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Klimaänderung und Skigebiete im bayerischen Alpenraum

Klimaänderung und Skigebiete im bayerischen Alpenraum
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Steiger
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 3,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
  • Bibliografie: ca. 75
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0065-1
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0065-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Steiger, Robert September 2004: Klimaänderung und Skigebiete im bayerischen Alpenraum, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tourismus, Wintertourismus, Ski, Klima, Alpen

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Diplomarbeit von Robert Steiger

Problemstellung:

Der Skitourismus im bayerischen Alpenraum ist durch eine Klimaerwärmung massiv gefährdet. Durch die vorliegende Impact Studie sollen Erkenntnisse über die Auswirkung einer Klimaänderung auf den Skitourismus, welche für die Schweiz, Österreich und andere Länder schon vorliegen, für den bayerischen Alpenraum gewonnen werden. Darüber hinaus wird eine eigene Methode entwickelt, um die Einsetzbarkeit von Beschneiungsanlagen unter veränderten klimatischen Rahmenbedingungen abschätzen zu können.

Ziel dieser Arbeit ist festzustellen, in welchem Ausmaß die Skigebiete betroffen sein werden und was für Anpassungsmöglichkeiten in Frage kommen. Dabei können aber keine exakten Prognosen über ein zukünftiges Klima gegeben werden, sondern nur Abschätzungen, die auf eigenen Untersuchungen, sowie Studien beruhen.

Zentrale Fragen dieser Arbeit sind:

- Wie hat sich das Klima im bayerischen Alpenraum in den letzten Jahrzehnten entwickelt?

- Wie wirkt sich eine Klimaerwärmung auf die Schneesicherheit bayerischer Skigebiete aus?

- Mit welchen Problemen haben Seilbahnunternehmen derzeit zu kämpfen und was für Lösungsvorschläge bieten sich an?

- Mögliche Anpassungsmaßnahmen im Zuge einer Klimaerwärmung.

Gang der Untersuchung:

Zur Darstellung der vergangenen Klimaentwicklung wurden Temperatur- und Schneedaten im Zeitraum 1960-2000 von Messstationen im bayerischen Alpenraum ausgewertet. Da die technische Beschneiung auch in Bayern immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird untersucht, welche Höhenlagen heute, und bei einer Klimaänderung von +2 K, ausreichend tiefe Temperaturen bieten.

Diese Ergebnisse werden in einem weiteren Schritt auf die bayerischen Skigebiete übertragen. Durch Erfassen der mittleren Höhe von Tal- und Bergstationen in jedem Skigebiet wird eine eigene Liftstatistik erstellt und die Schneesicherheit jedes Gebiets ausgewertet. Die Auswirkungen einer Klimaerwärmung und mögliche Anpassungsstrategien werden anhand der Fallbeispiele Garmisch-Partenkirchen und Lenggries exemplarisch verdeutlicht.

Kapitel 2 bietet eine Einführung in den Themenbereich Klimaänderung und Klimafolgenforschung. Es werden globale und regionale Klimamodelle für den Alpenraum vorgestellt. Methodische Ansätze in der Klimafolgenforschung und ein Forschungsüberblick in diesem Bereich bilden den zweiten Teil des Kapitels.

Kapitel 3 beinhaltet die Auswertung der Klimadaten bayerischer Messstationen von 1960 - 2000. Durch Bildung von langjährigen Mittelwerten können Veränderungen in der Temperatur- und Schneehöhenentwicklung festgestellt werden. Die möglichen Auswirkungen einer Klimaerwärmung auf Schneesicherheit und Rahmenbedingungen der technischen Beschneiung, werden mit Hilfe eines Klimaszenarios +2 K ermittelt.

In Kapitel 4 werden die Ergebnisse der Liftstatistik präsentiert, und die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Bayern für den Ausbau von Skigebieten und Beschneiungsanlagen beschrieben.

Aktuelle Probleme der Branche und Lösungsansätze bilden das Kapitel 5. Es werden für die Bergbahnen mögliche Alternativangebote vorgestellt und die Rolle der Politik diskutiert.

Im Kapitel 6 werden Ergebnisse aus den Kapiteln 3 – 5 an den Fallbeispielen Garmisch-Partenkirchen und Lenggries exemplarisch angewandt.

Abschließend fasst die Schlussbetrachtung in Kapitel 7 die wichtigsten Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftigen Forschungs- und Handlungsbedarf.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 8
1.1 Ziele und Fragestellung 9
1.2 Methodik 9
1.3 Aufbau der Arbeit 10
2. Klimaerwärmung 11
2.1 Klimamodelle 11
2.1.1 Globale Szenarien 11
2.1.2 Klimaänderung im Alpenraum 13
2.1.2.1 Wanner et al (2000) 13
2.1.2.2 BayFORKLIM (1999) 14
2.1.2.3 Resümee 15
2.2 Klimafolgenforschung 16
2.2.1 Methodik 16
2.2.1.1 Impact Approach 16
2.2.1.2 Integrated approach 17
2.2.1.3 Interactive approach 17
2.2.2 Forschungsüberblick 18
2.2.2.1 Schweiz 18
2.2.2.2 Österreich 19
2.2.2.3 Deutschland 22
2.2.2.4 Kanada 23
2.2.2.5 Australien 24
3. Klimaentwicklung im bayerischen Alpenraum 27
3.1 Auswertung der Klimadaten 29
3.1.1 Temperatur 29
3.1.2 Schneehöhe 35
3.1.2.1 Wintersporttage 39
3.1.2.2 Neuschneesummen 43
3.1.2.3 Die schlechtesten Jahre 44
3.1.3 Klimatische Bedingungen für die technische Beschneiung 48
3.1.3.1 Methodik 48
3.1.3.2 Ergebnisse 51
3.2 Höhengrenzen der Schneesicherheit 53
3.2.1 Höhengrenze der natürlichen Schneesicherheit 53
3.2.2 Höhengrenze der technischen Schneesicherheit 54
3.3 Erwärmungsszenario 56
3.3.1 Entwicklung der Potenziellen Beschneiungstage 56
3.3.2 Zukünftige Höhengrenze der natürlichen Schneesicherheit 58
3.3.3 Höhengrenze der technischen Schneesicherheit 58
3.4 Zusammenfassung 60
4. Wintersport im bayerischen Alpenraum 61
4.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen 62
4.1.1 Technische Beschneiung 62
4.1.2 Ausbau der Skigebiete 63
4.2 Schneesicherheit bayerischer Skigebiete 65
4.2.1 Methodik der Liftstatistik 65
4.2.2 Aktuelle Schneesicherheit 67
4.2.3 Schneesicherheit im Zuge einer Klimaerwärmung 67
4.3 Wertschöpfung durch Seilbahnen 69
5. Probleme der Seilbahnunternehmen und Lösungsansätze 71
5.1 Aktuelle Probleme der Branche 73
5.2 Innerbetriebliche Probleme und Lösungsvorschläge 74
5.2.1 Professionalität in der Führungsebene und im Kundenkontakt 75
5.2.2 Angebotsstruktur und Marketing 77
5.2.3 Kooperationen 78
5.3 Erforderliche Maßnahmen aus Sicht der Seilbahner 79
5.4 Alternativangebote 80
5.4.1 Sommer 81
5.4.1.1 Hexenwasser Hochsöll 82
5.4.1.2 Alpine Coaster Imst 83
5.4.1.3 Bike-World Saalbach-Hinterglemm/Leogang 83
5.4.2 Winter 84
5.4.2.1 Rodelsportanlagen 85
5.4.2.2 Winterwanderwege 86
5.4.2.3 Winterwege für Mountain Biker 87
5.5 Rolle der Politik 88
5.5.1 Skitouristische Raumplanung 88
5.5.2 Staatliche Förderprogramme 88
5.5.3 Einsatz von Beschneiungszusätzen 89
5.6 Umsetzung 90
6. Fallbeispiele 92
6.1 Garmisch-Partenkirchen 92
6.1.1 Die Skigebiete 93
6.1.2 Wirtschaftsdaten der Bayerischen Zugspitzbahn 94
6.1.3 Projektvorschläge 95
6.1.4 Ausblick 98
6.2 Lenggries 99
6.2.1 Das Skigebiet Brauneck 99
6.2.2 Wirtschaftsdaten der Brauneckbergbahn 101
6.2.3 Projektvorschläge 102
6.2.4 Ausblick 106
7. Zusammenfassung 107
8. Summary 110
9. Quellenverzeichnis 112
10. Anhang 119

Textprobe:

Kapitel 4.3, Wertschöpfung durch Seilbahnen: Nun mag man sich die Frage stellen, inwieweit ein Wegfallen der bayerischen Skigebiete von Bedeutung ist, da ja der Sommertourismus in fast allen Gemeinden überwiegt (siehe oben). Abgesehen von der skitouristischen Tradition, die ein völliges Auflassen schwierig erscheinen lässt, haben Bergbahnen eine lokal- oder regionalwirtschaftliche Bedeutung, die nicht unterschätzt werden darf.

Harrer (2003) hat die Wertschöpfung durch Bergbahnen untersucht und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen: Die primäre Wertschöpfung, auch bezeichnet als „primärer Sektor“, betrifft nur die Bergbahn. Einnahmen und Ausgaben, wie z.B. Verkauf von Liftpässen, Löhne und Gehälter der Angestellten, Dienstleistungen die von Zulieferbetrieben bezogen werden, fallen in diese Kategorie. Die sekundäre Wertschöpfung oder „sekundärer Sektor“ ist allerdings schon schwerer einzugrenzen. Diese umfasst die Zusatzausgaben der Touristen, welche die Bergbahn nutzen (z.B. Übernachtung, Verpflegung, etc.).

Die davon „profitierenden Unternehmen benötigen wiederum Vorleistungen, damit sie ihre Betriebsleistungen anbieten können, wie z.B. Versicherungen, Produkteinkauf, Reparaturen usw. Bei den vier untersuchten Bergbahnen (Garmisch-Partenkirchen, Jenner, Oberstdorf, Bayrisch Eisenstein) ergibt sich ein Multiplikatoreffekt von 2,6-7,8. D.h. in Garmisch-Partenkirchen ergibt bei der Bergbahn ein Lohn von 1000 Euro ein Gesamteinkommen für die Region von 4100 Euro (Multiplikator 4,1). Wenn außerdem von gleichen Beschäftigungsstrukturen ausgegangen wird, kann dieser Multiplikator auch auf Arbeitsplätze übertragen werden, was bei diesem Beispiel bedeutet, dass aus einem Arbeitsplatz bei der Bergbahn 3,1 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region entstehen.

Die Höhe des Multiplikators ist dabei von der spezifischen lokalen Struktur abhängig. Sie setzt sich zusammen aus der Frequentierung der Bergbahn, den Beschäftigungsverhältnissen (Saisonarbeit, Aushilfen) - hierdurch wird die Bezugsgröße (Lohn) verändert. Die Struktur der Gäste (Tages-/Übernachtungsgast, Singles/Familien), die Angebote vor Ort (Abendverhalten) und das Preisniveau (Beherbergungsstruktur) sind weitere Indikatoren für die örtliche Struktur. Zwischen 40-52 % des Einkommens aus dem Tourismus steht in Zusammenhang mit der Bergbahnnutzung. Dieser Anteil ist allerdings im Winter deutlich höher als im Sommer.

Diese Untersuchung macht sehr deutlich, dass bei einem Niedergang der örtlichen Bergbahnen viel mehr in Gefahr ist, als nur die direkt davon abhängigen Arbeitsplätze. Deshalb muss auch das Ziel eines jeden Tourismusorts sein die örtlichen Bergbahnen zu erhalten.

Auch wenn der Zeithorizont für das hier gewählte Klimaszenario mit 2050 noch recht weit entfernt scheint, verstärkt die Klimaerwärmung schon heute bestehende Probleme der Seilbahnunternehmen. Aus diesem Grund sind unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen und Zukunftsstrategien notwendig, sowohl auf kurzfristiger wie auch auf mittel- und langfristiger Zeitskala. Eine einseitige Ausrichtung ausschließlich auf den Skibetrieb könnte sich allerdings als äußerst kontraproduktiv erweisen.

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Arbeit zitieren:
Steiger, Robert September 2004: Klimaänderung und Skigebiete im bayerischen Alpenraum, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tourismus, Wintertourismus, Ski, Klima, Alpen

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