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Klinikkonzerne als strategisches Netzwerk: Gestaltungspotenziale im Zeitalter des Internet

Klinikkonzerne als strategisches Netzwerk: Gestaltungspotenziale im Zeitalter des Internet
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Schmolz
  • Abgabedatum: November 2000
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 572,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Ilmenau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4156-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4156-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4156-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmolz, Frank November 2000: Klinikkonzerne als strategisches Netzwerk: Gestaltungspotenziale im Zeitalter des Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kooperation, Informatik, Medizin

Diplomarbeit von Frank Schmolz

Einleitung:

Während die Betrachtungen der BWL sich früher auf die innerbetrieblichen Abläufe konzentrierten, steht inzwischen fest, dass die Beziehungen zwischen Unternehmen, auch wenn diese wirtschaftlich und rechtlich selbständig sind, eine große Rolle spielen. Um bestimmte Strukturen in der Realität erklären zu können entstanden im Laufe der Zeit sogenannte Netzwerkansätze, die sich mehr und mehr mit dem Beziehungsgeflecht von Unternehmen untereinander beschäftigten. Ein Grund für die Entwicklung netzwerkartiger Kooperationsformen in der Praxis liegt in dem gewachsenen Wettbewerbsdruck begründet. Unternehmen müssen einerseits die Vorteile der Massenproduktion nutzen aber parallel dazu auch flexibel auf eine dynamische Unternehmensumwelt reagieren können.

Ein ähnlicher Wettbewerbsdruck ist auch im deutschen Gesundheitswesen der Zukunft zu erwarten. Hier stehen in der näheren Zukunft große Veränderungen bevor. Es gelingt nicht mehr mit dem bisherigen System der Trennung zwischen stationärer Behandlung in Kliniken und ambulanter Behandlung bei den niedergelassenen Ärzten eine effektive Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Das bisherige Gesundheitssystem bietet kaum Anreize den Prozess der Heilung oder Gesunderhaltung eines Patienten effizient zu gestalten. Trotz intensiver Bemühungen die Kosten für die Gesundheitsversorgung zu stabilisieren, haben die Krankenkassen in Deutschland bisher häufig mit steigenden Beiträgen auf die Kostenentwicklung reagiert. Eine Stabilisierung der Kosten ist wegen verschiedener Entwicklungen (Altersstruktur, bessere jedoch teurere Behandlungsmethoden usw.) auch in Zukunft nicht in Sicht. Es liegt daher nahe, die Abläufe im Gesundheitswesen zu analysieren und zu optimieren, wie dies schon seit längerer Zeit in anderen Industriesektoren geschieht.

Für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen bedeutet dies, dass sie sich in den nächsten Jahren auf große Umstellungen ihrer derzeitigen Situation gefasst machen müssen. Diese Auswirkungen auf die wirtschaftliche Position verschiedener Leistungserbringer im Gesundheitswesen machen es notwendig, bereits heute über die zukünftigen Entwicklungen nachzudenken. Diese Arbeit zeigt daher, wie das Konzept der strategischen Netzwerke, dass sich in verschiedenen Industriezweigen bewährt hat, auf einen Gesundheitsdienstleister der Zukunft übertragen werden kann. Aufbauend auf einer ausführlichen Betrachtung zur theoretischen Fundierung von Kooperationsprozessen wird dargestellt, wie ein leistungsfähiger Klinikkonzern der Zukunft aussehen kann. Dabei werden verschiedene Methoden, hauptsächlich des Managed Care, zur effizienteren Gestaltung der Prozesse im Gesundheitswesen betrachtet und integriert.

Im zweiten Teil der Arbeit stehen insbesondere die Gestaltungsmöglichkeiten durch den Einsatz moderner vernetzter Informationstechnologien im Mittelpunkt der Betrachtungen. Der Faktor Information wird als einer der Erfolgsfaktoren für ein solches strategisches Netzwerk im Gesundheitswesen identifiziert. Damit erlangen Systeme zum effektiveren Umgang mit diesem wichtigen Faktor große Bedeutung.

Es wird gezeigt, welche Gestaltungspotenziale vom Einsatz moderner Technologien für einen solchen Klinikkonzern zu erwarten sind. In dieser Arbeit werden dabei u.a. Webtechnologien, XML, Internetportale und Data Warehouses betrachtet und auf ihre Beiträge für das strategische Netzwerk untersucht.

Damit wird eine konzeptionelle Vision für den Gesundheitsbetrieb der Zukunft entwickelt, der bei einer hohen Strukturiertheit und Planbarkeit durch die Kooperationsbeziehungen flexibel auf Veränderungen des Wettbewerbs reagieren kann.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Motivation und Zielstellung der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Strategische Netzwerke im Kontext der Kooperationsformen 4
2.1 Theoretische Ansätze interorganisationaler Kooperation 4
2.1.1 Der Transaktionskostenansatz 5
2.1.2 Der Ressource Dependence Ansatz 10
2.1.3 Der Interaktionsorientierte Netzwerkansatz 13
2.1.4 Weitere Ansätze 15
2.2 Kooperationsformen 19
2.2.1 Horizontale Kooperationen 19
2.2.2 Vertikale und diagonale Kooperationen 21
2.3 Das Konzept der strategischen Netzwerke 22
2.3.1 Begriffsbestimmung 22
2.3.2 Spezifische Merkmale strategischer Netzwerke 25
2.3.3 Anforderungen und Potenziale strategischer Netzwerke 31
3. Der Klinikkonzern: Vom Klinikbetreiber zum Netzwerk 34
3.1 Klinikkonzerne heute 34
3.1.1 Beispiele deutscher Klinikkonzerne 34
3.1.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Aufbau der Klinikkonzerne 39
3.2 Das Managed Care Konzept 41
3.2.1 Die Formen von Managed Care Organisationen 41
3.2.2 Die Methoden von Managed Care 43
3.2.3 Managed Care als Netzwerkkonzept 45
3.3 Der Klinikkonzern als strategisches Netzwerk 47
3.3.1 Die neuen Aufgaben des Klinikkonzernes 48
3.3.2 Der Aufbau des strategischen Netzwerkes 51
3.3.3 Die regionalen Gesundheitsnetze 54
3.3.4 Das Konzernnetzwerk 58
4. Gestaltungspotentiale des Netzwerkes durch Informationstechnologien 61
4.1 Identifikation von Ansatzpunkten 61
4.1.1 Ansatzpunkte auf der Ebene des Konzernnetzwerkes 61
4.1.2 Ansatzpunkte auf der Ebene der Gesundheitsnetze 63
4.1.3 Allgemeine Anforderungen 64
4.2 Potenziale von Internettechnologien 66
4.2.1 Emailsysteme und Diskussionsforen 66
4.2.2 Webtechnologien 69
4.2.3 XML - Extensible Markup Language 73
4.3 Potenziale eines Data Warehouse 77
4.4 Weitere Systeme 82
5. Schlussbetrachtungen 86
5.1 Zusammenfassung 86
5.2 Kritische Würdigung der Arbeit 91
Literaturverzeichnis 94

Automatisiert erstellter Textauszug:

Klinikkonzern die systemische Rationalisierung des gesamten Netzwerkes gestalten und daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Außerdem kann ein völlig neuer Markt durch eine Quasi-Integration von „wellness“-Dienstleistern vom Klinikkonzern bedient werden. Dabei können die Potenziale eines strategischen Netzwerkes mit den Effekten des Managed Care kombiniert werden. Der Aufbau eines solchen Netzwerkes nimmt einige Zeit in Anspruch. Ressourcen müssen zur Verfügung gestellt werden. Gerade im Gesundheitswesen sind jedoch viele Ressourcen, die zum Aufbau eines strategischen Netzwerkes nötig sind, schon vorhanden. Die verschiedenen Leistungserbringer im Gesundheitswesen sind im Prinzip schon in einem Netzwerk angesiedelt. Dieses Netzwerk ist durch vielfältige Beziehungen zwischen den einzelnen Akteuren gekennzeichnet, die voneinander abhängig sind und sich gegenseitig oft schon lange kennen (niedergelassene Ärzte, Ärzte im Krankenhaus, ambulante und stationäre Behandlung, Pflegedienste, - 49 - [...]

Der Klinikkonzern: Vom Klinikbetreiber zum Netzwerk Veränderung, im zweiten Fall eher um eine passive bzw. defensive Anpassung an die dynamischen Prozesse des Marktes. Heute können Klinikkonzerne noch wirtschaftliche Erfolge erreichen, indem sie lukrative, nach einem ganz bestimmten Kriterienkatalog ausgesuchte Häuser übernehmen um sie dann entsprechend den Vorstellungen des Konzerns umzugestalten und zu rationalisieren. Dieses Verhalten wird als „Rosinen picken“ bezeichnet. Die Voraussetzungen dafür finden sich jedoch nicht an jedem Standort, so dass die Anzahl der lukrativen Standorte einerseits kleiner wird und die verbleibenden Standorte - meist in öffentlicher Trägerschaft - aufgrund ihrer schlechten Wettbewerbsfähigkeit mit noch größeren Problemen zu kämpfen haben. Immer mehr Krankenhäuser werden daher in private Trägerschaft übergehen. Dies dürfte zu einer allgemeinen Rationalisierung führen. Das Potenzial dieser Rationalisierung wird allerdings auch von den Krankenkassen wahrgenommen, die auf die Privatisierung und die damit verbundene Rationalisierung mit einem erhöhtem Preisdruck auf die Krankenhäuser reagieren werden. Die wirtschaftlichen Potenziale, die sich vielerorts heute noch bieten, werden dann nach und nach kleiner. Spätestens dann werden die Klinikkonzerne gezwungen sein ihr bisheriges Geschäftskonzept zu überdenken und anzupassen. Hier scheint ein strategisches Netzwerk als integriertes Versorgungssystem mit dem Klinikkonzern als fokaler Unternehmung aus verschiedenen Gründen eine sehr interessante Lösung zu bieten. Einerseits kann damit auf die sich verschlechternden Aussichten im Krankenhaussektor reagiert werden. Andererseits kann der [...]

Im Zentrum des entstehenden strategischen Netzwerkes steht also der Klinikkonzern im engeren Sinne als fokale Unternehmung und übernimmt damit die strategische Führung des gesamten Netzwerkes. Er bietet dem Nachfrager medizinischer Leistungen ein integriertes Angebot für alle Gesundheitsdienstleistungen an. Das Ziel eines solchen Angebotes besteht darin den Patienten durch alle Phasen der medizinischen Versorgung hindurch im eigenen strategischen Netzwerk zu leiten. Das „Produkt“ eines solchen Klinikkonzerns ist die Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit des Patienten und nicht das Führen von Krankenhäusern. Um diese Leistung zu erbringen bedient sich der Klinikkonzern eigener Ressourcen und Kompetenzen sowie des Zukaufs von Leistungen der Kooperationspartner im Netzwerk. Der Klinikkonzern wird zum Gatekeeper der gesamten medizinischen Versorgung für einen Patienten. Ob er dabei im Sinne einer HMO selbst als Versicherer gegenüber dem Patienten auftritt oder seine Leistungen einem anderem Versicherer anbietet, ist für die Betrachtungen hier nicht entscheidend. Letztendlich bietet der Klinikkonzern ein komplettes Angebot aus einer Hand. Man muss dabei also trennen zwischen dem Auftreten des Klinikkonzernes nach außen als Ansprechpartner und Dienstleister für alle Leistungen des Gesundheitswesens und der internen Organisation dieses Angebotes. Zunächst sollte allerdings die Frage beantwortet werden, aus welchem Grund ein solches Vorgehen für einen Klinikkonzern von Vorteil sein könnte. Letztendlich kann dies nur der Fall sein, wenn durch die Herausbildung eines strategischen Netzwerkes wirtschaftliche Vorteile für den Klinikkonzern entstehen oder es zur Behauptung der Positionierung im Markt nötig ist. Im ersten Fall handelt es sich um eine aktive [...]

Arbeit zitieren:
Schmolz, Frank November 2000: Klinikkonzerne als strategisches Netzwerk: Gestaltungspotenziale im Zeitalter des Internet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kooperation, Informatik, Medizin

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