Kommunikations- und Gestaltungskonzept für einen Reiseveranstalter im Jahr 2020
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Daniel Geiger, Franz Schneider
- Abgabedatum: August 2008
- Umfang: 142 Seiten
- Dateigröße: 15,6 MB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Hochschule der Medien (ehem. Hochschule für Druck und Medien Stuttgart (FH)) Deutschland
- Bibliografie: ca. 75
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3662-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Daniel Geiger, Franz Schneider August 2008: Kommunikations- und Gestaltungskonzept für einen Reiseveranstalter im Jahr 2020, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tourismus, Reise, Urlaub, Kommunikation, Corporate Identity
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Bachelorarbeit von Daniel Geiger, Franz Schneider
Einleitung:
Gnus durchstreifen die afrikanische Savanne, Lachse wandern zum Laichen die Flüsse hinauf und Zugvögel verkehren zwischen Europa und Afrika. Wie die Tiere einen Drang zur Bewegung verspüren, liegt es auch in der Natur des Menschen zu reisen. Der Mensch war durch die Veränderung des Klimas und der Suche nach Wasser und Nahrung immer schon in Bewegung. Auch im Jahr 2020 werden Menschen den Drang verspüren auf Reisen zu gehen, wenn nicht gleich aus den selben Gründen wie damals. Der Tourismus bleibt deshalb dauerhaft bestehen. Im Tierreich durchgeführte Reisen und Wanderungen werden sich auch in der Zukunft nicht ändern.
Doch der Tourismus der Zukunft ändert sich grundlegend. Laut der Studie 'Tourismus 2020 – Die neuen Sehnsuchtsmärkte' werden das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ein neues Wertebewusstsein, neue Lebensstile und der Klimawandel zu einer Neuorientierung in der Tourismusbranche führen. Das Modell der Pauschalreise wird in Zukunft auf weniger Nachfrage stoßen, stattdessen legt der Urlauber mehr Wert auf Authentizität, Individualität, Qualität und Nachhaltigkeit. Viele Anbieter sind sich diesen Bedürfnissen noch nicht bewusst. Auf den aktuellen Internetseiten der großen Reiseveranstalter stehen die Pauschalreise und der Massentourismus noch im Vordergrund. Die größeren Touristikunternehmen wie TUI oder Thomas Cook versuchen sich mit Tochterunternehmen am Individualreisemarkt zu positionieren.
Dies wird aber nicht konsequent umgesetzt. Aus weiteren Studien der Trendforschung werden die wichtigsten Reisetrends aufgezeigt. Individualurlaub und nachhaltiger Tourismus werden in Zukunft gefragt sein. Weitere Trends sind Gesundheitsreisen, Luxusreisen, Sozial- und Kreativurlaub, spiritueller Urlaub, Kurz- und Regionalurlaub und Abenteuerreisen.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, ein Kommunikations- und Gestaltungskonzept für einen fiktiven Reiseveranstalter im Jahr 2020 zu entwickeln. Mit diesem Konzept soll sich der Reiseveranstalter von der Konkurrenz abheben und die neuen Anforderungen an die Tourismusbranche erfüllen.
Innovative Ideen und eine zielgruppengerechte Ansprache sollen den Erfolg bei den Urlaubern von morgen gewährleisten.
Auf Grundlage des Kommunikationskonzepts folgt die grafische Ausarbeitung. Neben den typischen Corporate Design Elementen wie Logo, Farb- und Typografiekonzept sollen auch werbliche Maßnahmen auf verschiedenen Informationsträgern exemplarisch umgesetzt werden.
In einer Gruppendiskussion soll das grafische Konzept analysiert werden. Weiter werden qualitative Erkenntnisse über die Ästhetik und das 'Look & Feel' des Gestaltungskonzepts gesammelt. Außerdem sollen die mit dem Design verbundenen Emotionen herausgefunden werden.
Inhaltsverzeichnis:
| abstract | 5 | |
| inhaltsverzeichnis | 6 | |
| abbildungsverzeichnis | 8 | |
| 1. | vorfreude – einleitung | 12 |
| 2. | reiseplanung – basiskonzept | 14 |
| 2.1 | kofferpacken – IST analyse | 15 |
| 2.1.1 | Erkenntnisse aus der Trendforschung zur Zukunft des Reisens | 15 |
| 2.1.2 | Reisearten im Jahr 2020 | 19 |
| 2.1.3 | Competitive Benchmark | 22 |
| 2.1.4 | Konkurrenzreiseveranstalter im Polaritätsprofil | 25 |
| 2.1.5 | Wettbewerbssituation 2020 | 26 |
| 2.1.6 | Kommunikationsmaßnahmen im Reisevertrieb | 28 |
| 2.2 | entdecker – zielgruppenanalyse | 32 |
| 2.2.1 | Gesellschaftliche Veränderungen und Wertewandel | 32 |
| 2.2.2 | Zielgruppenbestimmung | 34 |
| 2.2.3 | Personas | 36 |
| 2.2.4 | Moodcharts | 43 |
| 2.2.5 | Polaritätsprofil der Zielgruppe | 46 |
| 3. | abflug – kommunikationskonzept | 48 |
| 3.1 | check in – SOLL bestimmung | 49 |
| 3.1.1 | Konzept des Reiseveranstalters | 49 |
| 3.1.2 | Fakten und Vorteile für den Konsumenten | 52 |
| 3.1.3 | Positionierung des Reiseveranstalters | 53 |
| 3.2 | boarding – kommunikationsstrategie | 55 |
| 3.2.1 | Mediaplan | 55 |
| 3.2.2 | Kommunikationsmaßnahmen | 56 |
| 3.2.3 | Szenario 'Georg Ruf' | 65 |
| 3.2.4 | Namensgebung | 66 |
| 3.2.5 | Multisensorische Ansprache | 67 |
| 3.2.6 | Ansprache und Wording | 68 |
| 3.2.7 | Bildsprache | 69 |
| 3.2.8 | Medienformate | 72 |
| 4. | erlebnisse - kreation | 73 |
| 4.1 | reiseziel - basisgestaltung | 74 |
| 4.1.1 | Farbgebung | 74 |
| 4.1.2 | Formsprache | 77 |
| 4.1.3 | Typografie | 78 |
| 4.1.4 | Bild-/Wortmarke | 79 |
| 4.1.5 | Eyecatchermotive | 83 |
| 4.1.6 | Piktogramme | 86 |
| 4.2 | sehenswürdigkeiten – aufmerksamkeit | 87 |
| 4.2.1 | Werbestoffbahnen 'Einzelmotiv' | 87 |
| 4.2.2 | Promotionaktion 'Kombinationsmotiv' | 94 |
| 4.2.3 | Kooperationsmarketing 'TV on demand' | 99 |
| 4.3 | reiseführer – information print | 100 |
| 4.3.1 | Informationsbroschüren 'Einzelmotiv' | 100 |
| 4.3.2 | Informationsbroschüre 'Kombinationsmotiv' | 107 |
| 4.3.3 | Leinentasche | 108 |
| 4.4 | reiseaktivitäten – information online | 109 |
| 4.4.1 | Internetseite | 109 |
| 4.4.2 | Newsletter | 117 |
| 4.5 | unterkunft – raumgestaltung reiseberatung | 121 |
| 4.5.1 | Architektur | 121 |
| 4.6 | highlights – events | 124 |
| 4.6.1 | Maloja Tag – der Tag des Reisens | 124 |
| 4.6.2 | Konzept des Messestandes | 125 |
| 4.7 | reiseunterlagen – geschäftspapiere | 126 |
| 4.7.1 | Briefbogen | 128 |
| 4.7.2 | Visitenkarte | 129 |
| 5. | abreise – evaluation | 130 |
| 5.1 | reflektionen – focus group | 131 |
| 5.1.1 | Planung und Durchführung | 131 |
| 5.1.2 | Ergebnisse der Focus Group | 132 |
| 5.1.3 | Zusammenfassung | 137 |
| 6. | die nächste reise – ausblick | 138 |
| 6.1 | urlaubswünsche – transfer der evaluationsergebnisse | 139 |
| 6.2 | urlaubsantrag – schlusswort | 140 |
| 6.2.1 | Urlaub im Jahr 2040+ | 140 |
| quellenverzeichnis | 142 |
Textprobe:
Kapitel 2.2.1, Gesellschaftliche Veränderungen und Wertewandel:
In der Studie 'Tourismus 2020 – die neuen Sehnsuchtsmärkte' von Kirig und Wenzel wird herausgestellt, dass die Werte wieder wichtiger werden. Die letzten drei Jahrzehnte waren geprägt von der Wertezertrümmerung der 68er. Gesellschaftliche Modernisierung und Massenkonsum sowie Populärkultur und die hedonische Selbstverliebtheit führten laut Kirig und Wenzel zu dieser Werterelativierung. ‚Gegenwärtig erleben wir eine bemerkenswerte Abkehr von dem Paradigma der Werterelativierung und –zerstörung’.
Religion, Familie, Heimat und Vertrauen sind Werte, die in der westlichen Welt wiederaufleben, so Kirig und Wenzel. Allerdings sind die individuellen Lebensstile der Menschen nicht mehr aufzuheben, beschreiben Kirig und Wenzel weiter. Vielmehr rücken traditionelle Werte wie Gemeinsinn, Spiritualität und Natur in den Vordergrund, ohne in eine Pflichtkultur zurückzuführen.
Somit entwickelt sich eine individualistische Gesellschaft mit neuem Gemeinsinn. Paul Nolte vermutet den intellektuellen Durchbruch der neuen Bürgerlichkeit, die sich nach Stärkung von Bindungskräften in der hochgradig mobilisierten und globalisierten Gesellschaft sehnt.
Laut Kirig und Wenzel wird dieser Wertewandel auch die Tourismusbranche zum Umdenken zwingen. Die Grundprinzipien für das Denken und Handeln der Gesellschaft werden sich verschieben. Auch werden sich diese Verschiebungen auf Lebensstile und Konsumbedürfnisse auswirken. Die touristischen Märkte werden dadurch mit immer größerer Dynamik umgestaltet, wie Kirig und Wenzel beschreiben.
Werteverschiebungen prägen Menschen in ihren Gewohnheiten, Sehnsüchten und Bedürfnissen.
Werteverschiebungen signalisieren kollektive Wandlungen von Moral, Mentalität und Motivation.
Werteverschiebungen führen nachweislich zu Veränderungen des Lebensstils und der Konsumwünsche.
Werteverschiebungen ergeben signifikante Veränderungen in unserem Verhältnis zu Natur, Mitmenschen, Kommunikation und Selbstwahrnehmung.
Die Touristen von morgen:
'Es gibt verlässliche Anzeichen dafür, dass wir mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts eine Epoche abgeschlossen haben, in der Hedonismus, Massenmärkte, Massenmedien und Ego-Kulte im Vordergrund standen. Die neue Sensibilität für immaterielle Werte, für individuelle Qualität, singuläre Erfahrungen sowie ein integriertes, facettenreiches und ganzheitliches Weltbild ist die direkte Reaktion auf den Verschleißprozess auf den Massenmärkten'.
Für die Postmodernen Welteroberer, wie Kirig und Wenzel die neue Zielgruppe nennen, ist die aktive Zukunftsgestaltung eine zentrale Sehnsucht. Werte und Wünsche müssen sich möglichst frei kombinieren lassen, damit sie sich in heterogene Lebensstile integrieren können.
Hierbei spielen ' Begriffe wie Individualität, Konsumbewusstsein, Multioptionalität und Lifestyle- Orientierung eine zentrale Rolle'.
Auf der Basis der 'neuen alten Werte' entstehen die interessantesten Tourismusangebote, schreiben Kirig und Wenzel. Die Postmodernen Welteroberer suchen laut Kirig und Wenzel 'Kontrasterlebnisse UND Besinnung, individuelles Wohlergehen UND das Schicksal der Menschheit, Gesundheit UND Genuss, Lifestyle UND Umweltverträglichkeit'. Kirig und Wenzel definieren die Postmodernen Welteroberer als neue Zielgruppe für den Tourismus.
Diese Zielgruppe zeigt Überschneidungen zu verschiedenen Konsumententypen der soziodemografischen Literatur. Diese bezeichnen Kirig und Wenzel als 'LOHAS' (Lifestyle of Health and Sustainability), 'Kulturell Kreative' und 'Kreative Klasse'.
Zum postmaterialistischen Werteset der LOHAS, formulieren Kirig und Wenzel drei Grundthesen:
- Gesunder Genuss: Er orientiert sich am unmittelbaren körperlichen Wohlfühlbedürfnis und an einem neuen Umgang mit der Natur.
- Postmaterielle Lebensphilosophie: Die moralischen Hedonisten unserer Zeit sind lebensbejahend und werteorientiert – ohne mit dem Zeigefinger zu argumentieren.
- Time poor – money rich: Konsum muss heute helfen, Überkomplexitäten nachhaltig zu reduzieren.
Ray definiert den Lebensstil der Kulturell Kreativen so: Kulturell Kreative sind intensive Leser und kaufen mehr Bücher als die durchschnittlichen Bürger. Sie setzen sich aktiv mit Kunst und Kultur auseinander. In dem Streben nach Authentizität lehnen sie schlechte Qualität, Wegwerfartikel und Markenwahn ab. Kulturell Kreative kaufen nicht aus einem Impuls heraus, sondern informieren sich erst umfassend. Sie sind praktisch die einzigen Käufer, welche die Produktetiketten aufmerksam lesen. Außerdem wollen sie keine Innovation um jeden Preis. Aber bei den meisten zukunftsweisenden technischen Erneuerungen und wissensintensiven Produkten, wie zum Beispiel bei der Sonnenenergie, sind sie Vorreiter. Die Ernährung spielt bei ihnen eine große Rolle, so kaufen sie beispielsweise Bioprodukte. Ihr Zuhause ist ihnen ausgesprochen wichtig, doch äußere Statussymbole lehnen sie ab. Sie kaufen eher ein altes, renovierungsbedürftiges Haus und ziehen traditionelle Stadtviertel mit viel Grün vor.
Der Lebensstil der LOHAS und auch der Kulturell Kreativen sehnt sich also nach Authentizität, »innerem Wachstum« und Spiritualität. Eine ähnliche Wertekultur zeigt auch die Kreative Klasse.
Kirig und Wenzel ordnen die Kreative Klasse in die Berufsgruppen Ärzte, Designer, Schriftsteller, IT-Spezialisten, Fernseh-, Film- und Werbeleute, Gesundheits- und Modeberater, aber auch Schreiner, Gastronomen und Selbstständige ein. »Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der anspruchsvollen Dienstleistungen: Beraten, Konzipieren, Entwerfen, Therapieren, Trainieren, Erfinden etc.«. Die Menschen der Kreativen Klasse zeichnen sich durch Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative aus. Deshalb ist es für sie interessant, aktiv an der Kultur mitgestalten zu können, sagen Kirig und Wenzel. Für sie verschmelzen Arbeit und Freizeit zu einer Lebenswelt. Außerdem möchten sie bei einem Engagement den gesamten Prozess durchschauen. Nur dann wird eine emotionale, vollkommene und authentische Bindung ermöglicht.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836636629
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Daniel Geiger, Franz Schneider August 2008: Kommunikations- und Gestaltungskonzept für einen Reiseveranstalter im Jahr 2020, Hamburg: Diplomica Verlag
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Tourismus, Reise, Urlaub, Kommunikation, Corporate Identity



