Kognitionen bei Patienten mit somatoformen Störungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Irene Schwab
- Abgabedatum: April 1999
- Umfang: 161 Seiten
- Dateigröße: 7,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Paris-Lodron-Universität Salzburg Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4173-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4173-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4173-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schwab, Irene April 1999: Kognitionen bei Patienten mit somatoformen Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Störung, somatoform, Kognition, klinisch
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Diplomarbeit von Irene Schwab
Einleitung:
Störungen, die nicht ausreichend auf eine organische Ursache zurückzuführen sind, treten sowohl bei Patienten von Allgemeinärzten, als auch in Krankenhäusern sehr oft auf. Laut verschiedenen Studien schwanken die Angaben zwischen 25 bis 75% bei Patienten von Allgemeinärzten (z. B. Katon, Ries & Kleinmann, 1984) und bei ca. 30% in Krankenhäusern (z.B. Kirmayer & Robbins, 1991). Die Betroffenen suchen - da sie der Überzeugung sind, eine organische Krankheit zu haben - häufig Ärzte und Krankenhäuser auf, was dazu führt, daß bei ihnen unnötige bzw. mehrfache Untersuchungen, falsche Diagnosen bis hin zu überflüssigen Operationen durchgeführt werden. Daraus ergeben sich neben enormen Kosten für das Gesundheitssystem auch - bei richtiger Behandlung vermeidbare - Folgeschäden für die Patienten.
Neben den diagnostisch relevanten somatoformen Symptomen sind die Erkrankungen durch kognitive, affektive, verhaltensbezogene und soziale Aspekte gekennzeichnet. Ziel der Arbeit war es, Kognitionen bei Patienten mit somatoformen Störungen näher zu erforschen. Kognitionen sind bei anderen psychischen Störungen, z.B. Depressionen, Angst und Sucht schon gut erforscht. Es sollten dysfunktionale Einstellungen, Denkweisen und Bewertungen bei somatisierenden Patienten genauer untersucht werden, da inadäquate Kognitionen bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung der verschiedenen psychischen Störungen - so auch des Somatisierungssyndroms - eine wichtige Rolle spielen und Kognitionen im Zuge somatoformer Störungen noch nicht so umfassend untersucht wurden wie beispielsweise bei den oben genannten psychischen Störungen.
Zur Feststellung der dysfunktionalen Kognitionen wurde der „Fragebogen zu Körper und Gesundheit“ (FKG) eingesetzt. Der Fragebogen wurde von insgesamt 85 zur stationären Behandlung aufgenommenen Patienten der medizinisch-psychosomatischen Klinik Roseneck ausgefüllt. Die 85 Patienten wurden mittels SSI-8 Kriterium in Experimental- und Kontrollgruppe aufgeteilt und bezüglich der fünf Skalen des FKG miteinander verglichen. Weiters wurden die mit dem „Fragebogen zu Körper und Gesundheit“ (FKG) erhobenen Kognitionen mit anderen wichtigen Aspekten (Anzahl der Krankheitstage, Rente, Anzahl der Konsultationen bei Behandlern, Einschränkungen bei üblichen Alltagstätigkeiten, Bettlägrigkeit, Medikamenteneinnahme, Depression, Lebensqualität) somatoformer Störungen in Beziehung gesetzt.
Screeningphase: Zu Beginn des stationären Aufenthalts wurde allen Patienten der ausgewählten Stationen der Fragebogen SOMS-2 (Screening für Somatoforme Störungen) vorgelegt. Die Versuchspersonen mußten mindestens 8 Symptome im SOMS-2 bejaht haben, um in die Untersuchungsstichprobe aufgenommen werden zu können.
Erster Teil des Interviews: Mit den Patienten wurde das Interviewverfahren SDS (Somatoform Disorders Schedule) zur Diagnostik somatoformer Störungen und das Mini-Dips (Diagnostischen Interview Psychischer Störungen, Kurzform) zur Abklärung weiterer psychischer Störungen durchgeführt.
Fragebogenbearbeitung durch die Patienten: Fragebogen zu Körper und Gesundheit (FKG), Beck Depressions Inventar (BDI).
Zweiter Teil des Interviews: Dieser Interviewteil enthielt Interviewverfahren zu folgenden Bereichen: Lebensqualität, Problemlösestil, Kognitionen, Therapieziele.
Die Daten wurden mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS ausgewertet. Je nach Hypothese wurde entweder ein t-Test für unabhängige Stichproben verwendet oder eine Produkt-Moment-Korrelation nach Pearson berechnet.
Gang der Untersuchung:
Der theoretische Teil der Arbeit gliedert sich in 1. Einleitung, 2. Somatoforme Störungen und 3. Kognitionen. Im Kapitel Somatoforme Störungen wird zuerst ein Überblick über die Klassifikation und Diagnostik somatoformer Störungen gegeben. Weiters wird in diesem Kapitel der Frage nachgegangen, ob es sich bei Hypochondrie um eine somatoforme Störung handelt. Danach wird den kognitiven, affektiven und verhaltensbezogenen Aspekten somatoformer Störungen Raum gewidmet, bevor auf den Verlauf dieser Störungen eingegangen wird. Das Kapitel Kognitionen beginnt mit der näheren Darstellung der Zusammenhänge zwischen Kognitionen und Emotionen sowie zwischen Kognitionen und Verhalten, wobei hier vor allem auf das Krankheitsverhalten eingegangen wird. Das Kapitel Kognitionen beschäftigt sich in weiterer Folge noch mit den spezifischen Wahrnehmungs- und Bewertungsstilen bei Patienten mit somatoformen Störungen, der somatosensorischen Verstärkung, dem kognitiv-verhaltensbezogenen Modell von Warwick, der Betonung von Kognitionen in Therapieansätzen somatoformer Störungen und speziell Kognitionen bei somatoformen Störungen.
Der empirische Teil gliedert sich in 4. Fragestellung und Hypothesen, 5. Methodik, 6. Ergebnisse und 7. Diskussion der Ergebnisse. Im Kapitel Methodik werden Forschungsdesign, Stichprobe, Experimental- und Kontrollgruppe sowie Materialien näher erläutert. Im Rahmen der Ergebnisse werden zuerst die Resultate, die sich aus der Überprüfung der Haupthypothese ergeben haben, dargestellt, danach die Ergebnisse der Überprüfung der Nebenhypothesen. Im 7. Kapitel Diskussion der Ergebnisse wird zuerst die Versuchsplanung kritisch diskutiert, danach werden die Ergebnisse der einzelnen Fragestellungen ausführlich analysiert.
Es wäre aus vielen Gründen nötig, die Erkenntnisse über somatoforme Störungen zu vergrößern und gleichzeitig diese Erkenntnisse einer breiteren Bevölkerungsschicht, vor allem Ärzten und Therapeuten, näherzubringen. So kann aus einem Erkenntniszuwachs mehr Verständnis und Geduld für diese Patienten resultieren, und die Belastungen für das Gesundheitswesen würden verringert. Der wichtigste Aspekt besteht aber darin, durch neue Erkenntnisse die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, um so für die Patienten effizientere Hilfe zu erzielen. Diese Arbeit sollte ein kleiner Beitrag zur Erweiterung des Wissens über somatoforme Störungen sein.
Aus den vielfältigen Beziehungen zwischen Kognitionen bei Patienten mit somatoformen Störungen und anderen relevanten Aspekten im Rahmen dieser Störungsgruppe, läßt sich schließen, daß in diesem Bereich weitere empirische Forschungen nötig wären, um diese vielfältigen bzw. komplexen Beziehungen zwischen Kognitionsaspekten und anderen Aspekten somatoformer Störungen näher zu explorieren bzw. in weiterer Folge diese Erkenntnisse in die Therapie somatoformer Störungen zu integrieren.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | THEORETISCHER TEIL | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Somatoforme Störungen | 4 |
| 2.1 | Klassifikation und Diagnostik somatoformer Störungen | 4 |
| 2.1.1 | Historische Wurzeln (Rief & Hiller, 1992) | 4 |
| 2.1.2 | Klassifikation somatoformer Störungen nach DSM-IV | 4 |
| 2.1.3 | Klassifikation somatoformer Störungen nach ICD-10 | 6 |
| 2.1.4 | Probleme bei der Klassifikation und Diagnostik somatoformer Störungen | 8 |
| 2.2 | Ist Hypochondrie eine somatoforme Störung? | 10 |
| 2.3 | Kognitive, affektive und verhaltensbezogene Aspekte somatoformer Störungen | 11 |
| 2.4 | Risikofaktoren somatoformer Störungen | 14 |
| 2.4.1 | Genetische Prädisposition und soziodemographische Risikofaktoren | 14 |
| 2.4.2 | Epidemiologische Risikofaktoren | 14 |
| 2.4.3 | Selbstbeobachtung, verstärkte Wahrnehmung von Körperprozessen und selektive Aufmerksamkeit | 15 |
| 2.4.4 | Traumatische Erlebnisse | 15 |
| 2.4.5 | Reizarme Umgebungsbedingungen und erhöhte psychophysiologische Reaktivität | 16 |
| 2.4.6 | Lernerfahrungen | 17 |
| 2.4.7 | Prädisponierende Persönlichkeitszüge | 18 |
| 2.5 | Komorbidität von somatoformen Störungen | 19 |
| 2.5.1 | Komorbidität mit Achse-I-Störungen | 19 |
| 2.5.2 | Komorbidität mit Persönlichkeitsstörungen (Achse II) | 20 |
| 2.5.3 | Komorbidität und Therapieerfolg | 20 |
| 2.6 | Verlauf somatoformer Störungen | 21 |
| 2.6.1 | Einfluß von Therapien auf den Verlauf somatoformer Störungen | 22 |
| 3. | Kognitionen | 24 |
| 3.1 | Zusammenhang zwischen Kognitionen und Emotionen | 24 |
| 3.2 | Zusammenhang zwischen Kognitionen und Verhalten (Krankheitsverhalten) | 26 |
| 3.3 | Spezifische Wahrnehmungs- und Bewertungsstile bei Patienten mit somatoformen Störungen | 29 |
| 3.3.1 | „Somatosensory amplification“ (somatosensorische Verstärkung) | 29 |
| 3.3.2 | Das kognitiv-verhaltensbezogene Modell von Warwick | 31 |
| 3.4 | Betonung von Kognitionen in Therapieansätzen somatoformer Störungen | 33 |
| 3.5 | Kognitionen bei somatoformen Störungen | 36 |
| II. | EMPIRISCHER TEIL | |
| 4. | Fragestellung und Hypothesen | 39 |
| 4.1 | Fragestellung | 39 |
| 4.2 | Hypothesen | 40 |
| 4.2.1 | Haupthypothese | 40 |
| 4.2.2 | Nebenhypothesen | 41 |
| 5. | Methodik | 49 |
| 5.1 | Forschungsdesign | 49 |
| 5.2 | Stichprobe | 50 |
| 5.2.1 | Selektion und Rekrutierung der Stichprobe | 50 |
| 5.2.2 | Beschreibung der Stichprobe | 51 |
| 5.3 | Untersuchungsablauf | 51 |
| 5.4 | Experimental- und Kontrollgruppe | 54 |
| 5.4.1 | Aufteilung in Experimental- und Kontrollgruppe | 54 |
| 5.4.2 | Beschreibung der Experimental- und Kontrollgruppe | 54 |
| 5.5 | Materialien | 57 |
| 5.5.1 | Screening für Somatoforme Störungen (SOMS) | 57 |
| 5.5.2 | Internationale Diagnosen Checklisten (IDCL) | 58 |
| 5.5.3 | Somatoform Disorders Schedule (SDS) | 59 |
| 5.5.4 | Diagnostisches Kurz-Interview Psychischer Störungen (Mini-DIPS) | 60 |
| 5.5.5 | Fragebogen zu Körper und Gesundheit (FKG) | 60 |
| 5.5.6 | Beck Depressions Inventar (BDI) | 62 |
| 5.5.7 | World Health Organization Quality Of Life-Meßinstrument, Kurzform (WHOQOL-BREF) | 63 |
| 6. | Ergebnisse | 64 |
| 6.1 | Dysfunktionalität der Kognitionen und Somatisierungssyndrom SSI-8 | 64 |
| 6.1.1 | Itemanalyse, Testüberprüfung | 65 |
| 6.2 | Ergebnisse der Überprüfung der Nebenhypothesen | 67 |
| 6.2.1 | Zusammenhang zwischen Kognitionen und Krankheitstagen sowie Unterschiede hinsichtlich Kognitionen im Zusammenhang mit Berentung | 67 |
| 6.2.2 | Kognitionen und Aspekte des Krankheitsverhaltens | 68 |
| 6.2.3 | Kognitionen und Selbsteinschätzung des eigenen Gesundheitszustandes bzw.Unterschiede hinsichtlich Kognitionen zwischen der Einschätzung kränklich versus nicht kränklich zu sein | 70 |
| 6.2.4 | Kognitionen und affektive Störungen | 70 |
| 6.2.5 | Kognitionen und Lebensqualität | 70 |
| 7. | Diskussion der Ergebnisse | 72 |
| 7.1 | Kritische Diskussion der Versuchsplanung | 72 |
| 7.2 | Dysfunktionalität der Kognitionen und Somatisierungssyndrom SSI-8 | 72 |
| 7.3 | Kognitionen, Krankheitstage, Berentung | 83 |
| 7.4 | Kognitionen und Krankheitsverhalten | 85 |
| 7.5 | Kognitionen, Selbsteinschätzung des eigenen Gesundheitszustandes, Einschätzung kränklich versus nicht kränklich zu sein | 88 |
| 7.6 | Kognitionen und affektive Störungen | 89 |
| 7.7 | Kognitionen und Lebensqualität | 90 |
| 8. | Zusammenfassung | 92 |
| III. | LITERATURVERZEICHNIS | 94 |
| IV. | ANHANG | 106 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832441739
Arbeit zitieren:
Schwab, Irene April 1999: Kognitionen bei Patienten mit somatoformen Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Störung, somatoform, Kognition, klinisch



