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Klimawandel und Tourismus im Mittelmeerraum

Mitigations- und Adaptionsstrategien für Reiseveranstalter

Klimawandel und Tourismus im Mittelmeerraum
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Isabell Hahn
  • Abgabedatum: August 2008
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 150
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2174-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hahn, Isabell August 2008: Klimawandel und Tourismus im Mittelmeerraum, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Klimawandel, Tourismus, Mitigation, Reiseveranstalter, Mittelmeerraum

Diplomarbeit von Isabell Hahn

Einleitung:

Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. Spätestens seit dem vierten Sachstandsbericht des IPCC bestehen keine Zweifel mehr, dass sich die Klimabedingungen ändern werden und wir uns selbst dann auf Klimaänderungen einstellen müssen, wenn wir kurzfristig ein Konzept zur massiven Treibhausgassenkung umsetzen würden. Unsicherheiten bestehen allerdings noch in den Projektionen über das Ausmaß der Auswirkungen, die wiederum abhängig von zukünftigen Emissionen sind.

Letzteres bedeutet einen Handlungszwang für uns alle, vorrangig allerdings für die Politik und die Wirtschaft, eben für die Personen und Institutionen, die Einfluss auf die zukünftige nachhaltige Planung und Entwicklung haben.

Auf der Suche nach den Verantwortlichen erscheint auch die Tourismusbranche zunehmend in den Medien. Mit Titelmeldungen wie ‘[…] auf Mallorca sollen auch noch die Strände verschwinden. (…)’, ‘Wird Spanien zur Wüste?’ oder Ankündigungen wie ‘in 50 Jahren macht kein Tourist mehr Mittelmeer-Urlaub’ wird Aufmerksamkeit erregt. Die Verantwortung der Tourismusunternehmen rückt endgültig in den Vordergrund durch Schlagzeilen wie ‘Umweltsünder Tourismus’ oder durch Fernsehsendungen wie die BBC-Dokumentation ‘Klimakiller Fliegen’.

Deutlich wird in jedem Fall, dass sowohl Strategien zur Verminderung und Vermeidung von weiteren Emissionen, als auch Pläne entwickelt und umgesetzt werden müssen, wie mit den Auswirkungen der Klimaänderung umgegangen werden soll. Zwar sollte sich das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen Reisenden über seinen persönlichen Beitrag zum Treibhauseffekt entwickeln und steigern, was z.B. zu einem Abwägen über die Art der Reise und die Wahl des Verkehrsmittels führen könnte. Die Grundlage dafür muss aber von den Reiseveranstaltern geschaffen werden, die für und durch ihr touristisches Angebot Verantwortung tragen. Die Entwicklung und Anwendung von Konzepten und Maßnahmen für die Verminderung von Treibhausgasemissionen sowie für die Anpassung der touristischen Leistungen an die projizierten Veränderungen stellen die Haupthandlungsdeterminanten und damit Herausforderungen für die Reiseveranstalter dar.

Inwieweit sich die einzelnen Klimaänderungen auswirken, hängt von den spezifischen Gegebenheiten der Regionen ab. So sind zum Beispiel flache Küstengebiete generell stark vom Meeresspiegelanstieg und von Überflutungen bedroht, während Gebirgsregionen wie die Alpen mit dem Rückgang der Gletscher sowie mit zukünftigem Schneemangel durch den Temperaturanstieg konfrontiert werden. Viele touristische Regionen liegen meist in den von den Auswirkungen des Klimawandels stärker betroffenen Gebieten. Dort besteht die Aufgabe einerseits darin, die Infrastruktur und das örtliche ökologische Umfeld an die Klimaänderungen anzupassen und andererseits, die Attraktivität für Touristen aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus zu erhalten.

Der Mittelmeerraum gehört zu diesen stark betroffenen Gebieten. Er gehört zu den meist bereisten Gebieten überhaupt und stellt in Europa die beliebteste Urlaubsregion und damit für die Reiseveranstalter einen bedeutenden Markt dar. Um diesen Markt weiterhin bedienen zu können und den Ansprüchen und Wünschen der Touristen, aber eben auch denen der Einheimischen gerecht zu werden, bedarf es der Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Verminderungs- und Anpassungsstrategien, so genannte Mitigations- und Adaptionsstrategien.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel zwei werden zunächst die Grundlagen des Klimawandels sowie der Stand der Forschung und Entwicklung der bestehenden Untersuchungsberichte erläutert. Hierbei beschränke ich mich auf einen für diese Arbeit relevanten Auszug aus den bisherigen Beobachtungen und zukünftigen Projektionen. Anschließend gehe ich auf die Bedeutung der Klimaänderungen für die natürliche Umwelt und für die sozioökonomischen Sektoren ein.

Um die Beziehung des Tourismus zum Klimawandel aufzuzeigen, werden in Kapitel drei zunächst die wichtigsten Grundzüge des touristischen Systems sowie dessen Institutionen erläutert. Anschließend verdeutliche ich anhand von Reisestatistiken die touristische und ökonomische Bedeutung des Tourismus im Mittelmeerraum.

Die durch Wissenschaftler und Studien prognostizierten Auswirkungen und Folgen des Klimawandels bezogen auf den Mittelmeerraum werden in Kapitel vier zunächst allgemein und anschließend in Hinblick auf ausgewählte Mittelmeerdestinationen dargestellt. Eine Übersicht über die möglichen Folgen für den Tourismus soll als Grundlage für die Strategie- und Maßnahmenentwicklung für Reiseveranstalter in Kapitel fünf sowie für die Analyse der Strategien und Maßnahmen der TUI in Kapitel sechs dienen.

Die möglichen Mitigations- und Adaptionsstrategien für Reiseveranstalter erarbeite ich mit Hilfe von wissenschaftlichen Ansätzen über Anpassung und Vermeidung für die Tourismusbranche und branchenfremde Bereiche. Diese entwickelten Strategien und Maßnahmen dienen im sechsten Kapitel dem Vergleich mit den Strategien und Maßnahmen der TUI, die unter Verwendung der Internetpräsentation, der Produktkataloge sowie weiterer Informationsmaterialien ermittelt werden. Nach der Analyse und Beschreibung der Ergebnisse werde ich weitere mögliche Handlungsoptionen ableiten. Im siebten Kapitel fasse ich die Erkenntnisse der Arbeit in einer Schlussbetrachtung zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Einführung in die Thematik 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Der Klimawandel 3
2.1 Der Treibhauseffekt 4
2.2 Tatsachen und Projektionen der Forschung über Änderungen des Klimas 5
2.3 Bedeutungen des Klimawandels 9
2.4 Optionen, dem Klimawandel zu begegnen 11
3. Tourismus im Mittelmeerraum 16
3.1 Ein Überblick über das touristische System und dessen Institutionen 16
3.2 Die touristische Bedeutung des Mittelmeerraums 18
3.3 Ökonomische Bedeutungen des Tourismus im Mittelmeerraum 21
4. Auswirkungen des Klimawandels auf touristische Regionen im Mittelmeerraum 24
4.1 Der Mittelmeerraum und dessen Verwundbarkeit 24
4.2 Der Forschungsstand der Auswirkungen des Klimawandels im Mittelmeerraum 25
4.3 Auswirkungen auf den Tourismus im Mittelmeerraum 27
4.4 Mögliche Folgen der Auswirkungen 35
5. Mögliche Mitigations- und Adaptionsstrategien für Reiseveranstalter 37
5.1 Verantwortung und Handlungspflicht der Reiseveranstalter 37
5.2 Mögliche Strategien und Maßnahmen 38
5.2.1 Mitigationsstrategien und -maßnahmen 39
5.2.1.1 Die Beförderung 40
5.2.1.2 Die Unterbringung 43
5.2.1.3 Aktivitäten und Attraktionen 45
5.2.1.4 Kompensationsprojekte 46
5.2.1.5 Schlussfolgerungen über die möglichen Mitigationsstrategien und -maßnahmen 47
5.2.2 Adaptionsstrategien und -maßnahmen 48
5.2.2.1 Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen der steigenden Temperaturen 48
5.2.2.2 Maßnahmen zum Umgang mit Extremwettersituationen, Land- und Küstendegradierung sowie Strandverlust 50
5.2.2.3 Maßnahmen zur Erhaltung der touristischen Ressourcenbasis 52
5.2.2.4 Maßnahmen hinsichtlich der möglichen Änderungen der Nachfrage 53
5.2.2.5 Sonstige Anpassungsstrategien und -maßnahmen 55
5.2.2.6 Schlussfolgerungen über die möglichen Adaptionsstrategien und -maßnahmen 57
5.3 Bedingungen für das Umsetzen der Mitigations- und Adaptionsstrategien 57
6. Mitigations- und Adaptionsstrategien der TUI 60
6.1 Mitigationsstrategien und -maßnahmen 61
6.1.1 Allgemeine Mitigationsstrategien und -maßnahmen 61
6.1.2 Klima- und Kompensationsprojekte 62
6.1.3 Die Beförderung 63
6.1.4 Die Unterbringung 64
6.1.5 Aktivitäten und Attraktionen 65
6.2 Adaptionsstrategien und -maßnahmen 65
6.2.1 Maßnahmen zur Erhaltung der touristischen Ressourcenbasis 65
6.2.2 Maßnahmen zum Umgang mit Extremwettersituationen, Land- und Küstendegradierung sowie Strandverlust 67
6.2.3 Bestehende nachhaltigkeitsorientierte Produkte und Angebote 68
6.3 Strategie- und Maßnahmenvergleich und weitere Handlungsoptionen 69
7. Schlussbetrachtung 75
Literaturverzeichnis VI
Anhang XIX

Textprobe:

Kapitel 4.3, Auswirkungen auf den Tourismus im Mittelmeerraum:

Wie im dritten Kapitel aufgezeigt, findet ein Großteil des weltweiten Tourismus in den Mittelmeeranrainerstaaten statt und es wird weiterhin ein Wachstum erwartet. Allerdings kann das Tourismusaufkommen aufgrund der steigenden Anzahl und Dauer der Hitzewellen zurückgehen, die wiederum Wasserversorgungs- und Gesundheitsprobleme sowie Waldbrände zur Folge haben können. Die Auswirkungen des Klimawandels können die Touristenanzahl durch zwei Folgen reduzieren: Einerseits verlieren Destinationen im Mittelmeerraum an Attraktivität und andererseits können sich die Touristenströme verändern.

Die Touristenströme könnten saisonal ihre Richtung ändern, von momentan in Richtung Süden, wechselnd in die nördlicheren Regionen der Mittelmeerländer einerseits, wo die Bergregionen aufgrund des besser verträglicheren Klimas für Touristen an Attraktivität gewinnen könnten. Andererseits werden die nördlichen Länder Europas aufgrund der wärmeren und angenehmeren Sommermonate attraktiver. Bessere Sommer in den Heimatgebieten können eine reduzierte Nachfrage für Urlaubsreisen am Mittelmeer zur Folge haben. Der heiße Sommer in Europa und vor allem auch in dem Vereinigten Königreich im Jahre 2003 zeigt z.B., dass Urlaubsentscheidungen kurzfristig getroffen und die ungewöhnlich beständigen Monate zuhause genutzt wurden. Untersuchungen zu klimabedingtem Tourismusverhalten haben gezeigt, dass eine Erwärmung von vier Grad Celsius das optimale Sommerklima von den Mittelmeerregionen in die momentan weniger attraktiven nördlicheren Regionen verschieben könnte, unabhängig davon, ob die Niederschlagshäufigkeit steigt oder sinkt.

Vor allem Extremwetterereignisse wie Stürme und Hitzewellen können das Touristenverhalten nachteilig beeinflussen, da die Reaktionszeit auf extreme Wetteränderungen schneller und intensiver ist als die auf sich langfristig im Durchschnitt ändernden Klimabedingungen.

Aber auch die als weniger beeinträchtigende Wetteränderung erachtete Wolkenbildung darf nicht unterschätzt werden. Sie hängt direkt mit der Niederschlagshäufigkeit und der Tagestemperatur zusammen. Weniger Wolken haben einerseits den Effekt, dass die Touristen aus den nördlicheren Regionen Europas, in denen Wolkenbildung niedrigere Temperaturen mit sich ziehen, wieder mehr Motivation empfinden, in der Mittelmeerregion bei gutem Wetter ihren Urlaub zu verbringen. Andererseits haben weniger Wolken zur Folge, dass die Temperaturen auf Dauer für die meisten Touristen unangenehm heiß sind.

Das Wetter hat eine hohe Bedeutung für die Urlaubszeit und für die Aktivitäten, die meistens extrem wetterabhängig sind. Regen, Wind und Sturm, Staub und Nebel verhindern die meisten Outdooraktivitäten und beeinträchtigen das Haupturlaubsziel Entspannung. Dies wiederum hat einen negativen Einfluss auf das Gemüt sowie auf die Zufriedenheit der Touristen zur Folge und verschlechtert das Image der Urlaubsregion bzw. des Landes. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Wetter und Klima eine touristische Ressource und gleichzeitig eine touristische Attraktion darstellen sowie das Klima für die Entscheidung des Urlaubsortes ein Hauptgrund ist.

Durch die früher einsetzende Wärme und später beginnenden Wintermonate wird sich die Sommersaison verlängern, wodurch sich die Hauptreisezeiten auf die Frühjahr- und Spätsommermonate verlagern könnten.

Durch die steigenden Temperaturen wird sich ebenfalls die Meeresoberflächentemperatur erwärmen, wodurch Schwimmen im zentralen Mittelmeer in den Frühjahrsmonaten früher und im Herbst bzw. Winter länger möglich sein wird. Wärmere Wassertemperaturen fördern aber auch die Bildung von Algenblüten. Die Algenblüte bedroht die Fischbestände, kann zum Schließen der Strände führen und verunstaltet die Küstenumgebung, was insgesamt eine Verminderung der Attraktivität für Touristen zur Folge hat.

Eine Analyse über die Auswirkungen des Wetters und des Klimas auf bestimmte Sektoren in Italien hat gezeigt, dass höhere Temperaturen im Juli geringen inländischen Tourismus im August zur Folge haben und dass aufgrund der höheren Temperaturen die inländische touristische Nachfrage im Frühling und im Herbst steigt sowie die regionale Sommertemperatur einen hohen Effekt auf die inländischen Übernachtungen hat. Der Süden Italiens mit den Regionen Apulien, Basilikata, Kalabrien, Sizilien und Sardinien ist von der voranschreitenden Desertifikation durch den Klimawandel stark betroffen, die zusätzlich zu der sinkenden Produktivität des Tourismus beiträgt.

Weitere Beispielregionen für starke Hitze in den Sommermonaten und möglicher Rückgang des Sommertourismus, insbesondere Strandtourismus sind Griechenland und die Türkei. Hier werden Hitzeperioden mit Temperaturen, die oft 40 Grad Celsius übersteigen, erwartet. Die steigende Hitze bringt höhere Waldbrandbrandgefahr, geringere Wasserverfügbarkeit und Smog in den Städten mit sich. Während solcher Hitzeperioden wird aufgrund Beobachtungen aus der Vergangenheit mit häufigeren starken Verschmutzungen in den Urlaubsorten gerechnet.

Zu starke Hitzeperioden könnten auf Inseln zusätzlich dazu führen, dass Hotels im Inselinneren mit Auslastungsproblemen konfrontiert werden, aufgrund verstärkter Nachfrage nach an den Küsten liegenden Hotels.

Eine Verstärkung der Nachfrage könnte von älteren Menschen generiert werden, die dem Winter in Nordeuropa entfliehen wollen und die noch milderen Winter in den mediterranen Regionen vorziehen.

Die Wasserknappheit aufgrund von anhaltender Dürre kann ebenfalls Einfluss auf das Tourismusaufkommen haben, gerade weil der Tourismussektor auf die Wasserverfügbarkeit angewiesen ist. Die hohe und steigende Wassernachfrage liegt an dem Bedarf an Frischwasserressourcen für die touristische Infrastruktur. Das sind z.B. Sporteinrichtungen wie Golfanlagen, Hotels mit sämtlichen Einrichtungen wie Swimming Pools, Gartenanlagen, Bäder, Wäschereien usw. Der hohe Wasserverbrauch wird von Touristen, die im Vergleich zu dem heimischen Wasserverbrauch im Urlaub mehr verbrauchen, noch zusätzlich gesteigert. Das Problem der Wasserknappheit kann noch verstärkt werden, weil der Tourismus gerade in Regionen mit begrenzten Wasserressourcen stattfindet, wie z.B. an den Küsten des Mittelmeerraums. Der Umgang mit den Wasserressourcen könnte in den jeweiligen Regionen zu Konflikten zwischen der Regierung bzw. der Gemeinde und dem Tourismussektor führen. Hinzu kommt die durch den Tourismus zusätzlich verursachte Wasserverschmutzung, die die Wasserqualität beeinträchtigt, weil das Abwasser in vielen Regionen des Mittelmeerraums oft kaum oder sogar unbehandelt ins Meer oder in angrenzende Gewässer geleitet wird. Das Risiko der Wasserknappheit ist besonders hoch im südöstlichen Mittelmeerraum, wo der maximale Wasserbedarf sich gerade mit dem Minimum an Wasserverfügbarkeit deckt. Aber auch die Länder Tunesien, Marokko und Malta und werden zunehmend ab dem Jahr 2050 mit Wasserknappheit konfrontiert werden.

Besonders abhängig von der eigenen Wasserverfügbarkeit sind die Inseln. Die Baleareninsel Mallorca hat durch den Massentourismus ab den 1980er Jahren schon mit dem Problem der Wasserverfügbarkeit zu kämpfen, weil die Wassernachfrage durch den intensiven Tourismus und dessen Einrichtungen stetig gestiegen ist. Obwohl einige Planungsprozesse hinsichtlich des Wasserangebots in der Zukunft durchgeführt wurden und eine Ökosteuer für eine kurze Zeit von Touristen erhoben wurde, die sich aber aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen örtlichen Einrichtungen, Regierungen und Reiseveranstaltern nicht durchsetzen konnte sowie seit dem Jahr 2000 ein Strategieplan ‘The Hydrological Plan for the Balearic Islands’ besteht, wurde der Klimawandel in keinem dieser Pläne berücksichtigt. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Insel Mallorca sind nicht eindeutig zu prognostizieren, weil die Insel zwischen zwei Klimazonen liegt, der semiariden nordafrikanischen und der humid gemäßigten westeuropäischen Klimazone. Je nach Klimamodell prognostizieren die Wissenschaftler unterschiedliche Niederschlagsmengen und Häufigkeiten in den Wintermonaten November bis März. Unumstritten ist allerdings die Tatsache, dass die Temperaturen auch auf Mallorca bis zu zwei Grad Celsius steigen werden und dadurch die Sommermonate April bis Oktober noch trockener und heißer werden, wodurch das Risiko des Wassermangels größer wird. Hinzu kommt der steigende Meeresspiegel, der Versalzung des Grundwassers verursachen kann, weil dieses durch die überbeanspruchten Brunnen und Wasserleiter immer niedriger wird.

Ein weiteres Beispiel ist die Insel Kreta. Sie kann schon bis zum Jahre 2010 verstärkt in die Situation der Wasserknappheit geraten. Konflikte können vermehrt entstehen durch Meinungsverschiedenheiten zwischen den Tourismusunternehmen -organisationen und den Einheimischen im Umgang bzw. in der Verwendung mit knappen Wasserressourcen. Gerade Wasserparks, Golfplätze und Hotels sind die großen Wasserverbraucher. Das Problem kann durch die voranschreitende Versalzung, die die Wasserressourcen schmälert, verstärkt werden.

Arbeit zitieren:
Hahn, Isabell August 2008: Klimawandel und Tourismus im Mittelmeerraum, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Klimawandel, Tourismus, Mitigation, Reiseveranstalter, Mittelmeerraum

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