Die Kommunikation mit Investoren in Risiko- und Krisensituationen am Neuen Markt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Lucy Braun
- Abgabedatum: Oktober 2001
- Umfang: 151 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Institution / Hochschule: Universität der Künste Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4850-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4850-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4850-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Braun, Lucy Oktober 2001: Die Kommunikation mit Investoren in Risiko- und Krisensituationen am Neuen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: IR, Relations, New Economy, Krisenkommunikation, Neuer
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Diplomarbeit von Lucy Braun
Einleitung:
Wie der Abgesang auf die New Economy und den Neuen Markt lesen sich die aktuellen Schlagzeilen der Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazine: Da ist die Rede von „Börsen im Sturzflug“, bösem „Erwachen“ und „Panikverkäufen am Neuen Markt“, „postkommunikativer Tristesse“ und „düpierten Anlegern“. Der Aktionär ist König der börsennotierten Aktiengesellschaft - zumindest theoretisch. Zufrieden aber waren die Kunden nicht mit der Kommunikation deutscher AGs im krisengeschüttelten Jahr 2000. Aus gutem Grund: Viele Unternehmen haben sich angesichts der Kursverluste und Skandalmeldungen am Neuen Markt kommunikativ zurückgezogen. Gemeinsam mit der Financial Community starren sie wie gelähmt auf den Scherbenhaufen, der nach nur vier Jahren vom hoffnungsvoll gestarteten Wachstumssegment der Deutschen Börse übrig geblieben ist.
Bis ins Frühjahr 2000 sah das noch ganz anders aus: Der Neue Markt schlug alle Rekorde, und Investments in die dort notierten aufstrebenden Wachstumsunternehmen der viel zitierten New Economy waren in den meisten Fällen wie eine „Lizenz zum Geld drucken“, DAX und NEMAX jagten von einem Allzeithoch zum nächsten. Der Neue Markt im Gipfelrausch brachte Börsenlieblinge „mit Kursphantasie“ und „Traumfabriken“ hervor, wurde zum „Dauer-Los für alle“. Investoren - private wie institutionelle - wurden kommunikativ heiß umworben, konnten sich der Flut von Neuemissionen und den damit verbundenen Werbemaßnahmen kaum entziehen. Zusätzlich heizten schier unglaubliche Erfolgsgeschichten das Interesse an der „neuen Ökonomie“ an, die die Wirtschaft zu revolutionieren und traditionelle Marktgesetze außer Kraft zu setzen schien. Etliche Start-Up-Unternehmen erreichten unmittelbar nach dem Börsengang ungeahnte Höchstbewertungen und beflügelten selbst die kühnsten Gewinnerwartungen und -fantasien so manches Anlegers.
Doch dann kam der Umschwung, „die Geldmaschine stotterte“. Rund um den Globus platzte mit einem Mal die „.com-Aktienblase“ - die New Economy hat seit ihren Höhenflügen weltweit Anlegergelder von 5.000 Mrd. Euro in Luft aufgelöst, machte „Milliarden zu Konfetti“. Die Kurseinbrüche an den internationalen Aktienmärkten haben den Anlegern schmerzhafte Verluste in ihren Portfolios beschert und besonders die Wachstumsbranchen für viele Investoren zum Albtraum werden lassen. Zunehmend mit kritischen Fragen zur Validität ihrer vollmundigen Prognosen und zum wahren Zukunftspotenzial ihrer Unternehmen konfrontiert, gingen mehr und mehr Vorstände - und mit ihnen auch ihre Gesellschaften - kommunikativ in Deckung. Wo vorher eine Erfolgsmeldung an die nächste gereiht und die Financial Community auf vielfältigen Events rund um die Börsengänge schmeichelnd umworben wurde, gab es plötzlich nur noch betretene Gesichter und eisiges Schweigen.
Kritisch hinterfragt und diskutiert wird derzeit daher vor allem auch das Verhältnis von Aktiengesellschaften zu ihren Investoren. Während noch vor ein paar Monaten nahezu jedes Unternehmen am Neuen Markt als Überflieger gehandelt wurde, haben heute fast alle ein massives Imageproblem. Angesichts ständig nach unten korrigierter Gewinnprognosen und Enthüllungen über geschönte Bilanzen, stehen viele Anleger vor der Frage, welchen Informationen von Seiten der Unternehmen sie überhaupt noch Glauben und Vertrauen schenken können. Besonders kontraproduktiv wirkt dabei die oftmals sehr verschlossene oder - im anderen Extrem - die übertrieben aktionistische Haltung vieler Unternehmen im Angesicht der Krise. Während die einen bis auf die Pflichtveröffentlichungen gar nichts mehr an die Öffentlichkeit geben, wirken die emsigen Versicherungen der anderen, dass bei ihnen „alles ja ganz anders sei“, nicht minder unglaubwürdig.
Der oftmals unbeholfene Umgang in der Beziehungspflege und Kommunikation mit bestehenden und potenziellen Investoren (Investor Relations, kurz: IR) deutscher Unternehmen mag unter anderem daran liegen, dass diese Kommunikationsdisziplin bei uns eine vergleichsweise kurze Tradition hat und immer noch in den Kinderschuhen steckt. Zwar ist die Erwartungshaltung von Seiten der immer internationaler werdenden Kapitalmärkte seit Jahren gestiegen und viele Unternehmen haben die Notwendigkeit einer professionellen IR-Arbeit nicht erst vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklungen an den Weltbörsen erkannt. Trotzdem fehlt speziell bei vielen Gesellschaften der New Economy die nötige Konsequenz im Einsatz der Investor Relations als strategisch angelegtes, kommunikationspolitisches Instrumentarium. Dabei reicht das Befolgen der gesetzlich vorgeschriebenen Vorgaben, der sogenannten Pflichtpublizität, heute und speziell in Krisen bei weitem nicht mehr aus, um den steigenden Informationsbedürfnissen der Anlegerkreise gerecht zu werden.
Wenngleich in Theorie und Praxis unbestritten ist, von welch entscheidender Bedeutung Unternehmenskommunikation (und somit auch Investor Relations) gerade in Risiko- und Krisensituationen ist, gibt es kaum Fachliteratur, die sich mit Unternehmens- oder Marktkrisen und deren Folgen für die Kommunikation mit Investoren befasst. Diese Tatsache und die in den vergangenen Monaten offensichtlich gewordenen Wissensdefizite auf Seiten der Unternehmen am Neuen Markt liefern die Begründung für die vorliegende Arbeit.
Zum Thema der vorliegenden Arbeit gibt es derzeit weder wissenschaftliche Abhandlungen noch Studien. Die Krise am Neuen Markt, deren Ausgang derzeit noch schwer abzusehen ist, und der Beitrag, den Investor Relations zu deren Bewältigung leisten kann, wird vorwiegend in Zeitungsartikeln behandelt, deren Anteil an den verwendeten Quellen folglich vergleichsweise groß ist. Es existieren viele Untersuchungen zu Investor Relations im Allgemeinen - meist wird dort allerdings das gesamte Spektrum der Kapitalmarktkommunikation oder aber die Nutzung einzelner Kommunikationskanäle für die Kommunikation von Finanzinformationen beleuchtet. Allerdings beschränken sich die Studien neben den einzelnen Kanälen häufig auf Unternehmen der Old Economy und haben meist deskriptiven Charakter. Erhoben wird im Wesentlichen, in welchem Ausmaß und in welcher Form Unternehmen Finanzinformationen bereitstellen und wie diese Informationen aufbereitet sind.
Es liegt derzeit keine Untersuchung vor, die sowohl explizit auf die Besonderheiten im Kommunikationsverhalten der am Neuen Markt notierten Unternehmen mit ihren Investoren als auch auf die Notwendigkeiten eingeht, die sich aus der derzeitigen Krisensituation in diesem Marktsegment für eben dieses Verhalten und die Ausgestaltung der verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen ergeben. Diese Lücke möchte diese Arbeit in soweit füllen, wie dies im Rahmen einer Diplomarbeit möglich ist. Es geht dabei sowohl um den Kommunikationsbedarf gegenüber der Financial Community, der sich aus einer krisenhaften Entwicklung eines einzelnen Unternehmens ableitet, als auch um die Notwendigkeiten, die sich ergeben, wenn sich - wie in den letzten Monaten - ein gesamtes Segment des Finanzmarktes (speziell der Neue Markt) im Abwärtstrend befindet.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, theoretisch ausführlich darzustellen, welche kommunikativen Möglichkeiten den Verantwortlichen für Investor Relations der in Deutschland am Neuen Markt notierten Aktiengesellschaften zur Verfügung stehen, wenn sich diese Unternehmen in Risiko- bzw. Krisensituationen befinden. Auf Grundlage dieser Darstellung wird eine Hierarchie der unterschiedlichen Zielgruppen und die Praktikabilität der einzelnen IR-Maßnahmen skizziert und diskutiert. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie die Kapitalmarktkommunikation eines Unternehmens mittel- und langfristig gestaltet werden muss, um auch bei problematischen Unternehmenssituationen oder bei schwierigem Marktumfeld ihre Aufgabe erfüllen zu können.
Als Ergebnis wird eine Aussage darüber erwartet, in welcher Form die Kommunikation mit Investoren in Risiko- und Krisensituationen sinnvoll und effektiv ist, welche Voraussetzungen sie erfüllen muss und welche Anforderungen von Seiten der Investoren an sie gestellt werden. Außerdem werden die Wirkungsmöglichkeiten aber auch die Grenzen von Investor Relations in den oben genannten Situationen beleuchtet. Ziel der Arbeit ist es, einen komprimierten Überblick über das Spektrum der Anforderungen an effiziente Risiko- und Krisenkommunikation mit Investoren am Neuen Markt zu geben sowie wesentliche Hypothesen für erfolgreiche Investor Relations im Krisenfall herauszuarbeiten.
Da aufgrund der hohen Aktualität des Themas der vorliegenden Arbeit - wie bereits erwähnt - nur wenig Sekundärmaterial zur Verfügung stand, das sich explizit auf die Kommunikation mit Investoren in Risiko- und Krisensituationen am Neuen Markt bezieht, wurde zur Herleitung von tragfähigen Hypothesen eine explorative Untersuchung unter Praktikern und Experten der Kapitalmarktkommunikation durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 6 | |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 7 | |
| 1. | Einführung | 8 |
| 1.1 | Relevanz des Themas | 8 |
| 1.2 | Stand der Forschung | 11 |
| 1.3 | Zielsetzung | 12 |
| 1.4 | Aufbau der Arbeit und Gang der Untersuchung | 12 |
| A: Theoretische Grundlagen | ||
| 2. | Der Neue Markt | 14 |
| 2.1 | Beschreibung und Kennzeichen | 14 |
| 2.2 | Das Regelwerk Neuer Markt | 15 |
| 2.3 | Entwicklung seit der Einführung im Jahr 1997 | 16 |
| 2.4 | Das Jahr 2000 als Wendepunkt | 18 |
| 2.5 | Auslöser und Gründe der Kursverluste | 19 |
| 2.6 | Konsequenzen aus den Entwicklungen seit Frühjahr 2000 | 20 |
| 2.6.1 | Vertrauenskrise | 20 |
| 2.6.2 | Abkehr von der New Economy | 21 |
| 2.6.3 | Rückgang bei den Neuemissionen | 21 |
| 2.6.4 | Höhere Maßstäbe an Börsenkandidaten | 22 |
| 2.6.5 | Verschärfung des Regelwerks und der Publizitätspflichten | 22 |
| 2.7 | Zusammenfassung | 23 |
| 3. | Investor Relations am Neuen Markt | 25 |
| 3.1 | Definitionen und Abgrenzungen | 25 |
| 3.2 | Geschichte und Entwicklung der Investor Relations | 27 |
| 3.2.1 | Allgemein | 27 |
| 3.2.2 | In Deutschland | 27 |
| 3.3 | Gewachsene Bedeutung | 28 |
| 3.4 | Besondere Merkmale von Wachstumsunternehmen | 33 |
| 3.5 | Ziele | 34 |
| 3.5.1 | Finanzwirtschaftliche Ziele | 36 |
| 3.5.2 | Kommunikationspolitische Ziele | 38 |
| 3.5.3 | Gewichtung | 48 |
| 3.6 | Zielgruppen | 42 |
| 3.6.1 | Investoren | 43 |
| 3.6.2 | Multiplikatoren | 46 |
| 3.6.3 | Übersicht zum Informationsbedarf der Zielgruppen | 48 |
| 3.7 | Kommunikationsgrundsätze | 48 |
| 3.7.1 | Wesentlichkeit und Vollständigkeit | 49 |
| 3.7.2 | Kontinuität | 49 |
| 3.7.3 | Zukunftsorientiertheit | 49 |
| 3.7.4 | Zielgruppendifferenzierung und -orientierung | 50 |
| 3.7.5 | Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit | 50 |
| 3.7.6 | Gleichbehandlung | 50 |
| 3.7.7 | Zeitnähe | 50 |
| 3.7.8 | Vergleichbarkeit der Daten | 51 |
| 3.7.9 | One-voice-Policy | 51 |
| 3.8 | Handlungsfelder und Instrumentarien | 51 |
| 3.5.1 | Gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen („Pflicht“) | 52 |
| 3.5.2 | Freiwillige Maßnahmen („Kür“) | 56 |
| 3.5.3 | Gesamtübersicht | 60 |
| 3.9 | Evaluation von Investor Relations | 61 |
| 3.10 | Investor Relations und Public Relations | 62 |
| 3.11 | Zusammenfassung | 63 |
| 4. | Risiko- und Krisenkommunikation | 65 |
| 4.1 | Begriffliche Annäherung | 65 |
| 4.1.1 | Risiko | 66 |
| 4.1.2 | Krise | 68 |
| 4.2 | Zusammenhang Risiko - Krise | 70 |
| 4.3 | Ursachen | 71 |
| 4.4 | Verlauf und Wirkungen | 74 |
| 4.5 | Risiko- und Krisenmanagement | 75 |
| 4.5.1 | Notwendigkeit der Errichtung eines Risikomanagementsystems | 75 |
| 4.5.2 | Rechtliche Grundlagen | 75 |
| 4.5.3 | Anforderungen an ein effizientes Risikomanagementsystem | 76 |
| 4.5.4 | Einflussmöglichkeiten auf identifizierte, analysierte und bewertete Risiken | 77 |
| 4.5.5 | Identifizierung von Risiken durch Frühwarnsysteme | 77 |
| 4.5.6 | Die Bedeutung von Frühwarnsystemen für das Risikomanagement | 78 |
| 4.6 | Risiko- und Krisenkommunikation | 79 |
| 4.7 | Zusammenfassung | 82 |
| 5. | Fazit des theoretischen Teils | 84 |
| B: Qualitative Untersuchung | ||
| 6. | Untersuchungsdesign und Auswertung | 88 |
| 6.1 | Methode der Datenerhebung | 88 |
| 6.2 | Datenerfassung | 89 |
| 6.3 | Auswertung | 89 |
| 6.4 | Kategoriensystem | 90 |
| 6.5 | Interviewpartner | 91 |
| 7. | Darstellung der Ergebnisse | 92 |
| 7.1 | Bedeutung des Neuen Marktes für die Anforderungen an IR | 92 |
| 7.1.1 | IR für Wachstumsunternehmen besonders wichtig | 92 |
| 7.1.2 | Der neue Markt und seine Investoren in der Selbstfindungsphase | 92 |
| 7.1.3 | Erschwerte Ausgangslage für Investor Relations | 93 |
| 7.1.4 | Veränderte Anforderungen von Seiten der Financial Community und die „neuen“ Zielgruppen | 94 |
| 7.2 | Schwerwiegende Fehler | 96 |
| 7.2.1 | Abschottung statt aktiver Kommunikation | 96 |
| 7.2.2 | Verschleierung und Hinhaltetaktik statt Ehrlichkeit und zeitnaher Information | 96 |
| 7.3 | Voraussetzungen für erfolgreiche Risiko- und Krisen-IR | 97 |
| 7.3.1 | Kontinuierliche Beziehungspflege im Vorfeld einer Krise | 97 |
| 7.3.2 | Differenzierte Betrachtung der vorliegenden Situation | 98 |
| 7.3.3 | Ehrliche Darstellung der Situation | 99 |
| 7.3.4 | Präsentation von Lösungsansätzen | 100 |
| 7.4 | Gewichtung der Zielgruppen | 101 |
| 7.5 | Verantwortlichkeiten | 103 |
| 7.6 | Notwendige Maßnahmen | 104 |
| 7.7 | Erwartungshaltungen der Zielgruppen | 106 |
| 7.7.1 | Institutionelle Investoren | 106 |
| 7.7.2 | Privatanleger | 108 |
| 7.7.3 | Analysten | 109 |
| 7.7.4 | Finanzjournalisten | 110 |
| 7.8 | Bewertung der unterschiedlichen Kommunikationskanäle | 111 |
| 7.8.1 | Persönliche Kommunikation | 111 |
| 7.8.2 | Unpersönliche Kommunikation | 112 |
| 7.9 | Tonalität der Kommunikation | 113 |
| 7.10 | Organisatorische Eingliederung des Bereichs Investor Relations und Abgrenzung zum Bereich Public Relations | 114 |
| 7.11 | Leistungsfähigkeit und Grenzen von IR in Risiko- und Krisenphasen | 115 |
| 7.12 | Langfristige Anforderungen an Investor Relations | 116 |
| 7.12.1 | Kontinuierliche Vorbereitung auf mögliche Risiken und Krisen | 116 |
| 7.12.2 | Erwartungsmanagement | 117 |
| 7.12.3 | Thematisierung von Risiken | 118 |
| 7.13 | Anforderungen an IR-Manager | 120 |
| C: Systematisierung der Erkenntnisse | ||
| 8. | Einordnung der Interviewergebnisse zur Ableitung der Hypothesen | 121 |
| 8.1 | Grundsätzliche Anforderungen an IR Risiko- und Krisensituationen am Neuen Markt | 121 |
| 8.2 | Proaktivität und Kontinuität | 122 |
| 8.3 | Vertrauen und Glaubwürdigkeit | 124 |
| 8.4 | Partnerschaft und Dialog | 124 |
| 8.5 | Zeitnähe und Ehrlichkeit | 125 |
| 8.6 | Maßnahmenpaket und Lösungsansätze | 126 |
| 8.7 | Zielgruppenorientierung und Anschlussfähigkeit | 126 |
| 8.8 | Führungsaufgabe | 127 |
| 8.9 | Zielgruppengewichtung und -priorisierung | 128 |
| 8.10 | Erwartungsmanagement | 128 |
| 8.11 | Kommunikationsinstrumente | 130 |
| 8.12 | Leistungsfähigkeit | 131 |
| 9. | Ausblick: Fazit und Perspektiven | 133 |
| Literatur | 135 | |
| Anhang | ||
| A-1 | Das Regelwerk Neuer Markt | 145 |
| A-2 | Interviewleitfaden | 147 |
| A-3 | Kurzlebensläufe der Interviewpartner | 148 |
Dr. Holger Bengs, ist seit Januar 2000 Geschäftsführer der Biotech Media GmbH, Tochtergesellschaft der Going Public Media AG. Er ist verantwortlich für die Berichterstattung über Aktien der Life Science-Branche. Dr. Bengs studierte Chemie in Hannover und Mainz, sowie Betriebswirtschaft in Hagen. Zuvor war er über sechs Jahre bei Hoechst/Aventis in der Forschung tätig. Florian Demleitner, ist Consultant bei der Boston Consulting Group in München und war von 1999 bis Juli 2001 Director Investor Relations bei der EM.TV & Merchandising AG. Zuvor sammelte er nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre zwei Jahre Erfahrung im Investment-Banking bei Salomon Smith Barney in London. Insa Döscher, Direktorin, Leiterin Investor Relations der ProSiebenSat.1 Media AG ist seit April 1998 Direktorin und Leiterin Investor Relations bei der ProSiebenSAT.1 Media AG. Im Deutschen Investor-Relations-Kreis (DIRK) ist sie Vorstandsmitglied und seit Ende 2000 Vizepräsidentin. Zuvor war sie zwischen 1989 und 1990 bei der BHF-Bank in London als Analystin und M&A-Beraterin beschäftigt. 1990 wechselte sie zur Barclays Bank plc. nach Frankfurt, wo sie als Firmenkundenbetreuerin multinationaler Industriekunden fungierte. Zwischen 1993 und 1998 war sie bei der J.P. Morgan GmbH in Frankfurt als Vice President im Investment Banking tätig. Andreas Haeberlin ist Leiter des Studiengangs „Investor Relations“ am PR-Kolleg Berlin, nachdem er langjährige Erfahrung bei der Deutschen Bank und zuletzt als Leiter Investor Relations bei der Jil Sander AG gesammelt hat. Thorsten Herold, studierte nach einer Banklehre in Dortmund Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste Berlin. Während seines Studiums sammelte er Erfahrungen beim SFB, Walter de Gruyter-Verlag und der Berliner Zeitung. Kurz vor seinem universitären Abschluss arbeitete Herold bereits für den Nachrichten-Sender n-tv und schrieb als Marktredakteur für die Telebörse. Seit Beginn des Jahres 2001 leitet und präsentiert Thorsten Herold die Sendung Neue Märkte. Christiane Kallabis-Schuster, Diplom-Kauffrau, Jahrgang 1971, seit 1999 bei der DEAG Deutsche Entertainment AG im Bereich Investor/Public Relations tätig ist seit Januar 2001 dort Leiterin Investor Relations. Dr. Phoebe Kebbel, ist Senior Consultant bei Kohtes Klewes mit Schwerpunkt Finanzkommunikation und Investor Relations. Nach ihrem BWL-Studium in Koblenz, Frankreich und Kanada promovierte sie im Bereich Dienstleistungsmarketing. Patrick Kiss, Gontard & MetallBank, Diplom-Kaufmann, geb. 1971. Studium der Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Seit Anfang 2000 Investor Relations Manager bei der Gontard & MetallBank AG und verantwortlich für den Bereich Internet. Von 1994 bis 1999 freier Mitarbeiter des PR-Netzwerks Burson-Marsteller als IR- und New Media Consultant. Autor des Buches „Investor Relations im Internet“ sowie diverser Fachartikel zum Thema IR. Mitglied im Vorstand des Deutscher Investor Relations Kreis (DIRK) e.V.. Dr. Franz-Josef Leven, ist seit 1989 im Deutschen Aktieninstitut verantwortlich für die [...]
5. Welche Zielgruppen sind in einer Krisensituation die wichtigsten Adressaten der IRArbeit? Soll oder darf priorisiert werden? 6. Über welche Kommunikationskanäle und -maßnahmen lassen sich die Zielgruppen am besten ansprechen („Pflicht“ oder „Kür“, Rolle des Internets, Ad hoc-Publizität)? 7. Welche Erwartungen stellen die Zielgruppen an die Kommunikation Unternehmens, das direkt oder indirekt von der Krise betroffen ist? 8. Wie werden oder wie sollten vorhandene Risiken kommuniziert werden? 9. Welche Rolle spielen in Krisensituationen die Kommunikationsgrundsätze, die allgemein für Investor Relations gelten (Kontinuität, Wesentlichkeit, Zielgruppenorientierung, etc.)? 10. Wer muss in kritischen Phasen als Kommunikator für das Unternehmen in Erscheinung und mit den Zielgruppen in Kontakt treten (Rolle des IR-Manager)? 11. Was können IR in der Krise leisten, wo sind ihre Grenzen? eines [...]
Eine Zulassung von Aktien zum Neuen Markt ist nur unter folgenden Voraussetzungen möglich:493 Der Emittent gehört zur Zielgruppe des Neuen Marktes (Zielgruppenprüfung). Der Emittent muss mit der Antragstellung ein Eigenkapital von mindestens 1.5 Mio. EUR nachweisen. Der Zulassungsantrag ist vom Emittenten gemeinsam mit einem Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut zu stellen. Zulassung zum Geregelten Markt Einreichung bestimmter Dokumente (insbesondere Satzung, Handelsregisterauszug, Jahresabschlüsse und der Lageberichte der letzten drei Geschäftsjahre einschließlich der Bestätigungsvermerke der Abschlussprüfer). Bei der erstmaligen Zulassung von Aktien zum Neuen Markt (Going Public) müssen Stammaktien emittiert werden, bei nachfolgenden Kapitalerhöhungen können auch Vorzugsaktien ausgegeben werden. Das Emissionsvolumen muss mindestens 5 Mio. Euro und der Gesamtnennwert mindestens 250.000 Euro betragen, verbrieft in mindestens 100.000 Aktien. Zusätzlich sollte das Emissionsvolumen zu mindestens 50 Prozent aus einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen stammen. Mindestens 20 Prozent der Aktien müssen und mindestens 25 Prozent sollten ausreichend gestreut sein. Bei einem Emissionsvolumen von über 100 Millionen Euro muss die Streuung mindestens 10 Prozent betragen. Die bisherigen Eigentümer dürfen für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten keine weiteren Aktien dieser Gattung im Markt anbieten oder veräußern. Der Emittent muss mindestens zwei Betreuer („Designated Sponsors“) benennen, die die in den Handelsbedingungen für den Neuen Markt festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Außerdem sind die Anerkennung des Übernahmekodex sowie die im Werpapierhandelsgesetz (WpHG) festgelegten Publizitätspflichten weitere Voraussetzungen für die Teilnahme am Neuen Markt. Befristete Lockup-Verpflichtung der Altaktionäre (mindestens 6 Monate) Einhaltung der Zuteilungsgrundsätze der Börsensachverständigenkommission Emissionsprospekt/Unternehmensbericht in deutscher und englischer Sprache Rechnungslegung nach US-GAAP oder IAS [...]
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Arbeit zitieren:
Braun, Lucy Oktober 2001: Die Kommunikation mit Investoren in Risiko- und Krisensituationen am Neuen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
IR, Relations, New Economy, Krisenkommunikation, Neuer



