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Kombinatorische Auktionen zur Lösung der Slotproblematik im Zeitalter der Hub-and-Spoke-Netzwerke von Airlines

Kombinatorische Auktionen zur Lösung der Slotproblematik im Zeitalter der Hub-and-Spoke-Netzwerke von Airlines
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katarzyna Walkiewicz
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9266-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9266-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9266-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Walkiewicz, Katarzyna Oktober 2004: Kombinatorische Auktionen zur Lösung der Slotproblematik im Zeitalter der Hub-and-Spoke-Netzwerke von Airlines, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Auktion, Slot, Fluggesellschaft, Landerecht, Startrecht

Diplomarbeit von Katarzyna Walkiewicz

Einleitung:

Durch die Deregulierung der Luftfahrt sollte Freiheit in der Luftfahrtindustrie geschaffen werden. Neben der Veränderung und vor allem der Verbesserung der Struktur der Luftfahrtindustrie sollte zudem der Wettbewerb angeregt und die daraus resultierenden positiven Effekte erreicht werden.

Als Folge der Deregulierung waren besonders die Bildungen bzw. die Weiterentwicklungen so genannter Hub-and-Spoke-Netzwerken von Fluggesellschaften zu beobachten, die diesen die Erzielung unverkennbarer Vorteile ermöglichten. Ebenfalls wurde insgesamt ein Anstieg an Verkehrsteilnehmern wahrgenommen.

Trotz aller Bestrebungen konnten jedoch die Ziele der Deregulierung nur unzureichend in der Praxis verwirklicht werden. Das Hauptproblem bildet dabei das zurzeit angewandte Verfahren zur Allokation von Start- und Landerechten (engl. Slots) an den Flughäfen, welches sich, besonders in Zeiten von Infrastrukturengpässen im Luftverkehr, durch eine Reihe an Ineffizienzen auszeichnet.

Als größtes Problem des Allokationsverfahren wird dabei das Prinzip der „Großvaterrechte“ gesehen, anhand dessen den etablierten Fluggesellschaften bevorzugt das Recht gegeben wird Start- und Landerechte zu erwerben, sowie auch die schon in den Vorperioden gehaltenen Slots zu halten. Neuen Wettbewerbern (sog. Newcomern) wird damit der Markteintritt erschwert, da diese kaum Zugang zu zeitlich günstig gelegenen Start- und Landeslots erhalten. Diese sind jedoch ein wichtiger Wettbewerbsfaktor im Luftverkehr. Das bisherige Verfahren ist daher tendenziell als kontraproduktiv für das Ziel der Liberalisierung des Luftverkehrs einzustufen.

Das Problem wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass Slots kostenfrei gehalten werden können. Etablierte Airlines horten aus diesem Grund oftmals Lande- und Abflugslots auch ohne einen signifikanten Bedarf, um sich auf diese Weise vor Konkurrenz zu schützen („Babysitting“). Zudem gibt es eine Reihe weiterer Probleme, die mit dem Verfahren in Verbindung gebracht werden können, auf die im Verlauf der Arbeit näher eingegangen wird.

Daher wird in zunehmendem Maße die Notwendigkeit gesehen, einen neuen und insbesondere zweckmäßigeren Allokationsmechanismus zu finden. Dieser sollte, neben einer Erhöhung des Wettbewerbs zwischen den Airlines, vor allem eine effiziente Nutzung von Start- und Landeslots gewährleisten. Um eine effiziente Nutzung der knappen Ressourcen Start- und Landeslot zu erreichen, sollte die Nutzung nur demjenigen gestattet werden, der die höchstbewertete Verwendung der Mittel aufweisen kann.

Die bewertungsabhängige Verwendung kann durch die Einführung von marktbasierten Allokationsverfahren erreicht werden, indem die Nutzer der Slots ihre Zahlungsbereitschaften hierfür preisgeben. Eine Möglichkeit für den Einsatz eines Marktmechanismus stellen Auktionen dar, die sich vor allem zur Allokation von Gütern und Dienstleistungen eignen, deren genauer Wert nicht bekannt ist. Um mit einem solchen Mechanismus die Slotzuweisung zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu lösen, muss ein geeignetes Auktionsdesign festgelegt werden.

Ein wichtiges Merkmal von Slots ist die zeitliche und örtliche Interdependenz zwischen einzelnen Slots. Die isolierte Ersteigerung eines Slots am Abflugshafen ist im Grunde genommen wertlos, wenn nicht ein dazu zeitlich passender Slot am Zielflughafen ersteigert wird. Dieser Aspekt gewinnt bei Hub-and-Spoke-Netzwerken noch mehr an Bedeutung, da hier die Slots eines ganzen Streckennetzes aufeinander abgestimmt sein müssen.

In Kombinatorischen Auktionen können solche Interdependenzen bei der Allokation berücksichtigt werden, da sie direkt bei der Gebotsabgabe zum Ausdruck kommen. Den Grund dafür bildet die Tatsache, dass die Bieter in diesen Auktionen für ganze Bündel von Start- und Landeslots bieten können. Auf diese Weise wird das Risiko gesenkt, unpassende Slots zu erhalten.

Gang der Untersuchung:

Das Ziel dieser Arbeit ist die Präsentation eines Auktionsvorschlags, in Form einer Kombinatorischen Auktion. Dieser soll, unter Berücksichtigung diverser luftverkehrsspezifischer Aspekte zu einer Effizienzsteigerung bei der Vergabe der Start- und Landeslots führen.

Auf Grund der Relevanz von Hub-and-Spoke-Netzwerken bei der Allokation von Slots werden diese im Kapitel 2 dieser Arbeit beschrieben. In Anbetracht der behandelten Materie werden zudem die Entwicklungen des Luftverkehrs, einschließlich der Entwicklungen der Hub-and-Spoke-Netzwerke untersucht.

Kapitel 3 beinhaltet die Beschreibung und kritische Betrachtung der aktuell angewandten Allokationsmethode für Start- und Landeslots. Angesichts der Zielsetzung dieser Arbeit findet im Kapitel 4 eine ausführliche Untersuchung verschiedener Auktionsmechanismen statt, sowie die Analyse bekannter, in der Literatur erschienener Slotauktionsvorschläge.

Aufbauend auf den aus dem Kapitel 4 gewonnenen Erkenntnissen findet diese Arbeit ihren Abschluss im Design einer Kombinatorischen Auktion zur Allokation von Slots, die im Kapitel 5 vorgestellt wird.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Der Luftverkehr im Zeitalter von Hub-and-Spoke-Netzwerken 3
2.1 Hub-and-Spoke-Netzwerke 3
2.1.1 Vorteile 5
2.1.2 Nachteile 10
2.2 Entwicklungen des Luftverkehrs 12
2.3 Schlussbetrachtung 17
3. Allokation von Slots 18
3.1 Definition von Slots 19
3.2 Koordination von Slots 20
3.3 Aktueller Allokationsmechanismus 23
3.4 Kritische Betrachtung des Allokationsmechanismus 24
3.4.1 Flughafeninfrastruktur 25
3.4.2 "Newcomer"-Airlines 28
3.4.3 Etablierte Airlines 29
3.4.4 Passagiere 31
3.4.5 Weitere Aspekte 31
4. Auktionen als Allokationsmechanismen für Slots 32
4.1 Nutzen von Auktionen 33
4.2 Einführung in die Auktionstheorie 37
4.2.1 Einfache Auktionsformen 37
4.2.2 Erweiterte Auktionsformen 38
4.2.2.1 Mehreinheiten Auktionen 40
4.2.2.2 Mehrgüter Auktionen 42
4.2.2.3 Kombinatorische Auktionen 43
4.2.2.4 Weitere Auktionsvarianten 45
4.2.3 Untersuchung unterschiedlicher Auktionsformen 46
4.3 Analyse vorgeschlagener Slotauktionen 58
4.3.1 Erläuterung der Slotauktionsvorschläge 59
4.3.2 Ansatzpunkte für eine geeignete Slotauktion 64
5. Auktionsvorschlag in Form Kombinatorischer Auktionen 70
5.1 Vorauktionsphase 74
5.2 Auktionsphase 75
5.2.1 Flughafeninterne Slotauktionen 79
5.2.2 Flughafenübergreifende Slotauktionen 81
5.3 Nachauktionsphase 83
6. Diskussion 83
6.1 Auktionen als Slotallokationsmechanismen 84
6.2 Kombinatorischen Auktionen als Slotallokationsmechanismen 88
7. Zusammenfassung 93
Anhang 95
Literaturverzeichnis 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

eine Auktion relevant, können sie mehrdimensional dargestellt und in der Auktion berücksichtigt werden. In einer Verkaufsauktion würde das so aussehen, dass sich ein Gebot nicht unbedingt ausschließlich aus dem Gebotpreis, sondern auch noch anderen Faktoren zusammensetzen könnte. Damit würden die Gebotszuschläge in Abhängigkeit von der Kombination der unterschiedlichen Attribute vergeben werden. Bei quantitativ zu bewertenden Eigenschaften könnte eine Gewichtung dieser Eigenschaften durchgeführt werden und die daraus entstandene Summe den Gebotwert darstellen. In einer Beschaffungsauktion könnte das angebotene Objekt mehrere Eigenschaften aufweisen. Im Beispiel der Transportbörse wäre es möglich, dass beim Angebot einer Transportdienstleistung nicht nur der monetäre Wert der Dienstleistung von Bedeutung ist, sondern auch die qualitativen Aspekte, wie beispielsweise die Pünktlichkeit, der Marktanteil und die Erfahrungen des Transportdienstleisters. [...]

Alle zuvor vorgestellten Auktionen wurden für den klassischen Fall beschrieben, bei dem ein Auktionator als Anbieter auftritt und an mehrere Bieter, die ihrerseits als Nachfrager auftreten, die Objekte zur Versteigerung anbietet. Demzufolge handelt es sich bei diesen Auktionen um sog. Verkaufsauktionen (engl. Forward Auctions). Andere Formen von Auktionen sind jedoch auch denkbar.226 So existieren auch die sog. Beschaffungsauktionen (engl. Reverse Auctions), bei denen der Auktionator als Nachfrager der Auktionsgegenstände auftritt. In diesen Auktionen sind es die Bieter, die als Anbieter von den Objekten auftreten. Ein Beispiel dafür bilden die Transportbörsen, bei denen der Nachfrager einen Transportauftrag aufgibt. Die Transportunternehmen ihrerseits geben ihre Gebote ab, anhand von denen es ersichtlich wird, für welchen Preis sie diesen Auftrag übernehmen würden. Den grundsätzlichen Unterschied zu den Verkaufsauktionen bildet in diesen Auktionen die Tatsache, dass die Bieter mit den niedrigsten Geboten den Zuschlag erhalten. Eine weitere Variante bilden die Zweiseitigen Auktionen (engl. Double Auctions). Bei diesen Auktionen existieren jeweils mehrere Anbieter und Nachfrager (A>1, B>1). Häufig ist sogar der Fall zu beobachten, dass die Teilnehmer dieser Auktionen sowohl als Anbieter der Objekte, wie auch als Nachfrager auftreten können.227 Eine besondere Auktionsvariante bilden die Multiattributiven Auktionen.228 Ein Gebot an sich oder auch das angebotene Objekt kann mehrere Attribute aufweisen. Sind diese für [...]

binatorischer Auktionen für Beschaffungs- und Ressourcenallokationsprozesse zunehmend an Bedeutung.219 Bei dem ersten Auktionstyp, der hier vorgestellt wird, handelt es sich um eine einstufige, verdeckte Auktion. Die als Vickrey-Clarke-Groves-Auktion bekannte Auktionsform, ist eine auf multiple und heterogene Objekte verallgemeinerte Form der Vickrey-Auktion.220 Die Bieter bewerten alle möglichen Kombinationen von Objekten und geben ihre Gebote in Form von ganzen Gebotvektoren ab. Die Bündelgebote eines jeden Bieters schließen sich dabei gegenseitig aus. Nach der Auktionsrunde werden diejenigen Gebote bestimmt, die den Zuschlag erhalten. Die Gewinner der Auktion zahlen die Opportunitätskosten; diese setzen sich aus dem eigenen Gebotspreis, abzüglich des durch die Teilnahme des Bieters an der Auktion erbrachten zusätzlichen Mehrerlöses.221 Eine weitere Variante der Kombinatorischen Auktionen ist die verdeckte einstufige Höchstpreis-222 bzw. passender ausgedrückt eine Pay-as-Bid-Kombinatorische-Auktion. Alle Bündelgebote werden bis zu einem festgelegten Zeitpunkt übermittelt. Die Bieter, deren Gebote in der erlösmaximierenden Kombination von Geboten enthalten sind, erhalten den Zuschlag und zahlen den gebotenen Preis. Die Simultane Mehrstufige Auktion wurde durch die Zulassung von Bündelgeboten zur einer Simultanen Mehrstufigen Auktion mit Bündelgeboten (engl. Simultaneous Ascending Auction with Package Bidding) erweitert.223 Die Auktionsabläufe ähneln einander, außer einigen, im Folgenden zu erläuternden Aspekten. Die Bieter können Gebote für ganze Objektbündel abgeben. Nach jeder Auktionsrunde werden die, sich in der aktuell bestimmten erlösmaximierenden Kombination enthaltenden, vorläufigen Höchstgebote für die Objektbündel ermittelt und damit die neuen Mindestpreise festgelegt. Das Besondere an dieser Auktion ist, dass die Gebote, die vorläufig nicht als Höchstgebote anerkannt wurden, in einer späteren Runde als eben solche anerkannt werden können.224 Damit können in späteren Runden auf Grund einer neuen, erlösträchtigeren Allokation der Objekte folglich die Preise der einzelnen Objekte auch wieder sinken. Die Auktion wird beendet, wenn keine neuen Gebote mehr abgegeben werden. [...]

Arbeit zitieren:
Walkiewicz, Katarzyna Oktober 2004: Kombinatorische Auktionen zur Lösung der Slotproblematik im Zeitalter der Hub-and-Spoke-Netzwerke von Airlines, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Auktion, Slot, Fluggesellschaft, Landerecht, Startrecht

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