Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland und Frankreich
Ein Vergleich ausgesuchter Aspekte unter Berücksichtigung ihrer Relevanz für den Übersetzer
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Averes
- Abgabedatum: Oktober 2000
- Umfang: 182 Seiten
- Dateigröße: 924,5 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4311-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4311-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4311-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Averes, Dirk Oktober 2000: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland und Frankreich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mittelstand, Rechtsformen, Sozialversicherungssysteme, Wirtschaft
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Diplomarbeit von Dirk Averes
Zusammenfassung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Situation kleiner und mittelständischer Unternehmen, kurz KMU, in Deutschland und Frankreich. Es werden exemplarisch diesen Unternehmenstyp beeinflussende Faktoren analysiert und verglichen. Dabei werden zunächst Charakteristika als Grundlage für eine allgemeine Definition des Unternehmenstyps „Kleine und mittlere Unternehmen“ festgelegt, anhand derer dann ihr Stellenwert in Deutschland und Frankreich durch Auswertung von statistischem Material erfaßt wird. Um die sich daraus ergebenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede adäquat bewerten zu können, wird an den Anfang ein Überblick über die Entwicklung der Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich sowie deren derzeitige Lage gestellt. Besonderes Augenmerk richtet die Arbeit auf folgende Aspekte:
- Rechtsformen der Unternehmen.
- Unternehmensbesteuerung.
- Sozialversicherungssysteme.
- Arbeitsrechtliche Bestimmungen.
Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Verzahnungen in der Wirtschaft und gesteigerter grenzüberschreitender Kommunikation wird die obengenannte Thematik auch im Hinblick auf kultuspezifische, also besonders für den im deutsch-französischen Umfeld tätigen „Kulturmittler“ (Übersetzer, aber auch andere) interessante Fragestellungen untersucht, z.B. inwieweit sich bestimmte Sachverhalte nahtlos auf die jeweils andere Volkswirtschaft übertragen lassen.
Ergänzt wird die Arbeit durch ein französisch – deutsches bzw. deutsch – französisches Glossar mit den wichtigsten Termini der analysierten Aspekte.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 6 |
| 2. | Die Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich | 7 |
| 2.1 | Charakteristika der deutschen Volkswirtschaft | 7 |
| 2.2 | Charakteristika der französischen Volkswirtschaft | 11 |
| 3. | Die Rolle der KMU in Deutschland und Frankreich | 16 |
| 3.1 | Definition KMU - PME | 16 |
| 3.2 | Der Stellenwert der KMU in Deutschland und Frankreich | 19 |
| 4. | Die rechtliche Ausgestaltung der KMU in Deutschland und Frankreich | 25 |
| 4.1 | Allgemeine Bemerkungen | 25 |
| 4.2 | Einteilung und rechtliche Grundlagen der Rechtsformen | 26 |
| 5. | Die Rechtsformen der Unternehmen in Deutschland und Frankreich | 31 |
| 5.1 | Vorbemerkungen | 31 |
| 5.2 | Kaufmannsbegriff und Handelstätigkeit | 32 |
| 5.3 | Personengesellschaften | 36 |
| 5.3.1 | Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) - société civile | 36 |
| 5.3.2 | Offene Handelsgesellschaft (OHG) - société en nom collectif (SNC) | 37 |
| 5.3.3 | Kommanditgesellschaft (KG) - société en commandite simple (SCS) | 39 |
| 5.4 | Kapitalgesellschaften | 40 |
| 5.4.1 | Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - sociétéà responsabilité limitée (SARL) | 40 |
| 5.4.2 | Aktiengesellschaft (AG) - société anonyme (SA) | 45 |
| 6. | Die Unternehmensbesteuerung in Deutschland und Frankreich | 52 |
| 6.1 | Die Steuersysteme in Deutschland und Frankreich | 52 |
| 6.2 | Systematisierung der Steuern | 55 |
| 6.3 | Steuern auf das Einkommen | 56 |
| 6.3.1 | Einkommenssteuer - impôt sur le revenu | 57 |
| 6.3.2 | Körperschaftssteuer - impôt sur les sociétés | 61 |
| 6.3.3 | Gewerbesteuer - taxe professionnelle | 66 |
| 6.4 | Steuern auf die Einkommensverwendung | 69 |
| 6.4.1 | Mehrwertsteuer - taxe sur la valeur ajoutée (TVA) | 69 |
| 6.4.2 | Sonstige Steuern auf die Einkommensverwendung | 71 |
| 6.5 | Steuern auf das Vermögen | 73 |
| 6.5.1 | Vermögenssteuer - impôt de solidarité sur la fortune | 73 |
| 6.5.2 | Grundsteuer - taxes foncières, taxe d'habitation | 74 |
| 6.5.3 | Erbschafts- und Schenkungssteuer - droits de succession et de donation | 76 |
| 6.6 | Sonstige Steuerbelastungen | 77 |
| 7. | Die Sozialversicherungssysteme in Deutschland und Frankreich | 81 |
| 7.1 | Vorbemerkungen | 81 |
| 7.2 | Organisation und Finanzierung der Sozialversicherungssysteme | 83 |
| 7.3 | Die Zweige des deutschen Sozialversicherungssystems | 87 |
| 7.3.1 | Gesetzliche Rentenversicherung | 87 |
| 7.3.2 | Gesetzliche Krankenversicherung | 90 |
| 7.3.3 | Gesetzliche Unfallversicherung | 92 |
| 7.3.4 | Gesetzliche Pflegeversicherung | 94 |
| 7.3.5 | Gesetzliche Arbeitslosenversicherung | 96 |
| 7.4 | Die Zweige des französischen Sozialversicherungssystems | 98 |
| 7.4.1 | Gesetzliche Rentenversicherung (assurance vieillesse) | 98 |
| 7.4.2 | Gesetzliche Zusatzrente (retraite complémentaire) | 100 |
| 7.4.3 | Gesetzliche Krankenversicherung (assurance maladie) | 102 |
| 7.4.4 | Unfallversicherung (couverture des risques d'accident de travail et de maladie professionnelle) | 105 |
| 7.4.5 | Gesetzliche Familienversicherung, Familienbeihilfen (allocations familiales) | 107 |
| 7.4.6 | Gesetzliche Arbeitslosenversicherung (assurance chômage) | 109 |
| 8. | Arbeitsrechtliche Bestimmungen in Deutschland und Frankreich | 113 |
| 8.1 | Entwicklung des Arbeitsrechts und Rechtsquellen | 113 |
| 8.2 | Betriebliche Mitbestimmung in Deutschland und Frankreich | 113 |
| 8.2.1 | Arbeitnehmervertretung in Deutschland | 118 |
| 8.2.2 | Arbeitnehmervertretung in Frankreich | 121 |
| 8.3 | Kündigungsschutz in Deutschland und Frankreich | 126 |
| 8.3.1 | Kündigungsschutz in Deutschland | 126 |
| 8.3.2 | Kündigungsschutz in Frankreich | 129 |
| 9. | Zusammenfassende Betrachtungen | 135 |
| 10. | Glossar Französisch - Deutsch | 139 |
| 11. | Glossar Deutsch - Französisch | 155 |
| 12. | Bibliographie | 171 |
| 12.1 | Schriftliche Quellen | 171 |
| 12.2 | Internetadressen | 175 |
| 12.3 | Deutsche und französische Gesetzestexte | 176 |
Institutionen weite Bevölkerungskreise vor Schäden geschützt werden, die die Existenz des Einzelnen oder der gesamten Gemeinschaft gefährden könnten (Gabler: 3482). So könnten hohe Arbeitslosenzahlen beispielsweise den sozialen Frieden beeinträchtigen. Ihn aufrechtzuerhalten wäre mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden. Um diese Kosten zu umgehen, richtet der Staat daher Institutionen ein, die sich um die Arbeitslosen kümmern. Im Laufe der Zeit wurden die Sozialversicherungssysteme immer ausgefeilter und damit zwangsläufig komplexer. Immer mehr Risiken, die vorher der Einzelne getragen hatte, wurden nach und nach von der Sozialversicherung übernommen, gleichgültig, ob dies notwendig war oder nicht. Es bildete sich der Wohlfahrtsstaat, der “Etat protecteur”, heraus, dessen Finanzierung zunehmend Schwierigkeiten bereitet. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich herrscht bei der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme das Solidaritätsprinzip. Der Staat stellt die notwendigen Institutionen zur Verfügung, aber der Einzelne trägt durch die Sozialversicherungsbeiträge° dazu bei, daß sie bezahlbar bleiben. Durch die [...]
Darlehen° oder Subventionen über 20 Jahre ersetzt werden. Die Unternehmen können darüber hinaus auch ihren Mitarbeitern diesbezügliche Darlehen gewähren (Sauvageot: 135). In Frankreich unterliegen im Gegensatz zu Deutschland auch Verwaltungsvorgänge einer gesonderten Besteuerung. Sie werden unter dem Oberbegriff droits d’enregistrement et de timbre (Register- und Stempelsteuern, Rechtsverkehrssteuern) zusammengefaßt und betreffen besonders das Unternehmenskapital. Besonders betroffen davon sind unternehmensrelevante gesellschaftsrechtliche Vorgänge oder Verkäufe von Grundstücken und Gebäuden. In Deutschland wurde die Zuführung von Eigenkapital in Gesellschaften bis 1992 mit der Gesellschaftssteuer belastet (Gabler: 1564). Stempelsteuern fallen in Frankreich für die Benutzung speziellen von den Behörden zur Verfügung gestellten Papiers an. *** Zusammengefaßt läßt sich sagen, daß die Besteuerung den Unternehmen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich mehrere Probleme auferlegt. Dabei spielt die Höhe der Belastung zwar eine wichtige Rolle, ebenso bedeutend ist jedoch die mangelnde Transparenz in den jeweiligen Steuersystemen selbst. Zahlreiche Ausnahmetatbestände führen dazu, daß zur wirklichen Senkung der Steuerlast das Hinzuziehen eines Steuerberaters unabdingbar wird. Zudem werden gerade in Frankreich Steuern erhoben, die ihrem Aufkommen nach eher sekundär sind, für die Unternehmen jedoch zusätzliche Belastungen darstellen. Als Beispiel dafür sei die Stempelsteuer erwähnt, die in Zeiten einer sich bildenden Dienstleistungsgesellschaft eher antiquiert wirkt. In Deutschland sorgte die vollkommen unterschiedliche Besteuerung von Personen- und Kapitalgesellschaften sogar dafür, daß sich unter Tolerierung des Gesetzgebers neue Gesellschaftsformen ausbilden konnten. Die in [...]
Jugendarbeitslosigkeit wurden auch in Deutschland die Stimmen lauter, die eine Ausbildungsplatzabgabe für nichtausbildende Unternehmen forderten. Bislang konnten sich die Befürworter einer solchen Abgabe allerdings noch nicht durchsetzen, weil eine weitere Belastung des Faktors Arbeit als nicht erstrebenswert angesehen wurde. Neben der Ausbildungsabgabe wird in Frankreich mit der participation à la formation continue eine weitere Abgabe auf die Ausbildung erhoben. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwei Steuersätze. Unternehmen ab zehn Beschäftigten unterliegen einem Steuersatz von 1,5% auf die Bruttolohnsumme, Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten zahlen einen Satz von 0,15%. Dieser Satz erhöht sich jeweils um 1% bei Abschluß von befristeten Arbeitsverträgen (“contrats à durée déterminée”, CDD). Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, die der Ausbildungsabgabe unterliegen, zahlen weitere 0,1% zur Finanzierung der dualen Ausbildung in Betrieb und Ausbildungseinrichtungen (“formation en alternance”). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832443115
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Averes, Dirk Oktober 2000: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland und Frankreich, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mittelstand, Rechtsformen, Sozialversicherungssysteme, Wirtschaft



