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Klimagerechtes Bauen in der traditionellen iranischen Architektur

Hotelanlage Beinol Haramein in Shiraz

Klimagerechtes Bauen in der traditionellen iranischen Architektur
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Gartler
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 13,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Graz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4603-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4603-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4603-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gartler, Jochen Juni 2001: Klimagerechtes Bauen in der traditionellen iranischen Architektur, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Klimagerechte Architektur, Energiebewußtes Bauen, Iran, islamische Architektur, Bauökologie

Diplomarbeit von Jochen Gartler

Einleitung:

Die Logik der Wirkungszusammenhänge zwischen Klima, Gebäude und seiner Umgebung werden in Europa kaum noch sichtbar. Der Iran eignet sich besonders gut, aufgrund der extremen und sehr unterschiedlichen Klimate, die Zusammenhänge zwischen Baugestalt und natürlicher Umgebung zu untersuchen. Die geographischen und klimatischen Verhältnisse haben die Wohn- und Hausformen im Iran entscheidend geprägt und sind auch heute für moderne Bauvorhaben von essentieller Bedeutung.

Gang der Untersuchung:

Im theoretischen Teil der Diplomarbeit wird der Einfluss des lokalen und regionalen Klimas auf die traditionelle Architektur im Iran untersucht. Dazu wird der Iran in vier Klimazonen unterteilt, und die Architektur jeweils auf Ausprägung im Bezug auf das Klima untersucht. Die traditionellen Bautechnologien und Planungshilfen werden gesammelt und nach ihrer Einsatzmöglichkeit für heutige Bauaufgaben untersucht. Das daraus resultierende Wissen über klimagerechtes Bauen wird in einem Beispielentwurf einer Hotelanlage in Shiraz eingesetzt und zusätzlich mit modernen bauökologischen Methoden kombiniert. Ziel der Arbeit ist es, Planungshilfen zu entwickeln die Rücksicht nehmen auf die natürlichen Gegebenheiten (Klima, lokale Baustoffe), die ökonomischen Bedingungen und die traditionelle Lebensweise (Kultureigenheiten), um so die bestmögliche Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Zusätzlich werden die Möglichkeiten neuer Technologien genutzt. Der Entwurf kombiniert die modernen Ansprüche mit der jahrhundertealten iranischen Tradition.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
2. ALLGEMEINES ÜBER DEN IRAN 9
KURZDATEN 9
2.1 POLITISCHES SYSTEM UND RELIGION 9
2.2 BEVÖLKERUNG 10
2.3 NATURRAUM 11
2.4 KLIMA 12
2.5 WIRTSCHAFT 13
2.6 GESCHICHTE: CHRONOLOGISCHE ÜBERSICHT 15
2.7 BAUTECHNIKGESCHICHTE: CHRONOLOGISCHE ÜBERSICHT 17
3. BAUKULTUR IM IRAN 18
4. KLIMAGERECHTES BAUEN AM BEISPIEL IRAN 25
4.1 BEZIEHUNG MENSCH UND KLIMA 25
4.2 BEZIEHUNG GEBÄUDE UND KLIMA 28
4.2.1 WÄRMELEITUNG 28
4.2.2 STRAHLUNG 29
Wärmegewinn 30
Belichtung 31
4.2.3 BELÜFTUNG UND VENTILATION 32
4.2.4 LUFTFEUCHTIGKEIT 35
4.3 KLIMATE UND IHRE ENTSPRECHENDEN GEBÄUDETYPOLOGIEN 37
4.3.1 NÖRDLICHE KÜSTENGEBIETE AM KASPISCHEN MEER 40
Klima und Witterung 40
Baukultur am Kaspischen Meer 41
4.3.2 HALBWÜSTEN UND WÜSTENRANDREGIONEN IM HOCHLAND 48
Klima und Witterung 48
Baukultur im Hochland 50
4.3.3 SÜDLICHE KÜSTENGEBIETE 68
Klima und Witterung 68
Baukultur in der Golfregion 69
4.3.4 BERGREGION 78
Klima und Witterung 78
Baukultur in den Bergregionen 79
4.4 TRADITIONELLE BAUSTOFFE 86
4.4.1 LEHM 86
4.4.2 GEBRANNTER ZIEGEL 88
4.4.3 HOLZ 89
4.4.4 NATURSTEIN 90
4.5 VERBESSERUNG DURCH MODERNE TECHNIKEN 92
4.5.1 SCHATTENWAND 93
4.5.2 PHOTOVOLTAIK 93
5. RESÜMEE UND AUSBLICK 96
6. PROJEKT: HOTELANLAGE BEINOL HARAMEIN 97
STANDORTANALYSE 97
ENTWURFSFAKTOREN 100
HOTELANLAGE BEINOL HARAMEIN 102
ENTWURF IN HINBLICK AUF DAS KULTURELLE ERBE 102
KLIMAKONZEPT 103
Klimakonzept für den Sommer 105
Klimakonzept für den Winter 107
Belichtung 108
Pläne 109
7. BIBLIOGRAPHIE 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

wurden oft zu Repräsentationszwecken sehr große Gartenhöfe angelegt. Aber trotz der reichen Vegetation und der zahlreichen Wasserbecken sind diese Höfe durch ihre unvorteilhafte Größe normalen Haushöfen unterlegen. Der Südtrakt mit der Nordfassade35, ist mit großvolumigen Räumen, Ivannischen und vorgeschalteten Loggien ausgestattet. Dieser Teil wird die meiste Zeit beschattet und größtenteils als Aufenthaltsraum im Sommer (Tabestan Neshin) genutzt. Während der sehr heißen Mittagszeit zieht man sich in den Keller oder in geschlossene Räume zurück die mit einem Windturm verbunden sind und nur über sehr kleine Deckenöffnungen belichtet werden. Die geschlossenen Räume findet man in den Ecken des Gebäudes, weil sie dort keine Hoffassade besitzen. Die Sommerzimmer sind sehr häufig mit Wasserbecken oder Springbrunnen ausgestattet.36 Sommerräume haben eine Deckenhöhe von circa zehn Metern, die Höhe der Decken dient auch zum Ausnützen des Kamineffektes um die warme, verbrauchte Luft abzuführen. Die Fußbodenoberkante der Nordfassade mit dem Ivan ist um ein paar Stufen erhöht gebaut. In diesem Höhenunterschied zum Hof (50-150cm) sind Lüftungsöffnungen für die darunter liegenden Kellerräume (Sardab oder Zir-Zamin) angebracht. [...]

quer zur Windrichtung orientiert. Die Bäume sind niedriger als die Hofmauer damit sie den Luftstrom nicht in den Hof hineinfächeln. In den sehr heißen Gebieten wird die Ebene des Hofes und Erdgeschosses um bist zu einem Stockwerk abgesenkt. Durch das „Eingraben“ des Hauses wird der Erdspeicher genutzt, der das Haus im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Diese Methode hat heute zusätzlich den Vorteil, daß dadurch die Lärmbelastung wesentlich geringer ist, weil die Aufenthaltsräume unter der Straßenebene liegen. In Gegenden wo der Wind kühler und auch feuchter ist (z.B. Isfahan, Shiraz) und die Temperaturen etwas gemäßigter sind, wird der Hof größer, in Form eines Gartenhofes angelegt. Die Baumkronen ragen über das Dach und den Hof hinaus, um einerseits die Dachfläche teilweise zu beschatten, und andererseits gebremsten Wind in den Hof zu führen. Im Winter transportieren die Bäume kaum kalte Luft in den Hof weil sie keine Blätter tragen. Die Horizonteinengung ist bei Gartenhöfen aufgrund ihrer Größe, geringer. Deshalb kommt es zur stärkeren Bestrahlung der Flächen und einer wesentlich verringerten Wirkung der Kälteseebildung. Zusätzliche Kühlung erfolgt durch eine üppigere Vegetation, und einer verstärkten Ventilation. Der Zentralhof wird von mehreren Gebäudetrakten umgeben, je nach Größe des Wohnhauses. Teilweise gibt es kleinere Nebenhöfe die spezielle Funktionen haben (z.B. Werkstätte, Viehhof, Eingangsbereich). In Häusern reicher Leute oder Würdenträger [...]

kurzwelligen Sonnenstrahlung in Gebäude und Oberflächen ein. In der Nacht sammelt sich in den Höfen Kaltluft (Dolinen). Diese Kühlung hält tagsüber so lange an, bis die Strahlung die Oberflächen erwärmt hat. Voraussetzung dafür ist, daß der Hof genügend eng und schattig ist. Auch ein zu schneller Luftaustausch durch zu starke Ventilation würde den Kältesee frühzeitig auflösen. Hofmauer und Boden dienen als Speichermassen, die Phasenverschiebung bewirkt eine gedämpfte Erwärmung am Tag. In den kalten Nächten wird die gespeicherte Wärme wieder abgegeben. Die hohen Mauern behindern die nächtliche Abstrahlung in die Atmosphäre und verhindern so eine zu starke Auskühlung in der Nacht. Das Verhältnis von Hofgröße zu Mauerhöhe hat sich aus der Notwendigkeit entwickelt, daß im Sommer eine schnelle Abkühlung erwünscht ist, im Winter aber nicht. Die Innenhöfe sind mit Pflanzen und Wasserbecken ausgestattet. Die Vegetation und das Wasser kühlen und befeuchten die Luft durch Verdunstung; zusätzlich dämpfen sie die Aufheizung der übrigen Flächen. Bäume und höhere Sträucher34 geben Schatten und filtern Staub und Sand aus der Luft. Am besten ist eine Kombination von niedriger Vegetation mit hohen Baumkronen. Der Stammraum sollte möglichst frei sein um die Ventilation nicht zu behindern. Oft findet man auch Springbrunnen und Kaskaden in den Höfen. In Gegenden mit einem sehr heißen und staubigen Wind kann der nicht befeuchtete Wind nicht mehr zur Kühlung verwendet werden. Die Höfe sind dann sehr eng und [...]

Arbeit zitieren:
Gartler, Jochen Juni 2001: Klimagerechtes Bauen in der traditionellen iranischen Architektur, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Klimagerechte Architektur, Energiebewußtes Bauen, Iran, islamische Architektur, Bauökologie

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