsenenbildung zu überprüfen, d.h. zu untersuchen, ob das Konzept eine tragfähige Basis für die Disziplin darstellen kann und mit ihren Zielen übereinstimmt. Diese Überprüfung des Konzeptes geschieht anhand des Aufgaben– und Selbstverständnisses der Disziplin (vgl. Kap. 5). Leitend ist deshalb nicht die Analyse praktischer und didaktischer Umsetzungsmöglichkeiten, sondern vielmehr die Frage, welche Idee(n) die Begrifflichkeiten, sowohl heute als auch früher, transportieren. Dabei gehe ich begriffsorientiert vor und folge der Auffassung von SIEBERT:
„Es ist immer wieder neu zu klären, welche Ziele Erwachsenenbildung vorrangig anstrebt (z.B. Förderung der Lernfähigkeit?). Dazu ist eine Verständigung über Schlüsselbegriffe (Qualifikation, Kompetenz, Bildung) nötig“.
Meine leitende Fragestellung „Ist die Idee des Konzeptes der Kompetenzentwicklung ein zukunftsfähiger Ansatz für die Erwachsenenbildung?“ lässt sich mit Hilfe folgender Fragen konkretisieren und analysieren: Was verbirgt sich hinter den Begriffen/ Konzepten Kompetenz und Kompetenzentwicklung? Warum nimmt der Begriff in der aktuellen erwachsenenpädagogischen Diskussion eine derart zentrale Schlüsselposition ein? Was ist aus den „alten“ pädagogischen Begriffen Bildung und Qualifikation geworden? Werden sie aufgrund des Siegeszuges der Kompetenz überflüssig, ersetzt und verdrängt? Warum wurde/ wird das Konzept so umfassend und schnell aufgenommen? Kann das Konzept tatsächlich eine Lösung für anstehende Herausforderungen bieten? In welchen Bereichen kann es diese nicht anbieten? Was müsste dafür am Konzept verbessert oder konkretisiert werden?
Großes Gewicht lege ich bei der Auseinandersetzung auf eine kritische Perspektive, die durch das Einbeziehen möglichst unterschiedlicher Sichtweisen und Dimensionen (pädagogisch, bildungspolitisch, soziologisch, sozialökonomisch) gelingen soll.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsübersicht | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Zur Verortung der Kompetenzdebatte in der Erwachsenenbildung | 5 |
| 2.1 | Erwachsenenbildung als Wissenschaft | 5 |
| 2.1.1 | Erwachsenenbildung und Weiterbildung | 6 |
| 2.1.2 | Erwachsenenbildung – ein expandierendes Feld | 8 |
| 2.1.3 | Theorien und Bezugswissenschaften | 11 |
| 2.2 | Der Gegenstand der Erwachsenenbildung | 15 |
| 2.2.1 | „Der Erwachsene“ – ein gewandeltes Bild | 16 |
| 2.2.2 | Lernen im Erwachsenenalter | 17 |
| 2.2.3 | Lernkonzepte in der Erwachsenenbildung | 20 |
| Von der Volksbildung zur Kompetenzentwicklung – Ein historischer Rückblick | 23 | |
| 2.3.1 | Volksbildung | 23 |
| 2.3.2 | Die Zeit der Bildungsreformen | 26 |
| 2.3.3 | Der Weg zur Kompetenzentwicklung | 30 |
| 2.4 | Zwischenresumee I: Erste Einordnung | 32 |
| 3. | „Die Signatur der Zeit heißt Wandel“ | 34 |
| 3.1 | Wirtschaft, Politik und Technik | 35 |
| 3.1.1 | Globalisierung | 36 |
| 3.1.2 | Politische Entwicklung | 38 |
| 3.1.3 | Informations- und Kommunikationstechnologie | 39 |
| 3.1.4 | Demographische Entwicklungen | 41 |
| 3.1.5 | Veränderte Arbeitsorganisation | 42 |
| 3.2 | Risikogesellschaft – Pluralisierung und Individualisierung in der „Zweiten Moderne“ | 44 |
| 3.2.1 | Gesellschafts- und Individualisierungskonzepte | 45 |
| 3.2.2 | Das Individualisierungstheorem | 47 |
| 3.2.3 | Kritik am Individualisierungstheorem | 50 |
| 3.2.4 | Das Ende des Berufs als Lebensberuf? | 52 |
| 3.3 | Zwischenresumee II: Erwerbsarbeit und gesellschaftlicher Wandel | 54 |
| 4. | Bildung – Qualifikation – Kompetenz: Bestimmung und Abgrenzung | 58 |
| 4.1 | Bildung | 59 |
| 4.1.1 | Bildung – begriffliche Annäherung in historischer Perspektive | 60 |
| 4.1.2 | Strukturelle Elemente des Bildungsbegriffs | 65 |
| 4.1.3 | Bildungsverständnis der Erwachsenenbildung | 68 |
| 4.2 | Qualifikation | 71 |
| 4.2.1 | Qualifikation – begriffliche Annäherung in historischer Perspektive | 71 |
| 4.2.2 | Strukturelle Elemente des Qualifikationsbegriffs | 74 |
| 4.2.3 | Exkurs I: Das Konzept der Schlüsselqualifikation | 75 |
| 4.3 | Kompetenz | 78 |
| 4.3.1 | Kompetenz – begriffliche Annäherung in historischer Perspektive | 79 |
| 4.3.2 | Exkurs II: Kompetenz in der europäischen Diskussion | 83 |
| 4.3.3 | Strukturelle Elemente des Kompetenzbegriffs | 86 |
| 4.3.4 | Kompetenzentwicklung als lernender Prozess | 93 |
| 4.4 | Zwischenresumee III: Unterscheidbare Begriffe und Konzepte | 97 |
| 5. | Kompetenzentwicklung als zukunftsfähiges Konzept? | 99 |
| 5.1 | Rückbezug auf gesellschaftlichen Wandel – Entgrenzung | 100 |
| 5.1.1 | Dreifache Entgrenzung der Erwachsenenbildung | 101 |
| 5.1.2 | Verändertes Aufgabenverständnis | 104 |
| 5.2 | „Nur alter Wein in neuen Schläuchen?“ | 106 |
| 5.2.1 | Subjektbezug der Konzepte | 106 |
| 5.2.2 | Bedeutung für das Selbstverständnis der Erwachsenenbildung | 108 |
| 5.2.3 | Also doch Bildung? | 112 |
| 5.2.4 | Versuch eines neuen Kompetenzverständnisses | 116 |
| 5.3 | Resumee | 119 |
| 6. | Verzeichnis der verwendeten Literatur | 122 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474232
Arbeit zitieren:
Visarius, Yvonne August 2003: Kompetenzentwicklung - Ein zukunftsfähiges Konzept?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bildung, Kompetenz, Lernen, Bildung, Erwachsenenbildung



