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Kommunikation in amerikanischen Unternehmen

Kommunikation in amerikanischen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Berta Krüger
  • Abgabedatum: April 2006
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 599,9 KB
  • Note: 1,8
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
  • Originaltitel: Kommunikationsformen in amerikanischen Geschäftsbeziehungen
  • Bibliografie: ca. 69
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0447-5
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0447-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krüger, Berta April 2006: Kommunikation in amerikanischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: USA, Innerbetriebliche Kommunikation, Amerikanische Unternehmen, Interkulturelle Kommunikation, Amerikanische Kulturstandards

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Magisterarbeit von Berta Krüger

Einleitung:

Mit der immer weiter zunehmenden Globalisierung ändert sich die wirtschaftliche, politische und kulturelle Dimension eines jeden Landes. Eine immer stärkere internationale Zusammenarbeit auf den unterschiedlichsten Gebieten ist heutzutage schon fast nicht mehr wegzudenken. Eine erfolgreiche Kooperation zwischen Unternehmen setzt eine reibungslose Kommunikation zwischen den Vertretern voraus. Handelt es sich um internationale Unternehmen, kommen zusätzlich Einflussfaktoren wie Sprache, Religion, Werte, politische Besonderheiten etc. hinzu, die unter Umständen so unterschiedlich und widersprüchlich sein können, dass nicht selten eine Zusammenarbeit gerade an diesen Faktoren scheitert. Eines der besten Beispiele dafür ist die gescheiterte BMW - Rover Fusion, die nachträglich unter anderem auf das fehlende Kulturverständnis (d.h. unterschiedliches Zeit-, Arbeits- und Werteverständnis) zurückgeführt wird. Solche Bespiele sind nicht selten und zeigen daher die Notwendigkeit zum gegenseitigen Verständnis, sowohl auf der sprachlichen Ebene (d.h. verstehen, was gesagt wird) als auch auf der kulturellen Ebene (d.h. verstehen, warum etwas gesagt wird).

Gang der Untersuchung:

Die hier vorliegende Arbeit hat keine zentrale Fragestellung, deren Beantwortung im Verlauf der Untersuchung herausgearbeitet werden soll. Sie stellt vielmehr einen Versuch dar, ein Thema fächerübergreifend und damit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Dabei steht die Art und Weise der Kommunikation in amerikanischen Geschäftsbeziehungen im Mittelpunkt der Untersuchung. Zu wissen, wie man in Zeiten globaler Unternehmensvernetzung mit der amerikanischen Muttergesellschaft konfliktfrei zusammenarbeiten kann, ist eine in der Wirtschaft sehr gefragte (interkulturelle) Kompetenz. Es ist aber nicht ausreichend, sich einen Überblick über mögliche Handlungsempfehlungen, so genannten Do´s and Dont´s, zu verschaffen, da sie zumeist exemplarisch auf ganz bestimmte Situationen zugeschnitten und bei Abweichungen oftmals nicht mehr gültig sind.

Für das tiefere Verständnis von kulturellen Besonderheiten in der Kommunikation empfehlen sich folgende Fragen: Welche kulturspezifischen Werte beeinflussen die Kommunikationsformen in der amerikanischen Unternehmenskultur und wie sind diese Werte entstanden? Die erste Frage beschäftigt sich deshalb mit den amerikanischen Werten und Idealen, die am Modell der Kulturstandards greifbar gemacht werden (entspricht: Kapitel 3). Die zweite Frage befasst sich mit den möglichen Ursachen und Faktoren, die für die Herausbildung der amerikanischen Kulturstandards verantwortlich sind (entspricht: Kapitel 4). Die Mischung aus dem Fachgebiet Interkulturelle Kommunikation und dem Fachgebiet der Kultur- und Länderstudien USA, soll den Blick auf kommunikative Besonderheiten in amerikanischen Geschäftsbeziehungen schärfen (entspricht: Kapitel 5). Das Bindeglied zwischen den zwei Bereichen bildet dabei „Kultur“, was sich schematisch wie folgt darstellen lässt:

Es handelt sich hier um „interkulturelle“ Kommunikation, da die Kultur nie völlig losgelöst von der Kultur des Autors betrachtet werden kann. Kulturbeschreibungen sind somit auch immer Interpretationsformen aus einer ganz bestimmten, einer nationalen Perspektive heraus. Da Kultur als bindendes Glied fungiert, bilden Aspekte amerikanischer Kultur den Mittelpunkt der Untersuchung. Die auch heute noch immer wieder kehrende Kritik, dass die USA eine „kulturlose“ Nation sei, ist teils auf ihre Multikulturalität und teils auf ihr „junges Alter“ begründet, durch die der Nation eine „kulturelle Reife“ abgesprochen wird. Tatsächlich aber liegen solche Beurteilungen zumeist in der Annahme, dass Kultur aus „greifbaren“ kulturellen Zeugnissen besteht. Dies ist aber nicht der Fall. Während man den USA in ökonomischer, politischer und militärischer Hinsicht eine Führungsrolle zuspricht (greifbare Zeugnisse), wird ihnen diese auf kultureller Ebene nicht zuerkannt. Diese Arbeit geht jedoch von einer „Kulturfähigkeit“ jeder Nation aus, da selbst die kleinste Gruppe von Menschen Kulturen herauszubilden vermag.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 2
2. Warum „Unternehmenskultur“ Kommunikationsformen prägt 4
2.1 Kommunikation – Begriffsklärung und Bedeutung 9
2.2 Formen der Kommunikation 11
2.2.1 Verbale Kommunikation 11
2.2.2 Nonverbale Kommunikation 12
2.2.3 Paraverbale Kommunikation 13
2.3 Überblick zur Literatur des Forschungsgegenstandes 14
3. Zentrale amerikanische Kulturstandards 15
3.1 Begriffsklärung und Bedeutung 15
3.1.1 Egalitarismus – Gleichheitsdenken 18
a.) Chancengleichheit 18
b.) Status 20
c.) Hierarchie 21
3.1.2 Individualismus 23
3.1.3 Handlungs- und Leistungsorientierung 27
4. Ursachen für die Entwicklung amerikanischer Kulturstandards 30
4.1 Protestantische Strömungen und puritanische Werte 32
4.1.1 Puritanischer Arbeitsethos oder Beruf als „Berufung“ 34
4.1.2 Widerspruch zwischen Ablehnung von Machtkonzentration und Autokratie 36
4.1.3 Trennung von Kirche und Staat als Vorraussetzung für Religionsfreiheit 37
4.1.4 Gründungsmythen als Motor 42
4.2 Wirtschaftliche Ausprägungen 45
4.2.1 Protestantische Werte als wirtschaftliche Ideale 45
4.2.2 Die Politik des laissez-faire oder freies Unternehmertum 49
4.2.3 Eigenverantwortlichkeit und der minimale Staat 54
4.3 Die Organisationsstruktur amerikanischer Unternehmen 59
4.3.1 Führungsstil -eine Hierarchie unter Gleichen? 59
4.3.2 Wettbewerb 63
4.3.3 Ethnozentrismus 64
5. Niederschlag der Kulturstandards in der Unternehmenskommunikation 64
5.1 Smalltalk 67
5.2 Direktheit 69
a.) Linearer Argumentationsstil und Konfliktvermeidung 69
b.) Informationsfluss 70
5.3 Informalität 73
a.) Mein Chef heißt „Bob“ 74
b.) Informalität bei Anweisungen 76
5.4 Ethnozentrismus 77
6. Zusammenfassung 80
7. Literaturverzeichnis 84
Anhang 89

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 2
2. Warum „Unternehmenskultur“ Kommunikationsformen prägt 4
2.1 Kommunikation – Begriffsklärung und Bedeutung 9
2.2 Formen der Kommunikation 11
2.2.1 Verbale Kommunikation 11
2.2.2 Nonverbale Kommunikation 12
2.2.3 Paraverbale Kommunikation 13
2.3 Überblick zur Literatur des Forschungsgegenstandes 14
3. Zentrale amerikanische Kulturstandards 15
3.1 Begriffsklärung und Bedeutung 15
3.1.1 Egalitarismus – Gleichheitsdenken 18
a.) Chancengleichheit 18
b.) Status 20
c.) Hierarchie 21
3.1.2 Individualismus 23
3.1.3 Handlungs- und Leistungsorientierung 27
4. Ursachen für die Entwicklung amerikanischer Kulturstandards 30
4.1 Protestantische Strömungen und puritanische Werte 32
4.1.1 Puritanischer Arbeitsethos oder Beruf als „Berufung“ 34
4.1.2 Widerspruch zwischen Ablehnung von Machtkonzentration und Autokratie 36
4.1.3 Trennung von Kirche und Staat als Vorraussetzung für Religionsfreiheit 37
4.1.4 Gründungsmythen als Motor 42
4.2 Wirtschaftliche Ausprägungen 45
4.2.1 Protestantische Werte als wirtschaftliche Ideale 45
4.2.2 Die Politik des laissez-faire oder freies Unternehmertum 49
4.2.3 Eigenverantwortlichkeit und der minimale Staat 54
4.3 Die Organisationsstruktur amerikanischer Unternehmen 59
4.3.1 Führungsstil -eine Hierarchie unter Gleichen? 59
4.3.2 Wettbewerb 63
4.3.3 Ethnozentrismus 64
5. Niederschlag der Kulturstandards in der Unternehmenskommunikation 64
5.1 Smalltalk 67
5.2 Direktheit 69
a.) Linearer Argumentationsstil und Konfliktvermeidung 69
b.) Informationsfluss 70
5.3 Informalität 73
a.) Mein Chef heißt „Bob“ 74
b.) Informalität bei Anweisungen 76
5.4 Ethnozentrismus 77
6. Zusammenfassung 80
7. Literaturverzeichnis 84
Anhang 89

Textprobe:

Kapitel 3., Zentrale amerikanische Kulturstandards:

Kapitel 3.1, Begriffsklärung und Bedeutung:

Offensichtlich verfügen Menschen bei aller Unterschiedlichkeit im Denken, Fühlen und Handeln über ein gemeinsames Wissen, dass es ihnen ermöglicht sich relativ konfliktfrei im täglichen Leben zu bewegen. Jeder Mensch, unabhängig von seinem kulturellen Hintergrund, besitzt die Fähigkeit, Angst, Zorn, Liebe, Freude oder das Verlangen nach Gemeinschaft und Umgang mit Menschen, zu empfinden. Die Art und Weise wie man mit diesem Gefühlen umgeht oder wie diese Gefühle ausgedrückt oder an die Außenwelt getragen werden, wird jedoch durch die Kultur bestimmt und ist damit spezifisch. Kulturen haben Formen ausgebildet, die das Zusammen- und Überleben der Gesellschaft sicherstellen. Hammond/Morrison vergleichen das mit dem Bedürfnis des „Essens“: „[eating] illustrates how many radically different ways there are to satisfy the same biological need for sustenance”, d.h. jede Kultur hat ihre eigene Art und Weise bestimmte Grundbedürfnisse des Menschen zu befriedigen.

Wenn man also kulturelle Zusammenhänge untersucht, so betrachtet man diese auch stets aus seinem persönlichen kulturellen Hintergrund heraus. Die Untersuchung von Unterschieden bedarf aus diesem Grund einer auf den Kulturrelativismus basierenden Einstellung. Unter Kulturrelativismus versteht man dabei, „dass keine Kultur über irgendein absolutes Kriterium verfügt, das sie ermächtigt, diese Unterscheidung auf die Hervorbringungen einer anderen Kultur anzuwenden“.

Die Menschen einer Gruppe orientieren sich demnach an einem System aus Werten, Normen und Bewertungsmaßstäben, die im Laufe der Sozialisation verinnerlicht und tradiert werden. Stewart und Bennett verstehen unter Werten:

[C]ultural values refer to the goodness or desirability of certain actions or attitudes among members of the culture. As such, values prescribe which actions and ways of being are better than others. […] Like assumptions, values are not in themselves behaviour. Rather, they are processes that govern what people in a particular culture agree they ought to do.

Das Verb govern beschreibt sehr gut, dass der Prozess der Sozialisation und als Ergebnis die Enkulturation eines Menschen von Werten bestimmt wird, die nicht mehr bewusst wahrgenommen werden, die aber unbewusst kognitive Bereiche „regieren“. Werte, die in weiten Bereichen des Lebens wirksam sind, d.h. die sich als zentral für eine Kultur erweisen, werden als Kulturstandards bezeichnet; sie können individuelle und gruppenspezifische Ausprägungen hervorbringen. Die Kulturstandards sind wie bereits erwähnt nicht statisch, sondern variieren zwischen einem Ideal- und einem Toleranzbereich, innerhalb dessen entschieden wird, welches Verhalten für die Mitglieder einer Kultur „als normal, selbstverständlich, typisch und verbindlich angesehen werden sollte und welches Verhalten abzulehnen ist“. Kulturstandards vermitteln demnach die kollektiven, sozial verbindlichen Werte und Normen einer Kultur, die von den anderen Mitmenschen verstanden, wenn auch nicht immer akzeptiert oder umgesetzt werden. Hierzu ein Beispiel: „Pünktlichkeit“ wird in Deutschland von fast allen Mitgliedern als gesellschaftlicher Wert geteilt. Das heißt man erwartet Pünktlichkeit und missbilligt im Gegenzug einen Verstoß. Dennoch heißt es nicht, dass alle Deutschen pünktlich sind. Der Unterschied ist jedoch, dass selbst ein „Zuspätkommender“ sich in Deutschland der Tatsache seiner Unpünktlichkeit bewusst ist.

Pünktlichkeit ist demnach ein Verhalten, das als Ergebnis auf ein zugrunde liegendes Muster, was man mit Kulturstandard meint, zurückzuführen ist. In der kulturvergleichenden Forschung hat man den Versuch unternommen, bestimmte Kulturstandards deskriptiv auf grundlegende Dimensionen zurückzuführen, um somit alle Kulturen entlang dieser Dimensionen zu beschreiben. Pionierarbeit leistete dabei der Niederländer Geert Hofstede, der über eine weltweite Umfrage von IBM Mitarbeitern „arbeitsbezogene Wertvorstellungen“ erfasste und daraus insgesamt vier Kulturdimensionen erarbeitete. Fons Trompenaars unterscheidet fünf Kulturdimensionen, nach denen sich kulturelles Handeln einordnen lässt. Diese Dimensionen erweisen sich für den Kulturenvergleich als durchaus nützlich, sind jedoch zur Beschreibung von einer Kultur notwendigerweise zu allgemein. Deshalb wird im Zuge der Analyse nur auf kontrastiver Ebene darauf Bezug genommen.

In dieser Arbeit wird mit dem Konzept der Kulturstandards gearbeitet, da sie „für eine spezifische Kultur typische Ausprägungen menschlichen Wahrnehmens, Fühlen, Denken und Handeln zu erfassen“ vermögen. Sie durchziehen alle Ebenen der Gesellschaft und haben Einfluss auf unsere Kommunikation. Kulturstandards sind einerseits einem langsamen kulturellen Wandel unterworfen und andererseits Ergebnisse besonders prägender Momente in der Geschichte einer Gesellschaft.

Despite the transformations in America's life-styles, these core values have endured. […] [T]his tiny cluster of values holds Americans together as a single people and nation. They are the unum in the national motto, e pluribus unum—the unity amid the variety of American life.

Aus diesem Grund werden im anschließenden Kapitel die „zentralen amerikanischen Kulturstandards“ beschrieben und im darauf folgenden Kapitel mögliche Ursachen ihrer Manifestierung untersucht.

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Arbeit zitieren:
Krüger, Berta April 2006: Kommunikation in amerikanischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
USA, Innerbetriebliche Kommunikation, Amerikanische Unternehmen, Interkulturelle Kommunikation, Amerikanische Kulturstandards

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