Kommunale Reaktionen auf städtische Schrumpfungsprozesse
Anhand ausgewählter ostdeutscher Beispiele
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benno Brandstetter
- Abgabedatum: Januar 2003
- Umfang: 139 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7488-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7488-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7488-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Brandstetter, Benno Januar 2003: Kommunale Reaktionen auf städtische Schrumpfungsprozesse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Stadtplanentwicklung, Stadtumbau, Stadtschrumpfung, Ostdeutschland, kommunale Akteure
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Diplomarbeit von Benno Brandstetter
Problemstellung:
Seit der Industrialisierung ist die Entwicklung von Städten wie selbstverständlich geprägt von einem Wachstum von Bevölkerung und Arbeitsplätzen. Die Aufgabe der Stadtplanung war über viele Jahrzehnte, dieses Wachstum in räumlich geregelte Bahnen zu lenken. In den 80er Jahren zeigten sich in einigen Regionen Westdeutschlands erste Anzeichen für eine fundamental andere Entwicklung. Diese Tendenzen einer sich differenzierenden Entwicklung von Städten fanden jedoch nur geringe Beachtung und wurden durch das Wendewachstum im Zuge der Wiedervereinigung weitestgehend verdrängt.
Das bestehende, die genannten auseinandergehenden Entwicklungsmuster kennzeichnende, „Süd-Nord-Gefälle“ der westdeutschen Bundesländer wurde in den 90er Jahren überlagert von einem wesentlich stärker ausgeprägten „West-Ost-Gefälle“ zwischen den alten und neuen Bundesländern. Trotz vieler Erfolgsbilanzen auf unterschiedlichen Gebieten der ostdeutschen Entwicklung seit der politischen Wende, sind heute die ostdeutschen Städte nahezu flächendeckend geprägt von Bevölkerungsabwanderung und -schrumpfung, hohen Arbeitslosenzahlen und einem nicht zu übersehenden Leerstand an Wohn-, Büro- und Gewerbeflächen.
Diesen Funktionswandel, Nutzungsschwund und Einwohnerrückgang in den Städten politisch und vor allem psychologisch zu akzeptieren, ist für die beteiligten Akteure nicht leicht. Durch den Ende 2000 vorgelegten Abschlußbericht der, von der Bundesregierung eingesetzten, „Kommission zum Wohnungswirtschaftlichen Strukturwandel in den neuen Bundesländern“ hat das brisante Thema endlich die Aufmerksamkeit der Fachwelt und der Öffentlichkeit erreicht. Seitdem findet in Ostdeutschland eine intensive Auseinandersetzung mit zukünftigen Stadtentwicklungsaufgaben statt. Mit dem Programm „Stadtumbau Ost“ wurden Mitte des Jahres 2001 von der Bundesregierung eine Reihe von Empfehlungen der wohnungswirtschaftlichen Kommission aufgegriffen und die Kommunen zunächst bei der Erstellung integrierter Stadtentwicklungskonzepte, als eine Kommunale Reaktionen für städtische Schrumpfungsprozesse wesentliche Voraussetzung für die Bewältigung der Schrumpfungsprozesse, unterstützt. In den gegenwärtigen Diskussionen über städtische Schrumpfung und entsprechend auch in den erstellten Integrierten Stadtentwicklungskonzepten haben jedoch wohnungswirtschaftliche Themen noch einen dominierenden Stellenwert. Der so in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellte massenhafte Wohnungsleerstand ist aber nur eine Folge von rückläufigen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklungen.
Deshalb ist diese wohnungswirtschaftliche Sichtweise nicht mehrdimensional genug, um die, aus der gesellschaftlichen und ökonomischen Transformation Ostdeutschlands entstandene, Problemvielfalt aufzuzeigen oder gar zu bewältigen.
In Ostdeutschland ist inzwischen das Ende des verdichtenden Städtewachstum ein konkretes und ein deutlich sichtbares Problem – auf die Abwanderungen folgen Leerstände, auf die Leerstände folgen Abrisse – so gesehen verläuft die Entwicklung der ostdeutschen Städte rückwärts. Es wird erwartet, daß sich die Städte in naher Zukunft neben den demographischen und wohnungswirtschaftlichen Fragestellungen verstärkt mit bislang weitgehend ausgeblendeten ökonomischen, sozialen, versorgungs- und infrastrukturrelevanten Problemstellungen auseinandersetzen werden müssen, um auf Schrumpfungsprozesse Einfluss nehmen und die Entwicklung bewältigen oder eventuell auch steuern zu können.
Für die Bewältigung von Schrumpfungsproblemen liegen keine generalisierenden Patentrezepte vor und wird es auch künftig keine geben. Zudem kann für die Steuerung dieses städtischen Rückbildungsvorganges bisher kaum auf Erfahrungen, Beispiele und erprobte Problemlösungsstrategien zurückgegriffen werden. Es ist für alle Beteiligten eine neue Aufgabe, an die alle Akteure nur experimentell herangehen und testen können, welche Auswirkungen sich ergeben.
In der vorliegenden Arbeit werden die vielfältigen Ursachen ostdeutscher Schrumpfungsprozesse herausgearbeitet und Vergleiche der aktuellen mit den bisher aufgetretenen Schrumpfungserscheinungen vorgenommen. Außerdem wird anhand ausgewählter Fallbeispiele der gegenwärtige Stand der konzeptionellen Auseinandersetzung von verschiedenen Akteursgruppen mit städtischen Schrumpfungstendenzen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einleitung | 1 |
| 1. | Einführung, Aufbau und Methodik der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Herangehensweise an die Thematik | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 1.4 | Methodik | 4 |
| B. | Grundlagen & Theorie | 7 |
| 2. | Das Phänomen „Schrumpfung“ | 7 |
| 2.1 | Schrumpfungsphänomene im natürlichen Kontext | 7 |
| 2.2 | Schrumpfungsphänomene im wirtschaftlichen Kontext | 8 |
| 2.3 | Schrumpfungsphänomene im städtischen Kontext | 10 |
| 2.3.1 | Einordnung städtischer Schrumpfung | 10 |
| 2.3.2 | Umgang mit städtischen Schrumpfungsphänomenen | 11 |
| 2.3.3 | Der Begriff städtischer Schrumpfung | 13 |
| 3. | Bisherige Schrumpfungstendenzen und entsprechende Erklärungsansätze | 14 |
| 3.1 | Stadtschrumpfung in den westdeutschen Bundesländern | 14 |
| 3.1.1 | Wirtschaftliche Schrumpfungsprozesse in Westdeutschland | 14 |
| 3.1.2 | Demographische Schrumpfungsprozesse in Westdeutschland | 16 |
| 3.1.3 | Zusammenfassung westdeutscher Schrumpfungsprozesse | 18 |
| 3.2 | Schrumpfungsprozesse in Europa | 19 |
| 3.3 | Erklärungsansätze für Schrumpfungsprozesse | 19 |
| 3.3.1 | Produkt-Lebenszyklus-Theorie | 20 |
| 3.3.2 | Theorie der langen Wellen | 21 |
| 3.3.3 | Regulationsansatz | 21 |
| 3.3.4 | Zusammenfassung | 22 |
| 4. | Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung in Ostdeutschland | 23 |
| 4.1 | Transformation in Ostdeutschland - eine Einführung | 23 |
| 4.2 | Grundzüge der Stadtentwicklung in der DDR | 24 |
| 4.3 | Stadtentwicklung in Ostdeutschland seit 1990 | 25 |
| 4.3.1 | Stadtstrukturveränderungen | 26 |
| 4.3.2 | Infrastrukturausstattung | 27 |
| 4.3.3 | Entwicklung des Wohnungsmarktes | 28 |
| 4.3.3.1 | Entwicklung der einzelnen Wohnungsmarktsegmente | 28 |
| 4.3.3.2 | Wohnflächenverbrauch | 30 |
| 4.3.3.3 | Entwicklung des Wohnungsleerstandes | 31 |
| 4.4 | Demographische Entwicklung in Ostdeutschland | 33 |
| 4.4.1 | Bevölkerungsentwicklung vor 1989 | 33 |
| 4.4.2 | Natürliche Bevölkerungsentwicklung seit 1989 | 35 |
| 4.4.3 | Wanderungsverhalten seit 1989 | 36 |
| 4.4.3.1 | Großräumige Bevölkerungsbewegungen | 36 |
| 4.4.3.2 | Suburbanisierung - Kleinräumige Bevölkerungsbewegungen | 37 |
| 4.4.4 | Haushaltsentwicklung seit 1989 | 38 |
| 4.5 | Wirtschaftsentwicklung | 38 |
| 4.5.1 | Strukturwandel & Deindustrialisierung | 39 |
| 4.5.2 | Entwicklung der einzelnen Wirtschaftsbereiche | 41 |
| 4.5.3 | Arbeitsmarkt | 42 |
| 5. | Schrumpfungsprozesse in ostdeutschen Städten | 44 |
| 5.1 | Einordnung von ostdeutschen Stadtschrumpfungsprozessen | 44 |
| 5.2 | Merkmale ostdeutscher Schrumpfungsprozesse | 45 |
| 5.2.1 | Demographische Merkmale | 45 |
| 5.2.2 | Ökonomische Merkmale | 46 |
| 5.2.3 | Auswirkungen der Schrumpfungsprozesse auf die Kommunalfinanzen | 47 |
| 5.2.4 | Wohnungsmarkt – der aktuelle Mittelpunkt der Diskussion | 47 |
| 5.2.5 | Zusammenfassung | 48 |
| 5.3 | Ostdeutsche Schrumpfungstendenzen im Vergleich zu bisherigen Schrumpfungsprozessen | 50 |
| 6. | Integrierte Stadtentwicklungsplanung | 54 |
| 6.1 | Der Begriff „Stadtentwicklungsplanung“ | 54 |
| 6.2 | Stadtplanungsphasen seit 1945 | 55 |
| 6.2.1 | Auffangplanung | 56 |
| 6.2.2 | Entwicklungsplanung | 56 |
| 6.2.3 | Perspektivplanung | 57 |
| 6.2.4 | Planung in den 90er Jahren | 58 |
| 6.3 | Die integrierte Stadtentwicklungsplanung der 60er und 70er Jahre | 59 |
| 6.4 | Aktuelle Strategien für die schrumpfende Stadt | 61 |
| 6.4.1 | Neue Rahmenbedingungen für Integrierte Konzepte | 61 |
| 6.4.2 | Initiativen der Bundesländer | 62 |
| 6.4.3 | Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“ | 63 |
| 6.5 | Zusammenfassung | 64 |
| C. | Empirie | 65 |
| 7. | Auswahl und Portrait der untersuchten Städte | 65 |
| 7.1 | Abgrenzung der Untersuchungsregion | 65 |
| 7.2 | Auswahl der zu untersuchenden Städte | 66 |
| 7.3 | Kurzportraits der ausgewählten Städte | 67 |
| 7.3.1 | Stadt Großenhain | 68 |
| 7.3.2 | Stadt Heidenau | 69 |
| 7.3.3 | Stadt Meißen | 71 |
| 7.3.4 | Stadt Riesa | 73 |
| 7.3.5 | Gemeinsamkeiten der ausgewählten Städte | 75 |
| 8. | Reaktionen ausgewählter sächsischer Kommunen auf städtische Schrumpfungsprozesse | 77 |
| 8.1 | Aufbau des Leitfadens | 77 |
| 8.2 | Akteursgruppe Stadtplaner (kommunale Verwaltung) | 78 |
| 8.2.1 | Wahrnehmung von Schrumpfung | 78 |
| 8.2.2 | Integrierte Stadtentwicklungskonzepte | 83 |
| 8.2.3 | Zukunftsvisionen und Forderungen an Land und Bund | 88 |
| 8.2.4 | Zusammenfassung der Akteursgruppe Stadtplaner | 89 |
| 8.3 | Akteursgruppe kommunale Wohnungsunternehmen | 90 |
| 8.3.1 | Wahrnehmung von Schrumpfung | 90 |
| 8.3.2 | Integrierte Stadtentwicklungskonzepte | 94 |
| 8.3.3 | Zukunftsvisionen und Forderungen an Land und Bund | 99 |
| 8.3.4 | Zusammenfassung der Akteursgruppe kommunale Wohnungsunternehmen | 100 |
| 8.4 | Akteursgruppe politische Entscheidungsträger | 101 |
| 8.4.1 | Wahrnehmung von Schrumpfung | 101 |
| 8.4.2 | Integrierte Stadtentwicklungskonzepte | 105 |
| 8.4.3 | Zukunftsvisionen und Forderungen an Land und Bund | 108 |
| 8.4.4 | Zusammenfassung der Akteursgruppe der politischen Entscheidungsträger | 108 |
| 8.5 | Einschätzung der kommunalen Reaktionen im Vergleich der Akteursgruppen | 109 |
| D. | Zusammenfassung | 113 |
| 9. | Fazit und Ausblick | 113 |
| 9.1 | Fazit | 113 |
| 9.2 | Offene Forschungsfragen und Ausblick | 115 |
| 9.2.1 | Hochwasser 2002 als Besonderheit | 115 |
| 9.2.2 | Offene Fragen | 115 |
| 9.2.3 | Ausblick | 116 |
| 10. | Literaturverzeichnis | 118 |
| E. | Anhang | 128 |
| 11. | Eidesstattliche Erklärung | 128 |
| 12. | Leitfaden für Intensivinterviews | 129 |
| 12.1 | Leitfaden I – Stadtplaner | 129 |
| 12.2 | Leitfaden II - Kommunale Wohnungsunternehmen | 130 |
| 12.3 | Leitfaden III - Politische Entscheidungsträger | 131 |
| 13. | Interviews | 133 |
| 13.1 | Gesprächspartner | 133 |
| 13.2 | Kodierungsschlüssel | 134 |
| 13.3 | Protokolle der Interviews | 134 |
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http://www.diplom.de/ean/9783832474881
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Brandstetter, Benno Januar 2003: Kommunale Reaktionen auf städtische Schrumpfungsprozesse, Hamburg: Diplomica Verlag
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Stadtplanentwicklung, Stadtumbau, Stadtschrumpfung, Ostdeutschland, kommunale Akteure



