Knowledge EcoSystems
Studie der Anforderungen von Großkonzernen an Knowledge-EcoSystems und ein Lösungsvorschlag für eine softwareagentenbasierte Hybridlösung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Denis Bauer
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 130 Seiten
- Dateigröße: 2,1 MB
- Note: 1,4
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Villingen-Schwenningen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4430-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4430-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4430-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bauer, Denis Juli 2001: Knowledge EcoSystems, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Collaboration, Communities, Grpupeware, Knowledge Management, Wissensmanagement
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Diplomarbeit von Denis Bauer
Einleitung:
In einer Welt, gekennzeichnet durch immer kürzere Innovationszyklen und sich ständig verkleinernden Halbwertszeiten von Erfahrung und Wissen, wird es immer schwieriger und zeitraubender, aus der Vielzahl von gerade online verfügbaren Informationen, die richtige Antwort dann zu erhalten, wenn ein Problem zu lösen ist. Dieser Problematik widmet sich die Wissenschaft seit geraumer Zeit unter dem Begriff Knowledge Management. Bei der IT-seitigen Betrachtung des Themas, welche die Basis für die vorliegende Arbeit ist, zeichnet sich ein Wandel in der Betrachtungsweise von „strukturierten Ablagesystemen“ hin zu komplexeren Lösungen ab, wobei unklar ist, welche Anforderungen an Produkte in Zukunft gestellt werden.
Deshalb sollen durch diese Arbeit ausgehend von den klassischen Komponenten des Knowledge Management, bestehenden Trends und Gesprächen mit Experten Thesen aufgestellt werden, welche die Zukunft prognostizieren. Diese sollen anhand einer Studie belegt werden, an der 16 multinationale Konzerne teilgenommen haben. Diese Thesen betreffen die Entwicklung des Knowledge Management-Marktes und die zukünftigen Produktentwicklungen zur besseren Lösung der Knowledge Management-Problematik. Auf dieser Basis wird ein Produktvorschlag erarbeitet.
Laut verschiedenen Studien von IDC und den Einschätzungen der untersuchten Unternehmen ist der Markt noch in der Wachstumsphase und vervielfacht sich in Zukunft. Trotzdem lassen sich schon jetzt erste Konsolidierungen wahrnehmen, die sich durch Firmenübernahmen bemerkbar machen.
Das Szenario eines Knowledge EcoSystems, welches die stärkere Vernetzung von Unternehmen untereinander und mit sonstigen Einheiten, wie Expertenmarktplätze im Internet, vertikalen und horizontalen Portalen, in der Wissensgesellschaft widerspiegelt, erscheint auf Grund der Studie wahrscheinlich.
Neben den Thesen lässt sich bez. der Organisationsstruktur der Unternehmen eine zunehmende Zentralisierung der Knowledge Management-Aktivitäten in eigenen Abteilungen feststellen.
Die Arbeit richtet sich in erster Linie an Verantwortliche für Knowledge Management in Großkonzernen, die zum einen den Status im eigenen Unternehmen mit den geschilderten Beispielen aus anderen Unternehmen vergleichen können und damit Anregungen für zukünftige Veränderungen erhalten. Auf der anderen Seite kann aus der Produktpositionierung sowohl ein Überblick über bereits existierende Anbieter gewonnen werden und darüber hinaus ein Eindruck von zu erwartenden Fähigkeiten von Softwarelösungen gewonnen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Problemstellung und Vorgehensweise | 1 |
| 1.1 | Problem | 1 |
| 1.2 | Ziel | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Bisherige Vorgehensweise beim und Thesen zur Entwicklung des Knowledge Managements | 4 |
| 2.1 | Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen | 4 |
| 2.1.1 | Zeichen, Daten, Informationen und Wissen | 4 |
| 2.1.2 | Knowledge Management | 7 |
| 2.1.3 | Portal, Community und Marktplatz | 8 |
| 2.1.4 | Softwareagenten | 11 |
| 2.2 | Klassische Komponenten des Knowledge Management | 12 |
| 2.2.1 | Groupware | 12 |
| 2.2.2 | Document Management | 14 |
| 2.2.3 | Information Retrieval | 15 |
| 2.2.4 | Collaboration/ Community | 17 |
| 2.3 | Aufbau der Thesen | 19 |
| 2.4 | Zukünftige Veränderungen im Markt des Knowledge Management | 20 |
| 2.4.1 | Entwicklung einer Standardsoftware | 20 |
| 2.4.2 | Wachstum im Marktvolumen | 21 |
| 2.4.3 | Veränderung der Marktstruktur | 23 |
| 2.4.4 | Knowledge EcoSystem | 25 |
| 2.5 | Zukünftige Trends von Knowledge Management-Produkten | 27 |
| 2.5.1 | Integration der vorhandenen Software (Hybrid-Lösung) | 27 |
| 2.5.2 | Personalisierung des Userinterfaces | 29 |
| 2.5.3 | Incentivierung der Experten | 31 |
| 2.5.4 | Integration externer Experten | 34 |
| 2.5.5 | Interoperabilität durch offene Standards | 35 |
| 2.5.6 | Zugriffsrechte und Datensicherheit | 36 |
| 3. | Studie der Knowledge Management-Aktivitäten innerhalb von Konzernen | 38 |
| 3.1 | Datenerhebung und Auswertung | 38 |
| 3.2 | Stellenwert existierender Knowledge Management-Produkte | 41 |
| 3.2.1 | Groupware | 41 |
| 3.2.2 | Document Management | 42 |
| 3.2.3 | Information Retrieval | 44 |
| 3.2.4 | Collaboration/Community | 45 |
| 3.3 | Einschätzungen der Marktveränderungen | 46 |
| 3.3.1 | Entwicklung einer Standardsoftware | 46 |
| 3.3.2 | Wachstum im Marktvolumen | 48 |
| 3.3.3 | Veränderung der Marktstruktur | 49 |
| 3.3.4 | Knowledge EcoSystem | 51 |
| 3.4 | Anforderungen an nutzenoptimale Knowledge Management-Lösungen | 54 |
| 3.4.1 | Integration der vorhandenen Software (Hybrid-Lösung) | 54 |
| 3.4.2 | Personalisierung des Userinterfaces | 56 |
| 3.4.3 | Incentivierung der Experten | 58 |
| 3.4.4 | Integration externer Experten | 59 |
| 3.4.5 | Interoperabilität durch offene Standards | 61 |
| 3.4.6 | Zugriffsrechte und Datensicherheit | 62 |
| 3.5 | Entwicklungen in den Unternehmen | 64 |
| 3.5.1 | Zentralisierung der Knowledge Management-Aktivitäten | 64 |
| 3.5.2 | Knowledge Management-Visionen der Unternehmen | 66 |
| 3.5.3 | Ziele der Unternehmen | 67 |
| 3.5.4 | Resultate der Unternehmen | 68 |
| 3.5.5 | Probleme der Unternehmen | 69 |
| 3.6 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 71 |
| 4. | Produktpositionierung einer zukünftigen Hybridlösung | 72 |
| 4.1 | Wettbewerbsanalyse Knowledge Management- Produkte | 72 |
| 4.1.1 | Lotus | 72 |
| 4.1.2 | Open Text | 75 |
| 4.1.3 | Hyperwave | 77 |
| 4.1.4 | Autonomy | 79 |
| 4.1.5 | knowledgepark | 82 |
| 4.1.6 | Intraspect | 83 |
| 4.1.7 | Weitere Firmen | 86 |
| 4.2 | Produktgestaltung für living knowledge | 88 |
| 4.2.1 | Systemarchitektur | 88 |
| 4.2.2 | Prozessabläufe | 90 |
| 4.3 | Unique Selling Proposition | 92 |
| 4.3.1 | Softwareagenten | 92 |
| 4.3.2 | Hybridlösung | 92 |
| 4.3.3 | Out-of-the-Box-Lösung | 93 |
| 4.3.4 | EcoSystem | 94 |
| 5. | Resümee | 95 |
| 6. | Anhang | 96 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 107 |
These: Die Komplexität für Zugriffsrechte und Datensicherheit nimmt durch steigende Vernetzung zu und verdeutlicht die zusätzliche Aufgabe des Knowledge Management, Regeln und Grenzen des Wissenstransfers zu setzen. In gleichem Maße wie die Vernetzung der einzelnen Teilnehmer im Knowledge Management-Prozess einer Firma ansteigt, nimmt auch die Bedeutung von expliziten Zugriffsrechten und Rollen zu. „Collaborating with a multitude of trading partners--including some competitors-requires firm ground rules and protocols. … When applied to a supply chain or value chain, a KM program helps establish what knowledge is to be shared between which partners, as well as the best way to transfer knowledge across networks, to the benefit of the overall community and individual members.”65 Daraus wird eine weitere zentrale Aufgabe des Knowledge Management deutlich: Nicht nur die Schaffung des Rahmens für eine teilungsfreudige Wissensgesellschaft im Unternehmen, sondern auch das Definieren von Regeln und Grenzen des Wissenstransfers. Deutlich wird bei einer Vernetzung der einzelnen Abteilungen des Unternehmens, dass eine zentrale Koordination der Knowledge Management-Aktivitäten notwendig wird, um somit die Qualität und die Konsistenz der Informationen zu gewährleisten. Aus der Sicht der Mitarbeiter hat Datensicherheit auch einen völlig anderen Stellenwert, wenn es um die eigenen Informationen geht. Sobald ein Unternehmen verstärkt Wissensprofile der eigenen Mitarbeiter anlegt und Zugriffe auf Daten auswertet, um die Profile zu verfeinern, werden insbesondere in Deutschland von Seiten der Arbeitnehmervertretung auch Fragen nach dem Eigentum der Informationen, der Art der Verwendung und Weitergabe laut. Dabei kann es aus Unternehmenssicht lediglich als Lösung die völlige Transparenz der abgespeicherten Daten und die Offenlegung aller Prozesse bei der Datennutzung geben, um das potenziell entstehende Misstrauen der Mitarbeiter im Ansatz zurückzuweisen. [...]
These: Die Interoperabilität einzelner Knowledge Management-Lösungen erfordert die Definition und Einhaltung offener Standards. Um eine Vernetzung der Knowledge Management-Software mit bestehenden Systemen einerseits und mit Lösungen anderer Unternehmen andererseits überhaupt zu ermöglichen, sind ein einheitliches Datenaustauschformat und festgelegte Schnittstellen notwendig. “Increasingly, a company’s software must exchange information with the proprietary applications of the company’s trading partners. Extensible markup language (XML) is taking over from electronic data interchange (EDI) as the technology that powers this type of business-to-business collaboration.”63 Die zunehmende Verbreitung des Standards XML, der Einzug in nahezu alle wichtigen Unternehmenslösungen hält, und die Entwicklung von Produkten wie Microsoft BizTalk-Server, die eine Verknüpfung der Stammdaten verschiedener IT-Systeme ermöglichen, unterstützen die Möglichkeit der Vernetzung einzelner ITInsellösungen zu komplexen Systemen. Durch begleitende Initiativen wie biztalk64, die branchenspezifische XML-Standards festlegen, soll die Möglichkeit eines einheitlichen Daten- und Dokumentenaustausches innerhalb des Unternehmens und über Unternehmensgrenzen hinweg, beispielsweise über das Internet, geschaffen werden. Neben der Vernetzung verschiedener IT-Systeme spielt Mobilität, und damit die Anbindung unterschiedlicher Zugriffsgeräte, eine entscheidende Rolle. Dabei kann auf eine Reihe etablierter Technologien zurückgegriffen werden: Java ermöglicht die Anwendungsentwicklung unabhängig von der Zielplattform, HTML bzw. XML/XSL ermöglicht den Austausch der Informationen zwischen dem Mobilgerät und dem Firmennetz. Hierbei ist also die Definition neuer Standards nicht notwendig, da die großen Hersteller ohnehin zur Zeit Protokolle für den mobilen Zugriff, Replizierung und Synchronisierung entwickeln. [...]
These: Die Integration von Internet-Wissensmarktplätzen und Knowledge Management-Lösungen anderer Unternehmen werden zunehmen, um so temporär, ohne langfristiges Investment die organisationale Wissensbasis flexibel erweitern zu können. Im Rahmen des viel zitierten Wandels unserer Gesellschaft in eine Dienstleistungsund Wissensgesellschaft werden immer mehr Spezialisten als Knowledge Worker, sog. Freelancer, arbeiten, anstatt sich über einen längeren Zeitraum an ein Unternehmen zu binden. Auf der Unternehmensseite bedeutet dies eine steigende Anzahl von Projektarbeiten, die an Spezialisten vergeben werden, und damit einen Zwang der Intensivierung der Knowledge Management-Aktivitäten zur Explizierung des Wissens. Durch eine Vernetzung der firmeninternen Knowledge Management-Software mit Expertenmarktplätzen im Internet kann somit der Kontakt zwischen der Firma und dem Spezialisten, der dem Anforderungsprofil entspricht, hergestellt werden. Darüber hinaus kann auch durch eine Vernetzung mit Studentenportalen ein frühzeitiger Kontakt mit potenziellen zukünftigen Mitarbeitern aufgenommen werden, die die Möglichkeit haben, frühzeitig ihre erworbenen Kenntnisse in der Realität anzuwenden. Dies ist neben dem Recruitingaspekt auch eine kostengünstige Möglichkeit, einfache aber zeitaufwendige Tätigkeiten, wie z.B. Internetrecherchen, extern zu vergeben, wobei sich für Studenten Möglichkeiten ergeben, sich als Arbeitskraft für Firmen zur Verfügung zu stellen und damit Einkünfte zu erzielen, die deutlich interessanter sind als die üblichen bisherigen Einkommensquellen von Studenten. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die damit erreichte Vermeidung von Auslastungsschwankungen vor allem im Dienstleistungsbereich. Während in Zeiten hoher Auslastung schnell zusätzliche Unterstützung über eine Expertenvermittlung akquiriert werden kann, können die Mitarbeiter bei einer Minderauslastung auf dem Expertenmarktplatz selbst als Dienstleister auftreten. Zusätzlich zur Vernetzung der unternehmenseigenen Knowledge ManagementSoftware mit Expertenmarktplätzen ist auch die Vernetzung mit anderen verbundenen oder branchenfremden Unternehmen denkbar. So könnte beispielsweise eine Bank, die Bedarf an IT-Experten hat, eine Vernetzung mit einer IT-Hotline vornehmen, die dann via Call-Center oder EMail-Support zur Verfügung steht. [...]
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