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Kommunale Wirtschaftsförderung am Beispiel der Stadt Brandenburg an der Havel

Kommunale Wirtschaftsförderung am Beispiel der Stadt Brandenburg an der Havel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: René Günther
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 955,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Brandenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5846-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5846-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5846-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Günther, René April 2002: Kommunale Wirtschaftsförderung am Beispiel der Stadt Brandenburg an der Havel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bestandspflege, Existenzgründung, Standortfaktoren, Bestandsentwicklung, endogenes Potential

Diplomarbeit von René Günther

Einleitung:

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, aus welchen Elementen kommunale Wirtschaftsförderung besteht, welche Aufgaben Wirtschaftsförderer haben und welche Instrumente ihnen zur Lösung dieser Aufgaben zur Verfügung stehen. Im zweiten Teil wird die Qualität der Wirtschaftsförderung in der Stadt Brandenburg an der Havel untersucht. Wie ist die kommunale Wirtschaft strukturiert? Wie sind die Standortfaktoren ausgeprägt? Wie effektiv ist die Arbeit des städtischen Amtes für Wirtschaftsförderung? Daran schließt sich der Entwurf einer optimalen Struktur der Wirtschaftsförderung an.

Diese Arbeit könnte daher für Lokalpolitiker und Verwaltungsangestellte nützlich sein, die neue Anregungen suchen oder ihr Wirken auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage stellen wollen, ohne selbst die umfangreiche Fachliteratur zu lesen.

Gang der Untersuchung:

Jede Stadt oder Gemeinde braucht vor Ort ansässige Unternehmen. Sie zahlen Steuern, schaffen Arbeitsplätze und sichern so das örtliche Wohlstandsniveau. Die Zahl der Betriebe, die einen Standort suchen, ist deutlich geringer als die Zahl der Kommunen, die sich um Neuansiedlungen bemühen. Die einzelnen Städte und Gemeinden stehen also im Wettbewerb um diese Betriebe. Die sogenannten mobilen Betriebe sind in der komfortablen Lage, Bedingungen stellen und sich den für sie besten Standort aussuchen zu können. Die kommunale Wirtschaftsförderung versucht, bestehenden, entstehenden und ansiedlungsinteressierten Unternehmen zu einer erfolgreichen Entwicklung zu verhelfen. So können ausreichend Arbeitsplätze geschaffen und das regionale Wohlstandsniveau gehalten bzw. verbessert werden (siehe Kapitel 1). Die wichtigste Größe in diesem Zusammenhang sind die Standortfaktoren. Unter ihnen versteht man die Summe der an einem Ort anzutreffenden Gegebenheiten und Gestaltungskräfte mit positiver bzw. negativer Wirkung auf die unternehmerische Tätigkeit (siehe Kapitel 2). Da Unternehmen sich im allgemeinen für den Standort entscheiden, an dem ihre Anforderungen am besten erfüllt werden, sollten die Standortfaktoren soweit wie möglich optimiert werden. Für die kommunalen Wirtschaftsförderer bestehen traditionell zwei zentrale Aufgaben (siehe Kapitel 3). Dies ist zum einen die Akquisition mobiler Betriebe und zum anderen die Aktivierung des endogenen Potentials. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung und europäischen Integration gewinnen Kooperationen zunehmend an Bedeutung. Die beteiligten Kommunen wollen auf diesem Wege ihre Kompetenzen bündeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Die Instrumente, die den kommunalen Wirtschaftsförderern zur Verfügung stehen, werden im Kapitel 4 aufgeführt. Dies sind im einzelnen die Gewerbeflächen- und Infrastrukturpolitik, die Initiierung von Standortgemeinschaften sowie Finanzhilfen und Tarifpolitik, Werbung und Standortmarketing sowie Beratungs- und Dienstleistungen. Im Kapitel 5 werden drei mögliche Formen der Kooperation beschrieben. Dies sind die intrakommunale und die interkommunale Zusammenarbeit sowie das Public-Private-Partnership.

Der zweite Teil der Arbeit, ab Kapitel 6, widmet sich der wirtschaftlichen Situation der Stadt Brandenburg an der Havel. Zunächst wird eine Bestandsanalyse der örtlichen Wirtschaft (Kapitel 6) durchgeführt. Daran schließt sich die Untersuchung der zuvor theoretisch behandelten Standortfaktoren in ihrer praktischen Ausprägung an (Kapitel 7). Der folgende Abschnitt untersucht die Qualität der kommunalen Wirtschaftsförderung. Im Kapitel 9 werden Vorschläge unterbreitet, wie die Arbeit des kommunalen Amtes für Wirtschaftsförderung optimiert werden könnte.

Inhaltsverzeichnis:

Danksagung II
Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis VII
Abbildungs-/Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 9
2. Grundlagen 11
2.1 Definition der kommunalen Wirtschaftsförderung 11
2.2 Ziele der kommunalen Wirtschaftsförderung 11
2.3 Standortfaktoren 12
2.3.1 Harte Standortfaktoren 12
2.3.2 Weiche Standortfaktoren 13
3. Aufgabenfelder 16
3.1 Traditionelle Aufgabenfelder 16
3.1.1 Akquisition mobiler Betriebe 16
3.1.2 Aktivierung des endogenen Potentials 18
3.2 Neue Anforderungen 20
4. Instrumente kommunaler Wirtschaftsförderung 22
4.1 Gewerbeflächenpolitik 22
4.2 Infrastrukturpolitik 23
4.3 Initiierung und Förderung von Standortgemeinschaften 25
4.4 Finanzhilfen und Tarifpolitik 28
4.5 Werbung und Standortmarketing 29
4.6 Beratung und Dienstleistungen 30
5. Regionalisierte Wirtschaftsförderung 31
5.1 Intrakommunale Zusammenarbeit 31
5.2 Interkommunale Zusammenarbeit 32
5.3 Public-Private-Partnership 34
6. Bestandsanalyse der Unternehmen in Brandenburg/Havel 37
6.1 Betriebsstättenstruktur 37
6.2 Entwicklung der Gewerbean- und -abmeldungen 38
6.3 Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes 39
6.4 Entwicklung des Baugewerbes 39
6.5 Entwicklung des Handels 40
6.6 Entwicklung des Tourismus 40
7. Analyse der Standortfaktoren in Brandenburg/Havel 42
7.1 Harte Standortfaktoren 42
7.1.1 Verkehrsanbindung 42
7.1.2 Arbeitsmarkt 44
7.1.3 Kommunales Flächenangebot 45
7.1.4 Förderangebote 47
7.1.5 Ansässige Hochschulen 48
7.1.6 Lokale Abgaben 49
7.1.7 Mietkosten 50
7.1.8 Energiekosten 50
7.1.9 Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten 51
7.1.10 Umweltschutzauflagen 51
7.2 Weiche Standortfaktoren 52
7.2.1 Lokales und regionales Wirtschaftsklima, Image der Region, der Stadt und des Betriebsstandortes 53
7.2.2 Karrieremöglichkeiten für Arbeitnehmer 54
7.2.3 Innovatives Milieu der Region 54
7.2.4 Wohnqualität und Wohnumfeld, Umweltqualität 55
7.2.5 Angebot an Schulen und Ausbildungsstätten 56
7.2.6 Freizeitwert, Angebot an Hoch- und Kleinkultur 57
8. Analyse der Qualität der Wirtschaftsförderung in der Stadt Brandenburg an der Havel 60
8.1 Entwicklung des endogenen Potentials 61
8.2 Akquisition mobiler Betriebe 62
9. Entwurf einer optimalen Wirtschaftsförderungs-Struktur 64
10. Fazit und Ausblick 68
Anhang 70

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das bisherige Vorgehen des Amtes für Wirtschaftsförderung erfüllt offenbar die Anforderungen der Wirtschaft nur ungenügend. Darauf weisen zwei Umfragen der Wirtschaftsjunioren und des Deutschen Institutes für Wirtschaftsförderung (DIW) hin. Die DIW- Studie „Erfolgsfaktoren kommunaler Wirtschaftspolitik in Ostdeutschland“ wurde im Dezember 2001 veröffentlicht. Der Erfolg der kommunalen Wirtschaftspolitik in der Stadt Brandenburg wurde von den 57 teilnehmenden Unternehmen insgesamt mit der Schulnote mangelhaft bewertet. Insgesamt wurden 109 ostdeutsche Kommunen mit jeweils über 20.000 Einwohner untersucht. Auch in der Untersuchung der Wirtschaftsjunioren der Stadt Brandenburg, schneidet die Stadtverwaltung schlecht ab. 69 Prozent der 78 befragten Unternehmen beurteilt die fachliche Bearbeitung und die Kompetenz der zuständigen Mitarbeiter als schlecht oder sehr schlecht. Um die offenbar bestehenden Mängel abzubauen, sollte der Fragenkatalog des Amtes für Wirtschaftsförderung überarbeitet und mehr darauf ausgerichtet werden, die Bedürfnisse und Probleme der ansässigen Wirtschaft zu ergründen. Die Unternehmensgespräche sollten systematisch durchgeführt werden und unbedingt auch EDV-gestützt ausgewertet werden. Vor allem müssen aber nach der Analyse der Probleme der Unternehmen möglichst umgehend Lösungen erarbeitet und auch umgesetzt werden. [...]

8.1 Entwicklung des endogenen Potentials (Bestandspflege) Das Wirtschaftsförderungskonzept, welches seit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 1999 die Grundlage für die Arbeit des kommunalen Amtes für Wirtschaftsförderung bildet, schreibt der Bestandspflege einen „herausragenden Stellenwert“ (Wirtschaftsförderungskonzept 1999, S.9) zu. Im einzelnen sollen bestehende Unternehmen betreut, Kleinstbetriebe zu mittleren Betrieben entwickelt und Existenzgründer gefördert werden. Als konkrete Maßnahmen werden unter anderem Unternehmensgespräche, eine Fördermittelberatung, die gezielte Nutzung des lokalen Auftragsvolumens für die Entwicklung von regionalen KMU und die Vernetzung der vorhandenen Angebote benannt. Etwa 300 Unternehmensgespräche führt das Amt für Wirtschaftsförderung pro Jahr in Brandenburg durch, um eventuelle Probleme bei den Unternehmen herauszufiltern. Diese Bemühungen sind aber nicht ausreichend, sagt Mathias Mischker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (siehe Expertengespräche, im Anhang). Er führt an, dass es im Handwerksbereich erstmals seit elf Jahren mehr Ab- als Anmeldungen gibt. Die Unternehmensberaterin Barbara Mangelsdorf vermutet, dass im Amt für Wirtschaftsförderung nicht genügend Zeit und Personal vorhanden ist, um sich mit jedem Unternehmen intensiv zu beschäftigen. Konkret werden die Unternehmen gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, der allerdings mehr statistische Größen abfragt als die Bedürfnisse des Unternehmens analysiert. So werden zwar die Branchenzugehörigkeit, die Anzahl der Beschäftigten und die Hauptabsatzgebiete der Produkte bzw. Dienstleistungen abgefragt, die Probleme und Wünsche der Unternehmer werden aber nur ansatzweise erfasst. Einzig zwei Fragen zielen in diese Richtung. Neben einem eventuellen Fachkräftemangel wird abgefragt, ob innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Bedarf an Gewerbeflächen besteht. [...]

Für die berufliche Ausbildung stehen in der Stadt zwei Oberstufenzentren zur Verfügung, an denen Lehrlinge den theoretischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren können. Für den praktischen Teil sind in der Regel die Ausbildungsbetriebe zuständig. Die decken den Bedarf aber nur teilweise, wie Wilfried Meier, Leiter des Brandenburger Regionalcenters der IHK, bestätigt. Die IHK sucht deshalb jedes Jahr intensiv Ausbildungsplätze um den Bedarf decken zu können. Bei den Handwerksbetrieben ist die Tendenz auszubilden, sogar rückläufig. Daher gibt es für junge Brandenburger, die keinen Ausbildungsbetrieb finden, das Überbetriebliche Ausbildungszentrum, das im Baubereich neben dem VHS Bildungswerk, welches im Gastronomiebereich eine überbetriebliche Ausbildung anbietet. Seit dem 25. Oktober 2001 ist Brandenburg an der Havel als einzige Stadt des Landes „Bildungsstadt“. Der Titel wurde ihr wegen des vorhandenen breiten Bildungsangebotes und der geplanten Erweiterung des Angebotes zu einer Stadt mit einer „beispielgebenden Vielfalt an Bildungseinrichtungen qualitativ hochwertiger Angebote [sic!]“ (Gesamtleitbild 2002 Entwurf, S.5) durch das Bildungsministerium des Landes verliehen. [...]

Arbeit zitieren:
Günther, René April 2002: Kommunale Wirtschaftsförderung am Beispiel der Stadt Brandenburg an der Havel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bestandspflege, Existenzgründung, Standortfaktoren, Bestandsentwicklung, endogenes Potential

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