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Kindersuchmaschinen als medienpädagogisches Instrument der Internetnutzung

Kindersuchmaschinen als medienpädagogisches Instrument der Internetnutzung
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Celin Lange-Hückstädt
  • Abgabedatum: August 2008
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 55
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3023-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lange-Hückstädt, Celin August 2008: Kindersuchmaschinen als medienpädagogisches Instrument der Internetnutzung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kindersuchmaschine, Internetgefahr, Gewalt, Mediennutzungsverhalten, Suchmaschine

Bachelorarbeit von Celin Lange-Hückstädt

Einleitung:

Medien sind heute ein alltäglicher Bestandteil der Welt, in der wir leben. Vor allem das Internet hat durch seine rasante und dynamische Entwicklung und Verbreitung eine hohe Bedeutung und starken Einfluss in der heutigen Informationsgesellschaft erlangt. Es wird nicht nur als Kommunikationsplattform genutzt, sondern bietet daneben eine Fülle von Informationen und Angeboten in nahezu jedem Bereich. Dies kann jedoch auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringen. Vor einigen Jahren noch überschwänglich gelobt als Informations-, Bildungs- und Kommunikationsmedium, können mittlerweile Zweifel an dem Medium dahingehend aufkommen, dass die Internetnutzer zunehmend einer Reizüberflutung unterliegen. Gerade Kinder sind von dieser oft überfordert und verlieren leicht den Überblick in dem wachsenden „Internetdschungel“. Darüber hinaus sind sie den zahlreichen Gefahren des Internets ausgesetzt. Es ist kaum möglich, das Internet in seiner rasanten Entwicklung zu kontrollieren. Kinder können auf Inhalte stoßen, die ihnen Angst bereiten oder sie überfordern. Gewalt, Pornographie und Rassismus stellen heutzutage im Internet eine starke Präsenz dar. Zunehmend nutzen Anbieter unterschiedlicher Bereiche auch die Leichtgläubigkeit von Kindern aus, um sie für ihre Zwecke zu benutzen. Angelockt werden sie beispielsweise durch attraktive Angebote für Hausaufgabenhilfe, Gratis-SMS oder Gewinnspiele, wobei die Kostenpflichtigkeit verschwiegen oder gut getarnt wird.

Das World Wide Web (WWW) ist mittlerweile in vielen Haushalten sowie Schulen vertreten und Kinder wachsen mit dem Internet als Alltagsmedium auf. Es wird von ihnen wie selbstverständlich genutzt, um ihren Fragen und Bedürfnissen nachzugehen.

Angesichts der Tatsache, dass es kaum möglich ist sich dem Einfluss des Internets zu entziehen, ist es unbedingt notwendig, dass sich Eltern und Pädagogen kritisch mit dieser Thematik auseinandersetzen. Sie sollten die Risiken des Internets bedenken und sich mit einem sinnvollen Umgang mit dem Internet vertraut machen. Den Kindern muss schon früh eine Internetkompetenz vermittelt werden, um sie einerseits zu schützen und ihnen andererseits die Möglichkeit zu geben, das Netz für sich und ihre Bedürfnisse zu nutzen.

Seit einigen Jahren wird der Versuch unternommen, durch speziell eingerichtete Kindersuchmaschinen der Problematik, die mit der Nutzung des Internets durch Kinder verbunden ist, zielgerichtet entgegenzuwirken. Im Gegensatz zu den gängigen Internetsuchmaschinen wird versucht einen intensiven Kinderschutz zu gewährleisten und Angebote speziell auf die Zielgruppe Kinder auszurichten. Kindersuchmaschinen sind im Bereich der Medienkompetenz angesiedelt.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über den komplexen Themenbereich „Kinder und Internet“ bieten und sich mit der Frage befassen, inwieweit Kindersuchmaschinen geeignet sind, Kindern eine pädagogische Hilfestellung für die Nutzung des Internets zu liefern. Im Einzelnen stellen sich folgende Fragen. Wie funktionieren Kindersuchmaschinen? Was ist ihre Wirkungsabsicht? Können sie einen ausreichenden Schutz der Kinder gewährleisten? Und sind sie so kindgerecht aufbereitet, dass sie sinnvoll von Kindern genutzt werden können? Um dies zu beantworten, wird in dieser Arbeit im Rahmen einer Fallstudie von zwei spezifischen Kindersuchmaschinen ein analytischer Vergleich aufgestellt, der Aufschluss über deren Qualität und Nutzen geben soll. Es wird vor allem herausgearbeitet, welche Vorteile diese speziellen Suchmaschinen Kindern bieten können und wie sie sich bewerten lassen.

Um der Kernfragestellung nachgehen zu können, wird innerhalb dieser Arbeit im zweiten Kapitel zunächst die Bedeutung des Internets im Alltag von Kindern dargestellt. In erster Linie ist festzustellen, in welchem Umfang das World Wide Web von Kindern genutzt wird. Eine Analyse des Nutzungsverhaltens soll Aufschluss darüber geben, inwieweit die Internetnutzung in den vergangen Jahren angestiegen ist, und verdeutlichen, dass das Internet eine Vielzahl von Kindern mittlerweile nahezu täglich in ihrem Alltag begleitet. Weiterhin werden in diesem Kapitel die Angebote für Kinder im Netz dargestellt. Neben einem Überblick über die verschiedenen Bereiche im Internet für Kinder soll der Frage nachgegangen werden, ob das Medium momentan ausreichend kinderspezifische Seiten liefern kann.

Im dritten Kapitel werden sodann verschiedene Problematiken, die speziell mit der Internetnutzung verbunden sind, herausgearbeitet. Risiken und Gefahren, auf die Kinder im Internet treffen können, werden dargestellt und beleuchtet. Diese Faktoren führen zu der Fragestellung, wie man Kindern eine entsprechende Internetkompetenz nahe bringen kann, um sie schützen zu können. Eltern wie auch Pädagogen spielen eine große Rolle, um Kindern entsprechende Kompetenzen und den richtigen Umgang mit dem Internet zu vermitteln.

Das vierte Kaptitel bietet einen Lösungsansatz für die beschriebenen Gefahren und beschäftigt sich ausführlich mit Kindersuchmaschinen. Zunächst soll erklärt werden, wie diese funktionieren und sich von anderen Suchmaschinen im Netz abgrenzen. Im Anschluss wird erörtert welche Vorteile Suchmaschinen für Kinder mit sich bringen. Dieser Frage soll nachgegangen werden. Das Angebot an Kindersuchmaschinen soll aufgezeigt werden.

Im fünften Kapitel erfolgt der analytische Vergleich von zwei exemplarischen Kindersuchmaschinen. Diese werden anhand verschiedener Faktoren analysiert und auf deren Wirkungsabsicht geprüft. Es wird herausgearbeitet, inwieweit spezielle Kindersuchmaschinen einen sinnvollen und medienpädagogischen Ersatz für die kommerziellen Suchmaschinen im Netz darstellen.

Die Ergebnisse werden im Anschluss ausgewertet. Daraus resultiert die Aufstellung eines Kriterienkataloges für qualitativ hochwertige Kindersuchmaschinen. Abschließend werden die Zukunftsaussichten von Kindersuchmaschinen kritisch betrachtet.

Die Arbeit bezieht sich insgesamt auf Kinder in der Altersgruppe zwischen sechs bis 13 Jahren und meint beide Geschlechter.

Die Arbeit erhebt aufgrund der Breite der Thematik „Kinder und Internet“ und der Vielfältigkeit der Themenkomplexe innerhalb dieses Feldes keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll vielmehr ein Einblick in das komplexe Thema gegeben werden, wobei der Schwerpunkt auf der Betrachtung von Kindersuchmaschinen als möglichem Lösungsansatz zur Begegnung der Gefahren im Internet liegt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis IX
1. Einführung 11
2. Bedeutung des Internets für Kinder 16
2.1 Faszination Internet 16
2.2 Das Internetnutzungsverhalten sechs- bis 13-jähriger Kinder 20
2.2.1 Medienausstattung und Medienbesitz 22
2.2.2 Medienbindung 24
2.2.3 Generelle Nutzung des Internets 25
2.2.4 Inhaltliche Vorlieben 28
2.2.5 Geschlechtsspezifische Unterschiede der Internetnutzung 30
2.2.6 Zusammenfassung 31
2.3 Spezifische Onlineangebote für Kinder 32
2.3.1 Kriterien einer kindgerechten Internetpräsenz 32
2.3.2 Ziele von Internetanbietern für Kinder 35
2.3.3 Onlineangebote nach Kategorien 36
3. Problematiken der Internetnutzung für Kinder 46
3.1 Generelle Gefahren und Risiken 46
3.2 Pornographie und Gewalt im Internet 49
4. Internetsuchmaschinen 56
4.1 Bedeutung von Suchmaschinen in der Internetlandschaft 57
4.2 Probleme von Kindern bei der Arbeit mit Internetsuchmaschinen 58
4.3 Kindersuchmaschinen 60
4.3.1 Funktionsweise und Vorteile 60
4.3.2 Angebot an Kindersuchmaschinen 62
5. Analytischer Vergleich von zwei exemplarischen Kindersuchmaschinen 70
5.1 „Blinde Kuh“ 71
5.1.1 Aufbau und Inhalt 72
5.1.2 Suchfunktion 73
5.1.3 Sicherheit 77
5.1.4 Gestaltung und Sprache 79
5.1.5 Usability 82
5.1.6 Interaktivität 83
5.1.7 Besonderheiten 83
5.1.8 Medienpädagogisches Konzept 84
5.2 „Clikks“ 85
5.2.1 Aufbau und Inhalt 86
5.2.2 Suchfunktion 87
5.2.3 Sicherheit 91
5.2.4 Gestaltung und Sprache 92
5.2.5 Usability 95
5.2.6 Interaktivität 96
5.2.7 Besonderheiten 97
5.2.8 Medienpädagogisches Konzept 97
5.3 Auswertung der Ergebnisse 98
5.4 Kriterien einer qualitativ hochwertigen Kindersuchmaschine 103
5.5 Zukunftsaussichten 108
6. Fazit 111
7. Literaturverzeichnis 115
7.1 Bücher 115
7.2 Nachschlagewerke 117
7.3 Zeitschriften 117
7.4 Internetseiten 118
7.4.1 Referenzinternetseiten 123
7.5 Gespräche 124

Textprobe:

Kapitel 4.3, Kindersuchmaschinen:

Funktionsweise und Vorteile:

Eine spezielle Art von Suchmaschinen mit einer besonderen Aufgabe stellen Kindersuchmaschinen dar. Sie sind ein Mittel, um Kinder vor Problemen und Gefahren des Internets zu schützen. Ähnlich wie Webkataloge werden Kindersuchmaschinen redaktionell betreut. Kindersuchmaschinen liefern also kindgerechte Ergebnisse, weil alle Seiten in aufwändiger redaktioneller Arbeit erfasst und in einer Datenbank gespeichert werden. Die Internetseiten die in den jeweiligen Katalog der Suchmaschine aufgenommen werden, werden im Vorfeld ausführlich dahingehend geprüft, ob sie der Zielgruppe, deren Verständnis und deren Lernniveau entsprechen. Sie sollen kindliche Bedürfnisse gezielt erfüllen und die Kinder vor pornographischen, Gewalt verherrlichenden oder rechtsextremen Inhalten bewahren. Das Redaktionsteam hat also die Aufgabe Internetseiten für Kinder zu begutachten, ob sie der Zielgruppe entsprechen und jugendfreie Inhalte aufbereiten. Es muss immer wieder überprüft werden, ob die Seiten, die in den Katalog aufgenommen wurden, sich verändert haben, da Homepages oft ergänzt und erweitert werden.

Kindersuchmaschinen stellen sich auf die Kinder und ihren Umgang mit Suchbegriffen ein, ohne sie zu überfordern. Das bedeutet, dass die begrenzten Fähigkeiten der Entwicklung einer komplexen Suchstrategie beachtet werden.

Viele Suchmaschinen verfolgen ein pädagogisches Konzept, dass den Kindern beibringen soll, wie sie im Internet richtig recherchieren und sich ihre Fragen zu den unterschiedlichsten Themengebieten beantworten können. Teilweise bieten Suchmaschinen sogar Suchkurse an, um eine Internetkompetenz und den richtigen Umgang mit Suchmaschinen zu vermitteln.

Kinder können mit Kindersuchmaschinen die vielen positiven Onlineangebote für ihre Altersgruppe finden. Allerdings ist hierfür die Vorraussetzung, dass es ausreichend gute Kinderseiten im Netz gibt, die von der Suchmaschine aufgenommen werden können.

Gegenüber regulären Suchmaschinen im Internet bieten Kindersuchmaschinen einige Vorteile. Kinder lernen gleich zu Beginn ihrer Interneterfahrungen den richtigen Umgang mit Suchmaschinen, ohne mit Problemen konfrontiert zu werden.

Angebot an Kindersuchmaschinen:

Die erste Kindersuchmaschine wurde im Jahr 1997 gegründet. Die „Blinde Kuh“ verfolgte ein medienpädagogisches Konzept, um Kindern den Umgang mit der Recherche im Internet zu erleichtern. Mittlerweile existieren weitere Kindersuchmaschinen, die auf dem gleichen Konzept basieren. An dieser Stelle sollen einige der bekannten Kindersuchmaschinen kurz vorgestellt werden, um einen Überblick über das Angebot dieser speziellen Suchmaschinen zu schaffen. Es wird grob auf die zusätzlichen Angebote, die Gestaltung und Aufbereitung sowie auf die Suchfunktion der jeweiligen Seite eingegangen. Die beiden Kindersuchmaschinen „Blinde Kuh“ und „Clikks“ werden im nächsten Kapitel genauer betrachtet und deshalb hier nicht dargestellt.

www.milkmoon.de:

Die Kindersuchmaschine „Milkmoon“ wurde von der xperience-at-work GmbH produziert und finanziert sich durch Werbung. Die werbenden Inhalte stehen allerdings nicht im Vordergrund und sind klar gekennzeichnet. Neben der Suchfunktion bietet „Milkmoon“ gleichzeitig auch verschiedene Themenseiten, aktuelle Nachrichten für Kinder, Online-Spiele und Kommunikationsangebote. Diese Suchmaschine richtet sich an Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren und soll den Kindern nach eigenen Angaben helfen „im Wirrwarr des Internets wirklich die Dinge zu finden, für die sie sich interessieren“. „Milkmoon“ bietet Eltern wie auch Kindern außerdem zahlreiche Informationen zur Sicherheit im Internet, zum Jugendmedienschutz oder auch zur Förderung der Medienkompetenz.

Insgesamt ist die Seite sehr bunt und knallig und wirkt so etwas unübersichtlich. Die Suchfunktion ist aber schnell zu finden, da sie sich gleich oben sichtbar auf der Startseite befindet. Bei der Suche werden automatisch auch Bilder zu dem eingegebenen Suchbegriff angezeigt.

Die Treffer zu der Suchanfrage enthalten allerdings keine visuellen Inhalte. Außerdem werden sie nicht von der Redaktion beschrieben, sondern die ersten Sätze der Zielhomepage werden aufgeführt. Die Suchmaschine verfolgt ein klares pädagogisches Konzept, welches jedoch noch ausbaufähig wäre.

www.safetykid.net:

„Safetykid“ ist eine Kindersuchmaschine, die von der My Channel Multimedia GmbH betrieben wird. Die Zielgruppe bewegt sich zwischen drei und 14 Jahren. Ein pädagogischer Beirat überprüft die Suchmaschine ständig auf ihre Aktualität, pädagogische Wertigkeit und Sicherheit. Die Seite enthält keinerlei Werbung.

Gleich auf der Startseite befindet sich die Suchfunktion. Daneben ist diese Internetseite noch in zwei Kategorien eingeteilt. Man kann von der Startseite aus in den Bereich „Kids“ oder den Bereich „Teenies“ eintreten. Dort finden sich dann jeweils Themengebiete, die für die entsprechende Zielgruppe gestaltet werden. Nachteilig ist jedoch, dass einige Links nicht funktionieren und oftmals Fehlermeldungen auftreten. Die Seite wirkt insgesamt sehr übersichtlich und nicht überfüllt. Eine gute Struktur und Navigation ermöglicht den Kindern sich leicht zurecht zu finden. Bei dem Layout wird wenig mit Bildern und visuellen Reizen gearbeitet. Dies ist auch bei der Suchfunktion der Fall. Die einzelnen Treffer werden nicht mit Bildern belegt. Die Beschreibungen der Trefferseiten sind kurz und auf den Punkt gebracht.

Eine jeweilige Altersempfehlung der Redaktion ist sinnvoll, da Kinder so entsprechend ihrer Altersstufe nach Informationen suchen können. Allerdings tauchen bei der Suche nach bestimmten Begriffen oft die gleichen Zielseiten in der Auflistung auf oder es handelt sich um veraltete Links, die zu einer Seite führen, die im Netz nicht mehr existiert. Das medienpädagogische Konzept wird vor allem durch den pädagogischen Beirat deutlich; dennoch könnte die Seite vor allem gestalterisch durch den Einsatz von Bildern noch optimiert werden.

www.trampeltier.de:

Die Kindersuchmaschine „Trampeltier“ wurde 1999 ehrenamtlich von Marco Kratzenberg gegründet. Auch heute noch betreibt er diese Seite ehrenamtlich und finanziert sich durch Spenden und Anzeigen.

Auch bei dieser Kindersuchmaschine befindet sich die Suchfunktion ersichtlich auf der Startseite. Daneben werden zahlreiche Themen aufgeführt, die für Kinder interessant sein können und welche zu verlinkten Internetseiten führen. Neben kindgerechten Angeboten tauchen bei den Links aber auch einige fragwürdige Internetseiten auf, die der Zielgruppe Kind nicht gerecht werden. Bei dem Thema „Basteln“ erscheint z.B. die Internetseite wohnprojekte-Hamburg.de, die in keiner Weise zu der Thematik passt.

Neben den Themenangeboten können Eltern sich über einige Gefahren des Internets informieren und erhalten Ratschläge wie man die Kinder vor diesen schützen kann. Kinder und Eltern können weiterhin einen Newsletter bestellen, der regelmäßig über Neuigkeiten der Suchmaschine informiert und interessante neue Kinderseiten vorstellen soll.

Die Gestaltung der Seite wirkt wenig kindgerecht. Es wird mit keinerlei Bildern oder visuellen Reizen gearbeitet man findet ausschließlich Text vor. Sie ähnelt vom Layout einer regulären Suchmaschine. Dennoch ist sie dadurch übersichtlich und nicht überladen.

Die Suchfunktion der Seite kann erweitert werden, d.h. die Anzahl der Ergebnisse kann ausgewählt werden und es wird eine „und/oder Funktion“ angeboten. Bei der Suche wird auch auf Google hingewiesen und Kinder können direkt über Trampeltier Suchbegriffe bei Google eingeben.

Die Trefferlisten sind insgesamt sehr knapp. Allein bei dem Suchbegriff „Fussball“ findet die Suchmaschine lediglich drei Treffer. Außerdem ist zu kritisieren, dass einige Links nicht funktionieren. Bei der Auflistung tauchen neben den Zielseiten der Redaktion ebenfalls eine Reihe von Google-Anzeigen auf. Der medienpädagogische Ansatz dieser Seite wird zwar deutlich, dennoch verfehlt diese Seite ihren Sinn als Kindersuchmaschine.

www.spielstrasse.de:

Diese Internetseite wird von der Medienagentur alpha-park betrieben und finanziert sich durch Werbung und Spenden. Die Anzeigen werden aber in den Hintergrund gerückt und sind klar als solche gekennzeichnet. Die Zielgruppe bewegt sich zwischen sechs und zwölf Jahren. Neben der Kindersuchmaschine haben Kinder die Möglichkeit andere Angebote zu nutzen wie z.B. Online-Spiele, Malvorlagen, ein Soundstudio, in dem Kinder selber aktiv Musik machen können oder einen „Tierpark“, in welchem Kinder über verschieden Tiere informiert werden.

Die Seite wird sehr kindgerecht gestaltet. Passende Bilder zu den jeweiligen Inhalten sowie kurze Texte, die für die Zielgruppe leicht verständlich und animierend geschrieben sind, unterstreichen das medienpädagogische Konzept der Medienagentur. Die Suchfunktion erreicht man direkt von der Startseite. Auch hier wird eine Auswahl an Themen geboten, die für Kinder interessant sind und zu denen viele Links angeboten werden. Allerdings ist zu bemängeln, dass manche Verlinkungen nicht funktionieren, nicht unbedingt zu angemessenen Kinderseiten führen oder kein direkter Zusammenhang zu dem gewählten Thema besteht. Bei der Eingabe von Suchbegriffen erscheint zu jeder verlinkten Seite eine Altersempfehlung und ein kurzer von der Redaktion formulierter Text. Insgesamt befinden sich nur 596 Internetseiten in dem Katalog der Spielstrasse. Die Seite verfügt zwar über einen pädagogischen Ansatz, der sich vor allem in der Gestaltung und Navigation erkennen lässt, die Trefferlisten sind teilweise jedoch nicht tauglich für Kinder.

www.helles-koepfchen.de:

Diese Kindersuchmaschine wurde im Jahr 2005 von der inSentio GmbH ins Leben gerufen und finanziert sich durch Werbung. Laut des Geschäftsführers, Andreas Fischer, besteht der Sinn des Angebotes von „Helles-Koepfchen“ darin, „das Interesse der Kinder und Teenager für politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen zu wecken und Wissen zu vermitteln, ohne dabei trocken und langweilig zu sein.“ Dieses Projekt konnte schon einige Auszeichnungen erlangen, u.a. im Juni 2007 das Comenius EduMedia-Siegel, verliehen durch die Gesellschaft für Pädagogik und Information (GPI). Das Siegel zeichnet pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragende Bildungsmedien aus allen Ländern Europas aus.

Neben der Suchmaschine für Kinder bietet die Seite gleichzeitig eine Vielzahl weiterer Themen an. Es werden von der Redaktion eigene, kindgerechte Beiträge verfasst wie z.B. aktuelle Nachrichten. Unter der Rubrik „Wissen“ werden Kindern Informationen aus aller Welt näher gebracht. Daneben werden auch Problematiken wie Mobbing, Drogen, Gewalt an Schulen oder Essstörungen angesprochen und mit hilfreichen Ratschlägen versehen. Auch unterhaltende Angebote werden in das Angebot integriert. Nach Angaben der Redaktion sollen die Kinder nicht unterfordert werden. Deshalb werden auch schwierige Themen integriert, wobei Fremdwörter und Fachbegriffe auf leicht verständliche Weise erklärt werden.

Auf den ersten Blick scheint die Seite bunt und teilweise überladen. Dennoch ist eine klare Struktur erkennbar und die Navigation ist entsprechend kindgerecht umgesetzt. Neben den Texten werden passende Bilder eingesetzt, welche die jeweiligen Beiträge visuell unterstützen.

Die Suchfunktion befindet sich direkt auf der Startseite und ist gut erkennbar. Bei den Trefferlisten erfolgt eine jeweilige Beschreibung der Redaktion zu der verlinkten Seite, sowie jeweils ein entsprechendes Bild, das zum Inhalt des Themas passt. Die Trefferquote ist bei den Suchbegriffen sehr hoch und es wird fast ausschließlich auf kinderspezifische Seiten verlinkt (wie z.B. Kindernetz.de, Geolino.de, SWR-Kindernetz oder Kinderkanal). So landen Kinder nicht auf kommerziellen Seiten. Helles-Koepfchen verfolgt ein vorbildliches medienpädagogisches Konzept, das in vielen Punkten sehr positiv umgesetzt wird.

Arbeit zitieren:
Lange-Hückstädt, Celin August 2008: Kindersuchmaschinen als medienpädagogisches Instrument der Internetnutzung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kindersuchmaschine, Internetgefahr, Gewalt, Mediennutzungsverhalten, Suchmaschine

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