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Kommunikationskonflikte und kommunikative Kompetenz

Kommunikationskonflikte und kommunikative Kompetenz
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Michael Buchmann
  • Abgabedatum: Oktober 1998
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 4,2 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2311-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2311-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2311-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Buchmann, Michael Oktober 1998: Kommunikationskonflikte und kommunikative Kompetenz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konflikt, Verständigung, Missverständnis, Kommunikation, Kompetenz

Magisterarbeit von Michael Buchmann

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit trägt den Titel Kommunikationskonflikte und kommunikative Kompetenz. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die beiden im Titel genannten Konstrukte zu analysieren und ihre Interdependenzen aufzuzeigen. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwiefern eine kommunikative Kompetenz existiert, die eine ungestörte also konfliktfreie Kommunikation garantiert. Konfliktfreie Kommunikation wird hierbei als Verständigung gewährleistende zwischenmenschliche Interaktion angesehen.

Im ersten Teil wird der Begriff des Kommunikationskonfliktes inhaltlich zu füllen sein. Es soll zu diesem Zweck zunächst den folgenden Fragen nachgegangen werden: was ist ein Kommunikationskonflikt und welche Arten von Kommunikationskonflikten gibt es?

Zum einen soll hierbei deutlich werden, dass mit einem Kommunikationskonflikt lediglich das Scheitern der sprachlichen Mittel der Interaktionspartner und nicht ein sozialer Konflikt gemeint ist. Es ist zum andern zu erwarten, dass der Begriff einer Zweiteilung in offensichtliche und versteckte (akute und latente) Konflikte zu unterziehen sein wird.

In einem weiteren Schritt soll herausgearbeitet werden, wie Kommunikationskonflikte entstehen. Diese Aufgabe bildet den Schwerpunkt des ersten Teils, da zu erwarten ist, dass die Ergebnisse dieser Analyse entscheidend für das Forschungsinteresse dieser Arbeit (s.o.) sein werden. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass vor allem jene Kommunikationskonflikte zu untersuchen sein werden, die semantisch bedingt sind. Ohne zu weit vorgreifen zu wollen, sei angemerkt, dass sich im Rahmen dieser Arbeit ad hoc ein Verständnis von Semantik innerhalb der Kommunikation herauskristallisieren wird, das mit jenem der Vertreter linguistischer Tradition nicht zu vereinbaren ist. Die Ergebnisse über die Genese von Kommunikationskonflikten sollen anschließend exemplarisch an verschiedenen ihrer phänomenalen Korrelate sichtbar gemacht werden. Die Benutzung von Fachsprache und von Metaphern sowie die interkulturelle Verständigung werden auf ihre "Konfliktträchtigkeit" zu untersuchen sein.

Abschließend wird die Rolle von Kommunikationskonflikten im gesellschaftlichen Alltag aufgezeigt. Wie gehen Menschen in ihrer alltäglichen Lebenssituation bzw. Kommunikation mit dem Phänomen des Kommunikationskonfliktes um? Inwiefern werden Missverständnisse etc. thematisiert, welchen Nutzen ziehen Individuen aus ihnen und welche Auswirkungen haben sie auf das gesellschaftliche Miteinander?

Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der kommunikativen Kompetenz, einem Konstrukt der Kommunikationstheorie, welches sich als "Schlagwort" mittlerweile in vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen finden lässt. In der Pädagogik, der Psychologie, der Soziologie, den Wirtschaftswissenschaften (man denke u. a. auch an Anforderungsprofile aktueller Stellenausschreibungen zeitgenössischer Unternehmen) etc. finden sich Theorien über den Erwerb, die Notwendigkeit und die Vorzüge kommunikativer Kompetenz. Hierbei bleiben inhaltliche und definitorische Gesichtspunkte meist unberücksichtigt. Es wird über kommunikative Kompetenz kommuniziert, als wäre eine begriffliche Bestimmung unnötig. Der Begriff wird unreflektiert als selbstverständlich benutzt. Diese Arbeit stellt den Anspruch, das (mitunter populär-)wissenschaftliche Modewort der kommunikativen Kompetenz in seiner kommunikationstheoretischen Bedeutung zu analysieren. Zu diesem Zweck muss es darum gehen, die wissenschaftlichen Ursprünge dieser Terminologie sowie ihre Auslegungen und Erweiterungen vorzustellen und kritisch zu würdigen. Kritisch insofern, als dass eine Theorie der kommunikativen Kompetenz sich daran messen lassen muss, ob sie geeignet ist, kommunikative Prozesse innerhalb des menschlichen Miteinanders angemessen darzustellen.

Es wird an dieser Stelle deutlich, dass eine Betrachtung der Begrifflichkeit kommunikativer Kompetenz in direktem Zusammenhang mit einer allgemeinen Kommunikationstheorie stehen muss. Ohne das Ziel dieser Arbeit aus den Augen zu verlieren, wird diese Arbeit immer wieder auf kommunikationstheoretische Grundlagen verweisen müssen bzw. können. Die Interdependenzen zwischen dem Begriff der kommunikativen Kompetenz und den Ansprüchen einer allgemeinen Kommunikationstheorie sollen es -nach der Erlaborierung eines adäquaten Verständnisses des Begriffs der kommunikativen Kompetenz- ermöglichen, diesen insofern zu spezifizieren, dass kommunikative Kompetenz auch bzw. insbesondere als die Fähigkeit gesehen werden muss, konfliktfrei respektive Verständigung gewährleistend zu kommunizieren.

Aufbauend auf den Ergebnissen des ersten Teils, den Bedingungen scheiternder Kommunikation und den aus dem zweiten Teil gewonnenen Ansprüchen an einen kommunikativ kompetenten Interaktionsteilnehmer, soll im dritten Teil der Arbeit der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten Interaktionspartner in ihrer alltäglichen Kommunikation besitzen, um tatsächlich konfliktfrei zu kommunizieren.

Es wird zu untersuchen sein, ob die Verantwortung über das Zustandekommen von Verständigung eher bei einem kompetenten Sprecher ("der sich besonders gut auszudrücken weiß"), einem kompetenten Hörer ("der ein besonders guter Zuhörer ist") liegt, oder ob sich -und dies ist zu erwarten- die Interaktionspartner gemeinsam und kooperativ die Verständigung erarbeiten müssen. Es wird zu explizieren sein, wie sich die hier angedeutete Kooperation von Sprecher und Hörer in der Kommunikation manifestiert bzw. welche Ansprüche an einen kommunikativ kompetenten Interaktionsteilnehmer zu stellen sind. Zur Veranschaulichung werden die Konfliktsituationen aus dem ersten Teil der Arbeit noch einmal aufgegriffen und in Beziehung zu den Erkenntnissen über die kommunikative Kompetenz gesetzt. Darüber hinaus wird zu fragen sein, ob die Möglichkeit zur Verständigung absoluten Charakter besitzt oder ob ihr notwendigerweise Grenzen gesetzt sind. Es ist zu erwarten, dass auch an dieser Stelle Rückschlüsse auf die Ansprüche einer allgemeinen Kommunikationstheorie zu ziehen sein werden.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 6
Teil 1: Der Kommunikationskonflikt 10
1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung 10
1.1 Akute Kommunikationskonflikte 13
1.2 Latente Kommunikationskonflikte 14
2. Die Genese von Kommunikationskonflikten 16
2.1 Kommunikationskonflikte auf "unteren Verständigungsebenen" 16
2.2 Semantisch-bedingte Kommunikationskonflikte 18
2.2.1 Exkurs über Semantik und sprachliche Kommunikation 18
2.2.2 Die Situationstheorie 20
2.2.3 Diskrepante Bewußtseinsinhalte 23
2.2.4 Beispiele semantisch - bedingter Kommunikationskonflikte 25
2.2.4.1 Kommunikationskonflikte durch unterschiedliches Theoretisieren bezüglich der Benutzung von Fachtermini 26
2.2.4.2 Metaphernbedingte Kommunikationskonflikte 27
2.2.4.3 Kommunikationskonflikte in der interkulturellen Verständigung 28
3. Kommunikationskonflikte im gesellschaftlichen Miteinander 31
3.1 Die"harmonische" Kommunikation 31
3.2 Die Schutzfunktion des Kommunikationskonflikts 35
3.3 Interdependenzen zwischen der Genese kommunikativer und sozialer Konflikte 37
3.4 Bewußt initiierte Kommunikationskonflikte 38
4. Erste Zwischenbetrachtung 40
Teil 2: Die kommunikative Kompetenz 43
1. Ferdinand de Saussure - Grundlage für einen Begriff der sprachlichen Kompetenz 43
1.1 Neuorientierung in der Sprachwissenschaft 43
1.2 Das Sprachsystem 44
2. Der linguistische Kompetenzbegriff Noam Chomskys 47
2.1 Vorbereitende Bemerkungen zur Chomsky Exegese 47
2.2 Das Prinzip der sprachlichen Kreativität 49
2.3 Von der Grammatik zur Semantik 50
2.4 Kritik an Chomsky et al 52
3. Jürgen Habermas - Universalpragmatik 53
3.1 Die ideale Sprechsituation 53
3.2 Kritik an Habermas 57
4. Kommunikative Kompetenz als kommunikationstheoretisch relevante Entität 58
4.1 Moderne Soziolinguistik - Sprechen im sozialen Kontext 58
4.2 Ergänzende Ausführungen zur Begrifflichkeit Hymes' 61
4.3 Spezifizierung der kommunikativen Kompetenz 63
5. Zweite Zwischenbetrachtung 65
Teil 3: Kommunikative Kompetenz und Kommunikationskonflikte 68
1. Eine ontogenetische Studie 68
2. Über die Determinanten einer sprecherorientierten kommunikativen Kompetenz 71
3. Der Hörer als "listener judge" 73
4. Metakommunikative Koordination 76
4.1 Kruziale Kommunikation 76
4.2 Transformation der Elemente kruzialer Kommunikation auf die Beispiele semantisch - bedingter Kommunikationskonflikte 81
5. Der konfliktorientierte Kommunikationsbegriff 85
6. Unvermeidbarkeit konfliktärer Elemente innerhalb der Interaktion 87
7. Konsequenzen für die kommunikative Kompetenz als Verständigung herbeiführende Fähigkeit(3. Zwischenbetrachtung) 90
Abschlußbetrachtung 93
Literatur 97

Arbeit zitieren:
Buchmann, Michael Oktober 1998: Kommunikationskonflikte und kommunikative Kompetenz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konflikt, Verständigung, Missverständnis, Kommunikation, Kompetenz

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