Körperkultur
Die soziale Inszenierung des Körpers in der modernen Gesellschaft
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carolin Dietz
- Abgabedatum: Februar 1994
- Umfang: 142 Seiten
- Dateigröße: 10,8 MB
- Note: 2,1
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0581-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0581-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0581-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietz, Carolin Februar 1994: Körperkultur, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Der nackte Körper in der Werbung, Kleidung + Mode, Körper als Träger der Identität + Medium der Kommunikation, Körperlichkeit + Nacktheit in ausgewählten Zeitepochen, Machbarkeit + Körperlichkeit z.B. Bodybuilding
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Diplomarbeit von Carolin Dietz
Einleitung:Der Körper ist nicht nur ein biologisches Instrument, sondern er ist auch Ausdruck und Interpret sozialer Verhältnisse, die in einer Gesellschaft zu finden sind. Eine Soziologie des Körpers strebt danach die natürlichen, d.h. biologisch gebundenen Körperabläufe mit der gesellschaftlichen Zeit bzw. den gesellschaftlichen Raum in Verbindung zu bringen und die sozialen Antworten, Reaktionen, Bewertungen auf bestimmte körperliche Erscheinungen in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen. Zentrales Anliegen dieser Studie ist dabei das die Einstellung der Menschen zu ihren Körpern an soziale Faktoren und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen gebunden sind. Man kann daher nicht vom Körper (aus soziologischer Perspektive) sprechen, ohne die Zeit- und Raumdimension zu berücksichtigen.
In dieser Untersuchung soll die soziologische Verbindung von Körperlichkeit und gesellschaftlichen Wandel im Mittelpunkt stehen.
Die Moderne/Postmoderne (d.h. die Industriegesellschaft am Ausgang des 20. Jahr-hunderts) hat eine ambivalente Einstellung zum Körper. Auf der einen Seite wird er mit all seinen Ausdrücken und Abläufen betont (z.B. in Mode, Kosmetik, Sport), die Schamgrenze der Menschen scheint merklich herabgesetzt zu sein (in den Medien erscheinen immer mehr entblößte Menschen, Nacktbaden und Nacktsonnen in öffentlichen Parks haben sich etabliert und gehören zum festen Bestandteil einer Körperkultur der Moderne). Andererseits wird der Körper auch verdrängt und an den gesellschaftlichen Rand gedrängt. Kranke, alte, häßliche, behinderte Körper werden aus dem sozialen Geschehen teilweise verbannt. Krankheit, Sterben und Tod gehören zu den tabuisierten Themen der modernen, auf Leistung getrimmten Industriegesellschaft. Die Bewertung des Körpers ist immer geschichts- und sozialabhängig. Deshalb kommt das Körperthema nicht nur im Hinblick auf die gegenwärtige moderne Gesellschaft zur Sprache, sondern auch unter dem Aspekt der historischen Vergangenheit. In jeder Zeitepoche spielte der Körper eine andere Rolle, er wurde unterschiedlich thematisiert, bewertet und dargestellt.
Gang der Untersuchung:
Im ersten Teil der Arbeit steht der Identitätsbegriff der Arbeit im Vordergrund, da der Körper Träger der menschlichen Identität ist (1. Kapitel). Mit Hilfe der wichtigsten Schamtheorien soll gezeigt werden, wie ausgewählte Autoren (Havelock Ellis, Georg Simmel, Sigmund Freud, Max Scheler, Norber Elias) schamhaft bzw. schamlose Verhaltensweisen als Formen körperlicher Ausdrucksarten interpretiert und bewertet haben (2. Kapitel). Im 3. Teil erfolgt eine Analyse des Körpers in der Geschichte. Dabei können hier nur einige Zeitepochen (Antike, Mittelalter, aufkommende Industriegesellschaft und Nationalsozialismus) beispielhaft erwähnt werden (3. Kapitel). Die Einstellung der Menschen zu ihren Körpern ist jedoch nicht von der historischen Epoche abhängig, sondern auch von der biologischen Konstante in Form von Alter und Geschlecht (4. Kapitel). Im letzten Teil der Arbeit wird ausdrücklich die Verbindung des Körpers mit der modernen Lebenswelt exemplarisch betont. Der moderne Körper inszeniert sich durch Kleidung und Mode, Sport und Fitness, Medien und Werbung, er vermittelt den Eindruck, daß er selbst machbar ist (5. Kapitel).
Inhaltsverzeichnis:
| 0. | Vorbemerkung | [1] |
| 1. | Der Körper als Träger der Identität und als Medium der Kommunikation | 4 |
| 2. | Scham und Schamgefühl als körpergebundene Regungen des Menschen | 7 |
| 2.1. | Havelock Ellis - Schamgefühl und instinktive Furcht | 7 |
| 2.2. | Georg Simmel - Die Psychologie der Scham | 11 |
| 2.3. | Sigmund Freud - Schamgefühl und Sexualhemmung | 15 |
| 2.4. | Max Scheler - Das geschlechtliche Schamgefühl und seine Funktionen | 17 |
| 2.5. | Norbert Elias - Der Prozeß der Zivilisation | 21 |
| 3. | Körperlichkeit und Nacktheit in ausgewählten Zeitepochen | 28 |
| 3.1. | Die Antike | 28 |
| 3.1.1. | Der antike Mensch und sein Verhältnis zum Körper | 30 |
| 3.1.2. | Der antike Sport | 30 |
| 3.2. | Das Mittelalter | 32 |
| 3.2.1. | Christentum und Körperlichkeit | 32 |
| 3.2.2. | Das Badewesen als Ausdruck der Bürgerlichkeit | 34 |
| 3.3. | Die aufkommende Industriegesellschaft | 36 |
| 3.3.1. | Das verlängerte Leben | 36 |
| 3.3.2. | Körper und Arbeit | 39 |
| 3.4. | Die Freikörperkultur | 41 |
| 3.4.1. | Die Anfänge der Freikörperkultur und die Idee der Nacktheit | 41 |
| 3.4.2. | Sozialistisch-proletarische Freikörperkultur | 44 |
| 3.4.3. | Das Ende der Freikörperkulturbewegung und die nationalsozialistische Zeit | 45 |
| 3.5. | Der Nationalsozialismus | 46 |
| 3.5.1. | Arische und kerngesunde Körper | 46 |
| 3.5.2. | Idealisierte Körperlichkeit in der Kunst | 49 |
| 3.6. | Die historische Auf- und Abwertung des Körpers: ein Fazit | 51 |
| 4. | Geschlechtsspezifisches Körperverständnis | 53 |
| 4.1. | Der weibliche Körper | 53 |
| 4.2. | Der männliche Körper | 57 |
| 5. | Körperlichkeit und modernes Lebensgefühl | 59 |
| 5.1. | Modernität und Urbanität | 59 |
| 5.2. | Kleidung und Mode | 64 |
| 5.2.1. | Die Funktionen der Mode | 64 |
| 5.2.2. | Schmuck als demonstrative Auszeichnung am Körper | 70 |
| 5.2.3. | Ausgewählte Kennzeichen der Mode in der Moderne: Markenimage und Sportlichkeit | 73 |
| 5.3. | Der sportive und dynamische Körper | 76 |
| 5.3.1. | Freizeit in der modernen Industriegesellschaft | 76 |
| 5.3.2. | Sport und körperliche Leistung | 80 |
| 5.4. | Machbarkeit und Körperlichkeit | 84 |
| 5.4.1. | Bodybuilding - Der kraftvolle und gezüchtete Körper | 84 |
| 5.4.2. | Kosmetik und Schönheit - Der ideale Körper | 90 |
| 5.4.3. | .Fortpflanzungsmedizin - Vom unfruchtbaren zum fruchtbaren Körper | 94 |
| 5.5. | Der nackte Körper als erotisches Instrument in der Werbung | 98 |
| 5.5.1. | Die Werbebotschaft des Körpers | 98 |
| 5.5.2. | Die entblößte Frau | 99 |
| 5.5.3. | Pure Männlichkeit | 101 |
| 5.6. | Der enttabuisierte und schamlose Körper im Zivilisationsprozeß | 103 |
| 6. | Schlußbetrachtung | 106 |
| Anhang | ||
| Literaturverzeichnis | ||
| Abbildungen | ||
| Ehrenwörtliche Erklärung |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832405816
Arbeit zitieren:
Dietz, Carolin Februar 1994: Körperkultur, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Der nackte Körper in der Werbung, Kleidung + Mode, Körper als Träger der Identität + Medium der Kommunikation, Körperlichkeit + Nacktheit in ausgewählten Zeitepochen, Machbarkeit + Körperlichkeit z.B. Bodybuilding



