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Kommunikationskooperationen mit Medien

Relevanz, Erscheinungsformen und Management

Kommunikationskooperationen mit Medien
Über dieses Buch
  • Art: Lizentiatsarbeit
  • Autor: Andrea Koran
  • Abgabedatum: August 2004
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 926,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Zürich Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8959-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8959-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8959-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Koran, Andrea August 2004: Kommunikationskooperationen mit Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Co-Branding, Sonderwerbeform, Marke, Imagefransfer, Medienökonomie

Lizentiatsarbeit von Andrea Koran

Einleitung:

Das Thema der Lizentiatsarbeit ist vor dem Hintergrund einer einerseits allgemeinen Informations- und Werbeflut und andererseits einer zunehmenden Werbevermeidung der Konsumenten zu sehen. Trotz dieser Entwicklung können Markenartikelhersteller nicht auf Werbung verzichten und sind deshalb gezwungen ihre Kommunikationsmaßnahmen konzentrierter und zielgerichteter einzusetzen – wobei gerade Kommunikationskooperationen mit Medien in Form von Co-Branding und Sonderwerbeformen eine innovative Möglichkeit darstellen, wie Medien und Markenartikelhersteller wechselseitig ihre Ziele durchsetzen und Synergien realisieren können.

Kooperationen wie strategische Allianzen, Netzwerke, Co-Opetition sowie Joint-Ventures sind heute in fast allen Branchen zu finden. Mittels Kooperationen können Synergien genutzt, Doppelspurigkeiten vermieden und Identitäten der Partner verwendet werden. Wie steht es nun aber mit Kooperationen zwischen Unternehmen in einem kleinen, nicht aber zu unterschätzenden Bereich: der Kommunikation? Kommunikationskooperationen existieren schon lange. Bereits in den 50er Jahren haben insbesondere Konsumgüterunternehmen mittels Bartering und Product Placement in Soap Operas (Fernsehserien) ihr Interesse an Kooperationen mit der Medienbranche kundgetan.

Mit der Zeit entwickelten sich weitere Kooperationsformen wie das Mediensponsoring, das Merchandising, Game- und Quizshows sowie das Co-Branding mit Medien. Diese Kommunikationskooperationen beruhen auf der Beziehung zwischen Markenartikeln und Medien, welche vor hundert Jahren aufgrund ihrer parallelen Entwicklung begannen, sich gegenseitig zu fördern und ohne den anderen kaum denkbar gewesen wären. Der Markenartikel, der seit seiner Existenz um die Gunst der Konsumenten wirbt, war schon immer auf eine funktionierende Medienwirtschaft als Werbeträger angewiesen, um seine Vorzüge zu kommunizieren. Die Medien verstanden ihre ursprüngliche Grundfunktion jedoch vielmehr im gesellschaftlichen als im ökonomischen Bereich. Sie sahen ihre primären Tätigkeiten in der Übermittlung von politischen, sozialen und kulturellen Informationen, welche die Rezipienten unterhalten und informieren sollten, und erst sekundär in der Übermittlung von Werbebotschaften.

In der heutigen schnelllebigen und wettbewerbsintensiven Medienbranche werden diese utopischen Grundfunktionen von der Realität eingeholt. Von den Medien wird heute verlangt, den ökonomischen Auftrag neben den Gesellschaftlichen zu stellen, um den verstärkten Bedarf an Kundenorientierung zu decken. Diese Veränderung muss jedoch nicht nur im Sinne des passiven und auf die werbetreibenden Unternehmen angewiesenen Werbeträgers verstanden werden. Gleichzeitig birgt sie die Möglichkeit für Medienunternehmen, ein ebenbürtiger Partner der werbetreibenden Wirtschaft zu werden, indem ein innovatives Co-Branding mit Medien betrieben oder Sonderwerbeformen interessant ausgestaltet werden.

Die Ziele der Lizentiatsarbeit sind die Relevanz eines bislang eher vernachlässigten Themas insgesamt aufzuzeigen und die Erscheinungsformen der Kommunikationskooperationen zu klassifizieren sowie das Management dieser in der Praxis zu untersuchen. Dazu wird das Thema in vier Bereiche gegliedert – Verständnis und Funktion, Attraktivität und Zukunft, Besonderheiten der Erscheinungsformen sowie das Management von Kommunikationskooperationen.

In einem ersten Schritt wird der Leser in betriebswirtschaftliche Erkenntnisse zum Markenmanagement und Imagetransfer eingeführt, welche die Grundlage der Kommunikationskooperationen bilden. Darauf aufbauend werden das Co-Branding und die Sonderwerbeformen vertieft behandelt. Dies bildet die Basis für den zweiten Schritt, welcher die erarbeitete Theorie auf die Spezifika der Medien transferiert und einen neuen Klassifizierungsansatz für Kommunikationskooperationen kreiert. Das Co-Branding mit Medien wird also in ein extra- und intermediales sowie intraprogrammliches Co-Branding mit jeweils unterschiedlichen Endprodukten ausdifferenziert und die Sonderwerbeformen werden aus subjektiver bzw. objektiver Perspektive beleuchtet. Der dritte Schritt des theoretischen Teils stellt nun den idealen Managementprozess dieser Klassifizierungen dar.

Der empirische Teil der Arbeit beantwortet mittels der qualitativen Methode der Fallstudie (geleitet von der theoretical replication nach Yin 1994) die anfangs gestellten Forschungsfragen und vergleicht die dargestellten theoretischen Erkenntnisse der Kommunikationskooperationen mit der Praxis. Hierfür werden einerseits Experteninterviews mit den verantwortlichen Personen der sechs Fälle sowie Analysen der vorhandenen fallspezifischen Dokumente durchgeführt. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden nach der Logik des Leitfadens dargestellt und diskutiert bevor ein Ausblick in die Zukunft gewagt wird und weiterführende Forschungsgebiete aufgezeigt werden.

Inhaltsverzeichnis:

CURRICULUM VITAE
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Ausgangslage 2
1.2 Forschungsstand 3
1.2.1 Co-Branding 4
1.2.2 Sonderwerbeformen 5
1.3 Zielsetzung und Fragestellungen 6
1.4 Aufbau der Arbeit 7
I. THEORETISCHER TEIL 9
2. MEDIENÖKONOMISCHE GRUNDLAGEN 10
2.1 Begriffsdefinitionen 11
2.1.1 Kommunikationskooperation 11
2.1.2 Medien 15
2.2 Bezugsrahmen der öffentlichen Kommunikation 18
2.3 Zusammenfassung 20
3. BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN 21
3.1 Die Marke 21
3.2 Grundlagen des Imagetransfers 24
3.2.1 Definition Image 24
3.2.2 Imagetransfer 25
3.2.3 Bedeutung des Imagetransfers für Kommunikationskooperationen 27
3.3 Grundlagen des Co-Brandings 30
3.3.1 Definition und Abgrenzung des Co-Brandings 30
3.3.2 Formen des Co-Brandings 33
3.3.3 Wertstufen des Co-Brandings 34
3.3.4 Beziehungen im Co-Branding 36
3.4 Grundlagen der Sonderwerbeformen 37
3.5 Zusammenfassung 39
4. ERSCHEINUNGSFORMEN DER KOMMUNIKATIONSKOOPERATIONEN 41
4.1 Co-Branding mit Medien 41
4.1.1 Besonderheiten 42
4.1.2 Erscheinungsformen 45
4.1.2.1 Extramediales Co-Branding 46
4.1.2.2 Inter/intramediales Co-Branding 47
4.1.2.3 Intraprogrammliches Co-Branding 48
4.2 Sonderwerbeformen 48
4.2.1 Medien als Subjekt der Sonderwerbeform 49
4.2.1.1 Product Placement 49
4.2.1.2 Merchandising und Licensing 51
4.2.2 Medien als Objekt der Sonderwerbeform 53
4.2.2.1 Mediensponsoring 53
4.2.2.2 Bartering 55
4.2.2.3 Game- und Quizshows 56
4.3 Zusammenfassung 58
5. MANAGEMENT VON KOMMUNIKATIONSKOOPERATIONEN 59
5.1 Planung der Kommunikationskooperationen 59
5.1.1 Festlegung der Ziele 60
5.1.2 Bestimmung der Zielgruppe 60
5.1.3 Normung von Erfolgsfaktoren 61
5.1.4 Analyse der Chancen 63
5.1.5 Erörterung der Risiken 64
5.2 Entscheidungsprozess bei Kommunikationskooperationen 66
5.2.1 Festlegung der Strategie 66
5.2.2 Ausgestaltung der Kooperation 67
5.2.2.1 Wahl des Kooperationspartners 68
5.2.2.2 Wahl der Erscheinungsform 69
5.2.2.3 Wahl des Inhalts 69
5.2.3 Festsetzung des Budgets 70
5.3 Umsetzung der Kommunikationskooperationen 71
5.3.1 Gestaltung der Organisation 71
5.3.2 Integration in die Unternehmenskommunikation 72
5.4 Evaluation von Kommunikationskooperationen 73
5.4.1 Wirkungskontrolle 73
5.4.2 Effizienzkontrolle 74
5.5 Zusammenfassung 74
II. EMPIRISCHER TEIL 76
6. FORSCHUNGSDESIGN UND METHODIK 77
6.1 Auswahl der Fälle für die Fallstudie 78
6.2 Datenerhebung 80
6.2.1 Leitfadenorientiertes Experteninterview 81
6.2.2 Dokumentenanalyse 82
6.2.3 Praktisches Vorgehen 82
6.3 Datenauswertung und Ergebnisdarstellung 86
7. AUSWERTUNG DER FALLSTUDIEN 87
7.1 Ergebnisse zum Verständnis und zur Funktion 87
7.2 Ergebnisse zur Attraktivität und Zukunft 89
7.3 Ergebnisse zu „Mehr Gesundheit“ 92
7.3.1 Erscheinungsform und Besonderheiten 92
7.3.2 Managementprozess 93
7.4 Ergebnisse zu „Idée BettyBossi“ 95
7.4.1 Erscheinungsform und Besonderheiten 95
7.4.2 Managementprozess 96
7.5 Ergebnisse zu „Kurvenkult“ 98
7.5.1 Erscheinungsform und Besonderheiten 99
7.5.2 Managementprozess 100
7.6 Ergebnisse zu „People“ 102
7.6.1 Erscheinungsform und Besonderheiten 102
7.6.2 Managementprozess 103
7.7 Ergebnisse zur „Miss-Schweiz-Wahl“ 105
7.7.1 Erscheinungsform und Besonderheiten 106
7.7.2 Managementprozess 107
7.8 Ergebnisse zu „MusicStar“ 109
7.8.1 Erscheinungsform und Besonderheiten 109
7.8.2 Managementprozess 110
8. DISKUSSION DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE 112
8.1 Relevanz von Kommunikationskooperationen 112
8.1.1 Verständnis und Funktion von Kommunikationskooperationen 112
8.1.2 Attraktivität und Zukunft von Kommunikationskooperationen 114
8.1.3 Rückschluss auf die Relevanz 114
8.2 Erscheinungsformen von Kommunikationskooperationen 115
8.2.1 Co-Branding mit Medien 115
8.2.2 Sonderwerbeformen 118
8.3 Management von Kommunikationskooperationen 120
8.3.1 Planung 121
8.3.2 Entscheidungsprozess 122
8.3.3 Umsetzung und Evaluation 122
9. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK 124
10. LITERATURVERZEICHNIS 128
ANHANG I LEITFADEN 140
ANHANG II STANDARDISIERTER FRAGEBOGEN 142
ANHANG III AUSWERTUNG DES BEIBLATTES 143

Automatisiert erstellter Textauszug:

Nachfolgend soll kurz der Kern der Erscheinungsformen der Kommunikationskooperationen mit Medien dargestellt werden. Es werden einerseits die Gemeinsamkeiten der Erscheinungsformen des Co-Brandings und der Sonderwerbeformen, als auch im Gegenzug ihre Abgrenzungen hervorgehoben. Gemeinsam haben das Co-Branding mit Medien und die Sonderwerbeformen den Charakter der Medien, d.h. beide Ausprägungen haben dank der Medien einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen. Sie agieren gleichzeitig auf dem Rezipienten- und Werbemarkt, auf dem letzteren als Werbeträger. Zudem stellen die Medien aufgrund ihres immateriellen Charakters dem gemeinsamen Endprodukt nur ihr Image oder ihre Identität zur Verfügung, wobei sich dieses insbesondere auf den „Rahmen“ des Mediums bezieht und nicht auf einen bestimmten Inhalt, da sich dieser kontinuierlich verändert. Darüber hinaus ist die Stellung der Kooperationspartner sowohl beim Co-Branding mit Medien als auch bei den Sonderwerbeformen in dieselben Beziehungsausprägungen einteilbar wie das herkömmliche Co-Branding. D.h., die Partner können einerseits als Subjekt oder Objekt tätig sein. Daher ist sowohl eine „Major-Minor“ als auch eine Partnerschaft unter Gleichen in Erwägung zu ziehen. Ebenso wie beim Co-Branding mit Medien brauchen auch Sonderwerbeformen mindestens zwei Marken, die zum Endprodukt beitragen. Abgrenzen lässt sich das Co-Branding mit Medien von den Sonderwerbeformen durch die unterschiedlichen Erscheinungsformen. Das Co-Branding lässt sich horizontal, vertikal, funktional und symbolisch sowohl auch extramedial, inter/intramedial und intraporgrammlich differenzieren. Sonderwerbeformen werden in dieser Arbeit je nachdem, ob es sich beim involvierten Medium um das Subjekt oder Objekt der Partnerschaft handelt, in ein Product Placement, Merchandising/Licensing, Mediensponsoring, Bartering oder Game- und Quizshow differenziert. Im Gegensatz zum Co-Branding mit Medien, welches entweder ein materielles Endprodukt/Medienprodukt oder einen Event als Output präsentieren kann, beschränken sich Sonderwerbeformen auf ein Medienprodukt. [...]

In diesem Kapitel wird die zweite Ausprägung der Kommunikationskooperationen – die Sonderwerbeformen – vertieft behandelt. Bis anhin wurden Sonderwerbeformen in der Literatur vor allem im Zusammenhang mit dem Medium Fernsehen aufgebracht. Diese Arbeit möchte beiden Medien gerecht werden und versucht deshalb - soweit es Sinn macht - in diesem Kapitel die Zeitschrift als Medium ebenfalls zu berücksichtigen. Hier wird nun einmal vom in Kapitel 3.4 vorgestellten klassischen Ansatz zur Einteilung von Sonderwerbeformen abgesehen, und eine neue Einteilung gewagt. Im Mittelpunkt der neuen Zuweisung steht die Position der Kooperationspartner in der Partnerschaft. Die Medien können einerseits als Subjekt agieren, worauf die werbetreibende Wirtschaft als Partner die Position des Objektes einnimmt. Die Stellung des Subjektes wird von der Autorin als die stärkere Position verstanden. D.h. beim Subjekt handelt es sich um den Initiant der Kommunikationskooperation, welcher auch im Mittelpunkt des gemeinsamen Endproduktes steht und die Handlung bestimmt. Das Objekt ist demgegenüber zwar essentiell für das Zustandekommen des Endproduktes, es spielt in Bezug auf die Handlung jedoch eher die Nebenrolle. Im Folgenden werden nur die Sonderwerbeformen Mediensponsoring, Bartering, Product Placement, Moderatorenbekleidung, Game- und Quizshow sowie das Merchandising und Licensing betrachtet, da diese Sonderwerbeformen sich einerseits speziell stark von der klassischen Werbung abgrenzen und andererseits deutlich unterschiedliche Möglichkeiten aufzeigen, um die Werbebotschaft der Unternehmen geschickt zu platzieren. [...]

Eine grosse Ähnlichkeit zum extramedialen Co-Branding, welches ein Erlebnis/Event als Endprodukt anstrebt, sind Sponsoring27-Kooperationen. Die SponsoringKooperation beruht auf einer gleichgestellten Partnerschaft. Dies bedeutet, dass die Medien und die Sponsoren zusammen einen Anlass unterstützen und keine gegenseitigen finanziellen Abhängigkeiten bestehen. Generell können Sponsoring-Kooperationen mit Medien extramedial28, inter/intramedial29 oder intraprogrammlich30 gestaltet werden. Sie haben jedoch immer ein Ereignis/Event als Endprodukt. Der grösste Unterschied zwischen den beiden Formen der Kommunikationskooperationen ist die zeitliche Verpflichtung. Co-Brandings gehören zu Kommunikationskooperationen, die immer wiederkehrend sind oder konstant über einen bestimmten Zeitraum eingegangen werden. Demgegenüber können Sponsoring-Kooperationen sowohl langfristig als auch kurzfristig und einmalig zustande kommen, und aufgrund der flexiblen Bestimmung der Dauer ihrer Zusammenarbeit über das Co-Branding hinausgehen. [...]

Arbeit zitieren:
Koran, Andrea August 2004: Kommunikationskooperationen mit Medien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Co-Branding, Sonderwerbeform, Marke, Imagefransfer, Medienökonomie

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