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Kombinierte Budgets in der gesetzlichen Krankenversicherung

Kombinierte Budgets in der gesetzlichen Krankenversicherung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: André Schöndube
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 4,4 MB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4906-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4906-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4906-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schöndube, André Oktober 2000: Kombinierte Budgets in der gesetzlichen Krankenversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Heilmittelbudgets, Vergütungsformen, Gesundheitswesen, Reformgesetz, Health Maintenance Organization

Diplomarbeit von André Schöndube

Einleitung:

Mit dem Beginn der Industrialisierung wurden dem Menschen immer mehr Aufgaben und Pflichten übertragen, die ihn auf Dauer aus dem Gleichgewicht der Gesundheit warfen. Erste Ansätze zur Regelung einfachster Bedingungen im Arbeitsleben wurden mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts vereinbart. Vor ungefähr 110 Jahren verabschiedete Otto Fürst von Bismarck (1815-1898) die Sozialversicherung in Deutschland. Die gesetzliche Krankenversicherung, als ältester Zweig der Sozialversicherung, wurde durch die Reichsversicherungsordnung (RVO) von 1911 so umfassend spezifiziert, dass sie im wesentlichen die Rechtsgrundlage der gesetzlichen Krankenversicherung bis zum Jahr 1989 bildete.

In den letzten Jahren führten Diskussionen über Kostendämpfung im Gesundheitswesen zum Überdenken der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland. Neben dem Ausbau der Leistung forciert die Entwicklung der Rechtsprechung in der GKV einen stetigen Anstieg der Aufwendungen im Gesundheitswesen. Getragen werden die Kosten von den Krankenkassen, die wiederum ihrem Grundsatz der Beitragssatzstabilität für die Finanzierung der Krankenkassen gerecht werden wollen. Beide Argumente stehen im Widerspruch zueinander. Damit aber weiterhin die Finanzierung der Krankenkassen gewährleistet werden kann und den Mitgliedern keine Beitragserhöhungen auferlegt werden müssen, wurden in den vergangenen Jahren einige Gesetzesänderungen in der GKV durchgeführt. Hier sind die Aufnahme der GKV in das fünfte Buch des Sozialgesetzbuches (1989), das Gesundheits-Strukturgesetz von 1993, das GKV-Neuordnungsgesetz (1996) und die Gesundheitsreform 2000 zu nennen.

Gang der Untersuchung:

Das Kapitel 2 meiner Diplomarbeit erläutert ausgiebig die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Auch die Probleme und Notwendigkeiten zur Veränderung mit Blick auf die Gesundheitsreform 2000 fließen hier ebenfalls mit ein. Die neuen Organisationsformen medizinischer Leistungen werden im Abschnitt 2.3. näher erläutert. Hier ist vor allem auf die HMO zu verweisen. Auch alternative Vergütungsformen in der Schweiz werden angesprochen. Das zweite Kapitel wird durch den Punkt 2.4. abgerundet. Er beschäftigt sich mit dem Gesundheits-Reformgesetz 2000 und ihren neuen rechtlichen Möglichkeiten in Bezug auf die Durchführung alternativer Vergütungsformen.

Die ambulante Versorgung in Vertragsarztpraxen und die stationäre Behandlung in Krankenhäusern bilden den Kern im traditionellen deutschen Gesundheitswesen. Ergänzt werden sie durch den Arznei- und Heilmittelsektor. Mit den Beziehungen der Vertragspartner untereinander und der Darstellung der Vergütungsformen in den einzelnen Sektoren beschäftigt sich das dritte Kapitel der vorliegenden Arbeit.

Den Gegenpol bildet eine gemeinsame Vergütung in Form eines kombinierten Budgets. Hiermit soll die Schnittstellenproblematik der angesprochenen Einzelsektoren beseitigt werden. Die Idee ist eine integrierte Versorgung zwischen vor- und nachgelagerten Ebenen. Die Vergütungsform des kombinierten Budgets wird im Praxisnetz Berlin angewendet. Grundlegende Aspekte über den Aufbau und die Arbeitsweise in diesem Netzwerk werden vorgestellt. Mit der Zusammensetzung der Budgetform wird das vierte Kapitel abgerundet. Ob mit dieser alternativen Vergütungsregel die Ursache des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen gelöst wird, zeigt sich noch. Die Idee an sich ist unstrittig, eine effiziente Lösung unter bestimmten Voraussetzungen nach dem Wettbewerbsgedanken zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland 5
2.1 Historische Darstellung der gesetzlichen Krankenversicherung 5
2.2 Rechtsgrundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung 8
2.2.1 Die GKV im Sozialgesetzbuch (SGB V) und ihre Probleme während der Reformen 8
2.2.2 Wettbewerbsorientierte Neuausrichtung im Gesundheitswesen 15
2.2.3 Die neuen Organisationsformen medizinischer Leistungen als Vorreiter des Wettbewerbsgedankens in Deutschland 20
2.2.4 Health Maintenance Organization (HMO) in den USA 20
2.2.5 Alternative Vergütungsformen medizinischer Leistungen in der Schweiz 24
2.3 Die GKV nach dem Gesundheits-Reformgesetz 2000 28
3. Die bisherigen Vergütungssysteme vs. Kombiniertes Budget in der gesetzlichen Krankenversicherung 37
3.1 Anwendung der bisherigen Vergütungsformen 37
3.2 Darstellung der einzelnen Versorgungssektoren 39
3.2.1 Die ambulante ärztliche Versorgung 39
3.2.1.1 Grundlagen in der ambulanten ärztlichen Versorgung 39
3.2.1.2 Ökonomische Analyse der ambulanten ärztlichen Versorgung 40
3.2.2 Die stationäre ärztliche Versorgung 45
3.2.2.1 Grundlagen in der stationären ärztlichen Versorgung 45
3.2.2.2 Ökonomische Analyse der stationären ärztlichen Versorgung 48
3.2.3 Die Arznei- und Heilmittelbudgets 53
3.3 Das kombinierte Budget als alternative Form der Budgetierung 54
3.3.1 Ökonomische Aspekte für eine Zusammenführung der bisherigen Versorgungsbereiche 54
3.3.2 Das Konzept der integrierten Versorgung 60
4. Die Anwendung des kombinierten Budgets im Praxisnetz Berlin 64
4.1 Darstellung der Idee 64
4.2 Die Budgetform im Netzwerk 71
4.2.1 Allgemeines zum kombinierten Budget 71
4.2.2 Die Berechnung des kombinierten Budgets 73
4.3 Schlussfolgerung 81
4.4 Andere Modelle der integrierten Versorgung 83
5. Zusammenfassung 85
6. Literaturverzeichnis 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die eingesetzten Zahlen stellen die Einkommen dar, welche die Ärzte erhalten, wenn sie die angegebenen Strategien wählen. Die beste Strategie für jeden Arzt (dominante Strategie), unabhängig vom Verhalten des anderen Arztes, ist das Ausdehnen der Leistungen. Die Auszahlung (9,9) ist die individuell rationale Lösung und stellt gleichzeitig ein Nash-Gleichgewicht dar. Es sagt aus, dass es ein Gleichgewicht gibt, bei dem kein Arzt sein Einkommen durch den Wechsel der Strategie erhöhen kann, wenn die Strategie des anderen Arztes unverändert bleibt. Trotzdem gibt es in der Matrix eine Strategiekombination, die beide Ärzte besser stellt (Einhalten, Einhalten) bzw. (10,10). Warum kommt es dann doch nicht zu dieser kollektiv rationalen Entscheidung? Würden beide Akteure kooperieren, scheint die Lösung (10,10) zu funktionieren. [...]

stetig gestiegen. Dagegen steigt das Beitragsaufkommen lediglich um die Grundlohnsumme, so dass finanzielle Defizite nicht mehr aufzuhalten sind. Ein möglicher Grund für das Versagen des Gesundheitssektors ist der Konflikt zwischen individueller und kollektiver Rationalität. Dargestellt wird das Problem anhand der ambulanten Versorgung. Wie bekannt ist, existiert ein vorgegebenes Budget. Mit Hilfe der Formel (1) wurde gezeigt, wie sich der Punktwert eines Behandlungsfalls berechnen läßt. Der Punktwert wird mit der Anzahl der Fälle multipliziert. Der Wert der tatsächlichen Leistungen wird der vorgegebenen Gesamtvergütung gegenüber gestellt. Sind die tatsächlichen Aufwendungen größer als angenommen, so sinkt der Punktwert. Um sein Einkommen zu maximieren, ist es für jeden Arzt von Vorteil, seinen Leistungsumfang auszudehnen. Da den Ärzten aber unterstellt wird, dass sie rational handeln (common knowledge), wenden sie alle mehr Einzelleistungen an. Die möglichen Handlungsstrategien sollen spieltheoretisch durch eine GefangenenDilemma-Matrix dargestellt werden. Arzt A1 Einhalten Einhalten Arzt A2 Ausdehnen 12 8 [...]

haftet die Pharmaindustrie.73 Allerdings können die Ärzte rechtlich seit 1999 bis zu maximal 5% der Budgetsumme in Regress genommen werden. In der Praxis gab es jedoch bisher trotz Überschreitungen einen solchen Regress nicht. Unterschreiten die Ausgaben das Budget, können die Vertragspartner Vereinbarungen über die Verwendung des Unterschreitungsbetrages mit dem Ziel der Verbesserung der Qualität der Versorgung treffen. Ebenfalls wie in der ambulanten ärztlichen Versorgung befindet sich der Arzt auch hier im Dilemma, sich zwischen individueller und kollektiver Rationalität entscheiden zu müssen. Für ihn wäre es die beste Entscheidung, eine großzügige Verordnung von Rezepten zu ermöglichen. Diese Strategie kommt den Patienten in Form umfangreicherer Arznei- und Heilmittel zu Gute. Auch der Arzt stellt sich dadurch ökonomisch besser. Auf der anderen Seite muss er das Budget stets im Auge behalten. Wenn alle Ärzte die selbe Strategie verfolgen, überschreiten sie ihr vorgegebenes Budget und partizipieren dafür an den finanziellen Konsequenzen. Das Risiko eines individuell zu hohen Verordnungsniveaus ist daher kaum beobachtbar. Daraus folgt, dass eine Aufteilung der möglichen „Strafzahlungen“ nach dem Verursacherprinzip unerlässlich ist, um das Budget zu stärken, auch wenn es schwer durchsetzbar ist. [...]

Arbeit zitieren:
Schöndube, André Oktober 2000: Kombinierte Budgets in der gesetzlichen Krankenversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Heilmittelbudgets, Vergütungsformen, Gesundheitswesen, Reformgesetz, Health Maintenance Organization

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