Klinische Pfade - ein Instrument des Qualitätsmanagements
Implementierung am Beispiel Spanien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Claudia Schwill
- Abgabedatum: Mai 2000
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 4,3 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2769-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2769-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2769-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schwill, Claudia Mai 2000: Klinische Pfade - ein Instrument des Qualitätsmanagements, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesundheitswesen, Qualitätssicherung, Vergleich Gesundheits-Systeme Deutschland-Spanien, Clinical Pathways
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Diplomarbeit von Claudia Schwill
Gang der Untersuchung:
In der vorliegenden Arbeit zum Thema „Klinische Pfade – ein Instrument des Qualitätsmanagements. Implementierung am Beispiel Spanien“ geht es um die Entwicklung und Einführung von Klinischen Pfaden – Clinical Pathways – im deutschen Gesundheitswesen, vorrangig im Krankenhaus.
Dazu wird als erstes ein Überblick über verschiedene Qualitätsmanagementmethoden gegeben mit einer anschliessenden Begriffsdefinition Klinische Pfade – Clinical Pathways – vías clínicas.
Danach werden die Gründe für eine Implementierung erläutert – Stichworte sind hier Qualitätsverbesserung und Kostensenkung als Hauptziele im deutschen Gesundheitssystem.
Die Vorgehensweise bei einer Entwicklung und Einführung dieses Instrumentes wird im vierten Kapitel beschrieben und kommentiert. Hierbei werden Anregungen und Tipps gegeben, die eine Implementierung erleichtern.
Anhand der Informationen durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt der Verfasserin werden im nächsten Kapitel die Erfahrungen, Grenzen und Vorteile von Klinischen Pfaden – vías clínicas – in Spanien (Madrid) dargestellt. Es wurden zwei Universitätskrankenhäuser befragt und untersucht, die mit Klinischen Pfaden arbeiten. Außerdem wurden Informationen bei INSALUD, der staatlichen Gesundheitsbehörde für Zentralspanien, eingeholt. Da im gesamten Land mit Klinischen Pfaden gearbeitet wird, konnten die praktischen Erfahrungen gut ausgewertet werden.
Im Anschluss werden Unterschiede und Ähnlichkeiten der beiden europäischen Gesundheitssysteme gegenübergestellt sowie eine mögliche Implementierung auch in Deutschland – basierend auf den Informationen aus Spanien – diskutiert.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 1 | |
| 1. | Einleitung | 2 |
| 2. | Begriffsdefinitionen | 5 |
| 2.1 | Überblick über Qualitätsmanagementmethoden | 5 |
| 2.2 | Klinische Pfade | 15 |
| 3 | Gründe für eine Implementierung | 19 |
| 3.1 | Die Situation im deutschen Gesundheitssystem | 19 |
| 3.2 | Mit Klinischen Pfaden die Situation verbessern | 21 |
| 4. | Voraussetzungen für eine Implementierung | 24 |
| 4.1 | Auswahl der geeigneten Patientengruppen | 24 |
| 4.2 | Teambildung | 26 |
| 4.3 | Entwicklung eines Klinischen Pfades | 27 |
| 4.4 | Datenauswertung | 30 |
| 4.5 | Ständige Weiterentwicklung | 31 |
| 4.6 | Schulung der Mitarbeiter | 32 |
| 5. | Praktische Erfahrungen in Spanien | 33 |
| 5.1 | Hospital General Universitario „Gregorio Marañón“ | 33 |
| 5.2 | Hospital Universitario „La Paz“ | 44 |
| 5.3 | INSALUD | 49 |
| 6. | Möglichkeiten der Implementierung in Deutschland | 50 |
| 6.1 | Die Gesundheitssysteme Deutschland - Spanien im Vergleich | 50 |
| 6.2 | Erfolgsfaktoren und Hindernisse | 56 |
| 7. | Fazit und Ausblick | 61 |
| Quellenverzeichnis | I | |
| Anhang | V |
spanisches Problem. Wenn auch rechtlich gefordert wird, dass kein Patient ohne unterschriebene Einwilligung operiert oder invasiv untersucht werden darf, so wird dieses Gebot doch in vielen Fällen missachtet. Daher folgt obiges Ergebnis der seit langem geforderten Qualitätsverbesserung in diesem Bereich. Die Verweildauer konnte insgesamt um sieben Tage (Mean 19,41 vorher, 12,1 nachher) gesenkt werden, wobei alle Patienten – auch die, deren Aufenthalt die durchschnittliche Zeit überschritt (“Ausreisser”) – berücksichtigt wurden. Daher ist dieses Ergebnis im Zusammenhang mit der Auswertung von besonderen Gründen für eine lange Verweildauer der Patienten interessant. Der Mittelwert der Aufenthaltsdauer wies eine Senkung von vier Tagen auf (Median 16 vorher, 12 nachher). Dieses Ergebnis lässt Rückschlüsse allgemeiner Art auf die Verweildauer zu und wurde hauptsächlich durch eine signifikante Verminderung der prächirurgischen Tage erreicht (4,5 vorher, 1,6 nachher). 67 Bisher nicht gemessen sind die Kosten. Wie im nächsten Kapitel beschrieben wird, sind die Preise für einzelne Leistungen der Krankenhäuser in Spanien nicht aufgeschlüsselt. Ausserdem herrscht für diese Klinik eine besondere Vereinbarung der Kostenerstattung. Man geht allerdings davon aus, dass durch die Verweildauersenkung eine indirekte Kostensenkung erfolgt. [...]
Hier wurde festgestellt, dass die Röntgenabteilung Terminprobleme hatte, den angestrebten zweiten Tag (OP-Tag) für alle Patienten einzuhalten. Auch wiederholte Gespräche ergaben keine wesentliche Änderung, so dass der Klinische Pfad dahingehend geändert wurde, dass die Patienten erst am fünften Tag geröntgt werden. Ebenso hatte die Physiotherapieabteilung Termin- und Raumprobleme, die nicht gelöst werden konnten. Die Physiotherapie wird nun einzeln auf der Station durchgeführt wird. Jedoch folgte ein Kompromiss bei der Einführung des dritten Klinischen Pfades (COLD): Die Patienten werden in einem freigeräumten Zimmer auf der Station gemeinsam physiotherapeutisch betreut. Sollten bei der Auswertung der Daten der anderen Klinischen Pfade weitere Probleme auftreten, werden diese ebenfalls gemessen. Zusätzlich zu den Indikatoren werden Daten zur Patientenzufriedenheit und Verweildauer erhoben. Hierzu finden Studien jeweils vor und nach Implementierung des Klinischen Pfades statt. Ergebnisse liegen auch in diesem Fall bisher für den Pfad Hüftendoprothese vor. Die Patientenzufriedenheit stieg nach Einführung des Pfades in folgenden Bereichen:66 Aufnahme – bessere Information in Verwaltung und auf Station Pflege – bessere Information bei der Durchführung der Pflegemassnahmen sowie über Aufenthalt / Krankheit Ärztliche Behandlung – Steigerung der Einwilligungserklärungen * (plus dazugehörige Aufklärung), Verbesserung des Verhaltens gegenüber Patienten sowie der Behandlung Hotelerie – bessere Qualität und Pünktlichkeit des Essens Patienteninformation des Klinischen Pfades – positive Bewertung, umfassend und leicht verständlich (nur Patienten nach Implementierung) [...]
Nach der Einführung werden die Ergebnisse mit folgenden Indikatoren gemessen:65 (Ergebnisse für den Pfad Hüftendoprothese, bisher einzige komplette Evaluation) Anzahl der Patienten, die in den Klinischen Pfad aufgenommen werden Gesamtanzahl der Patienten mit dem Krankheitsbild Ergebnis: 77% Anzahl der Patienten, die zum vorgegeben Tag entlassen werden Gesamtanzahl der Patienten des Klinischen Pfades Ergebnis: 17,6% Anzahl der Patienten, die am zweiten Tag zur Kontrolle geröntgt werden Gesamtanzahl der Patienten des Klinischen Pfades Ergebnis: 11,8% Anzahl der Patienten, die am dritten Tag zur Kontrolle geröntgt werden Gesamtanzahl der Patienten des Klinischen Pfades ohne Röntgen am zweiten Tag Ergebnis: 40% Anzahl der Patienten, die in den physiotherapeutischen Übungssaal gehen* Gesamtanzahl der Patienten des Klinischen Pfades *aufgeschlüsselt nach dem jeweils ersten Tag der aktiven Übung (angefangen beim vierten Tag des vía clínica) Ergebnis: vierter Tag 5,9% fünfter Tag 5,9% sechster Tag 32,4% siebter Tag 35,3% achter Tag 52,9% Die Indikatoren für die Röntgenkontrolle und die Physiotherapie ergaben sich aus den Schwierigkeiten, die in der Pilotphase auftraten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427696
Arbeit zitieren:
Schwill, Claudia Mai 2000: Klinische Pfade - ein Instrument des Qualitätsmanagements, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesundheitswesen, Qualitätssicherung, Vergleich Gesundheits-Systeme Deutschland-Spanien, Clinical Pathways



