Kommunikationsstörungen in Paarbeziehungen unter besonderer Berücksichtigung des unterschiedlichen Gesprächsverhaltens von Frauen und Männern
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bettina Kursatzky
- Abgabedatum: August 2000
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 449,2 KB
- Note: 3,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4107-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4107-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4107-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kursatzky, Bettina August 2000: Kommunikationsstörungen in Paarbeziehungen unter besonderer Berücksichtigung des unterschiedlichen Gesprächsverhaltens von Frauen und Männern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Verständnisschwierigkeiten, Sprache, Genderlekte, Sozialisation
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Diplomarbeit von Bettina Kursatzky
Einleitung:
Inhalt dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit den Verständnis-schwierigkeiten zwischen Frauen und Männern. Frauen und Männer fassen dieselbe Unterhaltung häufig ganz anders auf und reagieren unterschiedlich darauf, auch wenn es auf den ersten Blick betrachtet gar nicht zu Missverständnissen gekommen ist. Das ist vor allem in Paarbeziehungen der Fall, da Emotionen die Menschen sensibel machen für die Entscheidungen, Reaktionen und Launen des anderen. Wenn jemand zu einer anderen Person Zuneigung entwickelt, wird die daraus resultierende Beziehung wenig bis gar nicht übertragbar auf andere Personen. Je weniger übertragbar eine Beziehung ist, desto verletzlicher ist sie.
Wenn sich eine Partnerschaft auflöst, wird in der Regel der Grund angegeben: „Wir verstehen uns nicht mehr“ oder „Wir haben uns auseinandergelebt“. Demnach scheint die Umsetzung der Begriffe „Verstehen“ und „Miteinanderleben“ ausschlaggebend für den Zusammenhalt eines Paares zu sein.
Daß die Scheidungsraten jährlich zunehmen, liegt nicht daran, dass die Kommunikation weniger gut funktioniert als früher, sondern u.a. daran, dass Frauen heutzutage eher wissen, wohin sie wollen, wer sie sind und was für Erwartungen sie an sich selbst, an andere und an ihren Partner haben. Die Kritik an der mangelhaften Verständigung geht in der Regel von der Frau aus. Es existieren zahlreiche Untersuchungen und Theorien, die den Geschlechtsunterschied und das Verhalten, das Frauen und Männern zugeschrieben wird, zu erklären versuchen. Die Untersuchungen sind in ihren Ergebnissen teilweise nicht ganz eindeutig.
Fakt ist, dass durch die geschlechtsspezifische Erziehung und die Erfahrungen, die damit einhergehen, geschlechtsspezifische Unterschiede im Gesprächsverhalten vorhanden sind. Zu dem unterschiedlichen Sprachverhalten und dem oftmals gegensätzlichen Empfinden kommen die Unterschiede zwischen Frauen und Männern im biologischen Bereich, die sich ebenfalls auf die Persönlichkeit auswirken. (Was nicht heißen soll, dass Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern biologisch zu begründen sind. Die Verschiedenheit ist durch gesellschaftliche Strukturen festgelegt.) Im biologischen Bereich wurde z.B. festgestellt, dass im weiblichen Körper weniger Serotonin (=Stoff, der die Stimmung aufhellt) produziert wird und somit eine höhere Anfälligkeit für Depressionen besteht als bei Männern. (Wobei diese Begründung mit Sicherheit nicht die einzige Ursache weiblicher Depressionen ist.).
Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Man verhält sich immer irgendwie -auch nichtverbal- und jedes Verhalten löst ein Gegenverhalten aus.
Nach Heider reagiert eine Person auf das, wovon sie glaubt, das andere Personen wahrnehmen, denken und fühlen. Viele Unterschiede/ Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern (auf die ich im weiteren Verlauf zu sprechen komme) basieren auf Vorurteilen. Einige dieser Vorurteile haben Einfluß auf das, was Menschen über sich selbst denken, also auch darauf, wie sie sich verhalten. Zwischen Frauen und Männern sind lediglich die Bestandteile an sich, die zum Kommunikationsprozeß gehören, gleich: Jeder bringt seinen Körper mit, seine Worte, seine Stimme, seine Sinnesorgane, sein Gehirn, seine Erfahrungen und Werte.
Es geht mir in meiner Arbeit nicht darum, den einen oder anderen Kommunikationsstil zu pauschalisieren. Die unterschiedlichen weiblichen und männlichen Charaktere - u.a. bedingt durch unterschiedliche Erfahrungen - wirken sich auf das gesamte Verhalten eines Menschen positiv oder negativ aus. Nach Hagemann-White ist die Variation innerhalb eines Geschlechts in der Regel größer als die Differenz zwischen den Geschlechtern. Trotzdem ist zwischen Frauen und Männern ein sehr unterschiedliches (Sprach-)Verhalten vorhanden. Dies basiert u.a. auf der unterschiedlichen Sozialisation von Mädchen und Jungen, auf die ich ab Kap.3 ausführlicher eingehen werde.
Es lässt sich zusammenfassen, dass Frauen tendenziell dazu neigen, eine „Bindungs- und Intimitätssprache“ zu sprechen, Männer dagegen eine „Status- und Unabhängigkeitssprache“. Frauen sind auf dem „Beziehungsohr“ besonders sensibel, ihr Gesprächsstil ist ausgesprochen kooperativ. Männer dagegen haben gelernt, sich verbal zu behaupten und durchzusetzen. Sie sprechen häufiger und ungestörter über ihre Themen.
In Gesprächen zwischen Frau und Mann besteht eine Arbeitsteilung, die in der Regel folgendermaßen aussieht: Die Frau leistet die interaktionelle Arbeit (d.h., dass sie u.a. dafür sorgt, dass ein Gespräch bestehen bleibt, bzw. überhaupt zustande kommt) und der Mann übt Kontrolle auf das Gespräch aus. Das bezieht sich sowohl auf Paarbeziehungen als auch auf jede andere Form von zwischenmenschlichen Beziehungen.
Daß unterschiedliche Kommunikationsstile zwischen Frauen und Männern vorhanden sind, muß beidseitig erkannt, akzeptiert und berücksichtigt werden. Ist dies nicht der Fall, sind Kommunikationsstörungen vorprogrammiert. Ziel dieser Arbeit ist, herauszufinden, welche Ursachen für die Schwierigkeit, miteinander zu reden, (die in den meisten Paarbeziehungen auftaucht), vorhanden sind und welche Möglichkeiten zum besseren Verständnis zwischen Frauen und Männern beitragen können.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Zum Begriff „Kommunikation“ | 6 |
| 2.1 | Kommunikation verstehen | 7 |
| 2.2 | Kommunikationstheorie nach Schulz von Thun | 8 |
| 2.3 | Gesprächshemmer | 11 |
| 2.3.1 | Tonfall | 11 |
| 2.3.2 | Geschwindigkeit | 11 |
| 2.3.3 | Schweigen | 12 |
| 2.3.4 | Unterbrechen | 12 |
| 2.3.5 | Lautstärke | 13 |
| 2.3.6 | Körpersprache | 13 |
| 3. | Weibliche und männliche Sozialisation und dieAuswirkungen | 15 |
| 3.1 | Zur Erforschung von Geschlechtsunterschieden | 16 |
| 3.1.2 | Differenz- Theorie | 19 |
| 3.1.3 | Gesellschaftliche Strukturen und traditionelles Verhalten | 20 |
| 3.2 | Komponenten der Geschlechtsidentität | 22 |
| 3.2.1 | Kern- Geschlechtsidentität | 23 |
| 3.2.2 | Geschlechtsrolle | 23 |
| 3.2.3 | Geschlechtspartner Orientierung | 24 |
| 3.3 | Sozialisation und unterschiedliche Verhaltensweisen von Mädchen / Frauen und Jungen/ Männern | 24 |
| 4. | Weibliche und männliche Sozialisation in bezug auf Sprache | 32 |
| 4.1 | Der theoretische Zusammenhang von Sozialisation und Sprache | 33 |
| 4.2 | Sozialisation und Sprachverhalten von Mädchenund Jungen | 36 |
| 4.3 | Merkmale des Sprachstils von Frauen und Männern | 39 |
| 4.3.1 | Geschlechtsspezifische Vorurteile bezüglich des weiblichen Kommunikationsstil | 42 |
| 4.4 | Macht und Kontrolle in Gesprächen | 43 |
| 4.4.1 | Macht und Kontrolle bei nichtverbaler Kommunikation | 44 |
| 4.4.2 | Macht und Kontrolle bei verbaler Kommunikation | 46 |
| 4.5 | Interaktionsarbeit in Paarbeziehungen - Eine Untersuchung von Fishman | 48 |
| 5. | Konflikte in Paarbeziehungen | 50 |
| 5.1 | Ursprung und Vermeidung von Konflikten nach Schulz von Thun | 51 |
| 5.1.1 | Interpunktion | 52 |
| 5.2 | Reaktionen zum Schutz des Selbstwertgefühls nach Satir | 52 |
| 5.3 | Strategien zum Schutz vor Verletzungen nach Gray | 53 |
| 5.4 | Streitpositionen nach Pieritz/ Spahn | 55 |
| 6. | Wege zur Konfliktlösung zwischen Frauen und Männern | 56 |
| 6.1 | Verständnis | 57 |
| 6.2 | Der Eigenanteil | 58 |
| 6.3 | Effektive Fragestellungen | 58 |
| 6.4 | Verhaltensregeln nach Gordon | 60 |
| 6.4.1 | Aktives Zuhören | 61 |
| 6.4.2 | Formen des Feed-back | 62 |
| 6.4.3 | Unterschiedliche Botschaften | 64 |
| 6.5 | Offene Appelle und die Schwierigkeit, sie anzuwenden nach Schulz von Thun | 65 |
| 6.6 | Flexibilität | 66 |
| 7. | Sozialpädagogische Relevanz | 67 |
| 8. | Benutzte Literatur | 69 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832441074
Arbeit zitieren:
Kursatzky, Bettina August 2000: Kommunikationsstörungen in Paarbeziehungen unter besonderer Berücksichtigung des unterschiedlichen Gesprächsverhaltens von Frauen und Männern, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Verständnisschwierigkeiten, Sprache, Genderlekte, Sozialisation



